<Desc/Clms Page number 1>
Automatische Waage, insbesondere Absackwaage
Die Erfindung bezieht sich auf eine automatische Waage, insbesondere Absackwaage. mit Zeiger- kopf zur genauen Ablesung des Füllgewichtes sowie der Leertara und mit vorzugsweise vom Zeigerkopf gesteuerter Vorrichtung zum Füllen der Materialschale zunächst im Grob- und anschliessend im Fein- strom sowie mit einem vorzugsweise federbelasteten Voreiler. Es ist bekannt, automatische Waagen, wie
Absackwaagen, in der vorgenannten Art auszubilden und sie zur genauen Ablesung des Füllgewichtes sowie der Leertara mit einem Zeigerkopf zu versehen, der eine hohe Feineinteilung aufweist und bei einer
Bewegung mehrfach umläuft.
Im allgemeinen sind diese Zeigerköpfe mit Vorrichtungen, beispielsweise
Kontakten oder Fühlern ausgerüstet, die zur Steuerung der Waage, beispielsweise zur Steuerung der Haupt- und Feinstromzuführung und der Wiegegefässentleerung dienen.
Zur Erzielung einer schnellen Schrittfolge bei Erhaltung einer hohen Ablesegenauigkeit sind die be- kannten vorstehend beschriebenen Waagen nicht geeignet, weil der Zeiger der Zeigerköpfe bei jeder
Wägung einen sehr grossen Skalenbereich, vielfach mehrere Umläufe ausführen muss, und weil sich auch
Schwierigkeiten in der Einspielung des Wiegehebelsystems und des Zeigers einstellen.
Um eine schnelle Schrittfolge zu ermöglichen, ist es erforderlich, den zulaufenden Grobstrom mit grosser Intensität in das Wiegegefäss einlaufen zu lassen, wobei dieser Grobstrom aber einen erheblichen
Pralldruck auf das Gefäss ausübt, der wie ein scheinbar vorhandenes Wägegut wirkt. Mit Beendigung der
Grobstromfüllung fällt auch plötzlich der Pralldruck weg, wodurch das wirksame Gewicht des Wägegutes verringert wird, so dass der Wiegehebel oder das Wiegehebelsystem unerwünschte Schwingungen ausführt, die'sich entsprechend auf den Zeigerkopf bzw. auf den Zeiger selbst übertragen. Diese Schwingungen, die zur Erzielung genauer Wägungen stets erst abklingen müssen, werden zwar bei den herkömmlichen Waagen gedämpft, jedoch haben diese Dämpfungen den Nachteil, dass sie über den gesamten Bereich der Auf- und Abwärtsbewegung des Hebels bzw.
Hebelsystems in gleicher Weise wirksam sind. Derartige Dämpfungen verkürzen zwar das Abklingen der Schwingungen, ohne sie jedoch vollständig zu verhindern.
Die zur Erzielung einer hohen Auswiegegenauigkeit erforderlichen Anzeigevorrichtungen mit hoher Feinteilung, bei denen mehrfache Zeigerumläufe notwendig sind, haben weiterhin den Nachteil, dass sie bei schnell aufeinanderfolgenden Wägungen einem hohen Verschleiss unterworfen sind und in ihrer Genauigkeit bald nachlassen.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine automatische Waage der eingangs genannten Art so auszubilden, dass unter Vermeidung der Nachteile der bekannten Waagen sowohl eine hohe Ablesegenauigkeit erzielt und ausserdem eine bisher nicht erreichbare Schrittfolge ermöglicht wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist das Wiegehebelsystem der eingangs beschriebenen Waage mit zwei getrennt wirksamen Schwingungssperren ausgerüstet, von denen eine in der Sperrstellung das Hebelsystem etwa in einer der vollen Grobstromfüllung entsprechenden Stellung gegen Bewegung in Entlastungsrichtung starr abstützt, während die andere in ihrer Sperrstellung das Hebelsystem gegen Bewegung in Belastungsrichtung starr sperrt und in Abhängigkeit von dem Umschaltzeitpunkt von Grob- auf Feinstrom in die Frei- gabestellungüberführbarist, wobei das Hebelsystem mit einer Dämpfungsvorrichtung ausgerüstet ist, wel- che die Bewegung in Belastungsrichtung abnehmend und geringer dämpft als in Entlastungsrichtung.
