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Hemmvorrichtung für Mtbettättg wirkende Elektromotor-Anlasser.
Bei elektrisch betriebenen Aufzügen, welche von Hand mittels Seil oder dgl. gesteuert werden, sind zum Anlassen des Motors sogenannte Aufzug-Anlasser in Verwendung. Diese Anlasser müssen so eingerichtet sein, dass das Einschalten, Ausschalten und Umsteuern des Motors vom Führer ohne jede Vorsicht, und zwar bloss durch Ziehen am Steuerseile bewerkstelligt werden kann.
Bei Gleich-und Drehstrommotoren ist es aus bekannten Gründen notwendig, beim Anlassen des Motors vor den Anker Widerstände vorzuschalten, welche nur langsam und stufenweise ausgeschaltet werden dürfen. Um dies sicher zu bewerkstelligen, hat man dafür gesorgt, dass das Ausschalten jener Widerstände durch die Aufzugmotor-Anlasser selbsttätig besorgt wird.
Zu diesem Behufo werden Elektromagneto, Gewichte, Federn oder dgl. verwendet, welche im gegebenen Augenblicke in Wirkung gesetzt werden und dann vermöge ihrer Triebkraft beispielsweise einen Schalthebel bewegen, welcher die vorgeschalteten Wider- stiinde langsam und stufenweise ausschaltet.
Zur Sicherung des entsprechend langsamen Ausschaltens der Widerstände verwendet man Hemmwerke, deren Hemmorgane bloss eintriebig, d. b. derart eingerichtet sind, dass sie nur beim Anlassen des Motors in Wirksamkeit treten, beim Ausschalten des letzteren hingegen unwirksam bleiben, als ob sie überhaupt nicht vorhanden wären. lue
Als eintriebige Hemmorgane verwendet man für den vorliegenden Fall vielfach die bekannten Flüssigkeitskataraktc, d. s. zylindrische, mit, Glyzerin oder Öl gefüllte Gefiisse, in welchen ein Kolben mit eingebautem, einseitig aufgehendem Ventil verschiebbar ist.
Solche Katarakte sind jedoch in mehrfacher Hinsicht mangelhaft und führen häufig zu Betriebsstörungen, die gerade beim Aufzugsbetriebe äusserst lästig und geradezu gefährlich werden können.Die Kataraktflüssigkeiten, Öle aller Art und auch Glyzerin, ändern ihre Dichte mit der Temperatur. Bei sinkender Temperatur werden sie immer zäher und umgekehrt. Es lässt sich daher niemals ein gleichmässiger Gang erzielen. Bei Temperaturen wenig ober und insbesonders bei solchen unter 00 ist aber der Flüssigkeitskatarakt wegen des vollständigen Starrwerdens der Öle überhaupt nicht zu verwenden.
Bei Aufzügen, deren Maschinen auf dem Dache oder oberhalb desselben in einem nur wenig geschützten Aufbau untergebracht sind, ist das Einfrieren solcher Katarakte im Winter gar nicht zu verhindern. Ein zweiter Übelstand liegt in dem durch Russ- und Staubeinfall binnen kurzer Zeit eintretenden Verschmutzen und Eindicken der Katarakte, die dann unbrauchbar werden. Endlich hat besonders der im amerikanischen Patente Nr. 550044 dargestellte Katarakt noch den weiteren Nachteil, dass er innerhalb des Kolbenhubes eine fortwährend wechselnde Bremskraft äussert, weil die an den Kolben angelenkte Pleuelkolbenstange durch eine Kurbel betätigt wird, deren wirksamer Hebelarm sich beim Umgang natürlich ändert.
Als von den Übelständen des Flüssigkeitskataraktes freie Hemmorganc halten sich in Verbindung mit Laufwerken sonst beliebiger Art vor allem der bekannte Windflügel, ferner das Fliehkrafpendel mit Bremskontakt erweisen.
Beim Windflügelwerk schaltete man, um dessen Hemmorgan, welches hier durch den Windniiget gebildet wird, einseitig wirkend bezw. eintriebig zu machen, bisher meistens zwischen Getriebe und Windflügel ein Sperrad mit Sperrklinke oder eine einseitig wirkende liauenkuppiung ein. Diese Mittel haben jedoch wieder den Nachteil, dass sie beim Rück- wiirtsgang des Getriebes, d. h. beim Leerlauf des zurückbleibenden Windflügels ein grosses Geräusch verursachen und deshalb dort nicht verwendet werden können, wo jedes Geräusch unstatthaft ist, z. B. in Krankenhäusern.
