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Verfahren zur Änderung der Eigenschaften von hochmolekularen halogenhaltigen Stoffen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, welches es gestattet, die Eigenschaften, insbesondere die me- chanischen Eigenschaften von hochmolekularen, halogenhaltigen, insbesondere chlorhaltigen Stoffen zu ändern.
Es ist bekannt, aus thermoplastischen Polyvinylverbindungen, wie beispielsweise Polyvinylchlorid,
Polyvinylacetat, Polyvinylidenchlorid u. dgl. Formkörper herzustellen, die sich durch gute mechanische
Eigenschaften und chemische Beständigkeit auszeichnen. Es war bisher noch nicht gelungen, derartigen
Formkörpern, z. B. Folien, Rohren, Fäden, Kunstleder u. dgl. kautschukelastische Eigenschaften zu ver- leihen.
Es ist ferner bekannt, dass durch die Vernetzung hochpolymerer Stoffe im allgemeinen Änderungen ihrer Eigenschaften hervorgerufen werden, beispielsweise können plastische, natürliche oder synthetische Kautschuke durch eine Vernetzung ihrer Molekülketten mit Schwefel oder Schwefel abgebenden Verbindungen in gummielastische Produkte übergeführt werden. Ähnliche Vernetzungen sind auch bei den Amino- und Phenolplasten bekannt. Hiebei finden zwischen den Molekülketten chemische Reaktionen statt, die gegebenenfalls unter Wasseraustritt verlaufen können. Auf diese Weise werden meist elastische, aber auch unelastische Harze erhalten. Auch bei der Einwirkung aktiver Stoffe, wie Isocyanate, auf langkettige Moleküle tritt eine Vernetzung ein.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, die mechanischen Eigenschaften von Polyvinylverbindungen durch eine Behandlung dieser Verbindungen mit elementarem Schwefel oder einer organischen Schwefelverbindung und mit einem Vulkanisationsbeschleuniger zu ändern. Als Vulkanisationsbeschleuniger kommen in diesem Zusammenhang Amine, vorzugsweise Di- oder Polyamine, Umsetzungsprodukte von Ketonen oder Aldehyden mit Di- oder Polyaminen sowie Umsetzungsprodukte von Nitrosoverbindungen mit Verbindungen, die, wie Acetylaceton, mindestens ein aktives Wasserstoffatom oder eine aktive Methylengruppe enthalten, in Frage.
Es ist ferner schon vorgeschlagen worden, zur Änderung der mechanischen Eigenschaften von Polyvinylverbindungen diese mit den oben genannten Vulkanisationsbeschleunigem ohne eine Behandlung mit Schwefel od. dgl. durchzuführen.
Aus der nicht vorveröffentlichten österr. Patentschrift Nr. 208587 ist schliesslich der Vorschlag bekannt, diskrete Teilchen eines Polymerisats des Vinylchlorids, welche in wässeriger Dispersion (als Latex) vorliegen, mit einem Überzug aus einem unlöslichen Harz zu versehen, wobei das Harz unter anderem aus einem Kondensationsprodukt aus einem wasserlöslichen Aldehyd, wie Formaldehyd, und einer wasserlöslichen, mit dem Aldehyd reagierenden Substanz, wie z. B. Harnstoff, Thioharnstoff oder Melamin, entstanden ist.
Es wurde nun gefunden, dass man die Eigenschaften von halogenhaltigen hochmolekularen Stoffen verändern kann, wenn man diese Stoffe mit N, N'-Dimethylolverbindungen von Diaminen oder Polyaminen behandelt. Bei dieser Behandlung tritt offenbar eine Vernetzung der Stoffe ein, die diesen gummielastische Eigenschaften verleiht bzw. diese erhöht. Darüber hinaus wird eine allgemeine Verbesse-
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rung der mechanischen Festigkeit erreicht. Ferner tritt durch die Behandlung eine stabilisierende Wirkung ein, insbesondere wird die Wärmebeständigkeit erhöht. Bei einer Freibewitterung werden Verfärbungen zurückgedrängt, während die guten mechanischen Eigenschaften erhalten bleiben. Ausserdem wird die Lichtbeständigkeit der hochmolekularen Stoffe erhöht.
