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Vorrichtung zur Zündung von Sprengstoffen
Die Erfindung bezieht sich auf Geräte für die Zündung von Brisanzsprengstoffen, bei denen die na- türliche Detonationsfront verzerrt ist. Insbesondere bezieht sie sich auf Vorrichtungen zur Zündung von
Sprengstoffen, d. h. auf solche Geräte zur Zündung von Brisanzsprengstoffen, bei denen man eine Detona- tionsfront, die an einem Punkt erzeugt wurde, gleichzeitig auf einer grossen Anzahl von Punkten auf einer gewünschten geraden oder gebogenen Linie ankommen lässt und die in der Folge kurz als "Linienwellen- erzeuger" bezeichnet werden.
Wird eine Brisanzsprengstoffmasse an einem Punkt gezündet, so läuft die resultierende Detonations- welle von diesem Punkt in alle Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit nach aussen. Wird z. B. eine dünne, flache, kreisförmige Ladung aus Brisanzsprengstoff in ihrem Zentrum gezündet, so durchläuft die
Detonationsfront die Ladung in Form eines sich vergrössernden Kreises und erreicht alle Punkte auf dem
Umkreis der Ladung gleichzeitig.
Hat die dünne flache Ladung geradlinige Begrenzungen, so bildet die
Detonationsfront zuerst einen sich vergrössernden Kreis, bis der dem Zündpunkt am nächsten gelegene
Teil der Begrenzung erreicht ist, danach läuft die Front durch den Rest der Ladung wie ein sich vergrö- ssernder Kreisbogen, wobei der Krümmungsradius des Kreisbogens an jedem gegebenen Punkt der Ladung durch die Entfernung vom Zündpunkt bestimmt ist. Es ist klar, dass in letzterem Falle die Detonations- front auf Grund ihrer Krümmung nicht gleichzeitig, sondern zeitlich verschieden an allen Punkten auf der
Peripherie der Ladung ankommt, in Abhängigkeit von der Entfernung zwischen jedem Endpunkt und dem
Start- bzw. Zündpunkt.
Auch ist die Tatsache leicht einzusehen, dass die Detonationsfrist nicht gleichzeitig an einer Anzahl von Punkten ankommen kann, die auf einer gekrümmten Linie liegen, die nicht mit der natürlichen
Krümmung der Detonationsfront übereinstimmt.
Abgesehen vom Sprengen werden bei vielen industriellen Anwendungen von Sprengstoffen bessere Ergebnisse erzielt, wenn die Sprengladung-gleichzeitig an einer grossen Anzahl von Punkten auf ihrer Oberfläche gezündet wird. Wird z. B. eine gerade oder keilförmige Ladung zum senkrechten Einstossen von Rohren u. ähnl., wie sie im USA-Patent Nr. 2, 605, 704 beschrieben wurde, gleichzeitig an einer grossen Zahl von Punkten entlang einer geraden Linie auf ihrer Oberfläche gezündet, statt nur an einem Punkt, so wird die Gleichförmigkeit der Durchdringung verbessert.
Auch bei dem Verfahren der Explosivverbindung von Metallteilen, beschrieben im USA-Patent Nr. 2, 367, 206, erzeugt eine lokale Zündung der die Metallmuffe in der Montierung umgebenden Sprengladung manchmal eine Beschädigung der Verbindung, während eine derartige Beschädigung nicht auftritt, wenn die muffenähnliche Ladung an einer grossen Zahl von Punkten, die einen Kreis um ein Ende der Ladung bilden, gezündet wird.
Die Verwendung einer Anzahl einzelner Zünder, z. B. von Sprengkapseln, zur gleichzeitigen Zündung an einer Anzahl von Punkten auf einer geraden oder gekrümmten Linie ist nicht immer möglich, u. zw. wegen der Exzentrizität der einzelnen Zünder. Diese ist zwar gering genug, um im allgemeinen vernachlässigt zu werden, schliesst eine wirklich gleichzeitige Zündung aber aus. Ausserdem ist die mechanische Montage einer grossen Zahl von Zündern auf der Oberfläche des zu zündenden Brisanzsprengstoffes ausserordentlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich, u. zw. aus Platzgründen.
Auch kann die Brisanz oder Sprengwirkung der einzelnen Zünder die Verwendung einer grossen Zahl von ihnen dicht beisammen verbeten. Daher sind die Möglichkeiten für Linienwellenerzeuger in derartigen Anwendungsarten offensichtlich.
