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Mittelwand oder Kunstwabe für Bienen und Form zu ihrer Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Mittelwand, einen Anfangsstreifen oder eine Kunstwabe, wie sie in der Imkerei verwendet werden, sowie auf eine Form zu deren Herstellung, wobei unter Form nicht nur eine Gussform, sondern auch Press-oder Walzformen usw. zu verstehen sind.
Die Bienen pflegen im allgemeinen die beiden Flächen einer Wabe mitZellenbau aufzuführen, dessen einzelne Zellen einen sechseckigen Querschnitt haben. Es wird aber zuweilen beobachtet, dass auf der Fläche einer Wabe Zellen der Zellengruppen aufgeführt werden, die sich in ihrer jeweiligen Stellung darin unterscheiden, dass bei der einen Gruppe oder bei mehreren Gruppen die Zellen "auf der Spitze" stehen, d. h. dass eine senkrechte stehende Diagonalfläche in den Zellen gedacht werden kann, bei andern Zellen dagegen je eine Seite des Sechseckes oben und unten liegt, wobei man sich also eine waagrechte Diagonalebene vorstellen kann. Der Abkürzung halber wird im folgenden die erstgenannte Lage der Zellen (Spitze unten) mit Stellung A bezeichnet, die andere (Seite unten) mit Stellung B.
Eine Bauweise, bei der die Bienen also Stellung A und B in mehr oder weniger grossen Gruppen auf einer Wabenftäche bauen, bezeichnet man als"Wirrbau". Man untersuchte die Gründe, welche die Bienen hiezu veranlassten, nicht ; da eine erkennbare Regelmässigkeit dieser Bauweise nicht zu entnehmen war, hielt man sie allgemein für störend und sogar schädlich. Derartige Waben wurden entfernt und eingeschmolzen.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass die Anordnung von Zellengruppen oder Bauabschnitten, die jeweils die Stellung A oder B aufweisen, auf einer Wabe durchaus nützlich sein kann, wie durch Versuche ermittelt wurde.
DasBienenvolksetztsichauszweiGruppenzusammen, vondenendieeinefürdieBelangederBrutpflege und die andere für den Futterhanshalt aufkommt. Diese Gruppewm. fte1lung bezieht sich auch auf die Baubienen. Der Übersicht halber wird die Baugruppe, welche den für Brutzwecke bestimmten Wabenbau aufführt, als Baugruppe A und die andere Baugruppe, welche auf Vorratsablagerung hinarbeitet, als Baugruppe B bezeichnet. Mit dem unbeeinflussten Auspendeln der erstgenannten Baugruppen vollzieht sich für deren Bauabschnitt die Zellenstellung A. Dagegen hat die Baugruppe B vermittels Bienenketten Verbindung zum Bereich der Baugruppe A. Aus der ableitenden Zugrichtung ergibt sich daher für den u. dern Bauabschnitt die Zellenstellung B.
Ein Zusammenwachsen der verschiedenen Bauabschnitte kann sich aber nicht vollziehen, wenn die üblichen Leitwachsstreifen gegeben werden. Hiebei bauen die Baugruppen A und B entlang der parallel verlaufenden Leitwa. chsstre1fen aneinander vorbei, denn die Bienen behandeln ieden herkömmlichen Leitwachsstrelfen in seiner ganzen Länge als den Beginn einer einzelnen Baugruppe. Demgegenüber nehmen die Bienen bei einem längeren Rähmchen, welches nichtmitzusammen- hlängendem Leitwachssteifen versehen wurde, ihre Bautätigkeit mit mehr als nur je einer Gruppe A und B auf. Es bilden sich dann entsprechend der Länge des Rähmnchens mehrere solchet Baugrnppen in abwechselnder Reihenfolge.
Diese Anordnung kann als ein natürliches Hilfsnittel der Bienea. angesehen wadss ,
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Überwinterung und Zehrung Mf-Im Verlauf der Winterzehrung vermag das Bienenvolk an Hand der eingeschobenen andersartigen Zellen- stellung instinktiv die obere Wabenbegrenzung zu erfassen, ebenso bei nachfolgender horizontaler Zehrung, ob oder fie weit es sich der stärksten Futrerablagerung auf Fläche Zellenstellung B genähert hat.
Mit der Anwendung beider Arten der ZeUenstellungen auf einer Wabe ist es möglich, gewissen Einfluss auf die Bienen zu nehmen, betreffs der Anlage des Brutnestes (Zellengruppe A) und der Anordnung der Vorräte (Zellengruppe B). So bewirkt beispielsweise die auf einer Wabe angeordnete Zellenstellung A und B aber nicht nur eine rationelle Unterbringung vonBrut und Futtervorräten, sondern auch eine volle Belagerung durch die Bienen. Die Bienen sind demnach bestrebt, Brut und Vorräte nicht über viele Waben zu verzetteln, sondern bilden vielmehr mit den belagerten Waben eine geschlossene Einheit.
Diese wirkt sich zur Zeit der aufsteigenden Volksentwicklung förderlich aus, indem die schlüpfen- den Bienen der Zellengruppe A, Mittelwabe, die zunächst befindlichen Bienen der Gruppe B auf äussere Waben verdrängen und auch die ganze ZeUengruppe B mit in das Brutnest einbeziehen. Nach Überschrei- ten des volklichen Höhepunktes erfolgt eine umgekehrte Entwicklung, wobei auf Fläche Zellenstellung B ein stark ausgeprägter Futtersockel gebildet wird.
