AT216216B - Verfahren zur Homo- oder Mischpolymerisation von Vinylchlorid - Google Patents
Verfahren zur Homo- oder Mischpolymerisation von VinylchloridInfo
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Description
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Verfahren zur Homo- oder Mischpolymerisation von Vinylchlorid
Die Suspensionspolymerisation von Vinylchlorid in Wasser in Gegenwart von Polyvinylalkohol oder andern als Schutzkolloid wirkenden Stoffen, wie Methy1cellulose, Hydroxyäthylcellulose u. dgl., und Di- lauroylperoxyd oder andern organischenPeroxyden ergibt in einem Autoklaven von 12 m3 Inhalt mit einem Blattrührer von 100 mm Durchmesser bei etwa 60 Umdr/min und bei einer Umfangsgeschwindigkeit von etwaS m/sec einsehr schlecht verarbeitbares, zum grössten Teil aus glasigen Körnern hohen Rüttelgewichtes bestehendes Material.
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friedigenden Plastifizierfähigkeit. des Polymerisates eine kostspielige Feinmahlung erforderlich.
Die zusätzliche Verwendung von Netzmitteln ermöglicht zwar die Herstellung eines leicht verarbeitbaren Produktes, jedoch leidet dadurch die Qualität des Polymerisates.
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von etwa 8 m/sec aufweist. Der grösste Teil des Polymerisates besteht dann bei Umsätzen von über 60% an eingesetztem Monomeren aus glasigen, durchpolymerisierten Körnern hohen Rüttelgewichtes, die Weichmacher schlecht aufnehmen. Daraus hergestellte Gegenstände weisen Störungen in bezug auf einheitliche Beschaffenheit der Masse und der Oberfläche auf. Ein leicht verarbeitbares Material, frei von glasigen Anteilen, erhält man beispielsweise durch vorzeitigen und damit unwirtschaftlichen Polymerisationsabbruch, Zusatz von Stoppern usw., was wiederum einen weiteren Verbrauch an Chemikalien und Verunreinigung des Endproduktes bedeutet.
Es wurde nun gefunden, dass es möglich ist, bei der Homo- oder Mischpolymerisation von Vinylchlorid in wässerigem Medium in Gegenwart von Schutzkolloiden und öllöslichen Aktivatoren und gegebenenfalls anorganischen Salzen, wie sie bei der Suspensionspolymerisation üblicherweise mitverwendet werden, auch
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von schwereren Teilchen bzw. festen von gasförmigen oder flüssigen Teilchen so durchgeführt wird, dass nach einem Umsatz von jeweils unter 6001o das oder die Monomeren aus den Teilchen entfernt werden, jedoch in der Reaktionsmischung verbleiben.
Ein besonderer wirtschaftlicher Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass man Vorrichtungen, welche die entsprechenden erforderlichen mechanischen Kräfte erzeugen, einfach in bereits vorhandene, mit Rühr- werk, z. B. Blatt- oder Sternrührer versehene Reaktionsgefässe zusätzlich einbauen kann. Bei der Polymerisation können das eine oder andere Bewegungsorgan oder auch beide zusammen eingesetzt werden, wobei im letzteren Fall noch eine Wirkungserhöhung möglich ist.
Als besonders vorteilhafte Vorrichtung zur Erreichung des Effektes gemäss der Erfindung hat sich z. B. ein in einem Autoklaven mit 12 m3 Inhalt schnellaufender Turbinenrührer mit Leitring erwiesen, welcher bei einem Durchmesser von 230 mm eine Umfangsgeschwindigkeit von mindestens 10 m/sec aufweist.
Es ist natürlich auch möglich, bei der Ausübung des erfindungsgemässen Verfahrens andere Vorrichtungen zu verwenden, wie solche von'der Art der Durchflusshomogenisatoren, bestehend aus Stator und Rotor, in welchen das durchlaufende Polymerisationsmedium auf Zug und Druck beansprucht wird, oder von Dü-
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sen, in oder nach welchen ein Druckabfall stattfindet, wenn diese Vorrichtungen so eingestellt sind, dass ihre Wirkung auf die Reaktionsmischung der des oben beschriebenen Turbinenruhrers entspricht.
