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Kinematographische Aufnahmekamera
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine kinematographische Aufnahmekamera mit einem Antriebsaggregat und einer einzigen Abwickel-Tagesspule für die nacheinander folgende Belichtung der beiden auf einem Doppelfilm nebeneinander angeordneten Bildreihen, wobei beim Übergang der Belichtung von einer Bildreihe auf die andere das Objektiv und das Filmfenster etwa um die Breite einer Bildreihe zur unbelichteten Bildreihe verschoben, die Kamera um ihre optische Achse um 1800 verschwenkt und die Richtung der Filmbewegung geändert wird.
Es sind sogenannte Doppel- 8 mm-Filme und entsprechende Filmkameras bekannt, bei welchen der Film bei der Aufnahme zuerst nur auf der einen Hälfte belichtet wird. Dabei wird der Film entweder auf eine in der Filmkamera eingebaute Aufwickel-Spule oder auf einen Aufwickel-Kern einer geeigneten Kassette aufgewickelt. Dann muss die aufgewickelte Spule oder die ganze Kassette aus der Kamera herausgenommen und wieder so eingesetzt werden, dass auch die andere Hälfte des Filmes gegen das Bildfenster (selbstverständlich in Gegenrichtung) läuft und belichtet werden kann.
Wie schon erwähnt, kommen bei diesen Filmkameras entweder Film-Spulen oder spezielle FilmKassetten zur Anwendung. Die Filmkassetten können zwar leicht und ohne Schwierigkeiten in die Filmkamera eingesetzt werden, jedoch sind sie sehr verletzbar ; sie müssen unbedingt sehr genau hergestellt werden, was kostspielig ist. Die Film-Kassetten besitzen auch ein verhältnismässig grosses Volumen. Die Film-Spulen sind dagegen billiger und kleiner. Beim Einsetzen treten aber Schwierigkeiten auf, insbesondere beim Einsetzen des Film-Endes in den Schlitz der Aufwickel-Spule bzw. ihres Aufwickel-Kernes.
Weiters sind Filmkameras für Doppelfi1me bekannt-s. z. B. die tschechoslowakische Patentschrift Nr. 83740 - bei welchen die Vorteile von Film-Spulen sowie auch von Film-Kassetten ausgenützt werden können ; das Einsetzen des Film-Endes in den Schlitz des Aufwickel-Kernes der Aufwickel-Spule fällt dabei weg. Diese bekannten Filmkameras sind aber in ihrer Konstruktion kompliziert und deshalb im Betrieb ein wenig störungsanfällig, was als nachteilig betrachtet werden kann.
Ferner ist eine Kinokamera bekannt, in welcher die Längshälften des Filmes nacheinander in zwei gegenläufigen Bildreihen belichtet werden können. Bei dieser Kinokamera wird der Übergang des Objektives von seiner Stellung zur Aufnahme der einen Bildreihe in diejenige zur Aufnahme der andern Bildreihe mittels einer den Vor- und Rückwärtslauf der Film-Spulen steuernden Getriebekupplung derart umgestellt, dass gleichzeitig auch die Laufrichtung des Filmbandes geändert wird. Bei dieser Kinokamera ist die Spule für den vorwärtslaufenden Film mit dem Gehäuse der Antriebsfeder und dessen Zahnkranz konzentrisch nebeneinander angeordnet.
Die erfindungsgemässe Filmkamera ist eine Weiterentwicklung der vorgenanntenKamera und in ihrem Aufbau konstruktiv sehr einfach und auch verlässlich. Auch die Manipulation beim Einlegen des Filmes ist sehr einfach. Das Wesen der Erfindung beruht darin, dass anstatt des üblichen Aufwickelspulendornes ein dasAntriebsaggregat umhüllender Wickelkern angeordnet ist, der mit dem Antriebsaggregat über ein Getriebe mit ausrückbarer Kupplung im Eingriff steht. Der Wickelkern ist mit einer Klemmvorrichtung zur Befestigung des Filmbandanfanges versehen, die aus einer radialen, in die Perforationen des Filmbandes eintretenden Halteklaue und einem das Filmband niederdrückenden federnden bügelförmigen Halter besteht.
