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Verfahren zum Verschliessen des gläsernen Pumprohrs eines Gefässes, in dem Überdruck vorherrscht
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Verschliessen des gläsernen Pumprohrs eines Gefässes, in dem Überdruck herrscht, ohne dass das Pumprohr eine merkliche Verengung oder einen kapillaren Teil aufweist.
Das Verschliessen von Gefässen, in denen ein erheblicher Überdruck herrscht, kann sich nicht auf übliche Weise durch Erhitzen und Abschmelzen des gläsernen Pumprohrs vollziehen, da das weiche Glas dabei aufgebaucht werden würde. Es sind verschiedene Lösungen für diese Schwierigkeit bekannt.
Es ist vorgeschlagen worden, in dem Gefäss einen Propfen aus thermoplastischem Material nahe der Mündungsstelle des Pumprohrs unterzubringen. Das Pumprohr an sich hatte einen kapillaren Teil. Nachdem das Gefäss mit einer Gasfüllung unter Überdruck versehen worden war, wurde derPfropfen geschmolzen und durch Kapillarwirkung in das Pumprohr eingesaugt. Darauf konnte das Pumprohr, nachdem der Überdruck verschwunden war, gewünschtenfalls abgeschmolzen werden. Gemäss einer andern bekannten Ausführungsform wurde ein Metallpfropfen in dem Pumprohr angebracht und geschmolzen, nachdem der gewünschte Überdruck im Gefäss erhalten worden war. Das flüssige Metall floss dabei im Pumprohr herunter, bis es einen gekühlten, kapillaren Teil erreichte, wo es erstarrte.
Dabei entstand keine Haftung an dem Glas des Pumprohrs ; der Metallpfropfen diente nur dazu, Schwierigkeiten wegen des Überdrucks im Gefäss während des Abschmelzens des Pumprohrs zu vermeiden.
Der Nachteil der bekannten Verfahren ist der, dass infolge Anwendung sehr enger kapillarer Teile des Pumprohrs die Entlüftung und die Einführung des Ftillgases in das Gefäss lange Zeit beanspruchen. Ausserdem muss das Pumprohr eine verhältnismässig verwickelte Gestalt haben. Diese Verfahren eigneten sich daher nicht für Anwendung bei Pumprohren, die keinen kapillaren Teil und gegebenenfalls einen grossen Durchmesser haben.
In diesen Fällen wird der Verschluss des Pumprohrs ohne Schwierigkeiten bei Anwendung eines Verfahrens nach der Erfindung möglich, wobei in dem senkrecht angeordneten Pumprohr we- nigstensoberhalbderVerschlussstelleeineMenge Glasur angebrachtwird ie aus80 Gew.-% PbO, 16 Gew.-% B, 0. und 4 Gew.
-0/0 ZnO besteht, deren Temperatur bei einer Viskosität von 107 ! 6 Poise (amerikanischer Erweichungspunkt) niedriger ist als die des Glases des Pumpenrohrs bei einem Zähflüssigkeitsgrad von 1014., 6 Poise (niedrigste Entspannungstemperatur), wobei die Viskosität von 105 Poise bei einer Temperatur erreicht wird, die maximal annähernd gleich der erwähnten Temperatur des Glases bei 1014, 6 Poise ist, worauf das Pumprohr, nachdem das Gefäss bis zu dem gewünschten Überdruck mit Gas gefüllt worden ist, örtlich erhitzt wird, bis die Glasur an der betreffenden Stelle flüssig wird, so dass beim Herunterbringen der Erhitzungsstelle ein stets stärkerer Glasurring im Pumprohr gebildet wird,
welcher Ring diesesRohr schliesslich infolge Zufliessens ganz verschliesst. Durch passende Wahl der Erweichungskurve der Glasur, so dass die vorerwähnten Bedingungen erfüllt werden, wird erreicht, dass die Zähflüssigkeit der Glasur von der erhitzten Stelle nach unten so schnell zunimmt, dass die Glasur nicht herunterfliesst, sondern zu einem stets stärkeren Ring hochgedrückt wird. Der Temperaturunterschied zwischen der Erweichungstemperatur der Glasur (105 Poise) und der des Glases muss jedenfalls so gross sein, dass kleine Abweichungen in der Temperaturbehandlung und der Wärmeabsorption des Glases keine Erweichung des Pumprohrs herbeiführen.
