AT216142B - Verfahren zur Herstellung von Depotimpfstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Depotimpfstoffen

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AT216142B AT166558A AT166558A AT216142B AT 216142 B AT216142 B AT 216142B AT 166558 A AT166558 A AT 166558A AT 166558 A AT166558 A AT 166558A AT 216142 B AT216142 B AT 216142B
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Depotimpfstoffen 
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Depotimpfstoffen unter Verwendung von Adsorptionsmitteln. Die gemäss der Erfindung hergestellten Depotimpfstoffe zeichnen sich besonders durch ein gutes Immunisierungsvermögen und eine gegenüber den vorbekanntenimpfstoffen überraschend lange Schutzwirkung aus. 



   Das Ziel der Schutzimpfung ist, eine möglichst vollkommene und langanhaltende Immunität gegen Krankheiten zu bewirken. Da dieses Ziel mit der Mehrzahl der zur Verfügung stehenden Impfstoffe nicht erreicht werden kann, stellt die Verbesserung der Impfstoffqualität ein seit langem bearbeitetes Problem dar. So hat man bereits versucht, die Wirkungsdauer der Impfstoffe durch den Zusatz von schwer resorbierbaren Stoffen zu verbessern. In diesem Sinne hat man   Antigensuspensionen - Mineralölemulsionen -   hergestellt, die jedoch bei der Verwendung als Impfstoffe in zu grossem Umfange zur Bildung von Nekrosen führten. Man hat weiterhin den Impfstoffen auch schon kolloidale Metallhydroxyde zugesetzt. Hiebei erhielt man zwar Verbesserungen in der Wirkung, die jedoch nicht regelmässig reproduzierbar waren. 



   Es wurde nun gefunden, dass man Depotimpfstoffe mit einem guten Immunisierungsvermögen und einer gegenüber den bekannten Impfstoffen überraschend langen Schutzwirkung erhält, wenn man einen Virus, ein bakterielles Antigen oder ein von Bakterien erzeugtes Toxin bzw. dessen Inaktivierungsprodukte mit einem für den menschlichen und tierischen Körper verträglichen, eine definierte und reproduzierbare molare Oberfläche von etwa 40000 bis etwa 80000 m2 besitzenden, adsorbierenden Metalloxyd, einem indifferenten, flüssigen Medium und Zusatzstoffen zum Einstellen des PH-Wertes, des osmotischen Druckes und der Viskosität des Impfstoffes in solchen Verhältnissen mischt,

   dass in 1 ml des Impfstoffes etwa   106 - 109   Virusteilchen oder Bakterien oder   50 - 300   Flockungseinheiten Toxin oder Toxoid und eine etwa   2 - 20 m2 Oberfläche besitzende Menge des Substrates   vorhanden sind, und das Reaktionsgemisch dann bei einer Temperatur von etwa 0 bis 30 C, vorzugsweise von etwa 4 bis   8 C,   so lange mechanisch intensiv bewegt, bis sich das Adsorptionsgleichgewicht eingestellt hat. 



   Als Antigene kommen für das Verfahren   gemäss   der Erfindung u. a. folgende Stoffe in Betracht : a) Alle Viren ; vorzugsweise alle Stämme des influenzavirus, insbesondere die Stämme   A/Asia/1/57,   PR8, B/Berlin/7/55,   A./England/19/55,   A'/Dutch/56 sowie die übrigen Stämme der Influenzagruppe ;   Mumpsvirus Stamm" Enders" ; Poliomyelitisvirus   mit Stämmen aller drei Typen ; Maul-und Klauenseuchevirus ; die Viren der ECHO-Gruppe, insbesondere ECHO 9 ; Coxsackie-Gruppe und Masernvirus ; b) alle bakteriellen Antigene ; besonders Salmonellatyphi, Rotlaufbakterien, Brucella abortis Bang, B. Hämophilis pertussis und Tuberkelbakterien ; c) Toxine und Toxoide von Tetanus- und Diphtherie-Bakterien und anderer Bakterien. 