Durch die neuartige Ausbildung der Waage wird infolge der vorgesehenen Schwingungssperren die mit
<Desc/Clms Page number 2>
hoher Feinteilung vorgesehene Anzeigevorrichtung während der überwiegenden Zeitdauer der Grobstrom- zuführung nicht betätigt, da das Hebelsystem in Entlastungsrichtung etwa bis zum Erreichen des durch die Grobstromzuführung bestimmten Gewichtes abgestützt ist. Ausserdem wird nach Beendigung der Grobstrom- zuführung trotz des dadurch bedingten Wegfalles des Pralldruckes eine Schwingbewegung des Wiegehebel- 5 systems unterbunden, da dieses sowohl in Entlastungsrichtung als auch in Belastungsrichtung vorübergehend gesperrt ist und erst dann in Lastrichtung freigegeben wird, wenn es nicht mehr dazu neigt, Schwingbewe- gungen auszuführen.
Nach erfolgter Freigabe sorgt die vorgesehene Dämpfvorrichtung dafür, dass das Win- kelhebelsystem und damit der Zeiger ohne Pendelungen auf seine Nullstellung einspielen kann.
Hiebei ist die Dämpfungsvorrichtung durch unterschiedliche Charakteristik in ihrer Dämpfungseigenschaft so gestaltet, dass bei Auf-und Abwärtsbewegungen des Hebelsystems die Aufwärtsbewegung für eine günstige Zeigerablesung nur geringfügig gedämpft wird, während bei der Abwärtsbewegung ein hartes Auf- schlagen des Wiegehebelsystems trotz der schnellen Rückbewegung durch gegen Ende der Bewegung wirk- same grosse Dämpfungskräfte vermieden wird.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die das Wiegehebelsystem in Entlastungsrichtung ab- i. stützende Schwingungssperre zugleich als federbelasteter Voreiler ausgebildet, wobei das rückfedernde
Stützglied im entlasteten Zustand der Sperre über ein Halteglied, vorzugsweise einen permanenten Magne- ten, in der Bewegungsbahn des Hebelsystems mit einer vorbestimmten Haltekraft gehalten wird.
Die als Voreiler ausgebildete Sperreinrichtung, die das Wiegehebelsystem in Entlastungsrichtung zu- nächst nachgiebig abstützt, beaufschlagt das Hebelsystem in Lastrichtung während der Grobstromfüllung, so dass das Hebelsystem und damit auch die Anzeigevorrichtung in Lastrichtung in Bewegung gesetzt wer- den, noch ehe das diesem Bewegungsbeginn entsprechende Füllgewicht in dem Wiegegefäss vorhanden ist und die Umsteuerung von Grob-auf Feinstrom vornimmt, wobei gegen Ende der Grobstromzuführung der
Voreiler über ein Halteglied mit einer vorbestimmten Haltekraft unnachgiebig in der Bewegungsbahn des
Hebelsystems gehalten wird. Hiedurch verhindert er die mit Beendigung der Grobstromzuführung und mit
Wegfall des Pralldruckes sonst auftretende Rückschwingung des Wiegehebelsystems.
Hiebei kann das Hal- teglied statt in Form eines permanenten Magneten auch als Klinke oder als entsprechend gesteuerter Elek- tromagnet ausgebildet sein, mit welchem das rückfedernde Stützglied zusammenwirkt.
Die das Hebelsystem in Belastungsrichtung sperrende Schwingungssperre ist vorteilhafterweise mit einem in die Bewegungsbahn ein- und ausschwenkbaren Sperrglied ausgerüstet, welches tube einden Elek- tromagneten von der Freigabestellung in die Sperrstehung überführbar ist, wobei im Stromkreis des Elek- tromagneten ein vom Zeigerkopf betätigter Verzögerungsschalter liegt, so dass die Sperre noch nach Über- gang von Grob- auf Feinstromfüllung eine einstellbare Zeitspanne in der Sperrstellung verbleibt.
