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Winkelstützmauer zum Abstützen von aufgeschütteten Erdmassen, insbesondere beim Strassenbau sowie hiebei zu verwendende Steine und Zugstangen
Die Erfindung betrifft eine Winkelstützmauer zum Abstützen von aufgeschütteten Erdmassen, insbesondere beim Strassenbau sowie hiebei zu verwendende Steine und Zugstangen.
Es ist bekannt, zum Abstützen von aufgeschütteten Erdmassen Stützmauern aus Beton zu verwenden, die aber sehr dick sein müssen und demzufolge sehr teuer sind, weil sie sowohl dem Druck der Erdmassen als auch die auf die Oberfläche der Aufschüttung ausgeübte Belastung aufnehmen müssen.
Wesentlich günstiger sind Winkelstützmauern, und es ist bei solchen bereits bekannt, die Stützmauer und die Sohle durch in zueinander parallelen, zur Sohle und Stützmauer senkrechten Ebenen liegende Bauteile miteinander zu verbinden. Beispielsweise ist in der USA-Patentschrift Nr. 2, 184, 974 eine Winkelstützmauer beschrieben, bei der diese Bauteile aus eisenbewehrten Betonbalken bestehen.
Gemäss der Erfindung sind jedoch die erwähnten Bauteile ausschliesslich von an der Stützmauer und der Sohle verankerten, freiliegenden metallischen, gegebenenfalls mit einem wasserdichten Überzug, vorzugsweise aus Kunststoff, z. B. Plastikmaterial überzogenen, Zugstangen gebildet, und es sind an den zur Herstellung der Mauer und/oder Sohle dienenden Steinen Aussparungen vorgesehen, in die in zueinander parallelen, zur Sohle und Stützmauer senkrechten Ebenen liegende Betonträger eingegossen sind, die zur Verankerung der Zugstangen dienen.
Durch die Erfindung wird eine leichte Winkelstützmauer geschaffen, die nur geringe Biegemomente in der Mauer hervorruft. Die Sohle ruht auf dem sich mit der Zeit verfestigenden gewachsenen Boden auf, der also stabil ist und die Starrheit der Sohle fördert. Durch die Zugstangen wird diese Starrheit sozusagen auf die Mauer übertragen, wobei die Biegemomente der Aufschüttung auf die Mauer selbst erheblich herabgesetzt werden.
Weitere Erfindungsmerkmale, auch der für eine Mauer oder Sohle nach der Erfindung geeigneten Steine, sind aus der folgenden Beschreibung eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles zu erkennen.
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schen Mauer und Sohle bei der Ausführung nach Fig. 1 in vergrössertem Massstab, Fig. 3 die Anordnung nach Fig. 2 in perspektivischer Darstellung, Fig. 4 die Anordnung nach Fig. 2 in einem Schnitt gemäss der Linie IV-IV der Fig. 2 und Fig. 5 eine weitere Ausführungsform einer Stützmauer in perspektivischer Darstellung.
Die Winkelstützmauer zum Abstützen der Erdmassen, die oberhalb der ursprünglichen Verlegungs- flächeP aufgeschüttet sind, besteht (Fig. l) aus einer im wesentlichen senkrechten Stützmauer 1 und einer in Berührung mit der Fläche P stehenden Sohle 2. Die Stützmauer sitzt auf einem durchgehenden breiten Unterbau 3, der den Druck auf dem Boden verteilt.
Die Stützmauer 1 und die Sohle 2 bestehen aus Steinen, z. B. aus Beton, die mit Hohlräumen versehen sind und Aussparungen besitzen, in die Betonträger 5,6 an Ort und Stelle eingegossen werden können (vgl. Fig. 2,3 und 4). Die Träger liegen in zur Sohle und Stützmauer senkrechten Ebenen und verlaufen in geeigneten Abständen parallel zueinander. An den Trägern sind die Enden von Zugstangen 4 verankert, die schräg von der Stützmauer 1 zur Sohle 2 verlaufen und bei entsprechender Bemessung und Verteilung beide einwandfrei miteinander verbinden.
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Das Eigengewicht der die Aufschüttung bildenden Erdmasse und die jeweilige Belastung üben auf die
Sohle 2 über die Zugstangen 4 die Kraft aus, die den auf die Stützmauer gerichteten waagrechten Druck der Erdmasse ausgleicht und das Kippen derselben verhindert.