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Es wurde ein Linienwellenerzeuger vorgeschlagen, der aus einer flexiblen Hülle besteht, die eine Anzahl von inerten Abstandteilen enthält, die ein Netz von Zwischenräumen, In denen ein Brisanzspreng- stoff verteilt ist, bilden. Wenn sich die Detonation entlang der verschiedenen gleichlangen, durch die
Abstandsteile gebildeten Wege fortpflanzt, so erreicht die Front alle Endpunkte, die die gewünschte Linie bilden, gleichzeitig. Dieses im USA-Patent Nr. 2, 774, 306 beschriebene Gerät krankt nicht nur an dem komplizierten Aufbau, wobei die Zahl der in der Hülle enthaltenen Bestandteile Fabrikationsschwierig- keiten ergibt, sondern liefert gelegentlich auch ungenügende Resultate.
Die Detonationsfront kann natürlich eine oder mehrere der rechtwinkligen Windungen der gleichlangen Sprengwege überspringen und kann "Ecken abschneiden", indem sie einer kürzeren Route folgt. Da der Sprengstoff, der den Linien- wellenerzeuger darstellt, mit konstanter Geschwindigkeit detoniert, ist die zum Durchlaufen einer l ngeren Strecke erforderliche Zeit grösser als bei einer kürzeren Strecke. So kommt die Detonationsfront, statt alle Endpunkte gleichzeitig zu erreichen, ungleichzeitig an, wobei dieSegmente der Front1welche . die Kurven abschnitten, vor denen, die rechtwinklige Wendungen ausführen, ankommen.
Ein Ziel der Erfindung ist es, einen einfachen und wirksamen Linienerzeuger zu liefern, der schnell und billig herzustellen ist und der eine angrenzende Sprengladung'in einer grossen Zahl von Punkten auf ihrer Oberfläche wirksam zünden kann.
Der Linienwellenerzeuger der Erfindung besteht aus einer inerten Barriere, die ein Paar im wesentlichen paralleler Gruppen von Sprenglinien, die einen bestimmten Abstand haben und aus sprengkapsel- empfindlichem Brisanzsprengstoff bestehen und deren Querschnittsfläche zur Fortpflanzung der Detonation ausreicht, voneinander trennt. Die Sprenglinien der einen Gruppe liegen schräg zu denen der andern Gruppe und bilden so ein Gitter. Die inerte Barriere hat den Zweck, die Detonation aufzuhalten, wenn sie von einer Ztindlinie in der einen Gruppe zu einer Zündlinie in der andern Gruppe überspringen könnte.
Wünscht man einen Linienwellenerzeuger, bei dem die Detonationsfrist an einer grossen Zahl von Endpunkten, die auf einer geraden Linie liegen, im wesentlichen gleichzeitig ankommt, so sollen die Zündlinien jeder Gruppe untereinander im wesentlichen parallel sein und die Neigung der Zündlinien der einen Gruppe zu der Grundlinie soll im wesentlichen gleich der Neigung der Zündlinien der andern Gruppe, aber entgegengesetzt, gerichtet sein. In diesem Fall hat der Linienwellenerzeuger vorzugsweise die Form eines gleichschenkeligen oder gleichseitigen Dreiecks, wobei die Zündlinien der einen Gruppe parallel zu der einen Seite verlaufen und die der andern Gruppe parallel der andern Seite (im Fall eines gleichschenkeligenDreiecks sind die fraglichen Seiten natürlich gleich).
Wird ein solches dreieckiges Gerät im wesentlichen an der Spitze, wo die zwei fraglichen Seiten zusammentreffen, gezündet, so erhält man eine Detonationsfront, die an einer grossenzahl von Punkten auf der gegenüberliegenden Seite im wesentlichen gleichzeitig ankommt. Der Linienwellenerzeuger kann auch die Form eines Quadrats oder Rechtecks haben. Wenn in diesem Fall die Zündlinien der einen Gruppe parallel zu der einen Diagonale verlaufen, so erhält man bei der Zündung des Geräts im wesentlichen im Schnittpunkt der Diagonalen eine Detonationsfront, die an den Seiten des Quadrats oder Rechtecks im wesentlichen gleichzeitig ankommt.
