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Vorrichtung zum kontinuierlichen Verformen thermoplastischer
Kunststoff-Folien
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Formkörpereiner Hilfstrommel, die an die äussere Trommel mit veränderbarem Druck anpressbar ist. Fig. 4 ist ein Querschnitt nach Linie A - A, und Fig. 5 ein Querschnitt nach Linie B - B der Fig. 3. Fig. 6 zeigt in Seitenansicht eine Verformungseinrichtung mit der erfindungsgemässen Vorrichtung, einem Zwischentisch und einer Aufwickeleinrichtung für das fertige Gut.
Mit 1 ist die äussere, mit den Saugöffnungen 2 versehene Trommel bezeichnet. Gemäss dem Aus-
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4abgeschlossen, an welchen Drehzapfen 5,6 sitzen, die zur Lagerung der Trommel dienen und den Innenraum derselben über Bohrungen 7,8 mit einer nicht dargestellten Vakuumanlage, z. B. einem an eine Vakuumpumpe angeschlossenen Puffer bzw. Speicherkessel, verbinden. Innerhalb der Trommel 1 ist die kleineren Durchmesser als diese aufweisende Hilfstrommel 9 exzentrisch angeordnet, u. zw. unter Zwischenschaltung eines aus elastischem Material bestehenden Mantels 10, welcher auf der Hilfstrommel 9 lose oder fest angeordnet, z. B. aufvulkanisiert sein kann. Der Mantel 10 wird zweckmässig aus einem entsprechend temperaturbeständigen Gummi oder einem elastischen Kunststoff bzw. aus Schaumgummi oder aufgeschäumtem Kunststoff hergestellt.
Gegegebenenfalls kann die Hilfstrommel 9 auch zur Gän- ze aus einem elastischen Werkstoff angefertigt sein.
Die zu verformende, sich in Richtung des Pfeiles 11 (Fig. 1) bewegende thermoplastische Kunststoff-
Folie 12 wird zunächst über eine Umlenkrolle 13 der äusseren Trommel 1 zugeleitet, an deren Mantel- fläche der mit Formausnehmungen versehene Formkörper 14, beispielsweise eine gestickte, entsprechend präparierte Tischdecke aus Leinen od. dgl., angeordnet ist. Kurz nach ihrem Auflaufen auf die Trommel
1 kommt die Kunststoff-Folie in den Bereich eines Heizaggregates 15, wodurch sie plastisch wird und sich nunmehr unter der Wirkung des in dem sichelförmigen Raum 16 und dem Innenraum 16'der Hilfstrommel vorhandenen Vakuums innig an den Formkörper 14 anschmiegen und dessen Oberflächenstruktur überneh- men kann.
Anschliessend wird die Folie 12 mittels einer Kühlvorrichtung 17 wieder abgekühlt und damit verfestigt und schliesslich über eine Umlenkrolle 13 dem Beschneidetisch oder einer Haspel zugeleitet.
Die Umlenkrolle 18 wird gleichzeitig als Reibrolle benutzt und bewirkt auf diese Weise über einen nicht dargestellten Elektromotor od. dgl den Rotationsantrieb der äusseren Trommel 1. Während des Um- laufens der Trommell wird die Hilfstrommel 9 zufolge ihres Eigengewichtes über ihren elastischen Man- tel 10 mitgeschleppt. Letzterer verschliesst dabei die zwischen der Zu- ? und Abführung der Folie 12 befindlichen und vorliegend übrigens auch noch die unmittelbar hinter der Zuführungsstelle bzw. unmittelbar vor der Abführungsstelle gelegenen Saugöffnungen 2'der äusseren Trommel 1. Der elastische Mantel 10 kann dabei seitlich ausweichen (s. die Stellen 19 in Fig. 2), da ja die Breite der Hilfstrommel 9 ohne weiteres geringer sein kann als die lichte Breite der äusseren Trommel.
Das Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 3 - 5 weist grundsätzlich dieselbe Ausbildung auf, nur ist hier die drehbare Hilfstrommel 9'in bezug auf die Drehachse der äusseren Trommel 1 zur Änderung des Anpressdruckes zwischen Hilfstrommel und äusserer Trommel radial verstellbar. Zu diesem Zweck ist die Hilfstrommel 9'auf Exzentern 20 drehbar gelagert, die auf einer zur geometrischen Drehachse der äusseren Trommel 1 parallelen, verdrehbaren Achse 23 angeordnet sind. Die Hilfstrommel 9'kann somit bei ausser Betrieb befindlicher Vorrichtung mit ihrem elastischenMantellO'von der Innenfläche der äusseren Trommel l entfernt werden, um auf diese Weise eine besonders lange Lebensdauer des Mantels zu erreichen.
Abgesehen davon kann man den Berührungsdruck der Hilfstrommel in weiten Grenzen variieren und die Vorrichtung auch für Arbeiten benutzen, bei denen die Hilfstrommel nicht unten, sondern oben gegen die äussere Trommel anliegen soll. Die Achse 23, auf der die Exzenter 20 angeordnet sind, ist hohl ausgebildet, wobei der so geschaffene Innenraum der Achse mit einer nicht dargestellten Vakuumanlage in Verbindung steht. Der innerhalb der Hilfstrommel 9'gelegene Teil 21 der Achse 23 weist Öffnungen 22 auf, über welche der Achsinnenraum mit dem Innenraum 16'der Hilfstrommel verbunden ist.