DieZugstangen 4 sind zweckmässig mit einem wasserdichten Überzug 7, der vorzugsweise aus Kunst- stoff, z. B. Plastikmaterial besteht, überzogen.
In die Stützmauer 1 und die Sohle 2 sind zur Versteifung der Betonträger dienende Metallbewehrun- gen eingebettet. Zu diesem Zweck besitzen die die Stützmauer 1 bildenden Steine am Kopfteil Nuten, welche die Metallbewehrungen 8 aufnehmen, die bei der Herstellung der verschiedenen Steinschichten mittels Zementmörtel eingebettet werden.
Die Versteifungen der Sohle 2 können statt aus den in den Kopfteilen eingebetteten Bewehrungen aus dünnen Metalldrähten 9 bestehen, die in die Steine bei deren Herstellung eingebettet werden. Die Drähte ragen aus den Steinen heraus, so dass sie sich an den Stellen übergreifen, an denen die Träger 6 gebildet werden.
Die Bewehrungen 8,9 können selbstverständlich beliebig sein. Bei dem dargestellten Ausführungsbei- spiel sind sie so angeordnet, dass um die Träger 5, 6 der Stützmauer 1 oder Sohle 2 Ausleger gebildet werden.
Die nahe der oberen Kante der Stützmauer befindlichen Träger 5 weisen senkrecht verlaufende Eisenbewehrungen 10 auf. Die unterhalb liegenden Träger bedürfen normalerweise keiner Bewehrung.
Mit dem oben beschriebenen Aufbau lässt sich gegenüber den üblichen Stützmauern aus Beton eine erhebliche Materialersparnis erzielen. Ausserdem brauchen keine besonderen Baugerüste verwendet wer- den, weil die mit höher werdender Mauer aufgeschüttete Erde eine Arbeitsfläche bildet, auf der sich die
Arbeiter bewegen können.
Gemäss der Ausführungsform nach Fig. 5 kann die Sohle 2 statt eine durchgehende Oberfläche zu be- sitzen, in streifenförmigen Abschnitten hergestellt sein, die gegebenenfalls in verschiedenen Ebenen lie- gen. Diese Ausführung ist besonders dann vorteilhaft, wenn der Auflageboden für den Aufbau wie in Fig. 5 gezeigt, nicht flach ist.
Gegenüber dem Bekannten weist die erfindungsgemässe Ausbildung folgende Vorteile auf : a) Erfindungsgemäss kann ein Aufbau hergestellt werden, der bei geringerem Materialaufwand erheb- lich leichter und gegen Umkippen besser gesichert ist, selbst wenn das zur Bildung der Aufschüttung her- angezogene Material aus loser Erde besteht ; b) Die Resultierende der auf den Boden P ausgeübten Kräfte liegt selbst im ungünstigsten Falle bei
Berücksichtigung des Erddruckes als hydrostatischer Druck viel näher an der Senkrechten als bei den üb- lichen Stützmauern, so dass eine grössere Sicherheit gegen das Abrutschen des Aufbaues besteht ;
c) Es ist ein wesentlich kleineres Volumen an Füllmaterial erforderlich, weil die durch die Mauer gebildete Anlagefläche senkrecht oder auch überhängend sein kann, was sich insbesondere beim Bau von
Aufschüttungen auf sehr steilem Boden auswirkt ; d) Bei einer überhängenden Anlagefläche kommt der Unterbau weiter noch oben zu liegen, so dass die Mauer niedriger ist und die Erde weniger Raum in Anspruch nimmt ; e) Die auf die verschiedenen Teile des Aufbaues einwirkenden Kräfte sind klein, und insbesondere wird der Unterbau lediglich auf Druck statt auf Druck und Biegung beansprucht, so dass die Herstellung billiger ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Winkelstützmauer zum Abstützen von aufgeschütteten Erdmassen, insbesondere beim Strassenbau, bei der die Stützmauer und die Sohle durch in zueinander parallelen, zur Sohle und Stützmauer senk- rechten Ebenen liegende Bauteile miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass diese Bau- teile ausschliesslich von an der Stützmauer und der Sohle verankerten, freiliegenden metallischen Zugstan- gen (4) gebildet sind, und an den zur Herstellung der Mauer (l) und/oder Sohle (2) dienenden Steinen
Aussparungen vorgesehen sind, in die in zueinander parallelen, zur Sohle und Stützmauer senkrechten
Ebenen liegende Betonträger (5,6) eingegossen sind, die zur Verankerung der Zugstangen (4) dienen.