Durchdie erfindungsgemässe Ausbildung der Kamera werden die nachstehenden Vorteile erzielt, u. zw. :
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Durch Vergrösserung des Aufwickel-Kernes wird der Raum zur Lagerung des Federwerkes bzw. eines Antriebsmotors, dessen Teile oder eventuell einer Batterie für andere Kamerateile frei. Die Kamera kann also kleiner bemessen werden.
Die Anordnung des Federwerkes bzw. des Motors im Filmraum trägt zur besseren Gewichtsverteilung im Gerät bei, was eine zweckdienlichere Kamerahaltung und einen ruhigeren Bildstand zur Folge hat. Durch Vergrösserung des Durchmessers des Aufwickel-Kernes wird ein müheloses Filmaufwickeln im umgekehrten Sinne als auf der Tagesspule-d. h. mit der Emulsion nach aussen-ermöglicht. Dadurch wird die Filmführung vereinfacht, das Filmeinlegen erleichtert und die Länge des Filmvorspannes verkürzt, was wieder zum besseren Ausnützen des Filmes für die Aufnahme führt. Bei der erfindungsgemässen Kamera ist es möglich, den Aufwickelteil der Kamera als Kassette auszuführen, d. h. es genügt, nur den Kern umzudrehen, und die seitliche Filmführung ist durch den Fussboden und Deckel der Kameragehäuse ermöglicht.
Das führt wieder zum leichteren Filmeinlegen und Aufnehmen von Film-Enden und gleichzeitig wird in diesem Gehäuse mehr Platz für das Antriebswerk zur Verfügung stehen.
Die Zeichnung stellt in Fig. 1 im Aufriss bei abgenommenem Kamera-Deckel und in Fig. 2 im Sei- tenriss-Schnitt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar.
Im Gehäuse 1 der Filmkamera ist eine Federdose 4a drehbar gelagert, die ein Zahnrad 2 aufweist.
Durch Drehung eines an sich bekannten Schlüssels 3 wird die Spiralfeder 4 in der Federdose 4a gespannt, wodurch das so gegebene Drehmoment am Bolzen 7 mittels einer schwenkbaren Sperrklinke 5 und Sperrad 6 festgehalten wird. In dem hohlen, axialen Bolzen 7 der Federdose 4a ist eine Welle 8 gelagert, welche mit dem Wickelkern 9 fest, z. B. mittels Vernietung, verbunden ist. Der in radialer Richtung vergrösserte Rand des Wickelkernes 9 ist als Zahnrad 26 ausgebildet. Die erwähnte elastische Verbindung mit dem Zahnrad 2 der Federdose erfolgt über zwei Zahnräder 15 und 16, die gleichzeitig zwei Hälften einer Reibungskupplung bilden.
Durch das Anpressen einer zweckmässigen Kulisse 17 an die Nabe des Zahnrades 16 kann an der Reibungskupplung ein angemessenes Reibungsmoment erzeugt werden, das für das Aufwickeln des Filmes genug gross ist. Während des Aufwickelns des Filmes auf den Wickelkern 9 dreht sich die übliche obere Film-Vorratsspule 22 ganz frei auf dem Bolzen 23.
Nach der Belichtung der ersten Bildreihe muss das Objektiv 24 senkrecht zur Zeichnungsebene der Fig. 1 verschoben werden, worauf die ganze Filmkamera dann hinsichtlich einer horizontalen Achse (d. h. in der Zeichnungsebene der Fig. 2) um 1800 so umgekehrt wird, dass der zum Aufwickeln dienende Wickelkern 9 nach oben gelangt und die nun unten liegende Film-Vorratsspule 22 zum Aufwickeln benützt werden kann. Durch die Verschiebung des Objektivs 24 kann automatisch auch eine Richtungsänderung des Ganges eingeschaltet werden, die z. B. einen Gegenstand des schon erwähnten tschechoslowakischen Patentes Nr. 83740 bildet. Selbstverständlich muss dabei auch die Bewegungsrichtung der Spule 22 bzw. des Wickelkernes 9 geändert werden, was durch das Freimachen der einen Kulisse 17 und durch das Anpressen der andern Kulisse 20 bewirkt wird.