Die erfindungsgemässe Behandlung wirkt sich ferner verbessernd auf die Haftung der hochmolekularen Stoffe auf Natur-und Kunstfasern, insbesondere auf Baumwoll- und Polyamidfasern aus.
Unter den hochmolekularen halogenhaltigen Stoffen werden die chlorhaltigen wie Chlorkautschuk, Hydrochlorkautschuk, Polyvinylidenchlorid, chlorsulfoniertes Polypropylen usw. bevorzugt verwendet. Unter den chlorhaltigen hochmolekularen Stoffen werden wiederum die besten Ergebnisse bei der Behandlung von Polyvinylchlorid, Polychlorbutadien und chlorsulfoniertem Polyäthylen erzielt. Die oben genannten Stoffe können für sich allein, aber vorteilhaft auch in Form ihrer Mischpolymerisate mit andern geeigneten ungesättigten Verbindungen eingesetzt werden. Auch die Anwendung von Polymerisatgemischen ist in vielen Fällen vorteilhaft.
Bei den erfindungsgemäss benutzten N, N'-Dimethylolverbindungen von Diaminen kann es sich um aliphatische, aromatische, araliphatische sowie cycloaliphatische Diamine handeln. Beispiele für diese Gruppe sind dasN, N'-Dimethylolpiperazin, das N, N'-Dimethyloldiäthylhexamethylendiamin und alle Verbindungen, die der allgemeinen Formel I :
EMI2.1
entsprechen. In der Formel I bedeuten R und R'Wasserstoff, einen aliphatischen oder aromatischen oder araliphatischen oder einen cycloaliphatischen oder einen heterocyclischen Rest, wobei Rund R'verschie- dene Bedeutung haben können. n bedeutet eine ganze Zahl, vorzugsweise von 0 bis 18. Ist n = 0, so handelt es sich um die N, N'-Dimethylolverbindungen des Hydrazins oder seiner Derivate.
Es sind aber auch solche N, N'-Dimethylolverbindungen, die sich von Triaminen herleiten und der Formel II :
EMI2.2
entsprechen, mit gutem Erfolg verwendbar. In der allgemeinen Formel haben R, R'und R"dieselbe Bedeutung wie Rund R'in Formel I. n bedeutet eine ganze Zahl, vorzugsweise von 2 bis 8.
Die N, N'-Dimethylolverbindungen können den hochmolekularen halogenhaltigen Stoffen in Mengen von 0, 01 bis 10 Gew. -rTjo, vorzugsweise von 0, 5 bis 4 Grew.-%, bezogen auf den hochmolekularen Stoff, zugesetzt werden. Durch die Menge und Art der zugesetzten N, N'-Dimethylolverbindungen können die mechanischen Eigenschaften beträchtlich variiert werden, wobei von kautschukelastischen bis zu harten oder lederartigen Produkten jeder Übergang möglich ist.
Es wurde-ferner gefunden, dass diese Variationsmöglichkeiten noch erweitert und verfeinert werden können, wenn man die erfindungsgemäss benutzten Stoffe zusammen mit Schwefel und/oder Schwefel abgebenden Verbindungen und/oder andern, an sich bekannten Vernetzern verwendet. Hiedurch können beispielsweise kautschukelastische Polymere hergestellt werden, die einen sehr hohen Modulus, d. h. Eigenschaften sehr strammer Vulkanisate besitzen.
Besonders vorteilhaft ist die Mitverwendung von Verbindungen gemäss der belgischen Patentschrift Nr.. -681278. Hiebei handelt es sich um Schwefel oder organische Schwefelverbindungen, die zusammen mit Vulkanisationsbeschleunigern, wie Aminen, vorzugsweise Di- oder Polyaminen, insbesondere primären Di-oder Polyaminen, die gegebenenfalls auch ein Schwefelatom in ihrem Molekül enthalten können, oder ihren Umsetzungsprodukten mit Ketonen oder Aldehyden oder Umsetzungsprodukten von Nitrosoverbindungen mit Stoffen, die mindestens ein aktives Wasserstoffatom oder eine aktive Methylengruppe enthalten, verwendet werden.
Ferner hat es sich gezeigt, dass es auch vorteilhaft ist, die erfindungsgemäss benutzten Verbindungen
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zusammen mit Verbindungen einzusetzen, die in der belgischen Patentschrift Nr. 581341 genannt werden.