   Die praktische Durchführung der Erfindung wird dadurch erleichtert, dass eine neue Methode zur quantitativen und qualitativen Bestimmung von hämagglutinierenden Viren und Bakterien und im Zusammenhang hiemit auch eine neue Methode zur Bestimmung der Antikörper-Konzentration entwickelt wurde. Es ist bereits bekannt, dass man die Konzentration von derartigen Viren und Bakterien, wenn auch mit grossen Fehlergrenzen und gewissen Einschränkungen bezüglich der Bakterienarten, mittels des Hirst'schenPhänomens, d. h. der Hämagglutination, bestimmen kann   [Hirst, G. K. : J. exp.   Med. 75, 49 (1942)].

   Bei der praktischen Durchführung der neuen Methode wird so verfahren, dass in gesonderten Versuchsansätzen die Kenngrössen für die Beziehungen zwischen der Lichtextinktion von Erythrozytensuspensionen und ihrem Gehalt an agglutinierten Erythrozyten einerseits und die Beziehungen zwischen der An- 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 zahl der agglutinierten Erythrozyten und der ihr äquivalenten Konzentration der hämagglutinierenden   Agentien anderseits bestimmt werden. Durch die Kombination der so erhaltenen Ergebnisse ist es möglich.    den Virusgehalt in der zu testenden, mit Erythrozyten versetzten Virussuspension zu bestimmen.

   Die neue Methode besitzt den Vorteil, dass bei der Durchführung des Hämagglutinationtestes die unterschiedliche Reaktionsfähigkeit der Erythrozyten gegenüber den hämagglutinierenden Agentien sowie die quantitative Gesetzmässigkeit der Umsetzung zwischen Hämagglutinin und Erythrozyten berücksichtigt werden, so dass die Hauptfehlerquelle der vorbekannten Methoden wegfällt und die Messgenauigkeit auf eine Fehlerbreite von etwa : 1% gesteigert wird. 



   Als adsorbierende Metalloxyde im Sinne der Erfindung kommen solche Verbindungen in Betracht, die für den menschlichen und tierischen Körper verträglich sind, eine definierte molare Oberfläche der er-   wähnten Grössenordnung   besitzen und mit dieser molaren Oberfläche in reproduzierbarer Weise hergestellt werden können. Vorzugsweise werden die Oxyde der mit dem menschlichen und   1ierischenKörper   verträglichen Metalle, welche die   vorerwähnten Eigenschaften   besitzen, z. B. die Oxyde von Aluminium, Zirkon, Magnesium und Eisen, verwendet.

   Am besten haben sich für die Zwecke der Erfindung Aluminiumoxydpräparate bewährt, die in der von Fricke und Mitarb. in "Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft",   S. 2318, [1937], beschriebenen Weise durch Entwässern von Aluminiumoxydhydrat,   Hydrargillit, Bauxit   oder Aluminiumhydroxyd bei Temperaturen   von 300 bis 10000C hergestellt sind. Zweckmässig wird   das Entwässerungsverfahren   so   geführt, dass das Endprodukt   in der kubischen   Modifikation, d. h. der y-Form,   vorliegt, die für die Zwecke der Erfindung in besonders hohem Masse geeignet ist. 



   Die nachfolgende Tabelle 1 zeigt die Oberflächen verschiedener Aluminiumoxyde, die bei verschiedenenErhitzungszeiten bzw. Erhitzungstemperaturen hergestellt wurden. Die molare Lösungswärme ist ein Massstab für die molare Oberfläche der   betreffendenAluminiumoxyde. Der Begriff"Oberflâche   der Metalloxyde" bedeutet im Sinne der vorliegenden Erfindung die Summe der Oberflächen der die Substrate bildenden Primärteilchen. 