In bekannter Weise wird das Hebelsystem der neuartig ausgebildeten Waage mit einem Lastgewicht ausgerüstet, welches dem grössten Teil oder der gesamten Last entspricht, so dass unabhängig vom Füll- gewicht der Waage die Anzeigevorrichtung hoher Genauigkeit mit einem einzigen Umlauf des Zeigers oder mit einem über einen geringen Teil der Kreisbahn bewegbaren Zeiger Verwendung finden können.
Hiebei ist es nach einem weiteren Merkmal der Erfindung zweckmässig, wenn das Lastausgleichsge- wicht etwa dem eingestellten Füllgewicht der Waage entspricht und wenn an einem Zwischenhebel ein der
Leertara der Waage entsprechendes Gegengewicht angeordnet ist. Bei einer derartigen Anordnung wird das Lastausgleichsgewicht, welches zweckmässig aus einem Hebel und einem verschiebbar hierauf gehal- tenen Gewicht besteht, an dem Zwischenhebel mit dem Taragegengewicht angreifend angeordnet und mit einer Hubvorrichtung verbunden, über welche es vom Zwischenhebel abhebbar ist.
Durch letztgenannte Ausbildung der Waage erreicht man, dass sowohl die Anzeige der Leertarierung als auch der Volltarierung auf den gleichen Punkten der Skala einjustiert und abgelesen werden können.
Dabei lassen sich durch die Verschiebbarkeit der Gewichte auf ihren Hebeln die jeweiligen Full- un
Leergewichte entsprechend verändern, ohne dass der Ablesepunkt auf der Anzeigevorrichtung an eine an- dere Stelle verlegt wird. Zur Einjustierung der Leertara ist lediglich über die Hubvorrichtung das Last- ausgleichsgewicht von dem Zwischenhebel abzuheben und es kann bei Freigabe der Schwingungssperren . für das Wiegehebelsystem die Leertarierung einjustiert werden. Für die Volltarierung ist es lediglich not- wendig, das Wiegegefäss mit einem dem Füllgewicht entsprechenden Justiergewicht zu belasten und die
Schwingungssperren freizugeben, wobei der Zeiger dann auf den gleichen Punkt wie bei der Leertarierung einspielen muss und gegebenenfalls über entsprechende Nachjustiereinrichtungen einzustellen ist.
UmbeiJustierungenderVoll-oder Leertara auf den eingestellten Nullpunkt eine automatische Nach- regulierung zu ermöglichen, sieht die Erfindung weiterhin vor, dass der Zeigerkopf mit Kontakten und/oder Fühlern ausgerüstet ist, welche mit dem Zeiger derart zusammenwirken, dass bei Abweichung von der
Sollstellung über die Kontakte und/oder Fühler Regelimpulse auf Stellmotoren zum Nachregulieren des
<Desc/Clms Page number 3>
Füllgewichtes und/oder der Leertara gegeben werden. Dabei empfiehlt es sich, das Ansprechen der Kontakte und/oder Fühler über eine Zähleinrichtung jeweils nur nach einer vorwählbaren Anzahl von Wägungen erfolgen zu lassen.
Statt der Anordnung des oben beschriebenen Lastausgleichsgewichtes und des Taragegengewichtes in Verbindung mit einem Zeigerkopf hoher Feinfühligkeit, der nur einen kleinen Winkelweg zurücklegen kann, ist es auch möglich, die Verwendung eines Wiegekopfes mit Feinteilung und mehrfachem Zeigerumlauf in Verbindung mit den einleitend genannten Sperreinrichtungen zu verwenden, wenn nach einem weiteren Merkmal der Erfindung die mit den Wiegehebeln zusammenwirkende, in Entlastungsrichtung wirksame Sperre, die als Voreiler ausgebildet ist, aus der Bewegungsbahn des zu sperrenden Wiegehebels herausbewegbar ist. Bei der Volltarierung bleibt die in Entlastungsrichtung wirksame, als Voreiler ausge-
EMI3.1
durchführt.
