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Kühlvorrichtung für Milchkannen od. dgl.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kühlvorrichtung für Milchkannen od. dgl., die aus einem doppel- wandigenWasserbehälter mit an der Aussenseite seiner Innenwand in wärmeleitender Verbindung liegender
Kühlrohrschlange, einem Kühlaggregat und einer Wasserumlaufeinrichtung besteht, wobei im Wasserbe- hälter während einer Speicherperiode ein Eisansatz gebildet und dieser während der Arbeitsperiode unter Wasserumlauf abgeschmolzen wird. Derartige Vorrichtungen dienen zur sogenannten Schockkühlung der
Milch, da innerhalb von zwei bis drei Stunden nach dem Melken die natürlichen bakteriziden Stoffe ihre
Wirkung verlieren und sich dann die vorhandenen Keime rasch vermehren, weshalb eine möglichst sofor- tige Milchkühlung gewünscht wird.
Bei einer bekannten Kühlvorrichtung besteht die Wasserumlaufeinrich- tung aus einer im Behältersumpf angeordneten Pumpe, die Wasser hochfördert und durch im Behälterober- teil angeordnete Düsen auf in den vierkantig prismatischen Behälter eingesetzte Milchkannen aussprüht. Die
Pumpe und die Düsen erhöhen den technischen Aufwand, ohne die Sicherheit einer gleichmässigen Kannenbe- rieselung bzw. eines gleichmässigen Abbaues des sich ander Innenseite der Behälterwand angesetzten Eises zu bieten. Es muss stets damit gerechnet werden, dass Eis stückweise abbröckelt, wodurch die Kühlwirkung ver- mindert wird.
Da die Milchkannen nicht im Wasserbad stehen, sondern nur mit Wasser besprüht werden, besteht stets die Gefahr, dass ein Teil der Kannenoberfläche mit dem Wasser überhaupt nicht in Berüh- rung kommt und an diesen Stellen daher ein schlechter Wärmeübergang stattfindet. Bei einer andern be- kannten Konstruktion stehen die Milchkannen nebeneinander in einem wannenförmigen Behälter. Dieser
Behälter ist zwar mit Wasser angefüllt, und es findet auch ein Abbau des in einer Speicherperiode an den
Behälterwänden gebildeten Eisansatzes statt, doch ist keinerlei Rührwerk oder Wasserumlaufeinrichtung vorgesehen, so dass sich ebenfalls eine nur ungünstige Kühlwirkung bei schlechtem und ungleichmässigem
Eisabbau ergibt.
Es ist ferner bekannt, die Milch in einen gegebenenfalls kreiszylindrischen Kühlbehälter mit an der
Aussenseite seiner Innenwand angeordneter Kühlrohrschlange einzufüllen. Hier kann selbstverständlich nicht im sehr wirtschaftlichen Speicherbetrieb gearbeitet werden, und es fehlt eine Einrichtung, um eine gleichmässige Kühlung der ganzen Milch herbeizuführen.
Bei einer andern bekannten Kühlvorrichtung ist ein die Milchkannen um die Achse des zylindrischen
Behälters drehendes Rührwerk vorgesehen, so dass die Kannen selbst gewissermassen die Rührwerksflügel bilden. Die Kühlschlange ist dabei aber in für den Kühleffekt ungünstiger Weise unter dem die Kannen tragenden Teller am Behälterboden angeordnet, wobei ebensowenig im Speicherbetrieb gearbeitet wird.
Schliesslich ist eine Milchkannenkühlvorrichtung mit kreiszylindrischem Kühlbehälter bekanntgeworden, bei der die Kannen im Wasserbad fallweise um die Behälterachse gedreht werden und die Kühlrohrschlan- ge an der Behälterwand angeordnet ist. Diese Kühlrohrschlange befindet sich aber an der Innenseite der
Behälterinnenwand, und es wird ebenfalls nicht im Speicherbetrieb gearbeitet. Die Temperatur des Was- sers ist daher wesentlich geringer, und es braucht auch längere Zeit, um die Milch auf die gewünschte
Tieftemperatur zu bringen.
Die Erfindung bezweckt die Beseitigung aller dieser Mängel und die Schaffung einer Kühlvorrichtung, die bei einfachem Aufbau eine rasche und vor allem sehr wirtschaftliche Milchkühlung ermöglicht.
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, dass der Wasserbehälter in an sich bekannter Weise eine vertikal kreiszylindrische Form besitzt und die Wasserumlaufeinrichtung, wie an sich ebenfalls bekannt, als ein die Milchkannen od. dgl. um die Behälterachse drehendes Rührwerk ausgebildet ist.
Der Eisansatz an der glatten zylindrischen Behälterinnenwand kann zufolge der geometrischen Gege- benheiten nicht aus-bzw. abbrechen. Durch das die Milchkannen drehende Rührwerk wird das Wasser in
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Umlauf um die Behälterachse gesetzt, so dass der Eisbelag während der Arbeitsperiode gleichmässig vom strömenden Wasser bestrichen und somit auch gleichmässig und zur Gänze abgeschmolzen wird. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass die Kannen selbst ständig am Eisbelag entlanggeführt werden, was einerseits eine sehr rasche Wärmeabfuhr und anderseits eine hohe Eisabschmelzleistung zur Folge hat, wobei eine für alle Kannen völlig gleichmässige Kühlung stattfindet.
