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Kabelkran
Die Erfindung betrifft Kabelkrane, wie sie für Heb- und Förderarbeiten an grossen oder durch die Ge- ländeform nur schwer zugänglichen Arbeitsplätzen, z. B. Kohlenlagerplätzen, Steinbrüchen und Hafen- becken Verwendung finden. Bei den üblichen Kabelkranen ist eine Laufkatze an einem zwischen zwei
Tragstützen über dem zu bestreichenden Arbeitsplatz gespannten Tragseil mittels eines sogenannten Fahr- seiles auf Rollen laufend verschiebbar. An der Laufkatze ist eine Kranflasche aufgehängt, die über ein gesondertes Hubseil betätigbar ist. Das Hubseil und das Fahrseil werden über an einer Tragstütze gelager- ten Umlenkrollen zu zugeordneten Winden geführt, welche die Bewegung der Katze bzw. die Hubbewe- gung der Kranflasche bewirken.
Im Bereich zwischen den beiden Stützen verlaufen somit zumindestens vier Seilstränge, u. zw. das Tragseil, das zur Hin- und Herbewegung der Laufkatze in zwei Strängen ge- führte Fahrseil und das Hubseil. Diese Bauweise findet bei sehr grossen Arbeitsplätzen Verwendung ; dabei sind die beiden Tragstützen des Kranes als Türme ausgebildet, die entweder ortsfest aufgestellt oder der- art verfahrbar ausgebildet sind, dass das Tragseil straff gespannt werden kann und daher grosse Fahrgeschwindigkeiten der auf diesem Seil verschiebbaren Laufkatze möglich sind. Diese Bauweise ist mit hohen Kosten verbunden und daher nur dort gerechtfertigt, wo sehr grosse Arbeitsstellen über längere Zeit betrieben werden müssen.
Es sind auch Kabelkrane bekannt, die für kleinere Arbeitsplätze geeignet sind und kein gesondertes Tragseil aufweisen. Bei diesen Kranen ist ein als Trag- und Fahrseil dienendes Seil in Schleifenform zwischen den zwei Tragstützen geführt ; das Seil wird an einer Umlenkrolle auf einer Tragstütze umgelenkt und kann mittels einer Antriebsvorrichtung in Umlauf versetzt werden. Im Bereich zwischen den beiden
Tragstützen ist ein Laufkatzenrahmen mit dem einen Seiltrum fest verbunden, während das andere Seiltrum unter einer in diesem Rahmen gelagerten Tragrolle durchläuft. Bei Umlauf des Seiles wird daher die Laufkatze auf dem einen Trum laufend, in Bewegungsrichtung des andern Trums verschoben.
Bei dieser Kranbauweise kann am Laufkatzenrahmen eine Kranflasche aufgehängt sein, die mittels eines über eine Rolle an einer Tragstütze geführten Hubseiles mit einem gesonderten Hubwerk in Verbindung steht. Es ist aber auch schon bekannt, die Länge der vom Seil zwischen den Tragstützen gebildeten Schleife zum Heben oder Senken der Laufkatze veränderbar zu machen. Bei dieser bekannten Kranbauweise ist die Länge der gesamten Seilschleife, mit welcher die Laufkatze verbunden ist, konstant und die zum Heben oder Senken der Laufkatze dienende Längenänderung der vom Seil zwischen den Tragstützen gebildeten Schleife wird dadurch erreicht, dass die Länge eines andern zwischen verschiedenen Seilrollen verlaufenden Schleifenteiles durch Höhenverstellung einer Umlenkrolle mittels eines gesonderten Seilzuges verändert wird.
Diese Bauweise hat den Nachteil, dass zwei gesonderte Antriebsaggregate, nämlich die Antriebsvorrichtung für die Fahrbewegung der Laufkatze und die Antriebsvorrichtung für die Hubbewegung derselben in Abstand voneinander angeordnet sein müssen, wobei die Antriebsvorrichtung für die Fahrbewegung der Laufkatze auf jeden Fall direkt mit der Tragstütze zusammengebaut sein muss. Dadurch ist diese Bauweise relativ kompliziert.