Die dort angeführten Verbindungen sind die oben bereits aufgezählten Umsetzungsprodukte von Aminen, vorzugsweise Di-oder Polyaminen, insbesondere solchen, die mindestens eine primäre Aminogruppe ent- halten, mit Ketonen oder Aldehyden oder Umsetzungsprodukte von Nitrosoverbindungen mit Stoffen, die mindestens ein aktives Wasserstoffatom oder eine aktive Methylengruppe enthalten.
Schliesslich wurde noch gefunden, dass es vorteilhaft ist, den halogenhaltigen hochmolekularen Stof- fen Füll-und/oder Farbstoffe und/oder Pigmente, und/oder Weichmacher, und/oder Stabilisatoren zuzu- setzen. Die Füllstoffe können in Mengen von 1 bis 150, vorzugsweise 10-75%, bezogen auf den hoch- molekularen Stoff, zugegeben werden.
Als Füllstoffe sind alle Russarten, wie Flamm-, Farb- oder Gasruss brauchbar. Besonders gute Ergeb- nisse werden bei der Verwendung von hochdispersen und/oder nachbehandelten, beispielsweise nachoxy- dierten Russen erhalten. Vorteilhaft ist auch die Verwendung von gefällten weissen Füllstoffen, wie hoch- disperse Kieselsäure, Titandioxyd, Aluminiumoxyd, Zirkonoxyd u. dgl. Auch feinverteilte Kreide, Glim- mer, Eisenoxyd können mit Erfolg eingesetzt werden. Vorzugsweise werden jedoch solche feinverteilten
Oxyde eines Metalles oder Metalloids verwendet, die durch oxydative oder hydrolytische Zersetzung flüchtiger Metall- oder Metalloidverbindungen in der Gasphase bei erhöhter Temperatur erhalten worden sind. Auch Mischoxyde oder Oxydgemische sind dem erfindungsgemässen Verfahren zugänglich.
Der Zusatz an Weichmachern kann ebenfalls in weiten Grenzen variiert werden. Die eingesetzten
Pigmente bzw. Farbstoffe sind von der Polyvinylchloridverarbeitung her bekannt.
Auch Zusätze von faserigen Werkstoffen, wie Textilfasern, Asbest, Glasfasern usw., haben sich als vorteilhaft erwiesen.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann beispielsweise so durchgeführt werden, dass der hochmolekulare
Stoff in einem Weichmacher dispergiert und zu einer Paste angerührt wird. Dieser Paste werden die Füll- stoffe und die N, N'-Dimethylolverbindungen sowie weitere Zusätze in einem Kneter, Rührwerk, Dreiwal- zenstuhl od. dgl. beigemischt. Das entstehende Gemisch kann beispielsweise auf einem Folienziehkalan- der bei einer erhöhten Temperatur zu einer Folie ausgezogen werden. Es ist aber auch möglich, in einer
Plattenpresse Platten oder Folien herzustellen. Schliesslich kann das Gemisch auch mit Hilfe einer Streich- maschine auf Gewebe aufgetragen werden.
Bei der Verwendung von Polychlorbutadien als hochmoleku- larer Stoff kann dieses zunächst mit einem Füllstoff oder andern Zusätzen gewalzt und dann in einem or- ganischen Lösungsmittel gelöst werden. Als Lösungsmittel kommen beispielsweise ein Gemisch aus etwa gleichen Teilen Toluol, Essigester und Benzin in Frage. Dieser Lösung können die erfindungsgemässen
Stoffe zugegeben werden. Die Lösung kann dann zum Streichen oder zum Tauchen verwendet werden.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die N, N'-Dimethylolverbindungen der Masse gleich nach dem Walzen zuzugeben und dann die Masse auf einem Kalander oder durch Spritzen weiterzuverarbeiten.
In der Regel arbeitet man nach einem Zweistufenverfahren. Hiebei wird die Vernetzung der hochpo- lymeren Stoffe erst nach der Formgebung, beispielsweise bei einer Temperatur über 800C durchgeführt.
Gegebenenfalls kann die Vernetzung auch in einer sehr kurzen Zeit, beispielsweise in wenigen Minuten, durchgeführt werden.
Möglich, aber weniger vorteilhaftist die Behandlung von fertigen Formkörpern, wie Platten, Schläuchen, Folien, Stangen usw., mit Lösungen von N, N'-Dimethylolverbindungen. Dies kann beispielsweise durch Tauchen oder Spritzen geschehen. Danach müssen die Formkörper auf die Vernetzungstemperatur erhitzt werden.