   Tabelle 1 : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Erhitzungsdauer
<tb> (Stunden) <SEP> : <SEP> 6 <SEP> 2 <SEP> 6 <SEP> 6
<tb> Entwässerungstemperatur <SEP> (OC) <SEP> : <SEP> 500 <SEP> 600 <SEP> 600 <SEP> 800
<tb> Molare <SEP> Lösungswärme
<tb> (kcal) <SEP> : <SEP> 110, <SEP> 8 <SEP> 110, <SEP> 0 <SEP> 108, <SEP> 3 <SEP> 106, <SEP> 9 <SEP> 
<tb> Teilchendicke <SEP> (Ä) <SEP> : <SEP> 23, <SEP> 7 <SEP> 26, <SEP> 4 <SEP> 30, <SEP> 8 <SEP> 40, <SEP> 6 <SEP> 
<tb> Oberfläche <SEP> (m2#103/Mol):

   <SEP> 69,4 <SEP> 62,3 <SEP> 51,7 <SEP> 40,5
<tb> 
 
Die vorhergehende Angabe, dass das im Impfstoff enthaltene Metalloxyd eine Oberfläche von etwa 2 bis 20   m2   pro 1 ml Impfstoff enthalten soll, bedeutet, umgerechnet in Gewichtseinheiten und angewendet auf den Fall der in der Tabelle 1 angeführten Metalloxyde, dass der Impfstoff pro   t etwas   5 bis 20 mg dieser Metalloxyde enthält. Die adsorbierende Verbindung besitzt bei dem Verfahren gemäss der Erfindung lediglich die Eigenschaft eines das Antigen vorübergehend adsorbierenden und damit seine vorzeitige Resorption durch den Körper verhindernden Substrates. Die Natur des Metalloxyds ist, abgesehen von der für die Erfüllung der erwähnten Aufgabe notwendigen adsorbierenden Eigenschaft und ihrer Reproduzierbarkeit, für das Verfahren gemäss der Erfindung ohne Bedeutung.

   Es wurde überraschenderweise festgestellt, dass der Adsorptionsvorgang der Antigene an die Metalloxyde reversibel ist. Dabei wurde ferner festgestellt, dass für die Adsorption von Viren, Antigenen und Toxoiden an adsorbierende Metalloxyde die gleichen Grundsätze gelten, die von Freundlich und Mitarbeitern (Kapillar-Chemie, Leipzig 1909,   S. 152   ff. ) für die Adsorption von niedrig molekularen Stoffen festgestellt wurden. 



   Als flüssiges Medium wird vorzugsweise Wasser verwendet. Für die Herstellung von injizierbaren Lösungen ist Wasser das seit langem gebräuchliche Verdünnungsmittel. 



   Der Impfstoff muss in seinem PH-Wert und osmotischen Druck so eingestellt werden, dass er vom menschlichen und tierischen Körper ohne Nebenerscheinungen aufgenommen wird und dass ausserdem das im Impfstoff enthaltene Antigen und der Vorgang der Adsorption nicht ungünstig beeinflusst werden. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Der PH-Wert des Impfstoffes soll zweckmässig bei etwa   6 - 8   und der osmotische Druck soll zum Gewebe isotonisch sein. Die Einstellung des pH-Wertes und des osmotischen Druckes erfolgt in an sich bekannter Weise durch Zusatz von Salzen wie Natriumchlorid, prim. Kaliumphosphat und sek. Natriumphosphat. In manchen Fällen ist es erwünscht, dem Impfstoff eine erhöhte Viskosität zu verleihen. Dies kann durch Zusatz von viskositätserhöhenden Stoffen zum Impfstoff erreicht werden. Gemäss der Erfindung wird vorzugsweise eine gereinigte Gelatine verwendet, die aus einer beliebigen Ausgangsgelatine, vorzugsweise Blattgelatine, durch Albuminklärung und Abfiltration nach der Methode vonSzigmondy gewonnen ist. 



   Die Einstellung des Adsorptionsgleichgewichtes erfolgt durch ein intensives mechanisches Bewegen der   Impfstoffausgangsmischung. In   den meisten Fällen genügt es, zum Erreichen des Adsorptionsgleichge-   wichtes, die Ausgangsmischung   etwa 20 Minuten kräftig zu schütteln oder intensiv zu rühren. Eine längere mechanische Bewegung schadet nichts, führt jedoch nach der Erreichung des Adsorptionsgleichgewichtes nicht mehr zu einer Verbesserung. 



