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Tankschiff
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Tankschiffe mit im Rumpf eingebauten Tanks für den
Transport von Flüssigkeiten mit geringem spezifischen Gewicht, wie z. B. kondensierte Erdgase (Propan,
Methan u. dgl.).
Das geringe spezifische Gewicht dieser Flüssigkeiten (z. B. für Methan 0, 42 bei -1500 C) hat zur
Folge, dass es nicht möglich ist, in einem Tankschiff mit der gewöhnlichen, im wesentlichen rechteck- gen Querschiffsform (Spantform) Raum für Tanks und deren Isolation von solcher Grösse zu schaffen, dass die Tragfähigkeit des Schiffes in befriedigender Weise ausgenützt wird. Die Möglichkeit der Anwendung von Tanks, die hoch im Schiff hinaufragen ist mit Rücksicht auf die Stabilität sehr begrenzt und bedingt, dass dem Schiff eine unerwünscht grosse Breite gegeben werden muss und das Schiff gegebenenfalls mit
Ballasttanks versehen werden muss.
Deshalb besitzen bekannte Tankschiffe für leichte Flüssigkeiten der genannten herkömmlichen Form ein sehr ungünstiges Verhältnis von Nutzlast (Gas) zur Tragfähigkeit des Schiffes und das Schiff ist überdimensioniert.
Es ist, um das Verhältnis von Nutzlast zu Tragfähigkeit eines Tankschiffes zu verbessern, schon vorgeschlagen worden, für Tankschiffe mit liegenden zylindrischen Tanks dem Rumpf im Bereiche der Tanks eine Querschnittsform zu geben, die dem Querschnitt der Tanks mehr oder weniger angepasst ist, d. h., nach Kreisbogen oder angenäherten Kreisbogen geformt ist. Ein solches Tankschiff besitzt indessen den Nachteil, dass seine Stabilitätsveihältnisse und deshalb seine Seetüchtigkeit unbefriedigend ist und dass die Verteilung des Materials im Rumpf für die Längsfestigkeit des Schiffes ungünstig ist.
Die Erfindung bezweckt nun die Beseitigung der Nachteile von bekannten Tankschiffen für leichte Flüssigkeiten und die Erzielung eines günstigeren Verhältnisses von Nutzlast und Tragfähigkeit, und die Erfindung ist gekennzeichnet durch die Kombination von an sich bekannten Merkmalen, wonach jeder Tank ungefähr kugelförmig ist oder in der Querschiffsebene annähernd Kreisform aufweist und sich über den wesentlichen Teil der Schiffsbreite erstreckt, und der Rumpf im Bereiche der Tanks unterhalb der Tiefladelinie eine im wesentlichen trapezförmige Spantform aufweist, deren Schrägseiten vorzugsweise geradlinig sind.
Tanks von der angegebenen Form und Grösse werden so hoch im Schiff hinaufragen und der Schwerpunkt der Tanks und der Ladung so hoch zu liegen kommen, dass ein Schiff mit der herkömmlichen Rumpfform nicht stabil werden würde. Gemäss der Erfindung wird die Stabilität dadurch erreicht, dass dem Rumpf unter der Tiefladelinie die an sich bekannte trapezförmige Querschiffsform (Spantform) gegeben wird, bei der man innerhalb weiter Grenzen den Schwerpunkt des Deplacements und folglich die Metacenterhöbe und damit die Stabilitätsverhältnisse und seegehende Eigenschaften des Schiffes bestimmen kann.
Unter Beibehaltung desselben Spantareals, und folglich desselben Deplacements wie bei einem Schiff von der gewöhnlichen Form wird ein Schiff mit der bekannten trapezförmigen Spantform auch etwas breiter, was die Stabilität weiter vergrössert und grösseren Raum für die Tanks schafft. Durch geeignete Ausbildung der im wesentlichen trapezförmigen Spantform des Rumpfes kann der zwischen den Tanks und dem Schiffsrumpf befindliche tote Raum, gleichgültig. ob die Tanks nun kugelförmig sind oder die Form von mit ihren Achsen in Längsrichtung des Schiffes liegenden Zylindern aufweisen, klein gehalten werden. Der etwas grössere Tiefgang erfindungsgemäss ausgebildeter Tankschiffe ist auch mit Rücksicht auf die Ausformung des Hinterschiffes mit Ruder und Schraube in normaler Tiefe günstig.
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Die Zeichnung zeigt schematisch im Querschnitt ein Beispiel eines Tankschiffes gemäss der Erfindung, mit eingebauten kugelförmigen oder liegenden zylindrischen Tanks.
Der Rumpf hat einen verhältnismässig schmalen und flachen Boden 1, welcher als Doppelboden ausgeführt ist und schräge Seiten 2, die sich von der Kimm geradlinig zu den oberen vertikalen oder annähernd vertikalen Teilen 3 der Schiffsseite erstrecken, aufweist, so dass der Rumpf unterhalb der Wasserlinie im wesentlichen trapezförmigen Querschnitt erhält.
Die Schnittlinie zwischen den schrägen Seitenteilen 2 und den vertikalen Teilen 3 der Schiffsseite wird zweckmässig in solcher Höhe gelegt, dass die Teile 3 bis oder etwas unter der Wasserlinie des Schiffes in leerem oder ballastetem Zustand reichen, wodurch das Schiff bei jedem Tiefgang sicher am Kai liegen kann. 4 bezeichnet das Deck, das aus Festigkeitsrücksichten mit dem Seitenteil 3 mittels einer Kastenkonstruktion 5, die zweckmässig als Rohrleitungskanal dienen kann, verbunden ist. 6 bezeichnet einen Tank, dessen oberer Teil etwas über das Deck4 hinaufragt. Sämtliche nacheinanderliegenden Tanks sind mit einem auf dem Deck 4 angebrachten leichteren Überbau, welcher ein Oberdeck 8 aufweist, abgedeckt.
In der Zeichnung sind Tanks mit in Querschiffsrichtung völlig kreisförmigem Querschnitt dargestellt.
Bei horizontalliegenden Tanks kann der untere Teil des Tanks auch mit einer von der Kreisform abwei- chenden Form ausgeführt werden, z. B. nach einem Polygon, vorzugsweise mehr oder weniger der Rumpfform angepasst, wodurch der Inhalt des Tanks vergrössert wird und der Schwerpunkt der Ladung niedriger kommt. Der obere Teil des Tanks sollte die Kreisform behalten oder anders nach oben verjüngt werden, um eine kleine freie Oberfläche der Flüssigkeit in dem Tank zu erhalten.