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelten hochmolekularen Stoffe können auch nach an sich bekannten Methoden zur Herstellung von elastischen Schäumen mit Hilfe von an sich bekannten Treibmitteln verwendet werden.
Die Erfindung ist in den nachfolgenden Beispielen ohne Beschränkung hierauf weiter erläutert.
Beispiel l : Eine Masse, bestehend aus
70 Gew.-Teilen Polyvinylchlorid
10 Gew.-Teilen Dioctylphthalat
20 Gew.-Teilen Dicapronsäureglykolester
1 Gew.-Teil pyrogen in der Gasphase hergestellter
Kieselsäure
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wird auf einem Kalander zu einer Folie ausgezogen und bei 172 C ausgeheizt. Die Folie zeichnet sich durch eine hohe Elastizität und eine ausgezeichnete Wärmestabilität aus.
Nachstehend sind die Reiss- und Dehnungswerte dieser Folie im Vergleich zu einer Folie, die kein N, N'-Dimethylolpiperazin enthält, aufgeführt :
EMI4.1
<tb>
<tb> Folie <SEP> gemäss <SEP> Beispiel <SEP> 1 <SEP> Folie <SEP> ohne <SEP> N, <SEP> N'-Dimethylolpiperazin <SEP>
<tb> Reisswert <SEP> in <SEP> kg/cm <SEP> 123 <SEP> 208 <SEP>
<tb> Dehnung <SEP> in <SEP> % <SEP> 240 <SEP> 198
<tb>
Die Elastizität nach Shob, gemessen über einen Temperaturbereich von-40 bis +800C, ergab folgende Werte in Oloz
EMI4.2
<tb>
<tb> - <SEP> 40 <SEP> -20 <SEP> 0 <SEP> +20 <SEP> +40 <SEP> +60 <SEP> +80 C
<tb> Folie <SEP> gemäss <SEP> Beispiel <SEP> 1 <SEP> 36, <SEP> 0 <SEP> 26, <SEP> 5 <SEP> 16, <SEP> 1 <SEP> 22 <SEP> 31, <SEP> 5 <SEP> 32, <SEP> 5 <SEP> 40,
<SEP> 0 <SEP>
<tb> Folie <SEP> ohne <SEP> N, <SEP> N'-Dimethylolpiperazin <SEP> 29,5# <SEP> 26,0 <SEP> 15,0 <SEP> 11,5 <SEP> 22,4 <SEP> 26,0 <SEP> 31,0
<tb> * <SEP> mehrere <SEP> Prüfsteine <SEP> gebrochen
<tb>
EMI4.3
2 :verwendet :
100,0 Gew.-Teile Chlorsulfoniertes Polyäthylen 60, 0 Gew.-Teile Kreide 20, 0 Gew.-Teile Titandioxyd 10, 0 Gew.-Teile Glasfaser (nur für den Unterstrich)
20,0 Gew.-Teile Magnesia usta
0, 8 Gew.-Teile Silikonöl (nur für den Oberstrich)
0, 2 Gew.-Teile N,N'-Dimethylol-N,N'-butylendiamin
2,0 Gew.-Teile sym.-Dimethylol-diäthylharnstoff, ge- löst in 10 Gew.-Teilen Wasser.
Diese Masse wird das eine Mal mit den Glasfasern, das andere Mal mit dem Silikonöl in einem Gemisch von 30, 0 Gew.-Teilen Toluol
20,0Gew. -TeilenMethylenchlorid
100, 0 Gew.-Teilen Äthylacetat
60, 0 Gew.-Teilen Lackbenzin in einem Mischer gelöst. Nach der Lösung sind die zirka 50Tioigen Massen streichfähig. Mit einer Streichmaschine werden die Massen auf Gewebe aufgestrichen. Entsprechend den Massen bedarf dies zwei oder mehrerer Arbeitsgänge.Die Vulkanisationszeit beträgt bei 1200C etwa 4 min, bei 1400C etwa 2-3 min.
