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Schuh mit einem vorzugsweise hohen Absatz und Vorrichtung zu seiner Herstellung
Die Erfindung betrifft einen Schuh mit einem vorzugsweise hohen Absatz, bei welchem die mit dem Schuhschaft vemähteBrandsohle mit einer Zwischen-und einer Laufsohle aus Gummi oder Kunststoff durch Vulkanisation oder Schweissung verbunden und die Zwischen- und die Laufsohle im Absatzbereich ansichtbar sind, sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zu seiner Herstellung
Die bisher übliche Form zum Herstellen von Schuhen mit anvulkanisierter Gummisohle bzw. einer Sohle aus Kunststoff oder entsprechendem Werkstoff und Absatz ist so gebaut, dass sich unten in der Form eine Bodenplatte befindet und darüber ein Rahmen angeordnet wird.
Die Innenfläche dieses Rahmens dient zur Bildung des Umrisses von Sohle und Absatz und seine Unterseite ist der Gestalt der Bodenplatte angepasst. Oben wird der Rahmen durch den aufgesetzten Leisten abgeschlossen, auf den der Schaft mit der Decksohle aufgezogen ist. Die Laufsohle aus vorvulkanisiertem Plattengummi und die Zwischensohlenmi - schung werden vor dem Absenken des Leistens in die Sohlenform eingebracht.
Mit den bisher üblichen Formen dieser Art werden Schuhe mit einer anvulkanisierten Laufsohle hergestellt, die sich über die Sohle, das Gelenk und den Absatz erstreckt und bei der die Zwischensohle zwischen Schaft und Laufsohle sich über den ganzen Laufsohlenbereich erstreckt.
Schuhe dieser Art werden nur mit einer Gelenksprengung oder einer Absatzhöhe zwischen 15 und 35 mm hergestellt. Man kann mit solchen bekannten Formen auch Schuhe herstellen, bei denen keine Laufsohle eingelegt wird, sondern die gesamte Sohlenkonstruktion einschliesslich des Absatzes aus einer einzigen Gummimischung vulkanisiert werden.
Die Gelenke bei derartigen bekannten Schuhen sind wegen der niedrigen Absatzsprengung unschön und wirken plump. Die Absatzform muss sehr breit gewählt werden, was dem Schuh ein ebenfalls wenig schönes Aussehen gibt, sich jedoch deshalb nicht vermeiden lässt, da eine breite Auftrittsfläche geschaffen werden muss, um die Abnutzung an der Lauffläche in erträglichen Grenzen zu halten. Ausserdem muss dann, wenn wegen Gewichtsersparnis eine Innenfüllung aus Holz oder ähnlichem Werkstoff in den Absätzen-angeordnet ist, die nötige Schichtstärke für die umkleidende Gummischicht vorgesehen werden, so dass sich auch aus diesem Grunde breite und plumpe Absätze ergeben.
Ziel der Erfindung ist es, einen Schuh zu schaffen, bei dem der Werkstoff für die Sohlenkonstruktion nicht gleichzeitig für die Bildung oder Umkleidung des Absatzes verwendet wird, der vielmehr aus anderem Werkstoff besteht und-wie bei Leder-Strassenschuhen-nachträgtlich angearbsitet werden soll. Es soll also nicht mehr ein Gummiabsatz mit Füllung verwendet werden, der mit der Sohle aus einem Stück geformt ist, sondern ein hoher Absatz, z. B. aus Holz, nachträglich mit dem Schuh verbunden werden, der mit irgendwelchen Stoffen, z. B. Textil-oder Kunststoffen, Leder od. dgl. überzogen ist, und der einen Absatzfleck an der Lauffläche aufweist.
Der Erfindungsgegenstand ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischensohle und bzw. oder die Laufsohle in ihren rückwärtigen Teilen, d. h. vom Gelenk bis zum Absatzbereich in der Stärke allmählich abnehmen, dass eine an sich bekannte widerstandsfähige und federnde, im Absatzteil mit Durchbrechungen versehene Gelenkeinlage mit hoher Sprengung, z. B. aus Pappe mit Stahlfeder, unterhalb der Brandsohle angeordnet ist und dass der Absatz mit der Sohle vorzugsweise durch Nageln oder Schrauben vom
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Schuhinnern her verbunden ist.
