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Einstellscheibe für photographische Kameras
Die Erfindung betrifft eine Einstellscheibe für photographische Kameras, die zwecks Scharfeinstellung
Mittel zur paMllktischen Bildverschiebung besitzt.
In der deutschen Patentschrift Nr. 850264 werden als Einstellmittel zwei Prismenkeile mit entgegen- gesetzter Neigung vorgeschlagen, die nur einen kleinen Teil des Einstellbildes erfassen. Auf Grund der dort beschriebenen Ausbildung dieser Einstellkeil müssen sie derart in der Mattscheibe versenkt ange- ordnet werden, dass die Schnittlinie der Schrägflächen beider Keile in der Koinzidenzebene, z. B. der mattierten Fläche der Einstellscheibe liegt. Diese Forderung bereitet erhebliche Fertigungsschwierig- keiten. Die Ausdehnung dieser Scharfeinstellmittel auf nur einen Teil der Sucherbildfläche hat ferner zur
Folge, dass das Sucherbild auf einen Gegenstand derart orientiert werden muss, dass die zum Scharfen- stellen benötigten Linienzüge innerhalb des Bereichs der Einstellkeil liegen.
Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Einstellmittel mit Doppelkeilen, deren Schnittlinie in der
Koinzidenzebene der Mattscheibenebene liegt, besteht darin, dass je eine Kante eines Prismas frei liegt, so dass diese Kanten beim Hantieren in der Montage leicht beschädigt werden können. In der franz.
Patentschrift Nr. 1107591 sind Mittel angegeben, die einen Schutz für diese Kanten in eingebautem Zu- stand liefern. Dies kann bei auswechselbaren Einstellscheiben von Bedeutung sein. Jedoch wird damit die
Gefährdung der exponierten Kanten bei der Montage nicht beseitigt.
Zur Vermeidung der Nachteile der bekannten Vorrichtungen wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass als Mittel zur parallaktischen Bildverschiebung ein einziges Prisma mit zwei zur Bildebene des
Objektivs geneigten Flächen dient, dessen erhabene Kante bei Scharfeinstellung in der Bildebene liegt und das in seiner Längserstreckung quer über die Sucherfläche von Begrenzungslinie zu Begrenzungslinie verläuft.
Ein Vorteil dieser vorgeschlagenen Massnahme liegt darin, dass die Einstellung jeder Kamera unter gleichzeitiger, visueller Kontrolle des Tiefenschärfenbereichs möglich ist, wozu bisher eigene Tiefenschärfenrechner erforderlich waren, mindestens aber Überlegungen angestellt werden mussten, ob die eingestellte Blende die gewünschte Grosse des. Tiefenschärfenbereichs festlegt.
Durch die erfindungsgemässe Massnahme wird auch eine wesentliche Vereinfachung in der Herstellung solcher Einstellscheiben erzielt. Solange man sich darauf beschränkt, die Prismenkeile nur in den mittleren Partien der Einstellscheibe anzuordnen, ist es unmöglich, solche Einstellscheiben aus Glas im Schleifprozess herzustellen. Auch das Presswerkzeug für die bisherige Herstellung aus Kunststoff ist ausserordentlich teuer. Ferner kann infolge der kleinen Dimensionen der Einstellprismen, die bekanntlich teils versenkt. teils erhaben angeordnet sein müssen, das Verschmutzender dabei entstehenden kleinen Ecken und Kanten sowohl bei der Herstellung wie auch im Gebrauch nur vermieden werden, wenn zusätzliche Massnahmen angewendet werden.
Bei der Herstellung muss auf allergrösste Sauberkeit geachtet werden, man muss bestrebt sein, elektrische Spannungen durch periodische Entladungsvorgänge zu beseitigen. Für den Gebrauch ist es erforderlich, dass man die bisherigen Einstellscheiben jeweils durch eine zusätzliche Glasscheibe oder Deckllnse abdeckt, um einen von aussen nicht zugänglichen Hohlraum zu schaffen.
Beim Erfindungsgegenstand treten weder die erwähnten Bearbeitungsschwierigkeiten auf, noch ist man in der Wahl des Werkstoffes begrenzt. Die erfindungsgemässen Einstellscheiben können jetzt aus einem Glaskörper hergestellt und in dem erforderlichen Mass geschliffen und poliert werden.
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Die Erfindung besteht auch darin, dass die Kante des Prismas mit den seitlichen Begrenzungen eine von 900 verschiedenen Winkel bildet.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung durch Ansichten und Schnittbilde von Einstellscheiben näher veranschaulicht.
Zum Beispiel sind folgende Ausbildungen möglich Das Prisma kann gemäss Fig. 1 allein ohne Hilfs einrichtung, abgesehen von seinen Tragorganen, verwendet werden und kann aus einem Glasstab 1 be- stehen, der zur Gänze das Bildfeld 2 überquert und die optische Achse senkrecht schneidet. In diesen
Fall wird er mechanisch an seinen beiden Enden gehalten. Fig. 2 lässt den Querschnitt des Stabes 1 er- kennen.
Die ebenen Flächen des Prismas können mit einem Diamant in den Körper einer ebenen Glasplatte oder einer Linse gemäss Fig. 3 und 4 geschnitten werden.
Die Linse oder die flache Glasscheibe können schräg geteilt werden, worauf die beiden Hälften dans wieder durch Kittung zu einem Ganzen zusammengefügt werden können. Bei dieser Ausführungsform kann man ein Prisma 3 verwenden, das das Bildfeld 2 wie in Fig. 3 bzw. 4 zur Gänze überquert. Diese Variante hat gegenüber der vorhergehenden den Vorteil, dass sie keine über die ebene Trägerfläche hervorragenden Vorsprünge bildet, was die spätere Anbringung zusätzlicher Teile erleichtert.
Das Prisma mit zwei Schrägflächen gemäss der vorliegenden Erfindung kann das gesamte Bildfeld ein- nehmen, wobei es entweder eine ebene Rückfläche oder cinesphärische Rückseite besitzen kann, welche eine Feldlinse bildet.
Die Fig. 5 und 6 zeigen eine Ausführungsform dieser Variante, die eine Linse 5 bildet. Man kann hier eine Mattscheibe mit oder ohne polierten Teil hinzufügen.
Bei allen oben angeführten Varianten verläuft die Trennlinie der beiden geneigten Flächen des Prismas schräg in bezug auf die als rechteckig angenommene Form des Bildfeldes. Die Diskoinzidenz der zur Scharfeinstellung dienenden Linien erreicht ihr Maximum, wenn diese Linien das Prisma unter 450 schnei- den. Da vertikale und horizontale Linien in der Natur häufiger vorkommen, ist es vorzuziehen, das Prisma schräg anzuordnen, doch ist dies nicht unbedingt notwendig.. Zweckmässig ist das Prisma derart ausgerichtet, dass seine Kante mit den seitlichen Bildfeldbegrenzungen einen von 90 verschiedenen Winkel bildet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einstellscheibe für photographische Kameras, die zwecks Scharfeinstellung Mittel zur parallaktischen Bildverschiebung besitzt, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittel zur parallaktischen Bildverschiebung ein einziges Prisma mit zwei zur Bildebene des Objektivs geneigten Flächen dient, dessen erhabene Kante bei Scharfeinstellung in der Bildebene liegt und das in seiner Längserstreckung quer über die Sucherfläche von Begrenzungslinie zu Begrenzungslinie verläuft.