Infolge der Abstützung des Wiegehebels auf der Sperre erreicht der Zeiger im Entlastungszu- stand der Waage stets den gleichen Ausgangspunkt und wird erst unmittelbar gegen Ende der Grobstromzu- führung in der oben beschriebenen Weise über den sich aufwärts bewegenden Wiegehebel betätigt, um über die mit dem Zeigerkopf verbundenen Vorrichtungen zur Steuerung der Waage die Umschaltung von
Grob- auf Feinstrom auszulösen.
Zur Leertarierung wird die letztgenannte Sperre aus der Bewegungsbahn des Wiegehebels herausbewegt, so dass der Zeiger nach Vollführung mehrerer Umläufe auf dem dem Leergewicht der Waage entsprechen- den Punkt der Skala einspielt.
In einfacher Weise kann hiebei die in Entlastungsrichtung wirksame Sperre aus einem magnetbetätig- ten Winkelhebelsystem bestehen, wobei für die Bewegung des Magneten zum Ein-und Ausschwenken des
Hebelsystems in die Bewegungsbahn des Winkelhebels entsprechende Steuerkontakte vorgesehen sind, die von Hand und/oder über Zähleinrichtungen zu betätigen sind.
Um die zuletzt beschriebene Waage mit Zeigerköpfen üblicher Bauart und mehrfachen Zeigerum- läufen für verschieden einstellbare Füllgewichte verwenden zu können, ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass die Sperren mit ihren Sperrgliedern auf einer in bezug auf die zu sperrenden Wiegehebel höhenver- schieblich gehaltene Trägerplatte angeordnet sind. Je nach Stellung der Trägerplatte werden die Sperr- stellung und das Bewegungsspiel des Winkelhebels zwischen den Sperren in den Bereich einer bestimmten
Zeigerstellung verlagert, die dieser bei Belastung der Waage mit einem entsprechend veränderten Füllgewicht erreicht.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Zusammenhang mit den in der Zeichnung schematisch wiedergegebenen Ausführungsbeispielen beschrieben.
Fig. 1 zeigt ein Prinzipbild einer erfindungsgemäss ausgebildeten automatischen Waage mit einem Zeigerkopf, dessen Zeiger nur über einen Winkelbereich von etwa 500 verschwenkbar ist. Fig. 2 gibt in vergrösserter Darstellung den Zeigerkopf nach Fig. 1 mit den zugehörigen Winkelhebeln und Sperreinrichtungen sowie mit den vom Zeiger betätigten Kontakten und Fühlern und zugehörigen Stelleinrichtungen wieder. Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen die Kennlinien der Dämpfungsvorrichtungen bei der Bewegung des Wiegehebelsystems in Belastungs- und Entlastungsrichtung. Fig. 5 zeigt eine von den Fig. 1 und 2 abweichende Ausbildungsform eines Wiegekopfes mit mehrfach umlaufendemZeiger in Verbindung mit den zugehörigen Sperr- und Dämpfungseinrichtungen.
In der Fig. 1 ist mit 1 das Waagengehäuse mit dem zugehörigen Einlauftrichter und dem Wiegegefäss bezeichnet, welches im Ausführungsbeispiel als Drehgefäss dargestellt ist und welches über die Zugstange 2 an einen Zwischenhebel 3 angreift. Der Zwischenhebel 3 ist an seinem einen Ende über ein Stahlband4miteinemNeigungspendel 5 verbunden, dessen Zeiger 5'mit einer zugehörigen Skala 5" zu- sammenwirkt. Mit dem Zwischenhebel 3 sind über Laschen Bolzen 3', 3"fest verbunden, auf denen sich das Lastausgleichsgewicht, bestehend aus dem Hebel 6 und dem Laufgewicht 7, abstützt. Weiterhin greift an dem Hebel 3 das Taragegengewicht 9 an, welches fest oder beweglich auf dem Hebel angeordnet sein kann.