Dieser Nachteil wird bei dem Kabelkran nach der Erfindung vermieden. Dieser hat in bekannter Weise ein in Schleifenform zwischen zwei Tragstützen geführtes Seil, von dem ein Trum mit einem Laufkatzenrahmen verbunden ist und das andere Trum unter einer in diesem Rahmen gelagerten Tragrolle durchläuft, und eine Antriebsvorrichtung, die es ermöglicht, das Seil in Umlauf zu versetzen ; die Länge der vom Seil zwischen den Tragstützen gebildeten Schleife ist in ebenfalls bekannter Weise zum Heben oder Senken der Laufkatze veränderbar. Das wesentliche Merkmal der Erfindung besteht darin, dass alle
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Umlenkrollen für das Seil und die Winde für den Seilantrieb feststehend angeordnet sind und dass die Län- ge der gesamten Seilschleife veränderbar ist.
Bei dieser Kranbauweise ist zum Heben und Senken der Laufkatze kein eigener Seilzug mehr erfor- derlich. Die erforderlichen Antriebsvorrichtungen für das Seil können am gleichen Ort angeordnet und so ausgebildet werden, dass sie wahlweise nur eine Fahrbewegung oder eine Hubbewegung der Laufkatze oder aber auch eine kombinierte Fahr- und Hubbewegung bewirken. Wenn nämlich ein Seiltrum mit konstanter Geschwindigkeit und das andere Seiltrum mit veränderbarer Geschwindigkeit angetrieben wird, kann der konstanten Fahrgeschwindigkeit der Laufkatze eine beliebige Vertikalgeschwindigkeit überlagert wer- den, so dass sich eine schräge, je nach Umlaufrichtung des Seiles entweder nach oben oder nach unten gerichtete Bewegung der Laufkatze ergibt.
Die einfachste Bauweise des erfindungsgemässen Kabelkranes ergibt sich dann, wenn die beiden Seiltrümer mit gleichgrossen, zueinander gleich oder entgegengesetzt gerichteten Geschwindigkeiten antreibbar sind. Bei dieser Bauweise ist zwar die Vertikalbewegung der Katze nicht der Fahrtbewegung der Katze überlagerbar, weil bei Bewegung der Seiltrümer in entgegengesetzter Richtung die Katzenfahrt, in gleicher Richtung dagegen ein Anheben oder Absenken der Laufkatze bewirkt wird, doch ist es auf diese Weise möglich, mit nur einem Antriebsmotor auszukommen, wenn die beiden Antriebsaggregate für die beiden Seiltrümer über ein Wendegetriebe miteinander gekuppelt sind, so dass sie einerseits in gleicher Drehrichtung und anderseits in entgegengesetzter Drehrichtung umlaufen können.
Jene Bauweisen des erfindungsgemässen Kabelkranes, bei welchem eine Schrägbewegung der Laufkatze möglich ist, sind besonders einfach als Schürfkübelbagger anwendbar, weil zu diesem Zweck bloss am Laufkatzenrahmen ein Schürfkübel befestigt werden muss. Der erfindungsgemässe Kabelkran kann wegen seiner sehr einfachen und gewichtssparenden Ausbildung besonders vorteilhaft als verfahrbarer Kran ausgebildet werden, wenn eine oder beide Tragstützen auf gleislosen Fahrzeugen schwenkbar gelagert sind und ausschwenkbare Seitenstützen mit einstellbarer Länge zur Abstützung gegen den Seilzug im Gelände aufweisen. Vorteilhaft sind dabei die Tragstützen mittels Seilwinden verschwenkbar, so dass der Kran nach Verfahren in den neuen Arbeitsbereich sehr schnell wieder in Betrieb genommen werden kann.