Bei einer andern Form des Geräts, die einen Ringraum darstellt, bilden die Zündlinien jeder Gruppe eine Serie von Spiralen, die einen gleichmässigen Abstand aufweisen und im Mittelpunkt des Ringraumes zusammenlaufen, wobei die Spiralen jeder Gruppe identisch, aber entgegengesetzt gerichtet sind. Für manche Zwecke ist auch ein Sektor eines derartigen Ringraumes, z. B. die Hälfte desselben, besonders brauchbar.
In der Zeichnung werden verschiedene erfindungsgemässe Gerätformen gezeigt, u. zw. nur durch ihre Zeichnung. Fig. l zeigt einen vergrösserten schematischen Plan einer Form eines Linienwellenerzeugers, Fig. 2 stellt einen vergrösserten schematischen Plan einer andern Form eines Linienwellenerzeugers dar, Fig.3 ist ein vereinfachter, vergrösserter schematischer Plan noch eines andern Linienwellenerzeugers,
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4Linienwellenerzeugers.
Im einzelnen stellt Fig. l einen Linienwellenerzeuger dar, der so entworfen ist, dass die am Punkt Po erzeugte Detonationsfront die Endpunkte P-P auf der Basis gleichzeitig erreicht und so eine gerade Linie bildet. Diese Ausführung besteht aus zwei parallelen Gruppen von parallelen Sprenglinien EundE', wobei die beiden Gruppen durch eine inerte Barriere B getrennt sind und die Zündlinien, die die eine
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durchgezogene Pfeil zwischen Punkt Po und Punkt Pl zeigt diese Bewegung. Die Detonation kann aber auch zwischen den Sprenglinien E und E'vor-und rückwärts kreuzen, u. zw. an den Kreuzstellen der Zündlinien. Dabei verläuft sie an den Kreuzungspunkten nicht in scharfwinkligen Wendungen, sondern schneidet die Ecken.
Die gewellten Pfeile der Zeichnung zeigen diese Bewegung, wobei der gestrichelte Pfeil eine Detonation zeigt, die von dem Weg, der die Punkte P-P verbindet, zum Endpunkt P10 abzweigt.
Der durchgezogene, gewellte Pfeil zeigt eine Detonation, die vom Weg des gestrichelten Pfeils abzweigt und am Endpunkt P ankommt.
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Entfernung zwischen P, und F, oder Pn länger IstKreuzungspunkten des Netzes einen kürzeren Weg einschlagen kann als ihn die scharfwinkligen Windungen bilden, wenn sich die Sprengungen tatsächlich schneiden, kann sich die erhaltene Detonationsfront ausbauchen. Das bedeutet, dass die Detonationsfront an den Endpunkten, die dem Ziindpunkt zunächst liegen, eher ankommt als an den weiter entfernt liegenden Endpunkten. Ein derartiges Ausbauchen der Front kommt bei dem oben angeführten Linienwellenerzeuger vor.
Wird jedoch erfindungsgemäss eine feste inerte Barriere zwischen die zwei Gruppen von Sprenglinien geschoben, so lässt sich die durch das Überspringen der Detonation durch die Barriere vor der ZUndung der Detonation in der gegenüberliegenden Zündlinie verursachte Verzögerung so gestalten, dass sie die durch das"Eckenabschneiden"gewonnene Zeit wieder kompensiert. Wenn man daher die Zeit, die die Detonation braucht, um alle Wege vom ZUndpunkt zu den Endpunkten, unabhängig von ihrer Länge oder Windung, zu durchlaufen, gleichmacht, so kommt die Detonation, die sich mit konstanter Geschwindigkeit fortpflanzt, an allen Endpunkten gleichzeitig an.
Bei der in Fig. l gezeigten Ausführung bildet die Detonationsfront in jeder gegebenen Entfernung von den dem Zündpunkt PO zunächstliegenden Kreuzungsstellen eine gerade Linie.
Der Linienwellenerzeuger von Fig. 2 ist so gestaltet, dass die an einem zentralen Zündpunkt PO er-
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angezeigt. Dieser Erzeuger kann so verstanden werden, dass er aus vier dreieckigen Netzen von Fig.1 besteht, die so zusammengefügt sind, dass sie ein quadratisches geradliniges Netz bilden. Daher sind die Wirkungsweise und die Konstruktionsprinzipien dieses Netzes mit denen der Ausführung von Fig. l im wesentlichen identisch.