   Die folgende Tabelle 2 gibt Beispiele für die Zusammensetzung von Influenzavirus-y-Aluminiumoxyd-Depotimpfstoffen. In Spalte 2 ist die Konzentration des Adsorbens in g/100 ml, in Spalte 3 die pro 100 ml Impfstoff vorhandene Oberfläche des Adsorbens in m2 angegeben. Spalte 4 zeigt die pro ml Impfstoff jeweils vorhandene Viruskonzentration, ausgedrückt in Virusgehaltseinheiten. In Spalte 5 ist die pro   m   Oberfläche des Adsorbens adsorbierte Virusmenge, ausgedrückt in Virusmengeneinheiten, verzeichnet. 



   In einer Reihe von gleichartigen Versuchen wurde festgestellt, dass die Grösse pro   m     Oberfläche des   Adsorbens adsorbierte Antigenmenge die ausschlaggebende Grösse für die Depotimpfstoffwirksamkeit ist. 



  DieKenntnis der in Spalte 5 verzeichneten Werte ermöglicht es daher. Aussagen über die Güte der Impfstoffe zu machen und ihren Immunisierungserfolg vorauszusehen. 



   Tabelle 2 : 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Impfstoff <SEP> Adsorbens <SEP> Oberfläche/Virus <SEP> G. <SEP> E. <SEP> Virus <SEP> M. <SEP> E. <SEP> 
<tb> in <SEP> 100 <SEP> mu, <SEP> 100 <SEP> mi <SEP> pro <SEP> 1 <SEP> ml <SEP> ads. <SEP> pro <SEP> m
<tb> 1 <SEP> 1, <SEP> 88g <SEP> 1148, <SEP> 8m" <SEP> 5000 <SEP> 434
<tb> 2 <SEP> 1, <SEP> 88g <SEP> 1148, <SEP> 8m" <SEP> 2500 <SEP> 217
<tb> 3 <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP> g <SEP> 1222, <SEP> 2 <SEP> m2 <SEP> 960 <SEP> 78
<tb> 4 <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP> g <SEP> 1222, <SEP> 2 <SEP> m2 <SEP> 1660 <SEP> 135
<tb> 
 
 EMI3.2 
 setzt. Bei den Versuchen wurden etwa   30 - 670/0   des injizierten adsorbierenden Stoffes (y-Aluminiumoxyd) innerhalb von   2' :'3   Tagen nach der Injektion resorbiert.

   Danach blieb die Menge des Adsorbens in den   im Körper   gebildeten Depots während einer Beobachtungszeit von etwa 30 Tagen annähernd konstant. 



   Ausgehend von den   Aluminiumoxyden,   deren molare   Oberfläche   bekannt ist, kann man die molare Oberfläche von andem, bisher nicht gemessenen Metalloxyden dadurch feststellen, dass man beiderseits die adsorbierten Virusmengen vergleicht und daraus auf die molare Oberfläche des neu zu bewertenden Stoffes   rttckschliesst.   



   Bei der Untersuchung der Beziehungen zwischen dem Depotimpfstoffaufbau und der Depotimpfstoffwirksamkeit zeigte es sich, dass die Depotimpfstoffwirksamkeit von folgenden Faktoren abhängt :
1. Von der Grösse der pro   mr   Oberfläche des Adsorbens adsorbierten   Antigenmenge ;  
2. von dem Volumen des injizierten Impfstoffes ;
3. von der Konzentration des mit Antigen beladenen Adsorbens im Impfstoff ; und weiters, dass der unter 1. genannte Faktor den weitaus grössten Einfluss besitzt. 



   Die günstigste Depotimpfstoffzusammensetzung kann in einfacher Weise entweder direkt durch tierexperimentelle Bestimmung der Antikörperbildung ermittelt werden oder wird durch die Bestimmung des Verlaufes der Antigenresorption in Abhängigkeit vom Depotimpfstoffaufbau gefunden. 



   Durch die Anwendung der Depotimpfstoffe gemäss der Erfindung wird es erstmalig möglich, eine genaue und einwandfreie Dosierung der Antigenresorption aus Depotimpfstoffen vorzunehmen. Man kann auch beispielsweise vorausberechnen, wie gross die Antigenresorption z. B. 10 Tage nach der Impfung sein 

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 wird. Mit den bisher bekannten Mitteln ist das nicht möglich. 



   Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist reproduzierbar, d. h. Impfstoffe, die nach dem angegebenen Verfahren in verschiedenen Chargen hergestellt werden, weisen praktisch die gleich Wirksamkeit auf. Dies war, wie schon gesagt, bei den bisher bekannten Zubereitungen nicht der Fall. 



   Bei   PR8-Influenzavirusdepotimpfstoffen   zeigte ein Vergleich der so aufgebauten Impfstoffe mit im Handel befindlichen, die gleiche Antigenmenge und-art enthaltenden Impfstoffen, die als Depotmaterial Aluminiumhydroxyd enthalten, dass erstere eine 4000-fach grössere Antikörperbildung im   Meerschwein-   chenversuch hervorrufen, die ausserdem noch wesentlich längere Zeit anhält. 



   Als besonderer Vorteil der entwickelten Impfstoffart muss es angesehen werden, dass sie zur Herbeiführung der Immunität nur ein Minimum an Antigen erfordern. Gerade bei Impfstoffen (spinale Kinderlähmung), bei denen das Problem der vollständigen Inaktivierung des Antigens heute noch nicht befriedigend gelöst ist, wird es von Vorteil sein, bei der Impfung eine möglichst geringe Antigenmenge zuzuführen, da hiebei die Wahrscheinlichkeit für   das Auftreten von Impfschäden   am geringsten sein wird. Ein weiterer Vorteil der   y-Aluminiumoxydimpfstoffe gegenüber   den Aluminiumhydroxyd enthaltenden Zubereitungen besteht noch darin, dass y-Aluminiumoxyd in wesentlich reinerer Form erhältlich ist als das stets mit Spuren von Fremdionen verunreinigte Aluminiumhydroxyd.

   Bei gleich guter Verträglichkeit des Aluminiumoxyd für   den Impfling werden daher &gamma;-Aluminiumoxyd-hatige Impïstoffe im Tierversuch   bzw. in der Gewebekultur besser prüfbar   sein, da eine Schädigung   bzw. Störung der   Prssfung   durch die Anwesenheit von Fremdionen (insbesondere Ammoniumionen) auszuschliessen ist. 



   In der angeschlossenen Zeichnung zeigt Fig. 1 den zeitlichen Verlauf der Antilcörperbildung nach Impfung von Meerschweinchen mit   A/Asia/l/57-y-Aluminiumoxyd-Impfstoffen.   Auf der Abszisse A ist die Zeit in Tagen und auf der Ordinate B der Antikörpergehalt eingetragen. Der Antikörpergehalt bezieht sich auf die photometrisch gemessene Konzentration der spezifisch die   HEmagglutination   des Virus   A/Asia/1/57   hemmenden Antikörper. In jedem Versuch wurde einmal 1 rnl   s. c. injizielt.   Die Bezeichnungen der Kurven beziehen sich auf die in der nachfolgenden Tabelle 3 genannten Versuche. Für den, Versuch 4 wurde gekaufter Adsorbat-Impfstoff verwendet. 



   In der Tabelle 3 ist die Zusammensetzung der Impfstoffe angegeben, die   fik die   der Fig. 1 zugrunde liegenden Versuche verwendet wurden. 



   Tabelle 3 : 
 EMI4.1 
 
<tb> 
<tb> Versuch <SEP> Adsorbens <SEP> g <SEP> % <SEP> Oberfläche/ <SEP> Virus-
<tb> 100 <SEP> ml <SEP> gehalt <SEP> (V.M.)
<tb> 1 <SEP> &gamma;Al2O3 <SEP> 1,05 <SEP> 640,5 <SEP> 1400
<tb> 2 <SEP> &gamma;Al2O3 <SEP> 0,75 <SEP> 475,0 <SEP> 700
<tb> 3 <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 700
<tb> 4 <SEP> &gamma;Al(OH)3 <SEP> 0,4 <SEP> unbekannt <SEP> 300
<tb> 
 
Aus den Kurven der Fig. l ergibt sich, dass es durch den Zusatz des   AImniBiumoxyds   zur Virussuspension zu einer wesentlich grösseren Antikörperbildung im   Tierversuch kommt, ? d. e aus   einem Vergleich der Werte von Versuch 1 und 2, in denen Depotimpfstoffe verwendet wurden, mit   den in Versuch :

   3   erhaltenen Werten hervorgeht, in dem die gleiche Virusmenge wie In Versuch 2 ohne   Depotmatedalzusa. tzinjiziert   
 EMI4.2 
 liegende Impfstoff anzusehen. 