Die Erfindung wird nun an Hand zweier in der Zeichnung schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Fig. 1 zeigt einen mittels Raupenfahrzeugen verfahrbaren Kabelkran nach der Erfindung ; in Fig. la ist die Windenstation dieses Kabelkranes im Grundriss dargestellt ; Fig. 2 ist eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Kabelkranes mit einer gesondert antreibbaren Kranflasche und Fig. 2a zeigt eine in Richtung des Pfeiles Ha in Fig. 2 gesehene Ansicht einer Tragstütze.
Beim erfindungsgemässen Kabelkran nach Fig. 1 sind die beiden an den Seiten der Arbeitsstelle aufgestellten Tragstützen 1, 2 auf Raupenfahrzeugen 3,4 schwenkbar gelagert und über angelenkte Seitenstützen 5 gegen den Seilzug abgestützt. Die Neigung der Stützen in Richtung des Seilzuges ist dabei durch am Fahrzeug gelagerte Seilwinden 6a, 6b. einstellbar. Das Kranseil verläuft zunächst mit einem Seiltrum 7b von einer über ein Untersetzungsgetriebe 8 mit konstanter Übersetzung vom Fahrzeugmotor angetriebe-
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te zu einer Umlenkrolle 11 an der andern Tragstütze 2.
Von dort verläuft es als zweites, über dem ersten liegendes Seiltrum 7a zu einer über der ersten Umlenkrolle 10 gelagerten zweiten Umlenkrolle 12 der Tragstütze 1 am Windenfahrzeug 3 zu einer zweiten Seiltrommel 13 zurück, welche über ein vom Fahrzeugmotor angetriebenes stufenloses Getriebe 14 angetrieben wird.
Am oberen Seiltrum 7a ist zwischen den beiden Tragstützen 1 und 2 eine Laufkatze 15 befestigt, die unter der Befestigungsstelle eine auf dem unteren Seiltrum 7b laufende Tragrolle 16 trägt. Am unteren Ende der Laufkatze 15 ist ein Lasthaken 17 zur Befestigung der Last 18 vorgesehen. Zur Bewegung in vertikaler Richtung der Laufkatze wird nur die mit dem stufenlosen Getriebe 14 verbundene Seiltrommel 13 in Bewegung gesetzt.
Auf diese Weise wird nämlich die Gesamtlänge der vom Seil zwischen den Tragstützen 1, 2 gebildeten Seilschleife geändert, wobei sich die Längen der beiden Seiltrümer über die Umlenkrolle 11 an der zweiten Tragstütze 2 ausgleichen ; es ergibt sich auf diese Weise ein Absenken oder Anheben der Laufkatze 15. Werden dagegen beide Hubtrommeln 9 und 13 in Bewegung gesetzt und dem Seiltrum 7a die entgegengesetzte Geschwindigkeit des andern Seiltrums 7b erteilt, so bleibt die Länge des Hubseiles zwischen den beiden Tragstützen 1, 2 und den beiden Seiltrommeln 9 und 13 konstant, so dass sich der Durchhang der Seilschleife nicht verändert. Es ergibt sich daher eine Katzenfahrt in ungefähr konstanter Höhe.
Wenn der zweiten Seiltrommel 13 durch das stufenlose Getriebe 14 eine relativ zur ersten Trommel 9 abweichende Drehzahl erteilt wird, ergibt sich eine horizontale Fahrt der Laufkatze 15 mit einer überlagerten Vertikalbewegung, die von der kontinuierlich erfolgenden Änderung der Länge des Seiles 7a, 7b
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zwischen den beiden Seiltrommeln 9 und 13 abhängt. Es muss aber Vorsorge getroffen sein, dass beim Anheben der Katze das Seil nicht soweit verkürzt wird, dass es zwischen den Umlenkrollen 10,12 und 11 an den Stützen 1 bzw. 2 ganz gespannt verläuft und daher jede weitere Verkürzung eine Beschädigung der Stützen oder des Seiles nach sich ziehen würde. Es muss daher eine Einrichtung vorgesehen werden, die bei einer bestimmten Seilspannung bzw. einer bestimmten Überlastung des Antriebsmotors diesen ausschaltet.