Mittels der Kulisse 20 wird also die an dem Zahnrad 18 gegebene Reibungskupplung 27 in Eingriff gebracht. Mit Rücksicht darauf, dass die Zahnräder 18 und 2 dauernd im Eingriff stehen, wird auch das Zahnrad 19 in Drehung gesetzt, welche Drehung auf das am Bolzen 23
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standteile 21 und 22 erfolgt durch Mitnehmer-Zähne 25. Durch diese Anordnung wird also der Film bei der Belichtung der zweiten Bildreihe auf die ursprüngliche Film-Vorratsspule 22 wieder aufgewickelt.
Die erfindungsgemässe Konstruktion erleichtert auch das Einlegen des neuen Filmes bzw. das Einspannen des Anfanges desselben. Wie insbesondere aus Fig. 1 hervorgeht, ist am Umfang des zum Aufwickeln des Filmes bestimmten Wickelkernes 9 eine Halteklaue 10 angeordnet, welche gegen den Film drückt und in seine Perforation eingreift. Zwecks besseren Festhaltens des Filmes (schon beim Beginn seines Aufwickelns) ist derselbe an die Halteklaue 10 mittels eines leicht lösbaren und federnden bügelförmigen Halters 11 angepresst. Der Halter 11 selbst ist schwenkbar auf dem Bolzen 13 gelagert und besitzt eine schmale zylindrische Fläche, die zum Anpressen des Filmes an die zylindrische Fläche des Wickelkernes 9 dient. Mit Hilfe eines geeigneten Knopfes 12 wird der ganze Halter 11 gegen die Kraft einer kurzen Feder 14 nach aussen (hinsichtlich der Achse des Wickelkernes 9) verschwenkt.
Dann wird der Anfang des Filmes zwischen die zylindrische Fläche des Wickelkernes 9 und die erwähnte zylindrische Fläche des Halters 11 hineingeschoben. Nach dem Freilassen des Halters 11 klappt derselbe unter der Wirkung der Feder 14 zurück und presst den Film an die Halteklaue 10 des Wickelkernes 9 an.
Bei dieser erfindungsgemässen Anordnung ist es also nicht mehr nötig, beim Einlegen eines neuen Filmes den seitlich liegenden Schlitz im Kern der Spule zu suchen. Durch das Zurückklappen des Halters 11 wird der Anfang des Filmes an die Halteklaue 10 angesetzt, wodurchseine Position gesichert ist und sein
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Aufwickeln auf den Wickelkern 9 kann ohne Störungen durchgeführt werden.
Der zum Aufwickeln des Filmes dienende Wickelkern 9 besitzt also erfindungsgemäss einen grösseren Durchmesser, so dass er rings um die Federdose 4a angeordnet werden kann. Durch diese Änderung ergeben sich kleinere Dimensionen der ganzen Filmkamera und eine Vereinfachung des Antriebes. Der Wickelkern 9 und die Federdose 4a können dabei dieselbe Drehzahl besitzen, ihre mechanische Verbindung ist durch die Reibungskupplung zwischen den Zahnrädern 15 und 16 gegeben.
PATENTANSPRÜCHE :
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Tagesspule für die nacheinander folgende Belichtung der beiden auf einem Doppelfilm nebeneinander angeordneten Bildreihen, wobei beim Übergang der Belichtung von einer Bildreihe auf die andere das Objektiv und das Filmfenster etwa um die Breite einer Bildreihe zur unbelichteten Bildreihe verschoben, die Kamera um ihre optische Achse um 1800 verschwenkt und die Richtung der Filmbewegung geändert wird, dadurch gekennzeichnet, dass anstatt des üblichen Aufwickelspulendornes ein das Antriebsaggregat (4, 4a) umhüllenderWickelkern (9) angeordnet ist, der mit dem Antriebsaggregat über ein Getriebe (2, 15, 16, 26) mit ausrückbarer Kupplung im Eingriff steht.