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Zweistufiges Spritzverfahren zum Herstellen von zweifärbigen
Zeichentrommeln für Zähler u. dgl. Apparate
Die Erfindung betrifft ein zweistufiges Spritzverfahren zum Herstellen von zweifärbigen Zeichen- trommeln für Zähler u. dgl. Apparate, beispielsweise für Elektrizitätszähler, Gasmesser, Flüssigkeits- messer, Kilometerzähler für Fahrzeuge, Zeitzähler usw.
Es sind bereits zweifärbige Trommeln für Zähler u. dgl. Apparate bekannt, deren äussere Umfangs- fläche Ziffern zeigen, die mit den äusseren Umfangsflächen der Trommelkränze fluchten. Diese Trom- meln werden meist nach einem Spritzgussverfahren in zwei Arbeitsgängen hergestellt. Im ersten Arbeitgang wird Material in eine Form mit herausnehmbaren Kernen eingespritzt und dadurch ein Rad geringer
Dicke, ein sogenanntes Skelett, mit Ortungslöchern gewonnen, dessen Kranz durch die vorstehenden Ziffernreihen gebildet wird. Der so gewonnene Teil wird aus der ersten Form ausgeworfen und hierauf in eine zweite Form eingesetzt, wobei die richtige Stellung durch die Ortungslöcher gewährleistet ist. Im zweiten Arbeitsgang wird ein anderes, in der Farbe vom ersten abweichendes Material eingespritzt und dabei die endgültige Trommel gebildet.
Dieser Vorgang bietet den Vorteil, dass bei der zweiten Formung die heiklen Mitnahme-und Verriegelungsorgane der Trommel ohne Deformation hergestellt werden können. Die Zifferntrommel kann dabei als Ganzes mit Material bedeckt und der Überschuss von der zylindrischen Oberfläche abgearbeitet werden, bis an der Oberfläche die andersfärbigen Ziffern erscheinen.
Es sind weiters zweifärbige Zifferntrommeln mit gegenüber der zylindrischen Oberfläche erhabenen Zeichen bekannt. Diese Trommeln wurden vornehmlich aus Guss- oder Spritzmetall angefertigt, wobei die Ziffern in erhabener Form auf dem Mantel der Zahlenrolle angebracht waren. Um die Ziffern besser kenntlich zu machen, hat man hiebei entweder die Ziffern selbst oder deren Untergrund farbig hervorgehoben. Das Auftragen der Farbe auf die Ziffern oder auf den Untergrund war eine langwierige Handarbeit und machte einen längeren Trocknungsprozess erforderlich.
Die Erfindung hat ebenfalls ein Verfahren zum Herstellen von zweifarbigen Ziffernrollen mit erhabenen Ziffern zum Gegenstand, wobei das erzielbare Produkt dadurch ausgezeichnet ist, dass sowohl die Oberflächen als auch die Seitenflächen der Ziffern vom Rest der Trommel in der Farbe abstechen und die erhabenen Ziffern aus in sich gefärbtem Material bestehen.
Zifferntrommeln mit erhabenen Zeichen haben allgemein den Vorteil, dass eine bessere Ablesung zufolge der Reliefausbildung der Zeichen möglich ist und dass für eine gegebene Umfangserstreckung eines Zeichens das Trommelgewicht weitaus geringer ist, als wenn es mit der Felgenoberfläche fluchtet, was besonders bei Apparaten mit klein anfallender Messgrösse von Bedeutung ist. Bei einer durch das erfindungsgemässe Verfahren gewonnenen Ziffernrolle tritt noch hinzu, dass durch die allseitige Färbung der erhabenen Ziffer eine weitere Verbesserung ihrer Sichtbarkeit eintritt und zufolge der Ausbildung aus in sich gefärbtem Material die Beständigkeit der Färbung gesichert ist. Das erfindungsgemässe Verfahren selbst ist einfacher und schneller als die bekannten und liefert unmittelbar gebrauchsfertige Produkte.
Gemäss der Erfindung ist ein zweistufiges Verfahren zum Herstellen von zweifärbigen Zeichentrom-
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hieraufspur 28.
Fig. 6 zeigt die fertige Trommel, welche aus dem Rad 1 - hergestellt in dem ersten Formungsgang-, dem Radkranz 7, den Zahnrädern 8 und der Mitnahmeöse 9 besteht. Gemäss der gezeigten Darstellung befindet sich die fertige Trommel zwischen den einzelnen. im zweiten Giessvorgang benützten Formtei- leu. Mit 12 und 13 sind die Teile des Ziffernprofilkastens bezeichnet ; 18 und 19 sind die beweglichen
Kerne in geöffneter Darstellung. Der Kern 19 enthält das Punktgiessloch 22, welches von dem Giessloch
23 mit Material versorgt wird ; 20 und 21 sind Formteile, die mit dem Kern 19 und dem Giessloch zu- sammenwirken. 22'und 23'sind die Eingüsse.
