AT208997B - Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit

Info

Publication number
AT208997B
AT208997B AT211856A AT211856A AT208997B AT 208997 B AT208997 B AT 208997B AT 211856 A AT211856 A AT 211856A AT 211856 A AT211856 A AT 211856A AT 208997 B AT208997 B AT 208997B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
freeze
drying
effectiveness
organ
Prior art date
Application number
AT211856A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Rhein Chemie Ges Mit Beschraen
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Rhein Chemie Ges Mit Beschraen filed Critical Rhein Chemie Ges Mit Beschraen
Priority to AT211856A priority Critical patent/AT208997B/de
Application granted granted Critical
Publication of AT208997B publication Critical patent/AT208997B/de

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N1/00Preservation of bodies of humans or animals, or parts thereof
    • A01N1/10Preservation of living parts
    • A01N1/16Physical preservation processes
    • A01N1/162Temperature processes, e.g. following predefined temperature changes over time

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Dentistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer
Wirksamkeit 
 EMI1.1 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 - 30durchgeführt. Dann wurden abgewogene Mengen der Zellpräparate wie üblich in Ringerlösung suspendiert und den Kontrolltieren (ovariectomierten Mäusen) intramuskulär injiziert. 



   Der andere Teil wurde ebenfalls in sterile und dicht verschlossene Kölbchen oder Gläschen gefüllt und in diesen 15 Minuten lang auf +600C erhitzt (oder, wie in der Tabelle   angegeben,. für eine   andere Zeitdauer auf eine andere Temperatur), indem das Kölbchen in ein Wasserbad der angegebenen Temperatur eingetaucht wurde. Anschliessend wurden die Kölbchen in einem Bad fliessenden Leitungswassers auf etwa   +10 C   abgekühlt, wozu etwa zwei Minuten benötigt wurden. Unmittelbar danach erfolgte das Einfrieren des Präparates durch Eintauchen der Kölbchen in ein   Kohlensäure-Aceton-Bad.   Die Gefriertrocknung des Präparates wurde bei -25oC durchgeführt.

   Dann wurden abgewogene Mengen der Zellpräparate wie üblich in Ringerlösung suspendiert und den Versuchstieren (ovariectomierten Mäusen) intramuskulär injiziert. 



   Tabelle I 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Vorbehandlung <SEP> des <SEP> zu <SEP> Zahl <SEP> der <SEP> Zahl <SEP> der <SEP> Veränderung <SEP> der <SEP> Wirksamkeit
<tb> injizierenden <SEP> Gewebe-Tiere <SEP> Schollen <SEP> des <SEP> den <SEP> Versuchstieren <SEP> injipräparates <SEP> zierten <SEP> vorbehandelten <SEP> Organmaterials <SEP> gegenüber <SEP> der <SEP> Wirksamkeit <SEP> des <SEP> den <SEP> Kontrolltieren
<tb> Temp. <SEP> Zeit <SEP> injizierten <SEP> nicht <SEP> vorbehandel-
<tb>  C <SEP> Min.

   <SEP> ten <SEP> Organmaterials
<tb> %
<tb> Injektion <SEP> regelrecht
<tb> gefriergetrockneten, <SEP> 2 <SEP> 10, <SEP> 4
<tb> nicht <SEP> vorbehandelten
<tb> Ovars <SEP> in <SEP> die <SEP> Kontroll-4 <SEP> 7, <SEP> 7 <SEP> 
<tb> tiere
<tb> 20 <SEP> 300 <SEP> 3 <SEP> 8, <SEP> 5-12
<tb> 37 <SEP> 30 <SEP> 3 <SEP> 23, <SEP> 5 <SEP> +206
<tb> 60 <SEP> 15 <SEP> 3 <SEP> 27,6 <SEP> +260
<tb> 
 Tabelle II 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Vorbehandlung <SEP> des <SEP> zu <SEP> Veränderung <SEP> der <SEP> Wirksamkeit <SEP> des <SEP> den <SEP> Verinjizierenden <SEP> Gewebe- <SEP> suchstieren <SEP> injizierten <SEP> vorbehandelten
<tb> präparates <SEP> Organmaterials <SEP> gegenüber <SEP> der <SEP> Wirksamkeit
<tb> des <SEP> den <SEP> Kontrolltieren <SEP> injizierten <SEP> nicht
<tb> Temp. <SEP> Zeit <SEP> vorbehandelten <SEP> Organmaterials
<tb>  C <SEP> Min.