Es ist dabei wichtig, dass sowohl das Glas als auch die Glasur weitgehendst farblos sind. Eine dunkle Farbe
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des Glases hat den Nachteil, dass infolge der grossen Absorption der Wärmescrahlung die Temperatur der Glaswand auf der Aussenseite bedeutend höher wird als auf der Innenseite. Weiter liegt der Nachteil vor, dass es schwer zu sehen ist, wo die Glasur das Pumprohr verschliesst. Um eine gleichmässige Erweichung der Glasur zu erzielen, ist es erforderlich, auch nahezu farblose Glasur anzuwenden, obgleich eine leichte Farbe der Glasur eine bessere Überwachung des Verschlu¯vorganges ermöglicht.
Die Erfindung wird an Hand einiger Ausführungsbeispiele und einer Zeichnung näher erläutert, in der Fig. 1 die Viskositätskurven einer geeigneten Glasurund einiger geeigneter Glasazten für ein Pumprohr darstellt, und Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein Pumprohr während des Glasunchmclzvorganges zeigt.
Fig. 3 zeigt ein Rohr, in dem Überdruck vorherrscht und das durch Ausübung der Erfindung verschlossen ist.
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Temperatur in Grad Celsius aufgetragen.Die Kurve 1 bezieht sich auf folgende Glaszusammensetzungen für das Pumprohr :
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<tb>
<tb> SiOz <SEP> 56,2 <SEP> Gel. <SEP> do <SEP>
<tb> N2O <SEP> 7,6 <SEP> "
<tb> Kss <SEP> 4, <SEP> 5 <SEP> "
<tb> PbO <SEP> 30, <SEP> 0 <SEP> "
<tb> Al2O3 <SEP> 1, <SEP> 2"
<tb> Sbjps <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> n <SEP>
<tb> MnO <SEP> 0, <SEP> 2 <SEP> U1 <SEP>
<tb>
EMI2.3
EMI2.4
<tb>
<tb> Zusammensetzung <SEP> :SiOz <SEP> 68, <SEP> 2 <SEP> Gew. <SEP> %
<tb> NaO <SEP> 16, <SEP> 8 <SEP> Gew.-% <SEP>
<tb> KO <SEP> 1, <SEP> OGew.-%
<tb> CaO <SEP> 5, <SEP> 5 <SEP> Gew.-%
<tb> BaO <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP> Gew.-% <SEP>
<tb> MgO <SEP> 4, <SEP> 0 <SEP> Gew.-"jb <SEP>
<tb> Al2O3 <SEP> :
<SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> Gew. <SEP> -% <SEP>
<tb>
Kurve 3 gilt für Glasur, die zum Durchführen der Erfindung geeignet ist, inVereinigungmit den eEwähn" ten Glasarten.
Aus der graphischen Darstellung ist ersichtlich, dass eine Viskosität von 1014, Poise erreicht wMM
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ve 1 auch etwa 4300 C, die des Glases nach Kurve 2 etwa 4800 C. Bei 105 Poise sind diese Temperatures 8250 C bzw. 8700 C. Bei der Kombination der erwähnten Glasanen für das Pumprohr und die erwähnte Glasur erweist es sich als möglich, wenn das Pumprohr 4 im Innern mit Glasur 5 versehen ist (Fig. 2), z, B. indem diese Glasur 5 in Form einer Schicht auf der Innenfläche des Pumprohrs 4 angebracht werden ist, durch örtliche Erhitzung (Lage I) eine Erweichung der Glasur zu erzielen in der Weise, dass sie herunterfliesst. Dabei kühlt sich die Glasur jedoch etwas ab, wodurch die Viskosität so stark zunimmt, dass eine ringförmige Stauung 6 entsteht.
Dabei ist das Glas des Pumprohrs 4 nach wie vor hinreichend steif, um den inneren, im Gefäss 7 vorherrschenden Überdruck ohne Verformung aufnehmen zu können. Wenn man die Erhitzungsstelle allmählich herunterschiebt, wird die Verdickung 6, die sich auch herunterbewegt, stets grösser, bis der Innenrand der Verdickung 6 bei 8 zusammenfliesst. Während der Herunterbewegung der Brenner 10 verengt sich die Innenwand der Verdickung 6 gemäss den gestrichelten Linien 9. Das Pumprohr 4 wird nach dem Zufliessen und Abkühlen der Glasur nahe der AbdichtungssteUe abgeschnitten oder
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herrscht und das durch das Verfahren nach der Erfindung verschlossen ist.
Obgleich eine einzige Ausführungsform beschrieben ist, kann die Erfindung auch auf andere Weise durchgeführt werden. Es ist z. B. nicht notwendig, die Glasur in Form einer Schicht auf der Innenfläche des Pumprohrs anzubringen ; sie kann in Form eines Klumpens auf einer örtlichen Verengung des Pumprohrs aufruhen oder in dem Kolben vorgesehen werden. Eine solche örtliche Verengung führt keine nennenswerte Verlängerung der Pumpzeit wie ein kapillarer Teil herbei.