Der Herstellungsvorgang beim Punktgiessen ist folgender : Zur Gewinnung des Zeichenrades oder Skelettes werden die vorerwähnten und in Fig. 5 zum Teil ge- zeigten Formteile zusammengeschoben. Der Guss erfolgt durch das Giessloch 17 hindurch, hierauf durch das Punktgiessloch 16. Wenn der Guss beendet ist, trennt man die beweglichen Kerne 14 und 15 von der
Form. Der Vorgang des Entfernens des Kernes 15 vom Ziffernprofilkasten hat zur Folge, dass der Einguss vom erzeugten Teil abgetrennt wird, und es bleibt an diesem lediglich die punktförmige Spur 28 zurück.
Hierauf entfernt man den das Skelett enthaltenden Ziffernprofilkasten, ohne ihn zu öffnen, aus der
Form. Man führt ihn hierauf in die für den zweiten Giessvorgang bestimmte Form ein, welche in Fig. 6 dargestellt ist. Dadurch wird jede händische Berührung mit dem Zeichenrad vermieden, welches ja ausser- ordentlich zart und gebrechlich ist. Der Ziffernprofilkasten, von dem lediglich die Teile 12 und 13 dargestellt sind, wird nun in der zweiten Form durch Riegel od. dgl. Verschlussorgane festgelegt. Nachdem dies durchgeführt ist, führt man die diversen Teile 18 - 19, 20 - 21 der zweiten Form heran. Die drei seitlichen Teile 19 - 20 - 21 befinden sich somit in der gleichen Stellung wie die drei Teile 151 - 152 -
15 der ersten Form. Das eingespritzte Material durchquert die Öffnung 23, hierauf die Öffnung 22.
Nach der Fertigformung der Trommel wird die Form geöffnet. Die Teile 19 - 20 - 21 werden, wie in Fig. 6 gezeigt, voneinander getrennt, wodurch die Eingüsse ausgeworfen werden. Endlich wird der Ziffernpro- filkasten geöffnet. und man erhält die fertiggestellte Trommel.
Man erkennt, dass die Bohrungen, die beim ersten Herstellungsverfahren zum Entfernen der Eingüsse notwendig sind, beim zuletzt beschriebenen Verfahren unnötig geworden sind, da auf den geformten
Stücken überhaupt kein Einguss mehr besteht.
Unter diesen Umständen kann die in Fig. 4 dargestellte Fördereinrichtung bedeutend vereinfacht sein. Am Arbeitsplatz A wird der erste Formvorgang durchgeführt. am Arbeitsplatz B das erste Stück aus- gebracht. Am Arbeitsplatz C erfolgt die zweite Formung ; am Arbeitsplatz D die Ausbringung des zweiten
Stückes und endlich am Arbeitsplatz E die Herausnahme der erzeugten Trommel.
Die Trommeln können selbstverständlich mit einer beliebigen Zahl von Ziffern versehen sein. Es ist aber auch möglich, Buchstaben oder beliebige andere Zeichen anzuordnen.
Auch die Wahl der Farben ist beliebig, vorausgesetzt, sie weichen voneinander ab und sind so zu- sammengestellt, dass ein guter Kontrast entsteht. Es können Materialien aller Art zur Anwendung gelan- gen : Thermoplastische Stoffe, Polyäthylen, Polystyrol usw.
Das beschriebene Herstellungsverfahren kann mittels Formen aller Art durchgeführt werden, soferne sie ein Herausnehmen des mittleren Formteiles vom ersten Formungsgang, also des das Ziffernrad tragen- den Ziffernprofilkastens, und die Übertragung desselben, ohne ihn zu öffnen, in die Form zur Herstellung der zweiten Formung ermöglichen. Die andern Teile der Form können in jeder beliebigen Art ausgeführt sein, wenn sie nur ein Punktgiessen und ein Wegnehmen des Eingiesszapfens zulassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zweistufiges Spritzverfahren zum Herstellen von zweifärbigen Zeichentrommeln für Zähler u. dgl. Apparate, dadurch gekennzeichnet, dass vorerst ein Rad gebildet wird, das an seiner Umfangsfläche
Stützen aufweist, auf denen die Zeichen sitzen, und sodann um Rad und Stützen, mit Ausnahme der Zei- chen, die endgültige Trommel aus einem Material anderer Farbe geformt wird.