Ein derartiger Schuh kommt dem bekannten eleganten Schuh ohne weiteres gleich und ist ihm sogar noch wesentlich überlegen. Während also das bisher bekannte Verfahren der Verbindung von Gummi-oder Kunststoffsohlen imVulkanisations-oderschweissverfahren mit vorbereiteten Schäften nur auf Hausschuhe oder Sportschuhe mit niedrigerem und breitem Absatz angewendet werden konnte, ist es nunmehr möglich, auch elegante Strassenschuhe unter Anwendung der gleichen bekannten Verfahren herzustellen.
Der Schuh bekommt den Charakter von Lederschuhen, ist indessen wesentlich leichter als diese und weist vor allem eine vollkommen biegsame, weiche Gummilaufsohle an einschliesslich einer Schwammgummi-Zwischensohle mit einem durch die geschlossene Aussenhaut gebildeten und demgemäss widerstandsfähigen Sohlenrand. Ausserdem wird das Gehen in einem-erfindungsgemässen Schuh wesentlich angenehmer, da bei einem Schuh mit hohem Absatz der gesamte Druck des Fusses zum Fussballen gelenkt wird und dieser bei dem bekannten Strassenschuh eine harte Ledersohle vorfindet, während die aus Schaumgummi bestehende Zwischensohle bei dem erfindungsgemässen Schuhwerk unter dem Ballen eine weiche Innenpolsterung ergibt.
Es wird also durch die Erfindung nicht nur der Anwendungsbereich der anvulkanisierten oder-geschweissten Gummi-bzw. Kunststoffsohlen wesentlich, nämlich auch auf Strassenschuhe ausgedehnt, sondern es wird gleichzeitig derAnwendungsbereich des Strassenschuhes auch auf diejenige Benutzerin erwei- tert. die bisher wegen der unbequemen Verlagerung des Druckes auf den Ballen die bekannten Schuhe mit hoher Sprengung und nicht zusammendrückbarer Sohlenkonstruktion ablehnte.
Selbstverständlich kann sinngemäss die Erfindung auch entsprechend auf solche Schuhe angewendet werden, bei denen die Verbindung zwischen Sohle und Schaft nicht durch Vulkanisation oder Verschwei- ssung, sondern auf andere Weise, so z. B. durch Verkleben oder ähnliches bewerkstelligt wirdj. soweit es sich um in Formen vorgefertigte Sohlen aus Gummi oder Gummigrundlage aus Kunststoff ode. entsprechenden Stoffen handelt.
Die Verbindung zwischenAbsatz undSchaft kann unter Beibehalten der imAbsatzteil verjüngten Sohle ohne weiteres in an sich bekannter Weise durchgeführt werden, so z. B. durch Befestigung des Absatzes mit der Sohle durch Nageln oder Schrauben vom Schuhinnern her oder durch Anvulkanistaj'en oder Verschweissen.
Die unterhalb der Brandsohle angeordnete federnde Gelenkeinlage erstreckt sich in denAbsatzteil und kann zum Befestigen des Absatzes benutzt werden. Durch die vorgesehenen Durchbrechungen in der Gelenkeinlage kann der Werkstoff der Zwischensohle die Einlage an diesen Stellen durchsetzen, so dass eine gute Verbindung zwischen Einlage und Sohle gewährleistet ist, wobei in an sich bekannter Weise die Gelenkeinlage ganz oder zum Teil in der Zwischensohle eingebettet sein kann.
Eine andere zusätzliche günstige Art der Befestigung ist dadurch gegeben, dass man die Sohle imAbsatzteil schmäler als den Absatz hält, und man diesen mit einer entsprechenden Ausnehmung versieht.
Der Absatz wird dann also an seinem Randteil unmittelbar mit dem Schaft in Berührung kommen, so dass die Sohle nicht nach aussen sichtbar wird. Dies ist besonders günstig wenn der Absatz aus Stoffen besteht bzw. mit diesen umkleidet ist, die dem Schaft entsprechen, weil dann der Übergang zwischen Absatz und Schaft nicht mehr durch die Sohle gebildet wird, sondern beide Teile unmittelbar aneinander stossen.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine Form mit einem Schuh gemäss der Erfindung. Fig. 2 einen Querschnitt durch die Form gemäss der Linie II-II in Fig. 1 und Fig. 3 eine Aufsicht auf den hinteren Teil der Form mit eingelegter Laufsohle, in Richtung des Pfeiles m gesehen.