Der in Fig. 2 dargestellte erfindungsgemässe Kabelkran weist in bezug auf die Ausbildung der Stützen la, 2a und Führung des Seiles den gleichen Aufbau wie der Kran nach Fig. 1, aber ein anderes, um 900 verdreht gezeichnetes Windwerk auf. Die Enden der beiden Seiltrümer 7a und 7b sind auf Seiltrommel 9' und 13'geführt, welche über ein Kegelradwendegetriebe 20 mit einem gemeinsamen Antriebsmotor 21 in Verbindung stehen. Die zwischen den beiden koaxialen Kegelrädern 22 und 23 verschiebbare Schaltmuffe 24 des Getriebes bewirkt dabei, dass die beiden Hubtrommeln 9'und 13'entweder direkt für gleichsinnigen Umlauf oder über das auf der Motorwelle befestigte Kegelrad 25 für gegensinnigen Umlauf miteinander in Verbindung stehen.
Es ergibt sich bei Kupplung der beiden Seiltrommeln 9'und 13'in gleichem Drehsinn eine Längenänderung des zwischen den beiden Hubtrommeln verlaufenden Seiles 7a, 7b, was eine Höhenänderung der mit den beiden Seiltrümern in Verbindung stehenden Laufkatze 15 ergibt. Bei Kupplung der beiden Trommeln 9'und 13'auf gegensinnige Drehung ergibt sich dagegen bei unveränderter Seillänge eine reine Verschiebungsbewegung der Laufkatze 15. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist also eine Überlagerung der beiden Laufkatzenbewegungen nicht möglich. Die Laufkatze ist über eine Tragrolle 16a am oberen Seiltrum 7a aufgehängt und mit dem unteren Seiltrum 7b verbunden.
Die Laufkatze 15 trägt ferner noch zwei Umlenkrollen 26, zwischen welchen eine Kranflasche 27 aufgehängt ist, deren Betätigungsseil 32 mit einem Ende an der zweiten Tragstütze 2a befestigt ist und mit dem andern Ende mit einem gesonderten Hubwerk 28 in Verbindung steht. Auf diese Weise kann der Lasthaken 17a gesondert relativ zur Katze 15 abgesenkt werden, was besonders dann von Vorteil ist, wenn die Laufkatze knapp neben einer Tragstütze steht, weil sich dann beim Absenken der Laufkatze zur benachbarten Tragstütze hin eine sehr starke Seilneigung ergibt, welche eine starke Neigung der Laufkatze zur Folge hat.
Die mit der Seilwinde in Verbindung stehende Tragstütze la ist bei diesem Ausführungsbeispiel fest am Boden verankert, wogegen die zweite Tragstütze 2a auf einer transportablen Lagerplatte 29 gelagert ist, so dass der Arbeitsbereich des Kranes im beschränkten Umfang verändert werden kann. Die zweite
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ker 30 abgestützt. Die beiden Tragstützen la, 2a sind wie beim ersten Beispiel über Seilwinden 6a, 6b in ihrer Neigung gegen den Arbeitsbereich hin verstellbar. Wie Fig. 2a zeigt, sind die Tragstützen la, 2a auch über Seilwinden 31a, 31b in dazu senkrechter Richtung einstellbar, um Neigungen der Lagerplatte ausgleichen zu können. Aus dieser Figur ist auch die Stellung der Seitenstützen 5 erkennbar, welche auch seitliche Kräfte aufnehmen können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kabelkran mit einem in Schleifenform zwischen zwei Tragstützen geführten Seil, von dem ein Trum mit einem Laufkatzenrahmen verbunden ist und das andere Trum unter einer in diesem Rahmen gelagerten Tragrolle durchläuft, und mit einer Antriebsvorrichtung, die es ermöglicht, das Seil in Umlauf zu versetzen, wobei die Länge der vom Seil zwischen den Tragstützen gebildeten Schleife zum Heben oder Senken der Laufkatze veränderbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass alle Umlenkrollen für das Seil und die Winde für den Seilantrieb ortsfest gelagert sind und dass die Länge der gesamten Seilschleife (7a, 7b) veränderbar ist.