In Fig. 3 stellen E, E', B und Po wieder die beiden Gruppen von Sprenglinien bzw. Barriere und Zündpunkt dar. Bei dieser in vereinfachter Form gezeigten Ausführung der Erfindung stellen die Sprenglinien In beiden Gruppen Spiralen dar, wobei sich die parallelen Gruppen so überlagern, dass die Spiralen der Gruppe E denen der Gruppe E'entgegengesetzt gerichtet sind.
Bei dieser Konfiguration läuft die Detonation genau so wie in der Ausführung von Fig. l, aber die am Punkt Po gezündete Detonation konvergiert und erreicht schliesslich gleichzeitig eine Reihe von Endpunkten, die einen Kreis C bilden, wobei die ursprüngliche GrundkrUmmung der Front, so wie sie erzeugt wurde, umgekehrt worden ist.
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dung an, so wird die konvergierende Detonationsfront an der Reihe von Endpunkten, die den Kreis C bilden, eine Kreisform erhalten, wobei diese Front aber vor dem Erreichen dieser Punkte einen Kreisbogen darstellt. Wird die Detonation jedoch an zwei Punkten Po und Po'auf der Peripherie des Netzes gezündet, so wird die Front bereits bei einer Reihe von Punkten, die der Peripherie der Ladung näherliegen, einen völligen Kreis darstellen, um so einen Kreis C'von grösserem Umfang zu bilden.
Eine Zündung an den Punkten Po, Po' und Po" wird einen Kreis von noch grösserem Umfang C" geben. Es ist ersichtlich, dass bei einem gegebenen Linienwellenerzeuger, der gemäss dieser Ausführung der Erfindung konstruiert ist, sich der durch die Endpunkte gebildete Kreis bis zu einem gewissen Grad in seinem Umfang durch die Zahl der verwendeten Zündpunkte regeln lässt.
Fig. 5 zeigt den Linienwellenerzeuger der Erfindung, wie er nach einem Herstellungsverfahren aufgebaut ist. In der Figur stellt 1 eine Zündlinie aus zündkapselempfindlichem Brisanzsprengstoff dar, die in den Vertiefungen einer Trägerplatte 2, z. B. aus Bleifolie, durch eine Schicht von druckempfindlichem Klebeband 3 festgehalten wird. 4 stellt die feste inerte Barriere dar, die zwischen den parallelen entgegengesetzten Trägerplatten 2 befestigt ist, so dass die Sprenglinien 1, die in der einen Trägerplatte enthalten sind, den Linien der andern Platte nicht parallel sind.
Eine gewünschte Verbiegung der Detonationsfront lässt sich auf mehreren Wegen ohne besondere Herstellungsschwierigkeiten leicht erzielen. Die zur Verbiegung erforderlichen kritischen Merkmale sind :
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1. Die Sprenglinien, die eine Gruppe bilden, müssen einen Abstand voneinander haben, d. h. sie dürfen sich nicht berühren und müssen schräg zu den Zündlinien der andern Gruppe verlaufen, so dass sie ein Netz bilden.
2. Die Ebenen von zwei Gruppen müssen parallel sein.
3. Die Brisanzsprengstofflinien müssen eine Querschnittsfläche aufweisen, die zur Fortpflanzung der Detonation ausreicht.
4. Die Zündlinien müssen allgemein so verteilt sein, dass sie eine Anzahl von Wegen zwischen dem Zündpunkt und den Endpunkten bilden, die, wenn man den Mittellinien der Zündlinien folgt, gleiche Länge besitzen.
5. Die feste inerte Barriere, die zwei parallele Gruppen trennt, muss so dick sein, dass sie die Fortpflanzung der Detonation von einer Zündlinie in der einen Gruppe zu der gegenüberliegenden Zündlinie in der andern Gruppe für eine kurze Zeit verzögert, aber nicht verhindert, so dass sie im wesentlichen die durch das Eckenabschneiden gewonnene Zeit kompensiert.
