AT215881B - Verfahren zum Herstellen von Voll- oder Hohlkörpern aus Beton od. dgl. - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Voll- oder Hohlkörpern aus Beton od. dgl.Info
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Description
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Verfahren zum Herstellen von Voll-oder Hohlkörpern aus
Beton od. dgl.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Voll-oder Hohlkörpern aus Beton od. dgl. mit einer Druckfestigkeit von liber 1000 kg/cm2 und einer Biegezugfestigkeit von über 150 kg/cm. Die Werkstücke können hiebei unbewehrt hergestellt oder auch mit schlaffer oder vorgespannter Bewehrung versehen werden.
Es ist bereits ein Verfahren zur Herstellung von Betonkörpern aus Schwerbeton bekannt, bei dem Pressstucke, Rütteln unter Auflast, Dampfbehandlung und andere Massnahmen angewendet werden, um hohe Druck- und Biegefestigkeiten der Presslinge zu erzielen. Dieses bekannte Verfahren besteht darin, dass eine aus einem hochwertigen Zement und aus einem trockenen, feinstkörnig gemahlenen, kieselsäure- haitigen Zuschlagstoff bestehende, im Verhältnis Zement :
Zuschlagstoff von 1 : 0, 5 bis zu 1 : 3 vorgemischte Trockenmischung mit einem der jeweiligen Zusammensetzung entsprechenden Wasserzusatz vermengt und dieses Gemenge bei Drücken von etwa 400 kg/cm2 zu Formlingen verpresst wird, welche alsdann einer kombinierten Luft- und Wasserlagerung und anschliessend in einem Härtekessel gespanntem Dampf von 9 bis 15 at ausgesetzt werden, wobei gegebenenfalls eine an sich bekannte Verschleissschicht aufgebracht wird (s. die österr. Patentschrift Nr. 196773).
Man vertritt die Ansicht, dass bei diesem Verfahren die Zuschläge aus feinst gemahlenen, kieselsäurehaltigen und möglichst trockenen Stoffen die Rolle eines chemisch hochaktiven Agens spielen, indem
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tiviert werden und mit den Bindemitteln die verschiedensten Verbindungen ergeben und dadurch die erreichbaren guten Eigenschaften des Betons verursachen.
Es wurde nun gefunden, dass unter Erreichung befriedigender Festigkeitseigenschaftendes Betons dieses bekannte Verfahren wesentlich vereinfacht werden kann, indem man erfindungsgemäss an Stelle der nur mit relativ grossem Aufwand durchführbaren Anwendung der hohen Pressdrücke von etwa 400 kg/cm2 das an sich bekannte Ruttelverfahren anwendet, das gegebenenfalls nur diskontinuierlich, d. h. mit zeitlichen Unterbrechungen durchgeführt zu werden braucht. Beim Rütteln, das ohne besonderen apparativen Aufwand durchgeführt werden kann, treten im allgemeinen zwar nur Drücke von einigen kg/cm3 auf. Diese genügen aber zur Erreichung der erforderlichen Verdichtung.
Diese Verdichtung kann gemäss der Erfindung rascher und intensiver erreicht werden, wenn zu dem Rüttelverfahren noch ein weiteres Verdichtungsverfahren, z. B. mittels Dampfdruck, zur Anwendung kommt. Auch die Anwendung dieser zusätzlichen Verdichtung kann zeitweilig ausgesetzt werden.
Es muss als ausserordentlich überraschend angesehen werden, dass nach der Erfindung ein Beton resultiert, der eine Druckfestigkeit von etwa 1100 bis 1300 kg/cm2 aufweist. Ebenso ergaben sich sehr gute Resultate bei der Erprobung des erfindungsgemäss erhaltenen Betons auf Biegezugfestigkeit, wobei Werte von über 150 bis etwa 180 kg/cm 2 erreicht wurden. Bisher lag beim Rüttelverfahren die maximal erzielbare Druckfestigkeit bestenfalls bei etwa 800 kg/cm2 und die erreichbare Biegezugfestigkeit bei etwa 100 kg/ cm2.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens liegt darin, dass im Gegensatz zu dem oben geschilderten, bekannten Verfahren als weiterer, grobkörniger Zuschlagstoff auch kieselsäurearmes und sogar kieselsäurefreies Material, wie z. B. Kalkstein, eingesetzt werden kann und dennoch die oben ange- gebenen Festigkeitswerte erreicht werden.
Dem Rütteln schliesst sich in bekannter Weise eine Vorhärtung, z. B. mit Niederdruckdampf oder durch
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Luftlagerung und bzw. oder Wasserlagerung, an. Auf diese Vorhärtung folgt anschliessend eine Hochdruckhärtung in einem Härtekessel mit gespanntem Dampf von 9 bis 15 at.
Bei dem vorliegenden Verfahren kann, was einen weiteren Fortschritt bedeutet, statt Hochwertzement auch Normalement zur Verwendung gelangen.
Nach Abschluss der Hochdruck-Dampfhärtung sind die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten Betonkörper fertig und damit versandbereit, weshalb die bisherigen 28 Tage-Festigkeiten nicht mehr abgewartet werden brauchen. Dadurch verringern sich ganz wesentlich die Lieferzeiten, weiters wird der Lagerplatz kleiner und ebenso der Lagervorrat, der bisher viel Kapital des Betonwerkes gebunden hat.
Der Beton nach dem vorliegenden Verfahren bleibt massgerecht und weist auch keine sonstigen Ver- änderungen auf. Die Wasseraufnahme ist auffallend gering, weshalb dieser Beton gegen atmosphärische Einwirkungen überaus widerstandsfähig ist, in gleicher Weise aber auch gegen chemische Angriffe von aggressiven Wässern, Gasen, Dämpfen und Rauch, zufolge seiner starken Sulfatbeständigkeit.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Herstellen von Voll- oder Hohlkörpern aus Beton od. dgl. mit einer Druckfestigkeit von über 1000 kg/cm2 und einer Biegefestigkeit von über 150 kg/cm2, wobei man eine aus einem Normaloder Hochwert-Zement und aus einem trockenem, feinstkörnig gemahlenen, kieselsäurehaltigen Zuschlagstoff bestehende, im Verhältnis Zement : Zuschlagstoff von etwa 1 : 0, 5 bis 1 : 3 vorgemischte Trockenmischung, die gegebenenfalls zusätzlich kieselsäurefreie oder kieselsäurehaltige, grobkörnige Zuschlagstoffe enthalten kann, nach Wasserzusatz unter Druckanwendung zu Formlingen verdichtet, welche alsdann einer Vorhärtung, z.
B. mit Niederdruckdampf oder durch Luftlagerung und bzw. oder Wasserlagerung, unterworfen und anschliessend zur Hochdruckhärtung in einem Härtekessel gespanntem Dampf von 9 bis 15 at ausgesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtung in an sich bekannter Weise durch Rütteln erfolgt.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rütteln diskontinuierlich'erfolgt.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Rütteln der Werkstücke eine zusätzliche Verdichtung, z. B. mittels Dampfdruck angewendet wird.4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Verdichtung beim Rütteln zeitweilig zur Anwendung gelangt.
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1959
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