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Vielfachstanzform Die Erfindung betrifft eine Vielfachstanzform für plastisches oder kautschukartiges Material, welche mehrerer von Formschneiden umgebene Einzelformen aufweist. Die Vielfachstanzform gemäss der Erfindung ermöglicht die gleichzeitige Herstellung mehrerer Formkörper mit einem Minimum an Kraftaufwand für das Schliessen der Formen und der Wiedergewinnung eines Maximums des zu verformenden Materials vor dem Ende des Arbeitsvorganges.
Bei einem verformbaren Material von vorgegebener Zusammensetzung hängt die Qualität der Verformung nicht allein von den Temperaturbedingungen und der Grösse des Verformungsvorganges ab, sondern ebenso von dem durch die Verformungsprofile (Matrizen) auf das Material ausgeübten Druck. Es ist sicher, dass bei gegebenem Ausmass der Verformung, der auf die beiden Teile der Form auszuübende Kraftaufwand grösser sein muss, wenn es sich um eine Form mit einer Mehrzahl von Verformungsprofilen (Einzelformen) handelt, als wenn die Form lediglich ein solches aufweist. Wenn man die die Formen tragende sowie den Schliessvorgang steuernde Maschine mit geringem Gewicht bauen und mit ihr zugleich eine schnellere Arbeitstaktfolge erzielen will, ist es notwendig, die beiden Teile der Form mit-einer geringeren Kraft gegeneinander zu drücken.
Die Erfindung besteht darin, dass je zwei benachbarte Formschneiden zweier nebeneinanderliegender Einzelformen durch Stegmesser verbunden sind, deren Schneiden in gleicher Höhe wie die Formschneiden liegen.
Die erfindungsgemässe Anordnung gestattet die Wiedergewinnung eines Maximums an Abfallmaterial.
Wenn die Formen geschlossen sind, verbleibt ein Teil des Materials zwischen den Einzelformen auf den zurückspringenden Flächen. Diese Materialteile haben den Zusammenhang mit dem z. B. bandförmig eintretenden Rohmaterial nicht verloren, über welchem sich die Form schliesst. Diese Materialteilesind ausserdem kaum oder überhaupt nicht während des Schliessens der Form einem Druck ausgesetzt ; infolgedessen liegen sie frei zwischen den Matrizen.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung ist in der Zeichnung dargestellt : Es zeigen
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der erfindungsgemässen Weise verbunden sind, und Fig. 2 eine Draufsicht auf den Stanzstempel gemäss Fig. 1.
In der Fig. l ist der Stanzstempel l und der Gegenstempel 2 dargestellt, die bei 8 bzw. 9 einen der Befestigung dienenden Schaft aufweisen. Zur Vereinfachung der Erklärung sei unterstellt, dass lediglich eine der beiden zusammenwirkenden Stempel in der erfindungsgemässen Weise ausgebildet ist. Selbstverständlich kann aber auch der andere Stempel die erfindungsgemässe Ausbildung aufweisen.
Der Gegenstempel 2 besitzt keine Verformungsprofile, aber seine Kontur entspricht der Kontur der Stirnfläche des Stanzstempels 1. Wie aus Fig. 2 zu entnehmen ist, weist der Stanzstempel l drei Verformungsprofile 12 auf, deren Ränder (Formschneiden) in der Ebene der Stirnfläche 27 enden. Bei 28 ist eine gegenüber der Stirnfläche 27 zurückspringende, die Zone zwischen den Verformungsprofilen 12 bildende Fläche angedeutet. Zwischen je zwei Verformungsprofilen ist ein Stegmesser 29 angeordnet, dessen Schneidein der Ebene der Formschneiden, also der Stirnfläche 27 liegt. Im Zentrum jedes Verformungs-
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profiles 12 befindet sich eine Ausnehmung 26, in der ein Kolben 20 untergebracht ist, der auf einer mit
30 bezeichneten Feder ruht.
Die Feder ist so bemessen, dass der Kolben 20 die Stirnfläche 27 überragt, wenn die Form geöffnet ist. Der Stanzstempel l besitzt ferner einen axialen Kanal 4, der zur Stirnfläche hin in einen Kanal 3 von geringerem Querschnitt ausmündet. Der Gegenstempel 2 ist mit einer zentralen Öffnung 5 mit nach hinten zu wachsendem Querschnitt versehen.
Die beiden zusammengehörenden Stempel wirken, um Formkörper in den Matrizen 12 ausbilden zu können, in der folgenden Weise zusammen : Es sei unterstellt, dass ein von einem Plastifizierungswalzen- paar ausgehendes Band von zu verformendem Material zwischen die beiden geöffneten Stempel geführt ist.
