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Einrichtung zum Beladen eines Tunnelofenwagens mit Stapelgut, vorzugsweise mit Ziegelformlingen
Obwohl heute angestrebt wird, die Ofenwagen automatisch mit Formlingen zu besetzen, bietet die
Handsetzung noch immer grosse Vorteile. Diese Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die Form und Grösse der Ziegelformlinge nicht einer Setzmaschine angepasst werden müssen und dass ein Formatwechsel sofort und ohne mehrstündige Umstellung einer Setzmaschine vorgenommen werden kann. Zudem erfor- dert der zu setzende Stapel meistens eine ganz bestimmte Setzweise, damit der Stapel einerseits während des Brennprozesses nicht zusammenfällt, sich dem Ofenquerschnitt anpasst und anderseits nach dem Brennen mit Hubstapler abgenommen und direkt verladen werden kann.
Ein derartiges Setzen einer Vielzahl verschiedener Formlinge bedingt eine äusserst komplizierte Setzmaschine, die das Ausführen einer grossen Zahl Bewegungen im Raume gestattet, wodurch nebst grosser Einrichtzeit geschultes Personal erforderlich wird.
Ein Setzen von Hand weist ebenfalls Nachteile auf. Dieselben sind so gross, dass vielfach auf dessen Vorteile verzichtet wird, um den Setzvorgang automatisch ausführen zu können. Um die erforderliche Setzleistung zu erreichen, sind einerseits eine grosse Anzahl Setzer erforderlich, und anderseits erfordert die Setzarbeit so grosse körperliche Anstrengungen, dass es schwer ist, hiefür Arbeitskräfte zu finden.
Eine bedeutende Erleichterung des Setzens von Hand brachte die Zuführung der Formlinge zu den Ofenwagen durch ein Transportband, welches quer über die Wagen oder in U-Form um dieselben herum geführt wurde. Obwohl dieses Transportband in Abnahmehöhe über dem Ofenwagen steht, muss sich der Setzer bei der ersten Setzreihe stark bücken und bei den oberen Setzreihen strecken und jeweils die schweren Formlinge anheben. Ein Fussschemel ist zusätzlich erforderlich, um die oberste Setzreihe erreichen zu können. In jedem Falle muss der Setzer eine Drehung von 90 bis 1800 ausführen und sich zur Setzstelle hin bewegen.
Es ist bereits bekannt, Setztische in der Höhe verstellbar anzuordnen und diese durch Setzer beladen zu lassen, wobei der Stapel des Setztisches nachher auf den Ofenwagen umgeladen werden muss.
Es ist ferner bei vollautomatischer Beschickung eines Tunnelofens bekannt, den Tunnelofenwagen unter die Ebene der Geleise der Wagen in einen Schacht absenkbar anzuordnen, wobei der Wagen während seines Absenkens beladen wird. Nach dem Beladen muss der Wagen auf die Höhe der Geleise gehoben werden. Diese Ausführung bedingt einen grossen baulichen Aufwand, welcher sich nur bei vollautomatischen Anlagen rechfertigt.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Einrichtung, welche das Beschicken der Tunnelofenwagen erleichtert und die Möglichkeit schafft, die Wagen bis zu beliebiger Höhe zu beladen und welche in jeder Ziegelei verwendet werden und den bestehenden Anforderungen entsprechend ausgestaltet werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Ofenwagen mittels der Bühne von Gleishöhe an hebbar ist und dass vorzugsweise beidseits der Hebebühne feststehende Plattformen in einer solchen Höhe angeordnet sind, dass der beladene, auf Gleishöhe abgesenkte ofenwagen unter ihnen verschoben werden kann und dass das Transportband annähernd in der Mitte über dem zu beladenen Ofenwagen in Greifnähe von den Plattformen aus geführt ist.
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Schicht so absenken kann, dass er sich immer in derselben Setzhöhe befindet.
Eine andere Möglichkeit besteht auch darin, dass zur Einstellung der Höhe der Hebebühne mindestens teilweise eine vom Trans- portband abgeleitete selbsttätige Steuervorrichtung vorgesehen ist ; diese selbsttätige Steuerung kann vor- teilhaft zusätzlich vom Setzer durch einen Handschalter korrigiert werden. Vorteilhafterweise ist ein
Schalter zum Beeinflussen der Höhe der Hebebühne in einer auf der Plattform zum Schutze des Setzers befindlichenGeländerstange angeordnet und durch Verdrehen oder Verschieben der Stange in Längsrichtung betätigbar.