Mit 3'ist der eine Abschlussflansch der äusseren Trommel 1 bezeichnet.
In Fig. 9 ist schliesslich noch eine Verformungseinrichtung mit einem Trommelaggregat nach der Erfindung im Gesamtaufbau gezeigt. Man erkennt, dass die Folienbahn 12 von den Abwickeltrommeln 23, 24, die zweckmässig abbremsbar sein können, der äusseren Trommel l in der bereits beschriebenen Weise zugeführt wird. Die Trommel 1 lagert in einem kastenförmigen Unterbau 25, der auch die Zusatzgeräte, wie z. B die Vakuumpumpe, den Vakuumkessel u. dgl., sowie die zugehörigen Bedienungshebel aufnimmt. Handhebel 26,27 dienen zum Abschwenken der Heizung 15 bzw. der Kühleinrichtung 17 beim Auflegen der Formteile 14 und auch beim Aufziehen der Folienbahn.
Die Regelung des Anpressdruckes der innerhalb der Trommel 1 angeordneten Hilfstrommel erfolgt hier durch exzentrische Verstellung der Lagerung der Hilfstrommel entsprechend den Fig. 3-5 mittels des Handrades 28. Mit 13 und 14 sind wieder die beiden Umlenkrollen bezeichnet.
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Dem Trommelaggregat ist ein Beschneidetisch bzw. Arbeitstisch 29 nachgeschaltet, auf dem das verformte Produkt, beispielsweise die einzelnen Tischdecken, aus der Folienbahn herausgetrennt werden. Sofern eine endlose Bahn des Fertigerzeugnisses gewünscht wird, wird das verformte Material einer auf einem Unterbau 30 angeordneten Aufwickeltrommel 31 zugeführt.
Im Rahmen der Erfindung könnte man die Anlage auch so abwandeln, dass man in an sich bekannter Weise an Stelle eines einzigen Trommelaggregates deren zwei spiegelbildlich zueinander anordnet und ge- genläufig antreibt. Auf diese Weise könnte man beispielsweise Verpackungskapseln herstellen und dabei auf jeder der Trommeln die eine Hälfte dieser Verpackungskapseln aus der Folienbahn herausbilden. In einem kontinuierlichen Arbeitsgang lassen sich dann diese Formkörperhälften mittels einer Schweisseinrichtung verbinden, gegebenenfalls auch gleichzeitig füllen, und aus der Folienbahn herausschneiden.
Ein technisch interessantes Anwendungsgebiet der erfindungsgemässen Vorrichtung ist schliesslich auch das Kaschieren von verschiedenen Stoffen. Während nämlich bei den bekannten Einrichtungen der zum Kaschieren erforderliche Druck in grösseren Flächen nur diskontinuierlich, also schrittweise aufgebracht werden kann und während des Anpressens zwischen zwei Walzen nur kurzzeitig bei Linienberührung möglich ist, bietet die Anordnung nach der Erfindung den Vorteil, dass der Druck auf die beiden miteinander zu kaschierenden Werkstoffe während des Umlaufes auf einem grossen Teil des Umfanges der Trommel wirksam ist, wobei der Klebevorgang durch Beheizen gefördert werden kann. Beim Kaschieren einer thermoplastischen Kunststoff-Folie auf ein Textilgewebe würde z.
B. das Textilgewebe auf der Trommelwandung liegen, so dass durch dieses poröse Gewebe die aufzukaschierende Kunststoff-Folie angesaugt wird.
Auf die beschriebene Weise lässt sich unter anderem das Kaschieren einer Kunststoff-Folie auf ein Textilgewebe, einer Kunststoff-Folie auf Papier, Papier auf eine Kunststoff-Folie, Papier auf ein Textilgewebe u. dgl. durchführen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Verformen thermoplastischer Kunststoff-Folien mittels einer umlaufenden, mit Saugöffnungen versehenen und mit ihrem Innenraum an eine Vakuumanlage angeschlossener Trommel, an deren Mantelfläche der mit Formausnehmungen versehene Formkörper angeordnet ist, an welchen sich die Folie durch Einwirkung des Vakuums anlegt, wobei die jeweils auf dem von der Folie nicht umspannten Trommelumfangsteil befindlichen Saugöffnungen abdeckbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Trommel (1) eine einen kleineren Durchmesser als diese aufweisende Hilfstrommel (9, 9') exzentrisch angeordnet ist, deren Mantel an seinem Umfang bzw.
zur Gänze aus elastischem Material besteht, und die an der Innenfläche der äusseren Trommel (1) anliegt, so dass sie durch letztere in Drehung versetzbar ist, wobei die Hilfstrommel (9, 9') die jeweils im Bereich zwischen der Zu-und Ab- führung der Folie (12) befindlichen Saugöffnungen (2') abdeckt.