Das Band besitzt eine Stärke, die etwa der Stärke des zu formenden Körpers entspricht, d. h. sie ist unge- fähr gleich der Tiefe der Matrize 12. Wenn sich die beiden Stempel einander nähern, um den Formvor- gang zu bewirken, kommt der Kolben 20 zuerst mit dem Materialband in Berührung, das er zunächst zu- rück- und auch seitlich verdrängt. Die Stirnfläche des Gegenstempels 2 befindet sich sodann vor dem Kol- ben und drückt ihn in dem Masse, wie die Form sich schliesst, in die Ausnehmung 26 hinein. Schliesslich fluchtet der Kolben mit den Stirnflächen der beiden miteinander in Berührung stehenden Stempel.
Aufgabe dieses Kolbens ist es, das vor ihm befindliche Material auszustossen und die Luft oder die
Gase in dem zwischen dem Kolben und der Wand der Ausnehmung26 vorgesehenen Spalt austreten zu las- sen. Wenn die beiden Stempel dicht aneinanderliegen, ist kein verformbares Material mehr im Zentrum der Matrizen 12 vorhanden. Dieses Material befindet sich entweder in den Matrizen oder in den Zonen zwischen diesen und ist begrenzt durch die Fläche 28 sowie die Stirnfläche des gegenüberstehenden Stem- pels. Die Fläche 28 tritt gegenüber der Stirnfläche 27 genügend weit zurück, so dass sich beim Schliessen der Form die Fläche 28 nicht oder nur wenig in das zu verformende Material einprägt.
Zweckmässig tritt die Fläche 28 gegenüber dem Grund der Matrize 12 etwas zurück. u. zw. entsprechend der Stärke des Ma- terialbandes, die, wie gesagt, gleich der Tiefe der Matrize ist. Hieraus ergibt sich, dass sich während des Schliessens der Form und während der Wirkung des Verformungsdruckes allein die Matrizenboden und-ränder auf dem Material abstützen. Dadurch ist der auf die Form auszuübende Kraftaufwand geringer als der bei üblichen Vielfachformen.
Die geschlossene Form sowie die Stegmesser 29 trennen aus dem Materialband die zwischen den Matrizen befindlichen Teile ab, die zunächst zwischen den geschlossenen Stempeln in dem Spalt zwischen der Fläche 28 des Stempels 1 und der Stirnfläche des Stempels 2 verbleiben. Das Ablösen des Bandes im Verlauf des Verformungsvorganges wird dadurch erleichtert. Vorzugsweise wird das Band durch eine an sich bekannte Einrichtung seitlich geführt, bevor es zwischen die geöffneten Stempel geleitet wird, so dass diese beim'Schliessen einen Teil von dem Band entlang eines seiner Ränder abtrennen. Der Rand zerreisst im Moment des Ablösens, aber der Bandrest bleibt selbst zusammenhängend und löst sich von den Stempeln unter Mitnahme der äusseren Partien des Materials, die durch die Stegmesser 29 abgetrennt werden.
Dieses Material wird somit mit dem Bandrest wiedergewonnen, welcher zum Plastifizierungswalzenpaar zurückläuft.
Das zwischen den Stegmessern 29 im Zentrum der Form verbleibende Material wird auf folgende Weise wiedergewonnen : Durch die Kanäle 3 und 4 wird während des Formvorganges Druckluft eingeführt Dadurch wird das Material durch die Öffnung 5 des Stempels 2 ausgestossen. Ein Fördersystem führt das auf diese Weise ausgestossene Material zu den Plastifizierungswalzen zurück, wo das Band aus verformbarem Material gebildet wird. Infolge der erfindungsgemässen Ausbildung der Form wird somit das Abfallmaterial zwischen den Stempeln vollständig wiedergewonnen, u. zw. entweder seitlich der Matrizen durch den Bandrest oder durch die Öffnung 5 Im Gegenstempel 2.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vielfachstanzform ist die folgende : In dem Bestreben, die Stirnfläche zu reduzieren und ebenfalls die Flächen weitgehend zu vermindern, die nicht Teil der Verformungsprofile (Matrizen) sind, wurde den Stempeln eine besonders klein bemessene und so weit wie möglich denmatrizen angepasste Form gegeben. Dies ist aus der Fig. 2 ersichtlich, wo mit 6 die konkav ausgebildeten Seitenflächen des Stempels 1 bezeichnet sind. Solche konkaven Seitenflächen sind ebenfalls am Gegenstempel 2 vorgesehen. Durch diese Ausbildung ist es möglich, auf einer eine Anzahl von Stanzformen zur Serienherstellung von Formkörpern aufweisenden Maschine diese Formen Seite an Seite sehr gedrängt anzuordnen oder Formen von grösserem Durchmesser vorzusehen.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die im vorstehenden beschriebene und in den Figuren dargestellte Ausbildungsform beschränkt, sondern es sind zahlreiche Abänderungen möglich, ohne dass diese vom Grundgedanken der Erfindung abweichen. So kann man besonders Stempel vorsehen, deren Matrizen in einer Reihe angeordnet sind, wobei die Stegmesser jeweils zwei Matrizen derart miteinander verbinden, dass eine Schnittlinie ausgebildet wird, entlang der die Abtrennung von dem Band bei dessen Bewegung erleichtert wird.