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Bodenplatte für ein Schiessgerät
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bodenplatte für ein Schiessgerät, beispielsweise einen Granat- werfer. Bekannte Bodenplatten dieser Art weisen eine ebene Grundplatte auf, in deren Mitte eine Ab- stützvorrichtung zur Aufnahme des rückwärtigen Rohrendes des Schiessgerätes vorgesehen ist, und erhabe- ne, unter der Unterfläche der Grundplatte angeordnete, senkrecht auf der Grundplatte stehende und Ver- ankerungsflächen bildende Versteifungsrippen, deren untere Kanten Abstützpunkte bzw. in den Boden versenkbare Dorne oder Keile bilden.
Ziel der Erfindung ist hiebei eine verbesserte Bodenplatte einfacher Konstruktion und besonders ein- facher Anwendung, bei welcher bereits mit den ersten Schüssen eine bemerkenswerte Standfestigkeit des
Schiessgerätes erreicht wird und bei welcher auch die Entfernung der Bodenplatte aus dem Boden nach Be- endigung des Schiessens leicht erfolgen kann.
Die erfindungsgemässe Bodenplatte ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der
Grundplatte gekrümmte, geneigte Seitenwände in Form von Wölbungen vorgesehen sind, welche paarwei- se symmetrisch angeordnet sind und Abstützkeile für die Abstützung im Boden bilden, wobei die Seiten- wände von unten nach oben divergieren und oberhalb der Kanten der senkrecht zur Grundplatte stehenden
Versteifungsrippen angeordnet sind.
Durch diese Ausbildung erhält man eine Bodenplatte, welche sich bei den ersten abgefeuerten Schüssen sehr schnell mittels der gegen unten vorspringenden Teile der Flügel und dank der gewölbten Wände im Boden eingräbt und sich auf Grund der gewölbten Form der Wände nach und nach im Boden abstützt und damit gleichzeitig die Schnelligkeit des Eingrabens abdämpft, indem der Platte eine sehr grosse Sitzfläche auf dem Boden gesichert wird.
Es wird derart das stetige Eingraben und das Haften der Unterstützungsfläche bei der Verankerung des Schiessgerätes gesichert.
In jedem Fall wirkt auf den Boden im Augenblick des Einrammens der Bodenplatte keine zum Boden ausgesprochen parallele Fläche ein.
Die Erfahrung zeigt, dass man so eine schnelle und ausreichende Standfestigkeit des Werfers erhält, um die Schussrichtung mit den ersten Schüssen zu sichern und dass man damit auch einen ausgezeichneten Sitz der Bodenplatte, u. zw. sogar auf lockeren und sehr weichen Böden erhält.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles schematisch dargestellt.
Fig. 1 ist ein Vertikalschnitt durch die erfindungsgemässe Bodenplatte entlang der Linie 1-1 der Fig.
2, Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die Bodenplatte, Fig. 3 stellt eine Seitenansicht und Fig. 4 eine Untersicht der Bodenplatte dar. Fig. 5 ist ein Schnitt durch die Bodenplatte nach Linie 5-5 der Fig. 1. Fig. 6 ist eine schaubildliche Darstellung der Bodenplatte von oben und Fig. 7 eine schaubildliche Darstellung der Bodenplatte von unten gesehen.
Gemäss der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform ist die Bodenplatte mit einer ebenen Grundplatte l, z. B. aus schweissbarem Stahlblech, ausgebildet, die die Form eines dreizackigen Sternes hat. Vorzugsweise ist die Grundplatte in der Mitte mit einem verstärkten z. B. aufgeschweissten Teil 2 versehen, in den eine nach oben offene, halbkugelförmige Vertiefung 3 eingelassen ist, deren Zentrum o nahe, vorzugsweise etwas oberhalb der Oberfläche der Grundplatte gelegen ist.
Ausserhalb des verstärkten Teiles 2 können die Zacken der Grundplatte 1 eine konstante Dicke aufweisen, oder, wie aus Fig. 1 ersichtlich, eine vom verstärkten Teil 2 aus gegen die Enden 4 der Zacken
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abnehmende Dicke (Fig. 1 und 6). Diese Zacken sind an ihren parallelen Seitenenden mit starken Hohlkehlen 5 (Fig. 2,6) versehen.
Unter der Grundplatte 1 sind drei aus dünnen Platten bestehende Flügel 6 befestigt. Jeder dieser Flügel ist entlang einer radialen Ebene angeordnet.
Die Flügel 6, welche gegen die Vertikalachse X-X konvergieren, gehen durch die Mitte o der Vertiefung 3 und sind untereinander durch eine Schweissnaht 7 auf dieser Vertikalachse verbunden.
In der Mitte der Platte unter dem verstärkten Teil 2 der Grundplatte sind die Flügel 6 überdies noch untereinander verbunden durch eine kegelstumpfförmige Trennwand 8, die an ihrem Ende durch einen Überlaufkonus 9 abgeschlossen wird, dessen Spitze gegen den Boden weist.