Ein so gefertigtes Kunstleder besitzt ausgezeichnete Wetterstabilität. Die Haftung auf Geweben, insbesondere auf Kunstfasern, wie Polyamid- oder Polyesterfasern, ist wesentlich höher als bei einer Masse der gleichen Zusammensetzung, die aber die Methylolverbindungen nicht enthält.
Folgende Haftungswerte wurden gefunden :
EMI4.4
<tb>
<tb> Masse <SEP> gemäss <SEP> Beispiel <SEP> 2 <SEP> Masse <SEP> ohne <SEP> Methylolverbindungen
<tb> Haftung <SEP> auf <SEP> Polyamidgewebe <SEP> in
<tb> kg/5 <SEP> cm <SEP> Breite <SEP> 25 <SEP> 7, <SEP> 2 <SEP>
<tb> Haftung <SEP> auf <SEP> Polyestergewebe <SEP> in
<tb> kg/5 <SEP> cm <SEP> Breite <SEP> 23, <SEP> 4 <SEP> 5, <SEP> 1 <SEP>
<tb>
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In der gleichen Form wird über der Folie ein Plastisol folgender Zusammensetzung verteilt :
100 Gew.-Teile Polyvinylchlorid
30 Gew.-Teile Dioctyladipat
40 Gew.-Teile Dioctylphthalat
1 Gew.-Teil beliebiger mit Polyvinylchlorid verträglicher
Farbstoff (löslich)
2 Gew.-Teile handelsüblicher Polyvinylchloridstabilisator bzw.
Gemisch mehrerer Stabilisatoren
3 Gew.-Teile Umsetzungsprodukt von Octamethylendiamin und
Acetessigester
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Dimethylolpiperazin0, 5 Gew.-Teile Schwefel
18 Gew.-Teile Treibmittel (136 l/g Gas) bzw. Treibgas gleicher Menge.
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schäumen die Form ausgefüllt, so wird diese dicht verschlossen und die Temperatur schnell auf 1800C erhöht und, 10 min bei dieser Temperatur belassen. Nach dieser Zeit ist die Reaktion beendet. Der fertige Formkörper, der aus einem mit einer Folie kaschierten leichten Schaumkörper besteht, wird nach Abkühlung der Form entnommen. Je nach der Formgebung kann er als Sitzkissen, als Sitzpolster oder Seitenpolster in Fahrzeugen, als Armlehne u. ähnl. verwendet werden.
Polster dieser Art zeichnen sich durch grosse Elastizität und guten Verbund zwischen Folie und Schaum aus. Die durch die erfindungsgemässen Zusätze bewirkte Elastifizierung ermöglicht durch entsprechend niedrigen Weichmachergehalt im Schaumkörper die Herstellung eines solchen Verbundes, ohne dass durch
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rigwerden eines der beiden Teile eintritt.
Beispiel 3: In einer mit einer Narbung versehenen Form wird eine Folie eingelegt bzw. in einer derartigen vorgeheizten Form eine entsprechende Menge Polyvinylchloridpaste vorgeliert. Die Folie bzw.
Polyvinylchloridpaste hat folgende Zusammensetzung :
100 Gew.-Teile Polyvinylchlorid
30 Gew.-Teile Dioctyladipat
40 Gew.-Teile Dioctylphthalat
6 Gew.-Teile beliebiger mit Polyvinylchlorid verträglicher
Farbstoff (Pigment)
EMI5.4
handelsüblicher PolyvinylchloridstabilisatorAcetessigester
1 Gew.-Teil Dimethylolpiperazin
Beispiel 4:
Zur Herstellung von Fensterdichtungsprofilen, die farblich gestaltet werden können, eine mittlere Härte besitzen, sich durch gute Standfestigkeit auszeichnen und die Eigenschaften eines Elastomers trotz Verwendung eines Plastomer haben, eignet sich folgende Masse :
50 Gew.-Teile Polyvinylchlorid
35 Gew.-Teile Dioctyladipat
5 Gew.-Teile Epoxyweichmacher
2 Gew.-Teile Glimmermehl
1 Gew.-Teil pyrogen ill der Gasphase hergestellte, feinteilige
Kieselsäure
3 Gew.-Teile Farbpigment (beliebig)
1 Gew.-Teil Paraffin
1 Gew.-Teil Zinnstabilisator
2 Gew.-Teile N, N'-Dimethyl-N,
N'-dimethylol-hexamethylendiamin
Die Verarbeitung dieser Masse erfolgt nach ihrer Herstellung in einem Mischer mittels eines Extruders bei einer Temperatur von 160 bis H350C.