Die Last des Lastausgleichsgewichtes 6,7 setzt sich im Leerzustand der Waage auf einem Anschlag eines Voreilers 8 ab, der mit einer Abstufungsfeder 8'verbunden ist, wobei die Abstufungsfeder 8'ge- spannt wird, bis die Abstufung in ihrem andern Anschlag 8"anliegt. Der Voreiler 8 belastet das Wiegehebelsystem 3, 6 in Lastrichtung während der Grobstromfüllung, so dass der Zeiger 5 bereits bevor das Gewicht des zugelaufenen Wägegutes zuzüglich seines Pralldruckes den Gewichtswert erreicht hat, der dem Lastausgleichsgewicht entsprechen würde, einen auf der Skala 5" angeordneten Schaltkontakt 10 erreicht hat und die Grobstromzuführung ausschaltet.
Mit dem Ausschalter der Grobstromzuführung wird eine in
<Desc/Clms Page number 4>
Belastungsrichtung wirksame Schwingungssperre betätigt, welche aus einem Magneten 11 und einem zu- gehörigenRiegelhebe112 besteht. Der Magnet 11 wird eingeschaltet, wenn der Zeiger 5'den Kontakt 10 erreicht hat und damit den Hebel 12 in die Bewegungsbahn des Wiegehebels 6 hineinbewegt. Mit der Auf- wärtsbewegung des Wiegehebelsystems 3,6 gegen Ende der Grobstromzuführung wird der Voreiler 8 un- 5 ter der Einwirkung der Abstufungsfeder 8'verschwenkt und gelangt mit seinem bisher am andern Anschlag
8" liegenden Teil an den Permanentmagneten 13, welcher ihn in der neuen Endstellung mit einer vorbe- stimmten Haltekraft zu halten sucht, so dass ein Zurückschwingen des Wiegehebelsystems ausgeschlossen ist.
Das Wiegehebelsystem ist somit nach beiden Seiten hin gesperrt.
Hiebei ist der Permanentmagnet 13 so bemessen, dass er das Abwärtsschwingen des Wiegehebelsystems ) bei Umsteuerung von Grob- auf Feinstrom verhindert, während er beim Entleerungsvorgang des Wiegege- fässes und der damit verbundenen Abwärtsbewegung des Wiegehebelsystems durch die verstärkte Kraftein- wirkung des Hebelsystems auf den Voreiler diesen freigibt.
Nachdem das Wiegehebelsystem zunächst in beiden Bewegungsrichtungen gesperrt ist, wird über ein bekanntes elektrisches Zeitglied die Sperrung der Aufwärtsbewegung durch den Magneten 11 nach vorbei stimmter kurzer Zeitspanne wieder aufgehoben, da mit dem Abschalten des Grobstromes auch der Prall- druck des zulaufenden Wägegutes beendet ist und das Hebelsystem demgemäss zunächst nicht mehr die
Tendenz hat, sich aufwärts zu bewegen. Beim weiteren Füllen der Waage durch den Feinstrom wird in bekannter Weiseüberden Zeiger 5'und den Kontakt 14 auf der Skala 5" die FeinstromfüUung ausgeschal- tet und die Gefässentleerung eingeleitet.
Damit nun das Neigungspendel in Füllstellung auf eine genaue Anzeige einpendeln kann, ohne grö- ssere Schwingungen auszuführen, ist das Wiegehebelsystem in seiner Bewegung gedämpft, wobei die
Dämpfung im Bereich der Anzeige nur sehr gering gehalten ist. Zur Dämpfung des Wiegehebelsystems dient die Dämpfungsvorrichtung 15, die nicht nur im Bereich der Anzeige wirksam ist, sondern welche auch bei Entleerung des Wiegegefässes ein hartes Zurückfallen der Hebel 3,6 und der zugehörigen Ge- wichte 7 und 9 verhindert.