Die Verbindungsstege 11 der Flügel sind in ihrem zum Zentrum der Grundplatte benachbart gelegenen Teil parallel zu dieser, krümmen sich aber progressiv bei 12 und münden in den Dorn 13, der einen der drei von der Grundplatte 1 am weitesten entfernten Abstützpunkte gegen den Boden bildet. Tatsächlich ist auch die Mittelspitze 9 der Grundplatte 1 etwas näher gelegen als die Dorne 13. Jeder Dorn 13 ist einem der Flügel zugehörig und ist verstärkt durch eine aussen befindliche dreieckförmige Stirnfläche 14 und durch zwei Eckbleche 15, die diese dreieckförmige Stirnfläche mit dem Flügel 6 verbinden.
Jede dreieckförmige Stirnfläche 14 setzt sich zusammen aus einer dreieckförmigen Platte, die sich etwas über die Grundplatte 1 hinaus erstreckt, um in einem oberen starken Rand 14a zu enden, der im vorliegenden Beispiel geradlinig verläuft.
Vorzugsweise sind diese dreieckförmigen Stirnflächen 14 gegenüber der Achse X-Xetwasgeneigt, u. zw. in dem Sinne, dass der Abstand des Randes 14a von der X-X Achse geringer ist als der Abstand der Dorne 13.
Jeder der Flügel 6 ist mit einem Paar bombierter geneigter Seitenwände versehen, diedieForm von Wölbungen 16-17, 16a-17a, 16b-17b haben. Diese Seitenwandpaare sind an ihren Rändern entlang zweier Linien 18 mit je einem der Flügel 6 verbunden, wobei diese Linien auf den beiden Flächen des Flügels verlaufen. Die Verbindungslinien 18 sind parallel zur Grundplatte 1 und liegen näher zu ihr als die Seitenwände 11 der Flügel.
Ausgehend von den Verbindungslinien 18 divergieren die zwei zusammengehörigen Seitenwände in Richtung von unten nach oben, symmetrisch zu den Flügeln 6 und auf die radiale, axiale Ebene der Grundplatte nach oben auseinander und erstrecken sich bis oberhalb der Grundplatte 1, um in einem oberen gekrümmten und vorzugsweise verstärkten Rand 19 zu enden.
Die Seitenwände haben konische d. h. auseinanderlaufende Form. Für ihre Formgebung ist keine Pressarbeit erforderlich, sondern sie werden durch einfaches Biegen hergestellt. Der Neigungswinkel zwischen den Seitenflächen und einer zur Grundplatte 1 parallelen Ebene vermindert sich stetig von einem Wert a oberhalb der Verbindungslinie 18 zu einem Wert b oberhalb der Grundplatte und zu einem Wert c bei der Verstärkung 19.
Diese Winkel können vorteilhaft folgende Grenzwerte haben :
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<tb>
<tb> Winkel <SEP> a.......... <SEP> 55 <SEP> - <SEP> 650 <SEP>
<tb> Winkel <SEP> b.......... <SEP> 45 <SEP> - <SEP> 550 <SEP>
<tb> Winkel <SEP> c.......... <SEP> 30-450 <SEP>
<tb>
Bemerkenswert ist ferner, dass oberhalb der Grundplatte 1 die gekrümmten Seitenwände an den Rändern der Grundplatte befestigt sind und dass diese Ränder mit Schrägkanten versehen sind, die im Winkel b geneigt sind.
Wie man leicht aus der Zeichnung ersehen kann, sind die gewölbten, an die verschiedenen Flügel angepassten Seitenwände paarweise entlang von in axial-radialen Ebenen sich erstreckenden Verbindungslinien 20 befestigt, die dank der günstigen Formung dieser Seitenwände geradlinig verlaufen, wie man aus
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vonlen bilden, wie man aus der Fig. 5 klar ersieht, an Eckblechen 15 und an den dreieckförmigen Stirnflä- chen14 befestigt, während die gegen die Mitte zu liegenden Kanten dieser Seitenwände an der konischen Trennwand 8 entlang von elliptisch od. ähnl. verlaufenden Verbindungslinien 21 (Fig. 4,5 und 6) befestigt sind.
Bemerkenswert ist, dass die im wesentlichen senkrecht zur Fläche der Rippen 6, der dreieckförmigen Stirnflächen 14 und der Eckbleche 15 stehenden Verankerungsflächen 20-30% der Gesamtoberfläche der Verankerung darstellen, nur einen relativ kleinen Teil (20-30 Xo) der Gesamtoberfläche der Verankerung ausmachen.
Die Bodenplatte wird vervollständigt durch eine Anzahl von Handgriffen 22, von denen z. B. je einer auf jeder dreieckförmigen Stirnfläche 14 befestigt ist.