Dieses Zeitintervall ist im wesentlichen gleich mit dem Zeitraum, welcher erforderlich ist für eine Detonation, welche die Breite einer Zündlinie kreuzt. Sechs Zündlinien in jeder Gruppe sollen in solchen Abständen voneinander angeordnet werden, dass die Detonation sich besser fortpflanzt durch die Barriere als von einerzündlinie zurnächsten innerhalb einer Gruppe ; im allgemeinen sind dieZündlinien in einem Abstand voneinander gehalten, der der zweifachen Stärke der Barriere entspricht. Die ersten zwei Merkmale sind natürlich bereits durch die Netzstruktur gegeben, aber in dem vorliegenden Sprengstoffnetz schneidet, im Gegensatz zu üblichen Netzen, jede gegebene Zundlinie in der einen Gruppe eine Zündlinie der andern Gruppe nicht tatsächlich, sondern kreuzt sie, d. h. kreuzt sie ohne Berührung.
Auf der Grundlage der oben angegebenen Bedingung lassen sich, ausser den hier besonders beschriebenen, viele Formen von Linienwellenerzeugern zur Herstellung von geradlinigen Detonationsfronten verschiedener geometrischer Formen leicht herstellen. Die genaue Zusammensetzung des verwendeten Sprengstoffs ist so lange nicht kritisch, als das Sprengmaterial in dem Netz mit hoher Geschwindigkeit, d. h. mindestens 3000 m/sec detoniert und für ZUndkapseln empfindlich ist. Derartige sprengkapselempfindliche Brisanz-
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Überlegungen wie Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit u. ähnl. beruht, wird doch PETN auf Grund seiner allgemeinen Verfügbarkeit und leichten Handhabung bevorzugt.
Was für ein Sprengstoff im speziellen verwendet wird, hängt zum Teil auch von der zur Herstellung des Sprengstoffnetzes verwendeten Fabrikationsmethode ab. Für ein Strangpressverfahren würde man natürlich eine strangverpressbare Masse, z. B. die des folgenden Beispiels 5, oder eine der üblichen Massen aus Nitroglyceringrundlage verwenden. Andere Fabrikationsmethoden, z. B. die Trägerplattenmethode, können sich natürlich der Sprengmasse besser anpassen.
Wie man sieht, stellt die genaue Methode, die zum Herstellen der Netze verwendet wird, keinen Teil der Erfindung dar, sondern gehört in den Bereich der Mechanik. Die Verwendung von Trägerplatten vereinfacht bis zu einem gewissen Masse die Arbeit. Jedoch stellen die Platten selbst kein wesentliches
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digkeit erhöht wird. Daher kann die Verwendung derartiger Platten gelegentlich erwünscht sein, z. B. wenn eine Erhöhung der Detonationsgeschwindigkeit eines gegebenen Sprengstoffes erwünscht oder notwendig sein kann. Platten aus Bleifolien werden in dem folgenden Beispiel deshalb benutzt, um Röntgenaufnahmen der Netzdetonationen zu erlauben, jedoch ist das Material der Trägerplatten nicht wesentlich, da jedes Material geeignet ist, das sich zu einem Trägermedium für freifliessende Sprengmassen formen lässt.
So können z. B. die Vertiefungen auch in einem thermoplastischen, synthetischen Material wie Poly- äthylen durch ein Heisspressverfahren eingedrückt werden.
Die zur Fortpflanzung der Detonation erforderliche Mindestquerschnittsfläche der Sprenglinie hängt von dem speziellen Sprengstoff ab, aus dem die Linien bestehen. Für einen sehr empfindlichen Sprengstoff beträgt diese Mindestfläche 0, 09 mm2. Der jeweilige Wert der Querschnittsfläche ändert sich jedoch, wie oben angegeben, mit dem jeweils verwendeten Sprengstoff, so dass die genaue Mindestquerschnittsfläche keinen festen Wert besitzt.
Viele Materialien eignen sich zur Verwendung als inerte, vorzugsweise feste Barriere. Hiezu gehören Papier, z. B. Pappe, Kunststoffilme wie Polyäthylen oder Polyvinylchlorid, Stoff, Filz und Kork. Die zum Zusammenhalten der Montierung verwendeten Klebstoffe stellen ebenfalls einen Teil der Barriere dar und, wie später gezeigt wird, funktionieren derartige vollständige Verbindungen eines Klebestoffes mit einem andern Material wie dem druckempfindlichen Klebeband zufriedenstellend.
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<tb> Netz <SEP> Anzahl <SEP> von <SEP> Anzahl <SEP> von <SEP> Anzahl <SEP> von <SEP> Gesamtdicke <SEP> Aufbau <SEP> der
<tb> Nr.