Da im Eisspeicherbetrieb gearbeitet wird und sich durch die Form und Ausgestaltung der Vorrichtung überdies noch eine Verkürzung der Kühlzeiten erreichen lässt, ist die erfindungsgemässe Vorrichtung besonders wirtschaftlich.
In weiterer Ausbildung der Erfindung besteht das Rührwerk in an sich bekannter Weise aus einem an einer zentralen Welle befestigten Teller, auf den die Milchkannen aufsetzbar sind, wobei der Teller einen Bord aufweist und an der Welle oben Haken od. dgl. zum Einhängen der Kannenbügel vorgesehen sind.
Die Kannen können daher durch Fliehkraftwirkung nicht an den Eisbelag an der Behälterinnenwand gedrückt werden. Die ganze Rührwerkskonstruktion ist äusserst einfach. Besonders zweckmässig ist es, wenn der Teller schaufelförmig ausgepresste Schlitze zum Hochfördern des Wassers aufweist, so dass bis zu einem gewissen Grad auch ein Wasserumlauf von unten nach oben erzwungen wird.
An der Rührwerkswelle kann über den Kannen ein Ring befestigt sein, an dem ein von einem Motor angetriebenes Reibrad anliegt, das vorzugsweise unmittelbar auf der Welle eines vertikalaehsigen Motors sitzt, der schwenkbar gelagert und im Sinne des Andrückens des Reibrades an den Ring federbelastet ist.
Dadurch wird eine einfache Antriebseinrichtung erreicht, bei der, da der Reibring einen grossen Durchmesser erhalten kann, mit einer geringen Antriebsleistung das Auslangen gefunden wird und bei der keine Gefahr von Betriebsstörungen oder Verletzungen besteht, da das Reibrad schon bei geringer Überlast durchrutscht.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise schematisch dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 und 2 eine Kühlvorrichtung für Milchkannen im Axialschnitt und in Draufsicht und Fig. 3 einen Schnitt durch den Kannenaufsetzteller nach der Linie III-III der Fig. 2 als Detail in grösserem Massstab.
Mit 1 ist ein vertikal zylindrischer Wasserbehälter bezeichnet, an dessen Innenwand 2 aussenseitig die Kühlrohrschlange 3 eines Kälteaggregates 4 in metallischer, also gut wärmeleitender Verbindung liegt. Der Zwischenraum zwischen Behälterinnen-und-aussenwand ist mit einem Wärmeisoliermittel ausgefüllt. Der Wasserbehälter weist eine Überlaufleitung 5 und eine mit einem Absperrventil versehene Ablassleitung 6 auf. Das Kälteaggrep !-t 4 ist auf einem den Behälter 1 zur Hälfte überdeckenden Tragwerk 7 montiert, in dem auch die zentrale Welle 8 eines Rührwerkes hängend gelagert ist. Das Rührwerk besteht aus einem an der Welle 8 befestigten Teller 9 mit Bord 10, auf den die Milchkannen 11 aufgesetzt werden. Oben weist die Welle Haken 12 zum Einhängen der Kannenbügel 13 auf.
Die Kannen 11 bilden gewissermassen die Rührwerksflügel.
Zum Antrieb des Rührwerkes ist an der Welle 8 knapp unterhalb ihres Lagers mit Hilfe von Speichen ein Ring 14 befestigt, an dem ein Reibrad 15 anliegt. Das Reibrad sitzt unmittelbar auf der Welle eines vertikalachsigen Motors 16, der an einer schwenkbaren Fussplatte 17 befestigt ist, die unter der Wirkung einer Zugfeder 17a steht. Die Feder hat das Bestreben, das Reibrad gegen den Ring 14 zu drücken. Mit 18 sind die nur schematisch angedeuteten Schalt-und Steuereinrichtungen bezeichnet. Das Kälteaggregat4, der Motor 16 und die Einrichtungen 18 sind durch ein am Tragwerk 7 befestigtes Schutzgitter od. dgl. abgedeckt.
Der Teller 9 weist schaufelförmig ausgepresste Schlitze 19 auf (Fig. 3), die bei der Rotation des Tellers das Wasser hochfördern und so für einen gewissen Umlauf von unten nach oben sorgen.
Die Vorrichtung wird so betrieben, dass zunächst, beispielsweise-mit billigerem Nachtstrom, an der Innenwand des Wasserbehälters 1 ein Eisbelag 20 beträchtlicher Stärke gebildet wird. Unmittelbar nach dem Melken werden d 1nn die gefüllten Kannen 11 eingebracht, und das Rührwerk wird in Gang gesetzt.
Durch das Rotieren der Milchkannen im Wasserbad wird der Eisbelag bei hoher Eisabschmelzleistung rasch und gänzlich, ohne dabei abzubrechen, abgeschmolzen, wobei die Milch in kurzer Zeit in gewünschter Weise abgekühlt wird.
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