   Die in den Tierversuchen erzielten Ergebnisse wurden durch Versuche am Menschen bestätigt. Im Robert-Koch-Institut, Berlin, Deutschland, wurden 80 Menschen mit einem nach dem angegebenen Verfahren hergestellten   y-Aluminiumoxyd-Impfstoff,   der   das Virus A/Asia/1/57 enthalt,   geimpft. Keine der geimpften Personen zeigte Nebenerscheinungen im Sinne von örtlichen   Gewebsnekrosen   usw. an der Impfstelle oder im Sinne einer allgemeinen Erkrankung. Bis zum   l. Feber 1958 war keine der   geimpften PersonenanInfluenzaerkrankt. InabgestuftenZeitabständenwurdenBlutprobenentnommenundphotometrisch der Gehalt an spezifisch die Hämagglutination des Virus A/Asia/1/57 bemmendon Antilörpern bestimmt. 



   Die Fig. 2 der Zeichnung zeigt den Mittelwert der bei den klinischen   Verstehen   erhaltenen Antikör-   pergehaltswerte, wobei   auf der Abszisse A die Zeit in Tagen nach der Impfung   md   auf der Ordinate B der 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 Mittelwert der   Antikörpergehaltswerte   eingetragen ist.

   Diese Mittelwerte gelten für folgende 5 Klassen : 
 EMI5.1 
 
<tb> 
<tb> Klasse <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1. <SEP> - <SEP> 10. <SEP> Tag <SEP> nach <SEP> der <SEP> Impfung
<tb> Klasse <SEP> 2 <SEP> : <SEP> 11. <SEP> - <SEP> 20. <SEP> Tag <SEP> nach <SEP> der <SEP> Impfung
<tb> Klasse <SEP> 3 <SEP> : <SEP> 21.-30. <SEP> Tag <SEP> nach <SEP> der <SEP> Impfung
<tb> Klasse <SEP> 4 <SEP> : <SEP> 31. <SEP> - <SEP> 50. <SEP> Tag <SEP> nach <SEP> der <SEP> Impfung
<tb> Klasse <SEP> 5 <SEP> : <SEP> 51. <SEP> - <SEP> 90. <SEP> Tag <SEP> nach <SEP> der <SEP> Impfung.
<tb> 
 



  Pro Person wurde einmal 1 ml Impfstoff s. c. injiziert. Die mit den Präparaten gemäss der Erfindung erzielten Titerwerte liegenim Durchschnitt mehr als zwanzigfach höher als sie aus der Literatur für andere, den gleichen Virusstamm enthaltende Impfstoffe bekannt sind. Da nach Untersuchungen von Burnet eine Beziehung zwischen Antikörper-Titerverlauf und dem Ausmass der Belastungsfähigkeit der Immunität besteht, kann hieraus gefolgert werden, dass der nach dem beschriebenen Verfahren hergestellte Impfstoff eine wesentlich grössere und wesentlich länger anhaltende Immunität hervorruft als andere Impfstoffe. 



   Das verwendete Verfahren besitzt besondere Vorteile bei solchen Antigenarten, bei denen vor der Verarbeitung zu Impfstoffen eine Inaktivierung des Antigens erforderlich ist, z. B. bei Impfstoffen gegen die drei Typen des Poliomyelitisvirus. Jede Inaktivierung führt zu einer Verschlechterung der Antigentät. Das Verfahren gemäss der Erfindung gestattet es, auf zwei Wegen zu neuen, vorteilhaften Lösungen zu kommen :
1. Im Falle der Poliomyelitis ist es   bekanntlich besonders schwierig, Virussuspensionenvom Typ I,   Insbesondere vom Stamm Mahoney zu inaktivieren, während die Schwierigkeiten bei den andern Stämmen nicht so gross sind. Bei den bisher erzielbaren Antikörper-Titerhöhen ist keine wesentliche Abdeckung der einzelnen Antigentypen untereinander zu erreichen.