Zu diesem Zweck ist die Dämpfvorrichtung 15 so ausgebildet, dass sie die in den Fig. 3 und 4 wiedergegebenen Charakteristiken aufweist. Hiebei ist in den Figuren mit al bzw. a2 die jeweilige Bewe- gungsrichtung des Kolbens oder des Dämpfers bezeichnet und mit bl bzw. b2 der auf den Kolben wirksa- me Gegendruck beim Auf- bzw.- Abwärtsbewegen des Wiegehebelsystems. Mit c ist der ges. mte Kolben- weg gekennzeichnet.
Wie die Fig. 3 zeigt, welche die Kennlinie der Dämpfvorrichtung beim Belasten der Waage wie- dergibt, ist zu Beginn der Bewegung des Wiegehebelsystems eine starke und gegen Ende, d. h. im Bereich der Anzeige nur eine schwache Dämpfung wirksam. Bei der Abwärtsbewegung entsprechend Fig. 4 erfolgt zunächst eine geringe Dämpfung, die sich dann stufenförmig verstärkt, um zu verhindern, dass beim Ent- leeren des Wiegegefässes das Wiegehebelsystem 3,6 mit den zugehörigen Gewichten 7 und 9 hart in die
EMI4.1
Die in der Fig. 1 schematisch wiedergegebene Waage ist so ausgebildet, dass der Wiegehebel 6 und das Laufgewicht 7 dem grössten Teil des Füllgewichtes und das Gegengewicht 9 mit dem Zwischenhebel 3 der Leertara der Waage entsprechen, so dass nur ein kleiner Teil der Last auf das Neigungspendel 5 zur Einwirkung kommt.
Die Prüfung der Leertarierung wird durch einen in der Zeichnung nicht wiedergegebenen elektrischen Schalter bewirkt, der zunächst das Wägegut zur Speisung der Waage ausschaltet, nachdem die Wiegegefässentleerung beendet ist und der dann eine Hubvorrichtung für den Wiegehebel 6 mit dem Laufgewicht 7 betätigt, die einen Elektromagneten 22 aufweist, welcher den genannten Hebel mit dem Laufgewicht von den Bolzen 3'und 3"des Zwischenhebels 3 abhebt.
Das Gewicht 9 auf dem Zwischenhebel 3 ist so abgestimmt, dass bei leerem Wiegegefäss der Waage und angehobenem Wiegehebel 6 der Zeiger 5'die gleiche Nullage einnimmt wie bei der Volltarierung. Dadurch erreicht man, dass die Skala 5"sowohl bei Voll- als auch bei Leertarierung stets an der gleichen Stelle abzulesen ist.
Zur Justierung der und Leetarierung sind, wie Fig. 2 erkennen lässt, Fühler 17,18 vorgesehen, welche die Stellung des Kontaktes 14 über den Stellmotor 16 bei der Volltarierung regulieren, während zum Einstellen der Leertarierung ein Stellmotor 19 mit einer bekannten Kettentariervorrichtung 20 vorgesehen ist.
Jedesmal beim Einspielen der Nullage des Neigungspendels 5 ermitteln die Fühler 17,18 die Wägedifferenz bzw. Abweichung von der Nulltarierung und leiten entsprechende Regelimpulse auf die Stell-
<Desc/Clms Page number 5>
motoren 16,19. Auf diese Weise wird eine vollautomatische Justierung der Waage erreicht, wobei die selbsttätige Nachregelung nach jeder einzelnen Wägung oder über entsprechende Zähleinrichtungen nach einer vorbestimmten Anzahl von Wägungen erfolgen kann.
Abweichend von den in den Fig. 1 und 2 wiedergegebenen Ausführungsformen kann gemäss Fig. 5 auch ein Wiegekopf 25 mit grossem Wiegebereich, beispielsweise mit mehrfachem Zeigerumlauf für die erfindungsgemäss vorgesehene Ausbildung der Waage verwendet werden, auf den die gesamte Last übertra- gen wird. Damit dieser Wiegekopf 25 nicht bei jeder Wägung über den gesamten Bereich arbeitet, wird durch die in Entlastungsrichtung wirksame Sperre, die wieder als Voreiler 8 ausgebildet ist, ein Zurück- laufen des Zeigers 25'und des Wiegehebels 3 in die Nullage verhindert.