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Beispiel 5 : Eine Streichmasse für Kunstleder mit weichem und doch elastischem Griff und zugleich guter Wetterbeständigkeit hat folgende Zusammensetzung : 32, 0 Gew.-Teile Poly-2-chlorbutadien 1, 8 Gew. -Teile Zinkoxyd 4, 2 Gew.-Teile Magnesia usta 4, 4 Gew.-Teile Russ Corax L 7, 3 Gew. -Teile Russ. CK3 (Furnace black)
2, 3 Gew.-Teile Graphit
1, 4 Gew.-Teile benzin-naphthenisches Öl 0, 4 Gew.-Teile Vaseline 15, 0 Gew.-Teile Toluol 15, 0 Gew.-Teile Xylol 10, 0 Gew.-Teile Äthylacetat 10, 0 Gew.-Teile Benzin 60/95 2, 8 Gew.-Teile N, N'-Mercaptoimidazol-N, N'-dimethylol-dianisidin.
Die Verarbeitung dieser Masse zur Herstellung von Kunstleder der oben genannten Type findet auf geeigneten Streichmaschinen mit nachfolgender Heizung in einem Heizkanal statt. Im allgemeinen wird
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ter Verbund zwischen den Schichten gewährleistet wird. Eine Ausheizung und damit Vernetzung erfolgt nach dem letzten Strich bei 140-1500C.
Beispiel 6 : Ein gemäss Beispiel 5 hergestelltes Kunstleder kann noch mit Hilfe einer Masse auf Basis von chlorsulfoniertem Polyäthylen tiberzogen werden. Dadurch besteht die Möglichkeit auch einer
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welche in gleichermittel, die für beide Polymere gleich wirksam sind, wird zwischen der Schicht aus Poly-2-chlorbutadien und der Schicht aus chlorsulfoniertem Polyäthylen ein unlöslicher Verbund erzeugt, der nicht ohne Zerstörung des Materials zu trennen ist.
Eine Masse auf Basis von chlorsulfoniertem Polyäthylen, die für diesen Zweck geeignet ist, hat z. B. folgende Zusammensetzung :
36, 0 Gew.-Teile chlorsulfoniertes Polyäthylen
10,0 Gew.-Teile Magnesia usta 10, 0 Gew.-Teile Kreide (bei andern Pigmenten als Titandioxyd wird
Kreide durch Glimmer ersetzt)
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0 Gew.-Teile- piperazin
1, 4 Gew.-Teile Dipropylen-N,N',N"-trimethyl-N,N"-dimethylol- triamin 25, 0 Gew.-Teile Xylol 5, 0 Gew.-Teile Butylacetat 10, 0 Gew.-Teile Methyläthylketon
12,0 Gew.-Teile Äthylacetat 14, 0 Gew.-Teile Benzin 60/95.
Beispiel 7-14: Das erfindungsgemässe Verfahren kann ohne weiteres an Hand einer grösseren Anzahl von Beispielen veranschaulicht und mit den verschiedensten Varianten ausgeführt werden. Der Übersicht halber sei nachfolgend lediglich eine Reihe ausgewählter Rezepturen tabellarisch zusammen ge- fasst :
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<tb>
<tb> Beispiel <SEP> Nr. <SEP> 7 <SEP> 8 <SEP> 9 <SEP> 10 <SEP> 11 <SEP> 12 <SEP> 13 <SEP> 14
<tb> Polyvinylchlorid <SEP> 60 <SEP> 60 <SEP> 60 <SEP> 70 <SEP> 100
<tb> Mischpoymerisat <SEP> von <SEP> PVC/PVA <SEP> 96 <SEP> : <SEP> 5
<tb> Polyvinylidenchlorid <SEP> 95
<tb> Mischpolym. <SEP> von <SEP> PVC/Polyvinylidenchlorid
<tb> 26 <SEP> :
<SEP> 74 <SEP>
<tb> Poly-2-chlorbutadien