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Nach Erreichen der Schussposition wird die Bodenplatte direkt mit ihren drei Dornen 13 auf den Boden gestellt und das rückwärtige Ende des Werferrohres wird mittels seines Kugelgelenkes in die Vertiefung 3 eingeführt, worauf dann der Werfer auf Richtung und Schusshöhe eingestellt werden kann.
Mit dem ersten Schuss übt der Rückstoss der Waffe auf die Bodenplatte einen nach unten gerichteten
Stoss aus, der vom Mittelpunkt o der Vertiefung 3 aufgenommen wird und die Platte in den Boden ein- rammt, u. zw. mittels der Dorne 13 und der unteren Teile der Flügel 6 sowie der dreieckförmigen Stirn- flächen 14.
Mit der schnellen Einrammung der zur Grundplatte senkrecht oder beinahe senkrecht stehenden Ver- ankerungsflächen erfolgt eine schneller fortschreitende Eingrabung der gewölbten, geneigten Teile der
Verankerung 17,16, 16b-17b bei den nachfolgenden späteren Schüssen.
Infolge der Anordnung der symmetrischen Dorne und infolge der radial-axial gerichteten Flächen der
Seitenwände wird die Einrammung der Bodenplatte von einer seitlichen Zusammenpressung des Bodens be- gleitet, der durch die Seitenwände, die die Dorne bilden, symmetrisch auseinandergedrückt wird, derart, dass die dem Rammen entgegenwirkende Kraft des Bodens in horizontaler Hinsicht fast Null ist. Daraus resultiert, dass der Widerstand des Bodens bei der Verankerung umso grösser ist, je kleiner die Winkel a, b, c sind und ganz im Gegenteil keine seitliche Verschiebung der Bodenplatte nach sich zieht.
Die Einrammung beim Einschiessen geht mit einer grösser und grösser werdenden Dämpfung vor sich, weil die Winkel der mit dem Boden in Kontakt kommenden Teile der geneigten und gewölbten Seiten- wände von a gegen c abnehmen, je nach Stärke des Rammeffektes, und nach einer relativ geringen Zahl von Schüssen, auf jeden Fall unter zehn, rührt sich die Bodenplatte praktisch kaum mehr. Sie hat festen
Sitz im Boden und sichert dem Schiessgerät einen praktisch unveränderlichen Stand für den weiteren Ver- lauf des Schiessens.
Bemerkenswert ist ferner, dass bei Veränderung der Winkel a zu c die Erfahrung zeigt, dass in einem
Boden mittlerer Widerstandsfähigkeit, gleichgültig in welcher Verankerungsstellung sich die Bodenplatte befindet, die Oberflächenreibung ausreicht, um den Anprall aufzunehmen, u. zw. infolge der Berührung des Bodens mit immer neuen Teilen der Verankerungsflächen im Verlauf des Eingrabens bei Abgabe von
Schüssen.
Die erfindungsgemässe Bodenplatte hat noch andere bedeutende Vorteile :
Sie ist äusserst widerstandsfähig infolge der Tatsache, dass die Seitenwände 16-17, 16b-17b bombiert sind, und mit der Grundplatte einen widerstandsfähigen Stern bilden, der mittels der gewölbten Seitenwände bei der Abstützung im Boden die Erschütterung bei der Abfeuerung der folgenden Schüsse weiter fortpflanzt.
Sie ist äusserst leicht aus dem Boden zu entfernen im Gegensatz zu den meisten bereits bekannten Platten.
Ferner sind die erhaltenen Neigungen der Winkel a zu c derart, dass tatsächlich die Erde nicht an der Platte haftet und die Platte niemals gereinigt zu werden braucht.
Die vorliegende Erfindung ist natürlich keineswegs auf das beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt.
PATENTANSPRÜCHE-
1. Bodenplatte für ein Schiessgerät, beispielsweise einen Granatwerfer, mit einer ebenen Grundplatte, in deren Mitte eine Abstützvorrichtung zur Aufnahme des rückwärtigen Rohrendes des Schiessgerätes vorgesehen ist, mit erhabenen, unter der Unterfläche der Grundplatte angeordneten, senkrecht auf die Grundplatte stehenden und Verankerungsflächen bildenden Versteifungsrippen, deren untere Kanten Abstützpunkte bzw.
in den Boden versenkbare Dorne oder Keile bilden, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Grundplatte (1) gekrümmte, geneigte Seitenwände in Form von Wölbungen (16,17, 16a, 17a, 16b, 17b) vorgesehen sind, welche paarweise symmetrisch angeordnet sind und Abstutzkeile für die Abstützung im Boden bilden, wobei die Seitenwände (16,17, 16a, 16b, 17a, 17b) von unten nach oben divergieren und oberhalb der Kanten (11) der senkrecht zur Grundplatte (1) stehenden Versteifungsrippen (6) angeordnet sind.