Hiebei ist in Übereinstimmung mit der Ausbildung der Waage nach den Fig. 1 und 2 die in Belastungs- richtung wirksame Sperre ebenfalls mit einem Elektromagneten 11 ausgerüstet und in gleicher Weise wirk- sam, wie bereits beschrieben, während der Voreiler 8, der auch mit einem Elektromagneten 13 zusam- menwirkt, über einen Winkelhebel 21 mit einem Elektromagneten 26 verbunden ist, über den er aus der
Bewegungsbahn des Winkelhebels 33 herausbewegbar ist.
Bei der Ausbildung der Waage nach der Fig. 5 ist ein solches Herausschwenken des als Sperreinrichtung wirksamen Voreilers 8 erforderlich, um die Leer- tarierupg durchführen zu können. Hiezu wird im Falle der Leertarierung über einen in der Zeichnung nicht wiedergegebenen, von Hand oder von einer Zähleinrichtung betätigten Schalter der Elektromagnet 26 vor- übergehend erregt, so dass der Winkelhebel 21 und der Voreiler 8 die strichpunktierte Stellung einneh - men.
Auch bei Waagen nach der Fig. 5 ist wieder eine Dämpfvorrichtung 15 für das Wiegehebelsystem vorgesehen, die in gleicher Weise wirkt, wie die im Zusammenhang mit den Fig. 1 und 2 beschriebene, ebenfalls mit 15 bezeichnete Dämpfvorrichtung.
Bei dem in Fig. 5 wiedergegebenen Ausführungsbeispiel entspricht das Full- un Leergewicht nicht einer übereinstimmenden Zeigerstellung und es ist auch mit Änderung des Füllgewichtes eine Änderung der Zeigerstellung verbunden, die im Fall der Ausführung nach den Fig. 1 und 2 nicht eintritt. Um nun verschiedene Ausschüttgewichte bei Waagen nach Fig. 5 einstellen zu können, sind die Sperr- einrichtungen auf einer Grundplatte 23 befestigt, die über eine Stellspindel 24 in bezug auf den Wie- gehebel 33 in ihrer Höhenlage verändert werden kann.
Bei den beschriebenen Ausführungsformen der Waagen wird in jedem Falle sichergestellt, dass Schwin- gungen des Wiegehebelsystems nicht auftreten bei der Umstellung der intensiven Grobstromzuführung auf die Feinstromspeisung, wobei hochempfindliche Anzeigevorrichtungen unter geringer Dämpfung auf den
EMI5.1
wodurch eine bisher nicht erreichbare schnellere Schrittfolge bei vollautomatischer Arbeitsweise und vereinfachter Ablesung sichergestellt wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Automatische Waage, insbesondere Absackwaage, mit Zeigerkopf zur genauen Ablesung des Füllgewichtes sowie der Leertara und mit vorzugsweise vom Zeigerkopf gesteuerter Vorrichtung zum Füllen der Materialschale zunächst im Grob- und anschliessend im Feinstrom sowie mit einem vorzugsweise federbelasteten Voreiler, dadurch gekennzeichnet, dass das Wiegehebelsystem mit zwei getrennt wirksamen Schwingungssperren (8,13 und 11,12) ausgerüstet ist, von denen eine in der Sperrstellung das Hebelsystem etwa in einer der vollen Grobstromfüllung entsprechenden Stellung gegen Bewegung in Entlastungsrichtung starr abstützt,
während die andere in ihrer Sperrstellung das Hebelsystem gegen Bewegung in Belastungsrichtung starr sperrt und in Abhängigkeit von dem Umschaltzeitpunkt von Grob- auf Feinstrom in die Freigabestellung überführbar ist, wobei das Hebelsystem mit einer Dämpfungsvorrichtung (15) ausgerüstet ist, welche die Bewegung in Belastungsrichtung abnehmend und geringer dämpft als in Entlastungrichtung.