Mit der Anwendung beider Zellenstellungen vollzieht sich daher unter anderem infolge ausgiebiger Wabenbelagerung eine umfassende Volksentwicklung, anschliessend aber zufolge selbsttätiger Brutbeschränkung eine angemessene Brutnestversorgung und Erzielung von gesunden und vollwertigen Winterbienen,
Gemäss dem Hauptmerkmal der Erfindung wird nun vorgeschlagen, die Bienen dadurch zum Aufführen von Zellen gemäss der Erkenntnis anzuleiten, dass Mittelwände, Anfaugsstreifen oder andere Bauhilfs- mittel, Kunstwaben oder Formen für Mittelwände, Anfangsstreifen oder Kunstwaben derart zur Ausbildung kommen, dass sich auf einer Wabenf ! äche eine oder mehrere Gruppen von Zellen befinden, deren in einer Waagrechten nebeneinanderliegende Zellen sich unmittelbar mit Zellenwand berühren (Stellung A) und eine oder mehrere Gruppen von Zellen,
bei denen dies bei den senkrecht nntereinanderliegenden Zellen der Fall ist (Stellung B).
Hiedurch wird ein systemloser "Wirrban" vermieden und die Bienen werden zum Bau gemäss der oben erwähnten Erkenntnis planmässig angeleitet, indem die Anordnung und gegenseitige Lage dieser Gruppen zweckmässig vorbereitet wird.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist ferner eine Form zur Herstellung der oben genannten
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hn1icher Bauhi1fsmittelist.
Die Anordnung derFormelementeA undB in einem Stück ermöglicht die gleichzeitige und rationelle Fertigstellung einer oder unbegrenzt vieler Mittelwände gemäss der Erfindung. Hiedurch wird bei der Herstellung ein Zusammenlöten der entsprechenden Flächen A und B der Mittelwand überflüssig ; gegenüber
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Vorhandenseinvöllig unmassstäblich und sollnur die Lage der vielen in dieser Gruppe enthaltenen Zellen andeuten. Mit C ist die Trennlinie zwischen den Gruppen A und B bezeichnet, nichtetwa eine noch andere Stellung der Zellen.
Unharmonische oder vereinzelt angeordnete Zellen der einen oder andern Art (Aoder B) gelten im Sinne der Erfindung naturgemäss nicht als Zellengruppe; wohl aber, wenn eine Zelle zumindest den fortlaufenden Ansatz einer gleichartigen Nachbarzelle aufweist und somit das Muster einer Zellengruppe deutlich hervortritt oder aber als solche dazu dient, die Verbindung zur andern Zellengruppe doch Anpassung zu gewähren. Demzufolge ist die Zelle der Stellung A in der Waagrechten, aber die Zelle der Stellung B in der Senkrechten unmittelbar durch eine gemeinsame Wand mit der jewells gleichartigen Nacbbarzelle verbunden.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine Wabenfläehe, bei der sich neben der senkrecht verlaufenden
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Fig. 7 zeigt Ze11enstellungen A und B mit kreisrundem Querschnitt nach Stellung A und B.
Anwendbarkeit der einzelnen Zellenschemen : Fig. 1 insbesondere für Breitwabe, Fig. 2 insbesondere für Hochwabe, Fig. 3 zur Erzielung vermehrten Polissnablagerung (ermöglicht bei der Form gleichzeitige Herstellung von zwei oder mehr Mittelwänden durch vertikale und entsprechende horizontale Teilung Fig. 4 und Fig, 5 für eingeschobene kleine Anfange der andern Zellenart auf der Wabe im Bereich der oberen Wabenbegrenzung, insbesondere bei Form von Mittelwandwalzwerk usw., Fig. 6 für einen Anfaag der andern Zellenart, vom Rand aus eingeschoben, insbesondere bei Handpressen. ZeUenscbema gern1lss Fig. 7 bedarf keiner besonderen Erklärung.
Im gleichen Sinne können andere zweckmässige gegenseitige Stellungen je nach den Erfordernissen angeordnet werden, wobei es unbedeutend ist, ob die einzelnen Zellengruppen unmittelbar aneinander stossen oder durch schmalen Zwischenraum ohne Zellenmuster unterbrochen sind.
Entsprechend diesen Anordnungen und Möglichkeiten sind die Formen für Mittelwände oder Anfangsstreifen oder die Kunstwaben oder deren Formen in entsprechender Weise auszubilden.
Was hier fur Zellen mit sechseckigem Querschnitt gesagt ist, gilt auch für die im Bau von Kunstwaben vorkommende Ausführung von Waben, deren Zellen einen kreisrunden Querschnitt aufweisen. Hiebei entspricht es der Stellung A, wenn die in einer Waagrechten nebeneinander liegenden Zellen sich unmit- telbar berühren, der Stellung B, wenn dies bei den senkrecht untereinander liegenden Zellen der Fall ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mittelwand, Anfangsstreifen oder ähnliche Bauhilfsmittel für Bienen, dadurch gekennzeichnet, dass sie in bezug auf die Aniagen der Zellen so ausgebildet sind, dass sich auf einer Wabenflache eine oder mehrere Gruppen von Zellen befinden, deren in einer Waagrechten nebeneinanderliegende Zellen sich jeweils unmittelbar mit ihrer Zellenwand berühren (Stellung A) und eine oder mehrere Gruppen von Zellen, bei denen dies bei den senkrecht untereinanderliegenden Zellen der Fall ist (Stellung B).