<tb> chlorsulfon. <SEP> Polyäthylen <SEP> 40 <SEP> 20
<tb> Chlorkautschuk <SEP> 90
<tb> chlorsulfon. <SEP> Polypropylen <SEP> 30
<tb> Magnesiumoxyd <SEP> 4 <SEP> 4 <SEP> 6 <SEP> 6, <SEP> 2 <SEP>
<tb> Zinkoxyd
<tb> Glimmer
<tb> Bariumsulfat <SEP> 6
<tb> Farbpigmente <SEP> 2, <SEP> 8 <SEP> 2,8 <SEP> 20 <SEP> 5, <SEP> 3 <SEP> 8, <SEP> 0 <SEP> 3, <SEP> 0
<tb> Russ <SEP> aktiv <SEP> 1, <SEP> 2 <SEP>
<tb> Russ <SEP> inaktiv <SEP> 1
<tb> Graphit
<tb> Dioctylphthalat <SEP> 10 <SEP> 10
<tb> Di-2-äthyl-hexyladipat <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 26
<tb> Trikresylphosphat <SEP> 10 <SEP> 10 <SEP> 5 <SEP> 4
<tb> Epoxyweichmacher <SEP> 5 <SEP> 5 <SEP> 10
<tb> Dibenzalhexamethylendiamin <SEP> 4
<tb> Butylendiamin <SEP> 1, <SEP> 1 <SEP> 0,5
<tb> cyclohexyläthyl-dithio-carbaminsaures <SEP> 0, <SEP> 8 <SEP>
<tb> Cyclohexyl-Äthylamin
<tb> N,
<SEP> N'-Diäthyl-N,N'-dimethylolocta- <SEP> 3,2 <SEP> 0,36 <SEP> 3,8
<tb> methylendiamin
<tb> Adipinsäure-N, <SEP> N'-dimethyoldianilid
<tb> Terephthalsäure-N, <SEP> N'-dimethyloldi-
<tb> äthyldiamid
<tb> N, <SEP> N'-Diphenyl-N. <SEP> N'-dimethylol- <SEP>
<tb> thioharnstoff
<tb> N-Methylol-N'-phenyl-N, <SEP> N'-dimethylol-6, <SEP> 8 <SEP>
<tb> decamethylendiamin
<tb> N, <SEP> N'-Dimethyl-N, <SEP> N'-dimethylolhexa- <SEP>
<tb> methylendiamin
<tb> N, <SEP> N'-Dimercaptoimidazol-N, <SEP> N'-di-0, <SEP> 46 <SEP>
<tb> methylol-dianisidin
<tb>
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<tb>
<tb> Beispiel <SEP> Nr.
<SEP> 7 <SEP> 8 <SEP> 9 <SEP> 10 <SEP> 11 <SEP> 12 <SEP> 13 <SEP> 14
<tb> N-Äthyl-N'-cyclohexyl-N, <SEP> N'-dimethylol- <SEP>
<tb> harnstoff
<tb> Propylen-1,3-bis-(N-barbitursäure-N'-dimethylol)
<tb> sym.-Äthylen-bis-diäthyldimethylolharnstoff
<tb> Dipropylen-N, <SEP> N',N"-trimethyl-N,N"-di- <SEP> 3,62 <SEP> 4,1
<tb> methyloltriamin
<tb> Diäthylen-N, <SEP> N"-dimethyl-N'-phenyl-7, <SEP> 2 <SEP>
<tb> -N, <SEP> N"-dimethyloltriamin <SEP>
<tb> Hydrazin <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP> 0, <SEP> 9 <SEP>
<tb> Dibutylzinn-dilaurat <SEP> 1.
<SEP> 8 <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP>
<tb> Dibutylzinnmaleat <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP> 1, <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP>
<tb> Barium-Kalzium-Laurat <SEP> 0,4 <SEP> 0,6
<tb> pyrogen <SEP> hergestellte <SEP> Kieselsäure <SEP> l, <SEP> 2
<tb> Schwefel <SEP> 0,5 <SEP> l
<tb> benzin-naphthenisches <SEP> Öl <SEP> l, <SEP> 5 <SEP>
<tb> UV-Absorber, <SEP> etwa <SEP> 2, <SEP> 4-Hydroxybenzo- <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP> 0,15 <SEP> 0,2 <SEP> 0,3
<tb> phenon
<tb>
PATENTANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Änderung der Eigenschaften von hochmolekularen halogenhaltigen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man diese Stoffe mit N,N'-Dimethylolverbindungen von Diaminen oder Polyaminen behandelt.