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Walzendruckmaschine für Textilien
Beim Betrieb von Walzendruckmaschinen in Textilausrüstungsbetrieben wird die lange Umrüstzeit bei einem Wechsel des Druckdessins als ausserordentlich zeitraubend und kostspielig empfunden, so dass sich das Umrüsten einer Walzendruckmaschine erst bei sehr grossen Metragen von zirka 10 bis 20000 m ab lohnt. Die lange Umrüstzeit wird dadurch verursacht, dass nach dem Auslaufen eines Druckes die Druckwalzen mit ihren Zusatzeinrichtungen abgenommen, gereinigt und dann wieder in die Druckmaschine eingebaut werden müssen, wobei alle Zusatzeinrichtungen, wie Farbrakel, Farbbehälter und Farbwalzen, an der Maschine neu justiert werden müssen, was eben eine erhebliche Zeit in Anspruch nimmt.
Die Erfindung schafft hier Abhilfe und ermöglicht es nunmehr, einen Dessinwechsel auf einer Textilwalzendruckmaschine in äusserst kurzer Zeit - die wesentlich unter einer Stunde liegt-vorzunehmen, wodurch es rentabel wird, auch bei allerkürzesten Metragen oder beim "Mustern" eine Walzendruckmaschine umzustellen. Erfindungsgemäss geschieht dies im wesentlichen dadurch, dass die Druckwalze mit einer vorzugsweise allseitig geschlossenen Farbwanne, der Farbrakel, eventuell einer Gegenrakel und einer Reinigungsbürste oder-walze sowie mit Druckanstell- und Justierschrauben zu einem auf der Druckwalzenwelle drehbar gelagerten Aggregat vereinigt sind.
Dabei können die einzelnen Teile der Einheit in Lage und Druck zueinander durch Einstellmittel schon vor dem Einbau in die Druckmaschine einjustiert werden. Es ist dann nur noch nötig, den Anpressdruck einzustellen, was sowieso beim Rapporteinrichten der ersten Warenmeter vorgenommen werden muss.
Auf weitere Merkmale der Erfindung wird in der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles noch hingewiesen werden. In der Zeichnung zeigen : Fig. 1 ein Prinzipbild einer Walzendruckmaschine, Fig. 2 eine Draufsicht auf das rechte obere Druckwalzenaggregat in Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. l, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3, Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 3 (Seitenansicht), Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 3, Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII in Fig. 6.
Gemäss dem in Fig. 1 dargestellten Bild sind rund um den Druckzylinder 1 der Walzendruckmaschine beispielsweise sechs Druckwalzen angeordnet. Zwischen den Druckwalzen und demDruckzylinder läuft die zu bedruckende Ware ô zusammen mit einem DrucktUch und einem Mitläufer in Pfeilrichtung hindurch.
Die Druckwalzen bilden zusammen mit den Farbwannen 9 und den Farbrakeln 12 bauliche Einheiten, wobei, wie Fig. 1 zeigt, die Farbwannen 9 relativ zu dem Druckzylinder 1 bzw. zur Horizontalen ganz verschiedene Lagen einnehmen, je nachdem, an welcher Stelle des Druckzylinders sich die jeweilige Druckwalze befindet.
Die Farbwanne 9 besteht aus einer die Druckwalze 2 - die auf der Druckwalzenwelle 8 sitzt-nur auf einem Teil des Umfanges umschliessenden Blechschale, die mit Längsrippen 10 aus Blech versteift ist.
Die Abdichtung der Farbwanne 9 gegen die Druckwalze 2 erfolgt auf der einen Seite durch eine beispielsweise aus Kunststoff bestehende Gegenrakel 11, die verstellbar angeordnet ist. An dieser Stelle können auch weitere Zusatzeinrichtungen, z. B. eine Reinigungsbürste 22 zum Abstreifen von Textilflusen von der Druckwalze befestigt sein. An der Längskante erfolgt die Abdichtung gegen die Druckwalze durch die Farbrakel 12, die an einer Rakelschiene 13 befestigt und mit Zapfen 14 in an sich bekannter Weise in einer Rakeleinstellvorrichtung 15, 16 drehbar gelagert ist.
Der zwischen der Farbrakel 12, der Gegenrakel 11 und der Farbwanne 9 gebildete Farbwannenraum muss nunmehr noch an den Stirnseiten abgedichtet werden. Dies geschieht durch Seitenwände 20, die sich
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in ihrer Form dem so gebildeten Farbwannenraum genau anpassen. Gemäss weiterer Erfindung erfolgt die restlose Abdichtung dieser Seitenwände durch über Druckluftanschlüsse 24 aufblasbare Passstücke 23, die auf dem Umfang der Seitenwände 20 angeordnet sind, dadurch wird der gesamte Farbwannenraum abgedichtet, so dass dieser auch dann, wenn die Farbrakel auf der Unterseite liegt, flüssigkeitsdicht schliesst.
Die Verbindung der Farbwanne 9 mit der Druckwalze zu einem Druckwalzenaggregat erfolgt dadurch, dass die Farbwanne mittels Stellschrauben 19 und einer Lagerhülse 18 auf den Wellenzapfen 8 der Druckwalze 9 gelagert ist. Damit ist eine unverrückbare Verbindung zwischen der Druckwalze 2 und der Farbwanne geschaffen.
Da, wie bereits erwähnt, das Druckwalzenaggregat je nach Lage am Druckzylinder zur horizontalen Ebene eine andere Aufhängung erfährt, muss diese Lage am Druckwalzenständer fixiert sein. Dies erfolgt dadurch, dass an den Seitenwänden 20 der Farbwanne Nocken 21 angeordnet sind, die sich auf an den Maschinenständem befestigte Anschlagflächen 27 abstützen.
Die volle Auswirkung der Erfindung wird dadurch erreicht, dass ein Reservesatz von Druckwalzenaggregaten bereitgestellt wird, der vor einem Druckwalzenwechsel bereits gereinigt, richtig einjustiert und auf einem Bereitstellungswagen einsatzbereit liegt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Walzendruckmaschine für Textilien, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckwalze (2) mit einer vorzugsweise allseitig geschlossenen Farbwanne (9), der Farbrakel (12), eventuell einer Gegenrakel (11) und einer Reinigungsbürste oder-walze (22) sowie mit Druckanstell- und Justierschrauben (16,18, 19) zu einem auf der Druckwalzenwelle (8) drehbar gelagerten Aggregat vereinigt ist.