AT211785B - Verfahren zur Veredlung von Textilien aller Art - Google Patents

Verfahren zur Veredlung von Textilien aller Art

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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
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Description


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  Verfahren zur Veredlung von Textilien aller Art 
Es ist bekannt, beim Veredeln von Textilien, z. B. zwecks Knitterfestmachen oder zur Dimensionsstabilisierung von textilen Flächengebilden aus nativer oder regenerierter Cellulose, dieselben mit der Lösung eines kondensierbaren Kunstharzes in Gegenwart eines Katalysators zu imprägnieren,   abzupressen.   gegebenenfalls vorzutrocknen und kurze Zeit über 1000C zu erhitzen, um eine Kondensation des Kunstharzes zu erzielen. Ferner ist es bekannt, textile Flächengebilde der Einwirkung ionisierender Strahlen zu unterwerfen, z. B. zur Verbesserung der Anfärbbarkeit oder Verminderung der elektrostatischen Aufladung. Ausserdem ist die chemische Modifikation von synthetischen Stoffen mit Hilfe ionisierender Strahlen bekannt. 



   Es wurde nun gefunden, dass Textilien, insbesondere Flächengebilde, aus natürlichen oder künstlichen cellulosehaltigen Fasern veredelt werden können, indem sie mit kondensierbaren Substanzen behandelt und hierauf der Einwirkung einer ionisierenden Strahlung, insbesondere einer Gamma- oder Röntgenstrahlung, unterworfen werden, wobei die kondensierbaren Substanzen kondensiert werden. 



   Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren anzuwendende Strahlungsdosis kann so gering gehalten werden, dass die Festigkeitsabnahme durch die Bestrahlung vernachlässigbar ist. Während bei den üblichen Textilveredlungsverfahren die Kondensation der kondensierbaren Substanzen auf der Faser durch Erhitzung auf Temperaturen über   100 C   erfolgt, wodurch eine starke Herabsetzung der Faserfestigkeit bewirkt wird, ist beim vorliegenden Verfahren keine solche Erhitzung notwendig, so dass praktisch keine Verminderung der   Reiss- und Einreissfestigkeit   gegenüber dem unbehandelten Textilmaterial eintritt. 



   Bekanntlich nehmen in üblicher Weise mit Kunstharz behandelte Textilien in der Regel bei einer nachfolgenden Chlorwäsche eine gewisse Menge Chlor auf ; hiedurch nimmt die Reissfestigkeit um bis zu   90%   ab. Interessanterweise wird bei den erfindungsgemäss behandelten Textilien die Reissfestigkeitsabnahme infolge Chloraufnahme merklich verringert. Die erfindungsgemäss behandelten Textilien weisen eine gute Knitter- und Scheuerfestigkeit auf und haben einen angenehm weichen Griff. Ein weiterer Vorteil des vorliegenden Verfahrens besteht darin, dass unter geeigneten Bedingungen die Applikation der kondensierbaren Substanzen ohne Beifügung eines Katalysators erfolgen kann, so dass das Gewebe nach der Bestrahlung nicht ausgewaschen zu werden braucht. 



   Als ionisierende Strahlung kommt in erster Linie eine Gamma-Strahlung oder Röntgenstrahlung in 
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 riger Lösungen, als Dispersionen oder gelöst in organischen Lösungsmitteln Verwendung finden. Es eignen sich z. B. wässerige Lösungen und wässerige Dispersionen von in der Knitterechtausrüstung üblicherweise zur Verwendung gelangenden vernetzenden und/oder harzbildenden Substanzen, wie z. B. Methylolharnstoffe, Methylolmelamine, Dimethyloläthylenharnstoff, 2, 6-Dimethyloltriazinon-4, Diglycidäther u. dgl. 



  Ebenso können Gemische der genannten kondensierbaren Substanzen Verwendung finden. Die genannten kondensierbaren Substanzen können mit oder ohne Zugabe der üblichen Katalysatoren, wie z. B. Bortrifluorid, Zinknitrat,   Leicht-und Schwermetallhalogenide u. dgl.,   verwendet werden. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich auf Textilien aller Art, insbesondere Flächengebilden, anwenden. Es eignen sich in erster Linie Gewebe oder Gewirke aus nativer Cellulose wie Baumwolle, aber auch Gewebe oder Gewirke aus regenerierter Cellulose oder solche, die Fasern aus natürlicher und 

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 regenerierter Cellulose enthalten. Das Verfahren eignet sich in erster Linie zur Knitterfestausrüstung und zur   Dimensionsstabilisierung ;   es lassen sich nach dieser Methode aber auch permanente Prägeeffekte, wie Gaufrage-, Riffel-,   Schreiner- oder Moiréeffekte, ebenso   Kalandereffekte mit oder ohne Friktion erzeugen. Das Verfahren lässt sich ferner auch auf   Textilgarnen,-faden oder-zwirnen anwenden.   