   <SEP> % <SEP> i <SEP> 
<tb> Injektion <SEP> regelrecht <SEP> gefriergetrockneten, <SEP> nicht
<tb> vorbehandelten <SEP> Ovars <SEP> in
<tb> die <SEP> Kontrolltiere <SEP> 0 <SEP> 
<tb> 20 <SEP> 300-12
<tb> 20 <SEP> 30-21
<tb> 30 <SEP> 30 <SEP> +67
<tb> 37 <SEP> 30 <SEP> +172 <SEP> +206
<tb> 45 <SEP> 30 <SEP> +252
<tb> 60 <SEP> 15 <SEP> +260
<tb> 60 <SEP> 30 <SEP> +280
<tb> 80 <SEP> 30 <SEP> +112 <SEP> 
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
Aus dieser Tabelle geht hervor, dass bei   30 C   innerhalb 30 Minuten schon ein positiver Effekt von 67% erreicht wird. Bei   37 C   wird nach 30 Minuten eine Steigerung von 172% bzw. 206% erzielt. Nimmt man die Vorbehandlung bei höheren Temperaturen,   z.

   B.   bei   450C.   vor, so erhält man nach 30 Minuten eine Steigerung von   252%,   die bei einer Temperatur von   60 C   bei gleicher Zeitdauer auf   280goo   ansteigt. 



  Bei der gleichen Temperatur von   60 C   wird nach 15 Minuten eine nahezu gleiche   Wirksamke1tssteigerung   von   260%   erreicht. Dies weist   darauf hin, dass   die thermische Vorbehandlung des Organmaterials vor der Tiefgefrierung umso kUrzer sein muss, je höher die gewählte Temperatur ist, und umso länger, je niedriger die Temperatur ist. 



   Beispiel 2 : Steigerung der physiologischen Wirksamkeit von Nierengewebe durch Wärmevorbehandlung. 



   Die Steigerung der physiologischen Wirksamkeit von Organpräparaten durch eine Wärmevorbehandlung gemäss der vorliegenden Erfindung wird nicht nur bei Präparaten aus Ovar erzielt, sondern auch bei Präparaten aus andern Organen, beispielsweise aus Niere. Diese Steigerung der physiologischen Wirksamkeit kann, im Falle der Niere, natürlich nicht mit dem bei Ovar üblichen Schollentest nachgewiesen werden, sondern   z. B.   nach der von Murphy und Danchakoff im Jahre 1916 beschriebenen Methode. Nach diesen Autoren wird bei Implantation einer kleinen Menge von Gewebematerial in die Allontois-Membran von 9 Tage bebrüteten Hühnereiern eine deutliche Vergrösserung des homologen Organes des   Hüh-   nerembryos beobachtet.

   Bei Implantation von Nierengewebe tritt also eine Vergrösserung der Niere des   Hühnerembryos   ein, bei Implantation von Herzgewebe eine Vergrösserung des Herzens des Hühnerembryos usw. Diese Vergrösserung des homologen embryonalen Organs ist umso ausgeprägter, je grösser die physiologische Wirksamkeit des implantierten Gewebematerials ist. Das Mass der Vergrösserung des homologen embryonalen Organs ist also ein Mass für die physiologische Wirksamkeit des implantierten Gewebematerials. Damit ist also eine Methode zur Bestimmung der physiologischen Wirksamkeit von Gewebema- terial gegeben. 



   Der Versuch wurde wie folgt durchgeführt :
Aus einem frisch getöteten Versuchstier (Kalbsfoetus) wurden die Nieren unter sterilen Kautelen entnommen, mit der Schere fein zerkleinert und dann (für Versuchszwecke) in zwei Teile geteilt. 