Dey Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun die Anordnung einer eintriebigen, zwischen dem Getriebe des Laufwerkes und dem Windflilgel oder Pendel eingeschalteten,
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hesseitigt solena eintriebig wirkende und geräuschlos freilaufende Kupplungen sind für andere Zwecke, z. B. an Fahrrädern schon verwendet worden, deren Anordnung als Kupplung bei
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losen Leerganges, was mit'den bisher an den Hommvorrichtungen von Anlassers fur Aufxugselektromotoron zwischon Iufwerk und Hemmorgan verwendeten Kupplungen, wie vorstehend erörtert, nicht ermöglicht werden konnte.
In der beigeschlossenen Zeichnung ist beispielsweise ein Windftl1gelwork in Verbindung mit einer solchen geräuschlos arbeitenden Freilaufkupplung dargestellt. Fig. 1 und 2 zeigen zwei um 900 verwendete Aufrisse des Werkes, Fig. 3 und 4 die Einzelheiten der Kupplung in Oberansicht und im Querschnitt in grösserem Massstabe.
Auf der Welle a, welche z. B. mittels des Gewichtes b in Drehung gesetzt wird, sobald das letztere zur Auslösung gelangt, sitzt das Zahnsegment c. Dieses letztere greift in das Kegelrad d ein. Dasselbe ist auf dem einen Ende der Welle e befestigt, während auf dem anderen Ende der Kupplungsteil f aufgesetzt ist (Fig. 4). Auf diesen Kupplungs- teil f ist das grosse Stirnrad 9 lose aufgeschoben. Der Kupplungsteilf besitzt keilförmige Ausnehmungen ", in welche Rollen, Kugeln oder eingepasste Keile i eingesetzt sind, die mittels geeigneter Mittel anhaltend gegen die Spitzen der keilförmigen Hohlräume hin gedrückt werden. In der Zeichnung sind zu diesem Behufe kleine Stifte k vorgesehen,
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pressen und diese letzteren daher sanft gegen die Spitze der keilförmigen Ausnehmungen hin drücken.
Der Ring m verhindert das Herunterfallen des Stirnrades g. Die Welle eist in dem Lager n drehbar gelagert und dieses Lager ist am Gestelle des Anlassers befestigt. Das Stirnrad 9 greift in das kleine Rad o ein, an dessen robrförmigpr Nabe p der Windflügel q befestigt ist. Das Rädchen o mit dem Flügel q ist auf dem Zapfen)' gelagert.
Die Wirkungsweise ist folgende :
Wird das Gewicht b zum Einschalten freigegeben, so beginnt es zu sinken und setzt die Welle a in Drehung. Gleichzeitig mit der Welle setzt sich auch das Segment c und damit auch das Kegelrad d und der Kl1pplungsteil f in Bewegung. Der Kupplungsteil f ist hiebei einer solchen Drehung unterworfen, dass sich die schiefen Flächen der Ausnehmungen h gegen die Rollen bezw. Kugeln i bewegen. Die Rollen bezw. Kugeln werden zufolge ihrer hiedurch auftretenden Wälzbewegung zwischen dem Teil f und der denselben übergreifenden Nahe des Stirnrades 9 eingeklemmt. Hiedurch wird das Stirnrad 9 und in weiterer Folge das Rädchcn o mit dem Windflügel q in Umdrehung versetzt.
Durch die grosse Übersetzung der Getriebe wird der Flügel q entsprechend rasch gedreht und bringt somit seine Bremswirkung zur Geltung.
Beim Ausschalten wird das Gewicht gehoben, es treten also entgegengesetzte Bewegungen aller Elemente ein. Der Kupplungsteil f macht jetzt eine solche Drehung, dass die schiefen Flächen der Lücken h von den Rollen i wegeilen. Die Klemmung wird also durch die umgekehrte Wälzbewegung ganz aufgehoben, das Stirnrad 9 bleibt ruhig stehen, damit auch das Rädchen o mit dem Windfliigel q. Der Rückgang des Laufwerkes der Hemmvorrichtung bezw. des Anlassers erfolgt nunmehr bei ruhendem Hemmorgan widerstandslos, rasch und vollständig geräuschlos.
Die vorstehend beschriebene Kupplung zwischen dem Hemmorgan und dem Laufwerke der Hemmvorrichtung ist natürlich von den Ausführungseinzelheiten derselben völlig unabhängig. An Stelle des Windflügel kann übrigens, wie schon angegeben, ein Fliehkraftpendel mit Bremskontakt verwendet werden, wie solche auch bei den Laufwerken der
Phonographen üblich sind. Ein solches Pendel ist ebenso wie der Windflügel von allen Übelständen befreit, welche dem hydraulischen Katarakt anhaften. Die Verbindung des- selben mit dem Laufwerke des Anlassers kann mittels des gleichen Freilaufes und genau so erfolgen, wie vorstehend für einen Windflügel beispielsweise beschrieben. Die Wirkung ist die gleiche.
Beim Einschalten wird das Pendel durch die Freilaufkupplung mitgenommen, beim Ausschalten bleibt es völlig geräuschlos zurück.