Die Bodenplatte5 der Vulkanisationsform ist an ihrer der Schuhunterseite zugewendeten Oberfläche 6 so ausgebildet, damit der Schuh 7 eine hohe Sprengung erhält. Dabei ist die Grundplatte zu : Einsparung von Werkstoff in an sich bekannter Weise so gestaltet, dass der Absatzteil 8 im wesentlichen waagrecht
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Waagrechten stehen. Die Laufsohle 11 ist auf die Grundplatte 5 aufgelegt. Sie steht während der Herstellung des Schuhes in der Form gegenüber dem Rand der Zwischensohle 13 auf ihrem gesamten Umfang vor und dichtet die Fuge zwischen Grundplatte 5 und Rahmen 14 derVulkanisationsform ab.
Auf sie wird - zusammen mit der Zwischensohlenmischung-eine durch eine Stahlfeder verstärkte Gelenkeinlage 15 aus Pappe gelegt, deren Form der Sprengung des Schuhes entspricht und die im Absatzteil mit Durchbrechungen versehen ist. Der Rahmen 14 ist der Oberfläche 6 der Bodenplatte 5 entsprechend ausgebildet, und formt den Rand der Zwischensohle 13. Der Innenflansch des Rahmens weist im Bereich der Schuhspitze eine Stärke 16 auf, welche der Stärke 16'der Zwischen-und Brandsohle entspricht. Die Stärke des Rahmenflansches und damit auch der Zwischensohle 13 nimmt, etwa im Gelenk beginnend, gemäss der Er-
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findung nach hinten, d. h. nach dem Absatz zu allmählich ab. Die Laufsohle 11 nimmt im Absatzteil an Stärke ab und läuft an ihrem Ende spitz aus.
Der Absatz 17, der in Fig. 1 gestrichelt gezeichnet ist, wird erst nach Fertigstellung des Schuhes von innen her z. B. durch Nageln befestigt.
Fig. 2 zeigt die Bodenplatte 5 mit einem Wulst 18. Wie Fig. 3 zeigt, ist die Laufsohle 11 in ihrem hinteren Teil so ausgestanzt, dass sie dort innerhalb des Wulstes Aufnahme findet. Der Rahmen 14 ist, wie aus Fig. 1 ersichtlich, im vorderen Teil mit 14'und im rückwärtigen Teil mit 14" bezeichnet. Der vordere Rahmenteil 14'überdeckt den verbreiterten Teil der Laufsohle 11, die in diesem Teil der Form als Dichtung zwischen Bodenplatte und Rahmen dient, während im rückwärtigen Teil 19 der Laufsohle die Abdichtung durch den etwa der Absatzrundung angepassten, hufeisenförmigen Wulst 18 der Bodenplatte 5 in Verbindung mit dem Innenflansch des Formrahmens 14" und dem Fersenteil des Schaftes erfolgt.
PATENTANSPRÜCHE : T : Schuh mit einem vorzugsweise hohen Absatz, bei welchem die mit dem Schuhschaft vernähte Brandsohle mit einer Zwischen-und einer Laufsohle aus Gummi oder Kunststoff durch Vulkanisation oder Schweissung verbunden und die Zwischen-und die Laufsohle im Absatzbereich unsichtbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischensohle (13) und bzw. oder die Laufsohle (11) in ihren rückwärtigen Teilen, d. h. vom Gelenk (9) bis zum Absatzbereich (8), in der Stärke allmählich abnehmen, dass eine an sich bekannte widerstandsfähige und federnde, im Absatzteil mit Durchbrechungen versehene Gelenkenlage mit hoher Sprengung, z.
B. aus Pappe mit Stahlfeder, unterhalb der Brandsohle angeordnet istund dass der Absatz (17) mit der Sohle (11) vorzugsweise durch Nageln oder Schrauben vom Schuhinnern her verbunden ist.