   Die Erfindung ist an Hand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert. 



     Beispiel l : Ein Baumwollimitatpopeline mit 36/19 Fäden pro 1/4 franz. Zoll und den engl.   Garnnummern 40/30 in Kette und Schuss wird gesengt, entschlichtet und gebleicht und hierauf mit einer Lösung von 110 g   Dimethyloläthylenharustoff   gelöst in 11 Wasser, der ausserdem 11 g Zinknitrat als Katalysator beigegeben wurde, imprägniert, abgepresst und während 20 Minuten bei 60 - 700C getrocknet. Hierauf wird das so behandelte Gewebe der Einwirkung einer Gamma-Strahlung in einer Gesamtdosis von   1 x 106 Röntgen bei 200C unterworfen. Als Strahlungsquelle dient Co mit einer Strahlungsintensität von 0,25 x 106 Röntgen pro Stunde. Nach der Bestrahlung wird das Gewebe ausgewaschen und getrocknet.

   Das   behandelte Gewebe zeigt eine Reissfestigkeit, welche praktisch gegenüber der Reissfestigkeit des Ausgangsmaterials unverändert ist. Die Reissfestigkeit in der Schussrichtung gemessen mit einem SchopperPendelapparat beträgt 22 kg pro 2,5   cm.   Ausserdem zeigt das Gewebe sehr gute   Scheuer- und   Einreissfestigkeitswerte. Der Knitterwinkel beträgt in der Kette 1110 und im Schuss 1120. Die Knitterwinkel wurden nach der folgenden Methode bestimmt : Streifen von 3 x 5 cm des behandelten Gewebes wurden während 24 Stunden bei   210C   und   65%   relativer Feuchtigkeit konditioniert, hierauf in   Kett-bzw. Schussrich-   tung gefaltet und während einer Stunde mit 1 kg belastet.

   Nach Entfernung des Gewichtes wurden die Stoffe 15 Minuten in unbelastetem Zustand belassen und hierauf die Knitterwinkel gemessen. Das Gewebe hat einen angenehm weichen Griff. 



   Beispiel 2 : Ein   entschlichtetes,   mercerisiertes und gebleichtes Baumwollpopelinegewebe wird mit einer   zogen   wässerigen Lösung eines Triazonderivates der folgenden Konstitution imprägniert : 
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 Die Lösung enthält keine Katalysatoren. Das so behandelte Gewebe wird während 10 Minuten bei   60-70 C   getrocknet und hierauf der Einwirkung einer Gamma-Strahlung in einer Gesamtdosis von 2 x 106 Röntgen bei 200C ausgesetzt. Als Strahlungsquelle dienen Spaltprodukte   von U    Nach der Bestrahlung ist ein Auswaschen nicht nötig.

   Das Gewebe zeigt praktisch keine Reissfestigkeitsabnahme und weist gute 
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 serigen Lösung von   Aziridinylphosphoniumoxyd   der folgenden   Konstitution imprägniert :   
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 Die Lösung enthält ausserdem noch 15% Bortrifluorid-Dihydrat (65% berechnet auf die Aziridinylverbindung) als Katalysator, sowie 7,   5%   Octadecyläthylenharnstoff-Emulsion als Weichmacher (10% berechnet auf die   Aziridinylverbindung).   Das so behandelte Gewebe wird während 10 Minuten bei 60 - 700C getrocknet und darauf der Einwirkung einer Gamma-Strahlung in einer Gesamtdosis von 1 x 106 Röntgen bei   20 C   unterworfen.

   Als Strahlungsquelle dienen Spaltprodukte von   U23S'Die   Reissfestigkeit des so behanielten Gewebes ist gegenüber derjenigen des Ausgangsmaterials praktisch unverändert und das Gewebe 

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 zeigt gute   Scheuer- und   Einreissfestigkeitswerte. Es weist ferner eine gute Knitterfestigkeit auf, ist weitgehend flammfest und der Griff ist angenehm weich. 