   Die Präparate gemäss der Erfindung-gestatten es, höhere Antikörperkonzentrationen zu erreichen, bei denen die spezifischen Antikörper eines Typs   unspe-.   ziflsch auch gegen Antigene eines andern Typs schützen können. Die Erzielung sehr hoher AntikörperTiterwerte mit einem Typ, dessen Inaktivierung einwandfrei zu lösen ist, eröffnet die Möglichkeit, die in der Inaktivierung schwierig zu handhabenden Antigentypen aus dem Impfstoff fortzulassen, ohne dass dadurch die Schutzwirkung gegen den fortgelassenen Typ in Wegfall kommt. 



   2. Die Anzahl der in einer Antigensuspension nach der Inaktivierung zurückbleibenden aktiven Virusteilchen ist u. a. eine Funktion der Viruskonzentration. Im Falle der Poliomyelitis ist es bekannt, dass zur Erzielung einer Infektion eine gewisse Mindestkonzentration an aktiven'Virusteilchen erforderlich ist. Man kann unter Benutzung des Verfahrens gemäss der Erfindung die Unschädlichkeit der Impfung dadurch wesentlich erhöhen, dass man von vornherein den maximalen Effekt der Antigenwirkungssteigerung ausnutzt und Im Impfstoff weniger Virus verwendet, so dass die Menge der eventuell der Inaktivierung entgangenen Viren so klein wird, dass sie zur Erzielung einer Infektion nicht mehr ausreicht. 



     Beispiel l : l, 88 g y-Alumlniumoxyd, welches 2 Stunden lang bei 600 C entwässert   wurde und welches daher eine molare   Oberfläche   von 62300 m2 besitzt, werden in eine Schüttelflasche eingewogen. 



  Danach wird mit Heissluft sterilisiert. Nun werden 50 ml einer   PR8-Influenzavirussuspension   zugesetzt, die den Virusgehalt   10000'V. G.   und eine Temperatur von   40C   besitzt. Danach werden 50 ml einer Gelatinelösung zugesetzt, die 3g % Blattgelatine, bezogen auf deren Gewicht vor der Klärung enthält. Die Gelatinelösung ist steril und besitzt eine Temperatur von 40C. Die Mischung wird in einer   Schuttelma-   schine 20 Minuten lang maschinell geschüttelt und kann nach 24Stunden Aufbewahrung bei   4 C   als Impfstoff benutzt werden. 



   Das im Impfstoff vorhandene y-Aluminiumoxyd besitzt eine Oberfläche von 1148,5 m2, die Virus- 
 EMI5.2 
 Wert überein. 



   Beispiel 2: Führt man den gleichen Herstellungsgang wie in Beispiel 1, jedoch mit der Abwandlung durch, dass die Viruskonzentration in der zugesetzten Virussuspension   z. B.   5000 beträgt, so erhält man einen Impfstoff, bei dem 217   V. M.   pro    m2   Oberfläche adsorbiert sind. 



     Beispiel 3: 750 mg y-Aluminiumoxyd   mit einer molaren Oberfläche von 62300 m2 werden mit 100 ml einer   A/Asia/l/57-Virus-Suspension,   die den Virusgehalt 144   V.   -Einheiten besitzt, gemischt. 



  Nach 30 Minuten langem maschinellem Schütteln bei   40C   ist das Adsorptionsgleichgewicht eingestellt. 