Die Zeichnungen zeigen eine beispielsweise Ausführungsform der Einrichtung nach der Erfindung, u. zw. zeigt Fig. l eine Ansicht der Setzeinrichtung, Fig. 2 eine Draufsicht hiezu und Fig. 3 ein Detail einer Plattform.
Der inFahrtrichtung schmal ausgebildete Wagen gelangt beim Anheben zwischen zwei Plattformen 3 und 4, die auf den Querseiten des Wagens 1 liegen und so hoch über dem Wagengleis 5 stehen, dass der voll beladene und auf das Wagengleis 5 niedergelassene Wagen unter der Plattform 4 durchgeschoben wer- den kann..
Annähernd über der Mitte des angehobenen Ofenwagen ist ein Transportband 6 angebracht, welches quer über den Wagen 1 läuft und in solcher Höhe über der Plattform steht, dass eine händische Steinabnahme gewährleistet ist. Die auf der Plattform stehenden Setzer 7 können somit die durch das Transportband 6 zugeführten Formlinge 8 erfassen und mühelos auf die Wagenfläche setzen, die so weit unter dem Transportband 6 steht, dass die Formlinge unterhalb desselben auf den Wagen gesetzt werden können. Sobald der erste Belag gesetzt ist, können die Setzer 7 die Hebebühne 2 mit dem Wagen 1 um die Höhe der Formlinge 8 absenken, so dass der zweite Belag wieder auf gleiche Höhe abgesetzt werden kann, wie dies für den ersten Belag der Fall war. Diese Arbeitsweise wiederholt sich, bis der ganze Wagen beladen ist.
Anschliessend wird der beladene Wagen auf Gleishöhe abgesenkt und kann abgestossen werden, um einem neuen Wagen Platz zu machen.
BeimWechsel der Wagen 1 entsteht eine Unterbrechung des Setzvorganges. Damit das Transportband 6 nicht angehalten werden muss ist vorgesehen, dass parallel zum ersten Gleis ein zweites Wagengleis 5' geführt wird, in welches eine zweite Hebebühne 2'eingebaut ist.
Sobald nun die Beladung des einen Wagens 1 zu Ende geht, wird der gegenüberliegende Wagen l'auf Setzhöhe angehoben. Da die Plattformen3 und 4 eine über beide Gleise 5 und 5'durchgehende Länge aufweisen, können die Setzer zum Wagen l'hinüber wechseln, sobald der Wagen 1 voll beladen ist.
Die beschriebenen Plattformen 3 und 4 besitzen Geländerstangen 9, an welche sich der Setzer beim Erfassen des Formlings anlehnen kann. Vorzugsweise ist diese Stange so ausgebildet, dass durch Verdrehen oder Verschieben derselben die Höhenverstellung der Hebebühne betätigt werden kann.
Die vordere Kante der Plattform weist ferner einen Schutz 10 auf, der verhindert, dass der Setzer die Fussspitzen in den Hubbereich des Wagens strecken kann. Zur Anpassung der Einrichtung an verschiedene Körpergrössen der Setzer ist der Standort des Setzers sowie auch die Geländerstange in der Höhe verstellbar ausgebildet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Beladen eines Tunnelofenwagens, vorzugsweise mit Ziegelformlingen, von Hand unter Verwendung eines das Gut zuführenden Transportbandes, wobei der Ofenwagen mittels einer hebund senkbaren Bühne vertikal gehoben und gesenkt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofenwagen (1) mittels der Bühne (2) von Gleishöhe an hebbar ist und dass vorzugsweise beidseits der Hebebühne (2) feststehende Plattformen (3,4) in einer solchen Höhe angeordnet sind, dass der beladene, auf Gleishöhe abgesenkte ofenwagen (l) unter ihnen verschoben werden kann und dass das Transportband (6) annähernd in der Mitte über dem zu beladenden Ofenwagen (1) in Greifnähe von den Plattformen (3,4) aus geführt ist.