Die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens bei der Suspensionspolymerisation von Vinylchlorid ist auch dann vorteilhaft, wenn ein Teil des im Polymerisationsmedium vorhandenen Wassers durch Zusätze,
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diese Zusätze erzielten Effektes der leichteren Verarbeitbarkeit sind geringere Mengen dieser Stoffe erforderlich als ohne Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens.
Das Verfahren kann zur Bildung von Polymeren aus Vinylchlorid angewendet werden und ebenfalls zur Bildung von Mischpolymeren aus Vinylchlorid und ändern, eine Vinylgruppe enthaltenden Monomeren. Als Beispiele von derartigen Monomeren seien genannt : Vinylbromid und Vinylidenchlorid, Styrol, Paramethylstyrol, Vinylacetat, Vinylbutyrat, Vinyläthyläther, Vinylisobutylather.
Beispiel 1 : In einem 12m'VA-. Autoklaven mit Blattrührer von 60 Umdr/min und 100 mm Durchmesser und einem Turbinenrührer mitLeitring von 285 mm Durchmesser und 960 Umdr/min werden 3000 kg Vinylchlorid in 7500 kg Wasser, enthaltend 1,5 kg Polyvinylalkohol und 100 g Natriumbicarbonat, mit 3 kg Dilauroylperoxyd als Katalysator bei einer Temperatur von 500C polymerisiert. Das anfallende Polymerisat enthält keinen über 0, 3 mm liegenden Kornanteil, lässt sich gut verarbeiten und zeigt einwandfreie Eigenstabilität. Das Aussehen des Kornes im Mikroskop ist schneeballartig, weiss und besitzt gute Aufnahmefähigkeit für Weichmacher. Das Rüttelgewicht beträgt 47 g/100 ems.
Ein Polymerisat, völlig analog hergestellt, jedoch ohne schnellaufenden Turbinenrührer, erfordert zur Erreichung gleicher Korngrösse eine bedeutend höhere Schutzkolloidmenge und lässt sich ausserdem ohne Mahlung und dem damitverbundenenProduktverlustnicht befriedigend verarbeiten. Das Aussehen des Kornes ist glasig und die Weichmacheraufnahmefähigkeit entsprechend schlecht. Das Rüttelgewicht liegt bei 66 g/100 cm3.
Beispiel 2 : Ein Ansatz, bearbeitet gemäss der in Beispiel 1 beschriebenen Weise, wobei neben 2850 kg Vinylchlorid 150 kgVinylacetat vorgelegt werden und anStelle von Polyvinylalkohol Methylcellulose verwendet wird, ergibt ein Polymerisat, welches sich hervorragend zur Herstellung klarer Pressplatten eignet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Homo- oder Mischpolymerisation von Vinylchlorid in wässeriger Suspension in Gegenwart öllöslicher Aktivatoren und Schutzkolloide und gegebenenfalls anorganischer Salze, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerisation unter Anwendung solcher an sich bekannter mechanischer Massnahmen zur Trennung leichterer von schwereren Teilchen bzw. fester von gasförmigen oder flüssigen Teilchen so durchgeführt wird, dass nach einem Umsatz von jeweils unter 60"/0 das oder die Monomeren aus den Teilchen entfernt werden, jedoch in der Reaktionsmischung verbleiben.
Claims (1)
- 2. Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rührer verwendet wird, dessen Wirkung auf das Polymerisationsmedium mindestens derjenigen eines Turbinenrührers von 230 mm Durchmesser und einer Umfangsgeschwindigkeit von 10 m/sec auf den Inhalt eines Autoklaven von 12 m3 Inhalt entspricht, gegebenenfalls neben einem oder mehreren weiteren, das Polymerisationsmedium bewegenden Organen.
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