  Die Viruskonzentration in der Impfstoffwasserphase beträgt jetzt 40   V. G.-Einheiten,   die adsorbierte Virusmenge ist 140000 Virusmengeneinheiten, was einer Beladung des Adsorbens von 15, 3 Virusmengeneinheiten pro m2 entspricht. Der Impfstoff besitzt einen Natriumchloridgehalt von 810 mg/100 ml, er ent- 

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 hält 24, 1 mg pro 100 ml primäres Natriumphosphat und 24, 1 mg pro 100 ml sekundäres Kaliumphosphat sowie 0, 5 g pro 100 ml Phenol. Der PH-Wert ist 6, 9. Die Gesamtmolarität beträgt 0, 14. 
 EMI6.1 
 :6, 8 mg Zirkondioxyd versetzt. Das Volumen der Mischung beträgt 10 ml. Nach Einstellung des Adsorptionsgleichgewichtes beträgt die Viruskonzentration in der Wasserphase 289   V. G.-Einheiten.   Es wurden also 1310 Virusmengeneinheiten adsorbiert.

   Pro mg Zirkondioxyd wurden nur etwa 192 Virusmengeneinheiten adsorbiert. 



   Beispiel 5: 50 mg y-Aluminiumoxyd mit einer molaren Oberfläche von 62300 m2 werden mit 10 ml einer Mumpsvirussuspension vom Stamm Enders, die den Virusgehalt 420 V. G.-Einheiten besitzt,   gemischt. NachEinstellung desAdsorptionsgleichgewichtes   beträgt die adsorbierte Virusmenge 1948 Virusmengeneinheiten,   d. h.   pro   m2   Oberfläche des Adsorbens wurden 63, 9 Virusmengeneinheiten adsorbiert. 



   Die gemäss der Erfindung erhaltenen Impfstoffe können durch vorsichtige Entfernung des in ihnen enthaltenen flüssigen Mediums in Trockenpräparate übergeführt werden. Die Entfernung des flüssigen Me-   diums geschieht zweckmässig   auf dem Wege der Gefriertrocknung. Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die so   erhaltenen Trockenpräparate   nicht nur gut haltbar und lagerfähig sind, sondern dass sie darüber hinaus beim Übergiessen mit der notwendigen Menge Wasser wieder in den Impfstoff mit den früheren ausgezeichneten Eigenschaften übergeführt werden können. Das   Adsorptionsgleichgewicht   wird in den aus den Trockenpräparaten hergestellten Lösungen ohne weiteres wieder erreicht.

   Die Erfindung bietet durch die Möglichkeit der Herstellung von haltbaren,   lager- und versandfähigen Trockenpräparaten   besondere Vorteile. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von Depotimpfstoffen unter Verwendung von Adsorptionsmitteln, dadurch gekennzeichnet, dass ein Virus, ein bakterielles Antigen oder ein von Bakterien erzeugtes Antigen, ein für den menschlichen und tierischen Körper verträgliches, eine definierte und reproduzierbare molare Oberfläche von etwa 40000 bis etwa 80000 m2   besitzendes, adsorbierendes Metalloxyd, vorzugsweise y-Alumi-   
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 handen sind, und das Reaktionsgemisch dann bei einer Temperatur von etwa 0 bis etwa 30 C, vorzugsweise von etwa 4 bis   SOC,   so lange mechanisch intensiv bewegt wird, bis sich das Adsorptionsgleichgewicht eingestellt hat.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser als flüssiges Medium verwendet wird und der Impfstoff auf einen PH-Wert von etwa 6 bis 8 und auf einen zum Gewebe isotonischen osmotischen Druck eingestellt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Influenzavirus als Ausgangsstoff verwendet und der Impfstoff so zusammengesetzt wird, dass in 100 ml des Impfstoffes etwa 0, 5-2 g y-Aluminiumoxyd mit einer molaren Oberfläche von etwa 40000 bis etwa 80000 m2 und etwa 109 - 1011 Virusteilchen vorhanden sind.
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das in dem Depotimpfstoff enthaltene flüssige Medium nach Herstellung des Adsorptionsgleichgewichtes unter schonenden Bedingungen verdampft und das so erhaltene Trockenpräparat, gegebenenfalls nach einer zwischendurch erfolgten Lagerung, durch die Zufügung der berechneten Menge des flüssigen Mediums wieder in die Form eines injizierbaren Depotimpfstoffes gebracht wird.
AT166558A 1957-03-19 1958-03-07 Verfahren zur Herstellung von Depotimpfstoffen AT216142B (de)

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