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Druckgasschalter mit Doppeldüse Die Erfindung betrifft einen Druckgasschalter mit Doppeldüse, bei dem die eine Düse das feste und die andere das bewegliche Kontaktstück bildet und auf der Ausströmseite jeder Düse je ein Auspuffventil zugeordnet ist, wobei im ausgeschalteten Zustand die Trennstrecke zwischen den Kontaktstücken unter Druck bleibt.
Es sind Druckgasschalter mit Doppeldüse bekanntgeworden, bei denen auf der Ausströmseite jeder Düse jeweils ein Auspuffventil angeordnet ist, wobei ein jedes dieser Auspuffventile eine gesonderte Betätigungseinrichtung besitzt. Zur Steuerung dieser Schalter bedarf es komplizierter Einrichtungen, da es notwendig ist, nicht nur die Kontaktstücke, sondern auch die Auspuffventile zu steuern. Hiebei müssen die Ventile einmal die Beblasung der Schaltstelle gewährleisten, zum andern aber auch bewirken, dass nach dem Ausschalten Druckgas in der Löschkammer verbleibt.
Dies erfordert mehrere pneumatische Steuerleitungen bzw. entsprechende mechanische Gestänge, welche isolierend ausgeführt sein müssen, da sie entweder vom erdpotentialführenden Schalterunterteil, oder zumindest von solchen Teilen des Schalters herangeführt werden müssen, die auf einem von dem der Löschkammer verschiedenen Poten- tial liegen.
Es stellt sich daher die Aufgabe, für solche Schalter die Steuerung zu vereinfachen. Erfindungsgemäss geschieht dies dadurch, dass das dem beweglichen Kontaktstück zugeordnete Auspuffventil zugleich als Betätigungsventil sowohl für das bewegliche Kontaktstück, als auch für das andere Auspuffventil dient, wobei im eingeschalteten Zustand das Innere der Kontaktstücke eine pneumatische Betätigungsleitung zur Übermittlung des Öffnungsbefehles an das andere Auspuffventil bildet, und dass ein dauernd unter Druck befindlicher Raum vorgesehen ist, zu dessen Abschluss der dem andern Auspuffventil zugehörige Antriebskolben dient, wobei letzterer eine Rückführfeder und eine Öffnung besitzt, vermittels beider die Offenzeit des. Auspuffventils festlegbar ist, sowie weitere, durch Rückschlagventile verschliessbare Öffnungen aufweist, die der Füllung des Raumes dienen.
In der Zeichnung ist ein Beispiel des Erfindungsgedankens dargestellt. Der Schalter besitzt hie-
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den, in einer Achse angeordneten hohlen Kontaktstücke 2 und 3. Das Kontaktstück 2 ist im Beispiel fest, während das Kontaktstück 3 dagegen beweglich angeordnet ist. Das bewegliche Kontaktstück 3 ist mit einem Kolben 4 versehen, auf den die Feder 18 wirkt. 5 ist das Auspuffventilgehäuse des festen Kontaktstückes 2 und 6 das Auspuffventil für das bewegliche Kontaktstück 3. Das Ventilgehäuse 5 enthält den Ventilteller 7 und den Kolben 8, welcher über die Achse 9 mit dem Ventilteller verbunden ist. In dem Kolben 8 sind Öffnungen 11 vorgesehen, welche durch eine Rückschlagscheibe 10 abgeschlossen werden können. Hinter dem. Kolben befindet sich der Raum 13, in welchem ein gewisser Druck aufrecht erhalten bleibt.
Ausserdem ist eine Öffnung 12 vorhanden, durch welche Luft langsam aus dem Raum 13 abfliessen kann. Die Steuerung ist durch das Steuerorgan 19 angedeutet, das über die Steuerleitung 20 betätigt werden kann. Mit 23 ist die Verbindungsleitung zu einer Verriegelung 21 dargestellt. 22 ist die Zuführungleitung für die Druckluft zur Löschkammer 1.
Die Wirkungsweise beim Abschalten ist nun folgende : Über die Leitung 20 und das nur angedeutete Betätigungsorgan 19 wird das Auspuffventil 6 geöffnet,
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dadurch fliesst Druckluft aus dem Inneren der Hohlkontakte 2 und 3 nach aussen ab. Auf den Kolben 4 wirkt aber weiterhin die volle Druckluft, dadurch wird das Hohlkontaktstuck 3 entgegen der Feder 18 be- wegt, und der Kontakt öffnet sich. Aus der Löschkammer fliesst die Druckluft in die Höhlungen der Kon- taktstücke 2 und 3, wie es die Pfeile andeuten, ein. Hiedurch wird der inzwischen entstandene Lichtbogen gelöscht. Der Kolben 4 gelangt bis hinter die Verriegelungseinrichtung 21, welche das bewegliche
Kontaktstück 3 festhält.
Auf der andern Seite tritt in den Räumen 14,15 ebenfalls eine Druckabsenkung ein, dadurch wirkt die im Raum 13 befindliche Druckluft auf den Kolben 8. Das Ventil 7 wird geöffnet, und die Druckluft kann nun über die Öffnung 16 auch auf der linken Seite abfliessen. Das Rückschlagven- til 10 schliesst die Öffnungen 11 des Kolbens 8 ab, so dass Druckluft im Raum 13 erhalten bleibt. Durch die Öffnung 12 fliesst langsam Luft ab, so dass der Druck im Raum 13 zeitverzögert etwas absinkt. Inzwischen schliesst das Ventil 6 durch den Blasdruck seine Öffnung wieder ab. Ebenfalls wird der Teller 7 durchdie
Feder 17 und den Blasdruck nach links gegen den etwas abgesunkenen Druck im Raum 13 gedrückt und schliesst die Öffnung 16, dadurch ist die Löschkammer wieder abgeschlossen und kann sich über die Druck- luftzuleitung 22 frisch auffüllen.
Die Druckluft ermöglicht, dass zwischen den Kontaktstücken 2 und 3 die genügende Spannungsfestigkeit vorhanden ist.
Die Auffüllung des Raumes 13 erfolgt vor allem über die Öffnungen 11, welche ja nur dann öffnen, wenn in der Löschkammer der Druck höher als im Raum 13 ist.
Soll der Schalter eingeschaltet werden, so wird die Verklinkung 21 gelöst, worauf durch die Feder
18 der Kolben 4 und das bewegliche Kontaktstück 3 bis zum festen Kontaktstück gedrückt wird. Die Aus- puffventile 6 und 7 bleiben hiebei geschlossen.
Bei dieser Anordnung wird also das Auspuffventil 7 durch die geschlossenen Düsen 2 und 3 hindurch betätigt. Eine besondere Zuleitung zur Betätigung des Auspuffventils 7 kann dadurch wegfallen.
Der Vorteil dieser Anordnung ist eine Ersparnis von Steuerleitungen oder entsprechenden mechanischen
Gestängen für Schalter mit Doppeldüse, welche im ausgeschalteten Zustand unter Druck bleiben.