   Beispiel 4 : Zur Herstellung einer wässerigen Dispersion einer in Wasser nur teilweise löslichen Diepoxydverbindung aus Glycerinmonochlorhydrin und Epichlorhydrin werden 100 g dieser Verbindung, 100 g einer   5% igen Polyvinylalkohollosung   und 20 g einer   2obigen   Dispersion eines   Polyäthylenweich-   machers unter Zufügung von 12, 5 g einer   40% gen   wässerigen Lösung   von Zinkborfluorid unter starkem   Rühren in soviel Wasser eingetragen, dass das Volumen der so gewonnenen Dispersion 1 Liter beträgt. 



   Baumwollpopeline wird mit dieser Dispersion imprägniert und ohne weitere Vortrocknung der Einwirkung einer Gamma-Strahlung in einer Gesamtdosis von 106 Röntgen bei   230C   ausgesetzt. Als Strahlungsquelle dient Cs 137' Anschliessend wird gewaschen und getrocknet. Das Gewebe zeigt bei sehr interessanten   Knitterfestigkeitswerten   gegenüber dem unbehandelten Gewebe nur unwesentlich verringerte Reissund Einreissfestigkeitswerte und ist absolut beständig gegen Chlorwäsche. Die Harzmenge auf dem Gewebe wird durch wiederholtes kochendes Waschen nicht beeinflusst. 



   Beispiel 5 : 100 g einer   5% igen Polyvinylalkohollosung,   25 g eines nichtionogenen Weichma-   chers, 75   g des in Beispiel 4 genannten Diepoxyds, 60 g einer   50% eigen   Lösung von Dimethyloläthylenharnstoff und 13 g einer 40%igen Zinkborfluoridlösung werden mit 750 g Wasser dispergiert und ein in üblicher Weise vorbehandeltes und mercerisiertes Gewebe damit imprägniert, dessen Garne in Kette und Schuss aus 70% Baumwolle und   30%   Zellwolle bestehen. Der Abquetscheffekt beträgt   85%.   Anschliessend 
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 zeigt das Gewebe gegenüber dem unbehandelten Stoff nur unwesentlich verringerte mechanische Werte. Es ändert seine Dimensionen beim Waschen in einer Waschmaschine mit 5 g/l Seife bei   600C   praktisch nicht. 



   Beispiel 6 : Zellwollgabardine wird mit der wässerigen Lösung eines Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensats unter Zusatz von   10%   des Vorkondensat-Gewichtes an Magnesiumchlorid (MgCl2. 6H2O) und   10%   des Vorkondensat-Gewichtes einer Siliconemulsion in üblicher Weise imprägniert und mit einem 
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   8 X 106Beispiel 7: Ein gebleichter,   mercerisierterBaumwoll-Mako-Zwirnderengl.   Garnnummer 60/2 wird mit einer wässerigen Lösung, enthaltend 70 g Dimethyloläthylenharnstoff und 10 g Zinknitrat pro 
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    RöntgenPATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Veredlung von Textilien aller Art, insbesondere von Flächengebilden aus natürlichen und/oder künstlichen cellulosehaltigen Fasern durch Behandlung mit kondensierbaren Substanzen, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den kondensierbaren Substanzen behandelten Textilien der Einwirkung einer ionisierenden Strahlung, insbesondere einer Gamma-Strahlung oder Röntgenstrahlung unterworfen werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Textilien der Einwirkung einer Gamma-Strahlung in einer Gesamtdosis zwischen 0,5 x 106 und 3 x 106 Röntgen bei 15 - 250C unterworfen werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Strahlungsquelle für die Gamma-Strahlung Co dient.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Strahlungsquelle für die Gamma-Strahlung Spaltprodukte von U dienen. EMI3.4 Cs dient.zen versehenen Textilien in feuchtem Zustand bestrahlt werden.
    7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den kondensierbaren Substanzen versehenen Textilien in trockenem Zustand bestrahlt werden. <Desc/Clms Page number 4>
    8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kondensierbaren Substanzen in Gegenwart von Katalysatoren auf die Textilien aufgebracht werden.
    9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kondensierbaren Substanzen in Abwesenheit von Katalysatoren auf die Textilien aufgebracht werden.
    10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kondensierbaren Substanzen in Form wässeriger Lösungen auf die Textilien aufgebracht werden.
    11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kondensierbaren Substanzen in Form von Dispersionen auf die Textilien aufgebracht werden.
    12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kondensierbaren Substanzen gelöst in organischen Lösungsmitteln auf die Textilien aufgebracht werden.
AT324159A 1959-04-01 1959-04-29 Verfahren zur Veredlung von Textilien aller Art AT211785B (de)

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