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Auf zwei Fundamenten, insbesondere aus Beton, errichteter
Stahlgittermast
Die Erfindung betrifft eine besondere Bauweise von Fachwerksgittermasten im Fundamentbereich.
Stahlgittennaste für Hochspannungsleitungen setzen sich zumeist aus vier Fachwerkswänden zusammen, die mittels der Eckstiele den Mastkörper bilden. Bei Tragmasten ist es wirtschaftlich, den Querschnitt des vorgenannten Mastkörpers rechteckig zu wählen, dadurch, dass die senkrecht zur Leitungsachse liegenden Fachwerkswände breiter ausgeführt werden als die parallel zur Leitungsachse liegenden. Auf diese Weise wird dem statischen Umstand Rechnung getragen, dass bei Tragmasten jene Kräfte, die senkrecht zur Leitung gerichtet sind, weitaus am grössten und somit für die Bemessung der Fachwerke massgebend sind.
Bei der beschriebenen Mastbauform, die fachtechnisch unter der Bezeichnung Rechteckgittermast bekannt ist, werden nun die beiden schmalen Fachwerkswände an der Mastbasis in je einen länglichen Fundamentkörper übergeführt, dessen Kappengrat daher wieder annähernd parallel zur Leitungsachse verläuft.
Die untersten Streben in den Fachwerkswänden sind im allgemeinen symmetrisch angeordnet, so dass der Kreuzungspunkt der Streben auf der jeweiligen Symmetrale der Fachwerkswand liegt. Die weiteren senkrecht zur Leitungsachse liegenden Fachwerkswände schliessen nach unten zu mit den sogenannten Portalstreben ab, die im Bereich der Fundamentkappen an die Eckstiele angeschlossen sind.
Mit dieser Mastkonstruktion kann die Mastbasis den Geländequerneigungen gut angepasst werden, wobei diese Querneigungen in der Ebene zur Leitungsrichtung, durch die Mastachse gehend, in der Natur aufzunehmen sind. Die länglichen Fundamentkörper können nun in verschiedenen Höhenlagen zweckentsprechend angeordnet werden. Die Portalstreben sind dann paarweise ungleich lang.
Zur praktischen Höheneinstufung der Fundamentkörper bedient man sich sogenannter Fundamentbezugspunkte, die einer rein geodätischen Normung unterliegen und üblicherweise die Durchstosspunkte der Fundamentkappengrate mit der Querneigungsebene sind. Diese Querneigungsebene geht, wie zuvor definiert, durch die Mastachse quer zur Leitungsrichtung. Ist das Gelände auch in der Leitungsrichtung geneigt, dann muss die Anpassung der Mastbasis in einer viel komplizierteren ungünstigeren Weise ausgeführt werden. In diesem Falle liegen die Anschlüsse der Portalstreben in vier untereinander ungleich hohen Punkten an den Mastschäften. Aus Fertigungsgründen können diese Höhenunterschiede der Anschlusspunkte der Portalstreben nur in genormten Intervallen berücksichtigt werden.
Dieser Umstand erfordert eine sehr sorgfältige Abstimmung der geodätischen Geländevermessung mit der Arbeit des Mastkonstrukteurs wie auch mit der Planung des Fundamentwerfers. Trotz der sehr umfangreichen Arbeiten im vorgenannten Sinn sind die erzielten Lösungen, d. i. die Anpassung der Konstruktion an das Gelände bzw. an die jeweils notwendige Ausführung der Fundamentkappe, nie restlos befriedigend. Immer wieder kommt es vor, dass Anschlusspunkte zu hoch über dem Gelände liegen oder auch zu tief. Besonders im letzteren Fall sind dann die Portalstreben bei den Verschalungsarbeiten im Zuge des Betonierens der Fundamente irgendwie hinderlich, indem sie z. B. seitlich in die Fundamentkappen einmünden. Einheitsschalungen zur Herstellung der Fundamentkappen kann man bei dieser Bauweise überhaupt nicht verwenden.
Alle diese Mängel treten auch bei Verwendung von Aufsetzmasten auf, für die die Fundamente mit den entsprechenden Anschlussknotenblechen im voraus hergestellt werden.
Durch die erfindungsgemässe besondere Bauweise von Fachwerksgittennasten im Fundamentbereich können die vorgenannten technischen Schwierigkeiten vermieden werden. Bei einem auf zwei Fundamenten, insbesondere aus Beton, errichteten Stahlgittermast quadratischer oder rechteckiger Grundform, des-
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sen vier Fachwerkswände jede für sich paarweise einander kreuzende Streben aufweisen, von denen zwei der Wandzugehörigkeit entsprechend einander räumlich gegenüberliegende Strebenpaare an ihren Kreuzungsstellen in den der jeweiligen Wand zugehörigen Fundamentteil eintreten, sind erfindungsgemäss als Portalverstrebung in den Fundamenten, gegebenenfalls an Knotenblechen verankerte Raumstreben, vorgesehen, die von den zwei Strebenkreuzungsstellen beim Fundamenteintritt je Mastwand zu den in den andern Mastwänden liegenden Strebenknotenpunkten führen.
Diese Bauweise ist übersichtlich aus einem Tragmastunterteil der axonometrische Darstellung zu entnehmen, wobei die Portalstreben als Raumstreben mit P, die zwei Kreuzungsstellen der Streben beim Fundamenteintritt je Mastwand mit K und die der andern Mastwand zugeordneten Strebenknotenpunkte mit Z bezeichnet sind.