<SEP> 0, <SEP> 2mm <SEP> 0, <SEP> 45mm <SEP> 0, <SEP> 23 <SEP> mm <SEP> der <SEP> Barriere <SEP> Barriere
<tb> Klebeband <SEP> Pappschichten <SEP> Polyäthylen- <SEP> (mm)
<tb> schichten
<tb> 1 <SEP> 2 <SEP> 0 <SEP> 1 <SEP> 0, <SEP> 64 <SEP> Polyäthylen
<tb> zwischen
<tb> Klebebandschichten
<tb> 2 <SEP> 2 <SEP> 1 <SEP> 0 <SEP> 0, <SEP> 85 <SEP> Pappe <SEP> zwischen
<tb> Klebebandschichten
<tb> 3 <SEP> 3 <SEP> 2 <SEP> 0 <SEP> 1, <SEP> 50 <SEP> Klebebandschichten- <SEP>
<tb> Pappschichten-Klebebandschichten-Pappschichten-Klebebandschichten
<tb>
Beispiel 4: In zwei runde Platten aus Bleifolie wurden durch passende Prägeplatten eine Gruppe von Spiralrillen eingepresst. Die Rillen wurden mit feinzerteiltem PETN nach dem Verfahren von Beispiel 1 gefüllt, wobei die Querschnittsfläche der erhaltenen Sprengstofflinien 0, 5 mm2 betrug.
Diejenige Ober- fläche jeder Folie, die den Sprengstoff enthielt, wurde mit einer runden Platte von doppelseitig klebendem
Band von 0, 20 mm Dicke bedeckt und eine Pappschicht von 1, 25 mm Dicke wurde zwischen den parallelen Folien, die Oberfläche an Oberfläche zueinander stehen, so befestigt, dass die Spiralen der einen Folie denen der andern Folie entgegengesetzt gerichtet sind. Zündet man das resultierende kreisförmige Netz (Fig. 4) an einem Punkt seiner Peripherie, so nimmt die Detonationsfront schliesslich in der Nähe des Zentrums des Netzes Kreisform an. Wird ein gleiches Netz an zwei gegenüberliegenden Punkten seiner Peripherie gezündet, so erhält man eine kreisförmige Detonationsfront von grösserem Umfang.
Obwohl sich die netzartigenLinienwellenerzeuger der Erfindung leicht nach dem oben beschriebenen Verfahren durch Verwendung von Trägerplatten (z. B. Bleiplatten) herstellen lassen, so lassen sich durch Verwendung des folgenden Verfahrens auch ohne Trägerplatten Einheiten herstellen.
Beispiel 5 : Auf eine dreieckige Pappplatte, deren Oberflächen mit einem Klebemittel bedeckt sind, werden eine Anzahl von diagonalen parallelen Streifen aus einer RDX-haltigen strangpressbaren Masse stranggepresst. Nach dem Aufbringen dieser Masse wird auch auf die andere Oberfläche der Pappbarriere eine Anzahl von Sprengstoffstreifen stranggepresst, u. zw. so dass ihre Richtung der der vorher aufgepressten Streifen entgegengesetzt gerichtet ist, d. h. die Streifen der einen Oberfläche laufen schräg zu denen der andern Oberfläche.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Zündung von Sprengstoffen, enthaltend Zündlinien eines sprengkapselempfindlichen Brisanzsprengstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine inerte Barriere (B) enthält, die ein Paar im wesentlichen paralleler, voneinander im Abstand befindlicher Gruppen von Sprengstofflinien (E, E') trennt, die sprengkapselempfindlichen Brisanzsprengstoff enthalten und eine Querschnittsfläche aufweisen, die zur Fortpflanzung ihrer Detonation ausreicht, wobei die Zündlinien (E) der einen Gruppe zu denZündlinien (E') der ändern Gruppe unter Bildung eines Gitters schräg verlaufen und die Verteilung der Sprenglinien (E, E') und die Dicke der Barriere (B) so gewählt ist, dass durch Zündung des Linienwellenerzeugers an einem Zündpunkt (Po'Po', Po")
die resultierende Detonationsfront im wesentlichen gleichzeitig an einer grossen Zahl von Endpunkten (P-P) auf einer Begrenzungslinie der Zündvorrichtung ankommt.