   Der eine Teil wurde in sterile und dicht verschlossene Kölbchen oder Gläschen gefüllt und in diesen durch Eintauchen in ein Kohlensäure-Aceton-Bad eingefroren. Die Gefriertrocknung wurde   bei - 250C   durchgeführt. Dann wurden abgewogene kleine Stückchen des Nierenpräparates nach der Methode von Murphy und Danchakoff in die Allantois-Membran von 9 Tage bebrüteten Hühnereiern implantiert und danach 20 Tage weiter bebrütet. Die Niere der HUhnerembryonen wog nach dieser Zeit 119 mg. Die Niere normaler   HUhnerembryonen,   die also keinerlei Implantation erhalten hatten, wog nach der gleichen Bebrütungsdauer 94 mg. 



   Der andere Teil des   Nierenmaterials wurde   ebenfalls in sterile und dicht verschlossene Kölbchen oder Gläschen gefüllt und in diesen 15 Minuten lang auf +60 C erhitzt, indem das Kölbchen in ein Wasserbad der angegebenen Temperatur eingetaucht wurde. Anschliessend wurden die Kölbchen in einem Bad fliessenden Leitungswassers auf etwa   +10 C   abgekühlt, wozu etwa zwei Minuten benötigt wurden. 



  Unmittelbar danach erfolgte das Einfrieren des Präparates durch Eintauchen der Kölbchen in ein Kohlensäure-Aceton-Bad. Die Gefriertrocknung des Präparates wurde   bei -250C durchgeführt.   Dann wurden abgewogene Mengen des Nierenpräparates nach der Methode von Murphy und Danchakoff in die AllantoisMembran von 9 Tage bebrüteten Hühnereiern implantiert und danach noch 20 Tage weiter bebrütet. Die Niere der mit wärmevorbehandeltem Nierenpräparat implantierten   HUhnerembryonen   wog nach dieser Zeit 129 mg.

   Es besteht also folgendes Gewichtsverhältnis der Nieren der   Hühnerembryonent   
Tabelle   III   
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Implantiertes <SEP> Material <SEP> Nierengewicht
<tb> Keine <SEP> Implantation <SEP> 94 <SEP> mg
<tb> Niere <SEP> ohne <SEP> Wärmevorbehandlung <SEP> 119 <SEP> mg
<tb> Niere, <SEP> wärmevorbehandelt <SEP> 129 <SEP> mg
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
Die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten, durch Gefriertrocknung konservierten und zerkleineren Organpräparate stellen Trockenpulver dar, die nach Suspendierung in Ringerlösung oder physiologischer Kochsalzlösung dem Patienten injiziert werden können, und die sich in vielfältiger Weise als therapeutisch wirksam erwiesen haben.

   So zeigt das in Beispielgruppe 1 beschriebene Präparat aus Ovar eine hohe therapeutische Wirksamkeit gegen ovarielle Insuffizienz, Beschwerden der Übergangsjahre, Infantilismus und endokrin bedingte Depressionen. Das in Beispiel 2 beschriebene Präparat aus Nierengewebe wirkt gegen das sogenannte nephrotische Syndrom. Weitere, nach dem Verfahren der Erfindung hergestellte Präparate z. B. aus Placenta sind bei Injektion am Patienten wirksam gegen Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen, vorzeitigen körperlichen Verschleiss, vorzeitiges Altern. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten   Organpräparaten   mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit, dadurch gekennzeichnet, dass man die Frischorgane vor der Gefriertrocknung ungefähr   15 - 30   Minuten auf Temperaturen von 25 bis   85 C   hält.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dauer der Temperaturvorbehandlung der Frischorgane innerhalb der Grenze von 15 bis 30 Minuten umso kürzer wählt, je höher die innerhalb der Grenze von 25 und 850C eingestellte Temperatur liegt.
AT211856A 1956-04-06 1956-04-06 Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit AT208997B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT211856A AT208997B (de) 1956-04-06 1956-04-06 Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT211856A AT208997B (de) 1956-04-06 1956-04-06 Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT208997B true AT208997B (de) 1960-05-10

Family

ID=3528141

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT211856A AT208997B (de) 1956-04-06 1956-04-06 Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT208997B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT208997B (de) Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit
Burgers et al. Excitement darkening and the effect of adrenaline on the melanophores of Xenopus laevis
DE963184C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren Loesungen von Salzen der 1-Dialkylaminoalkoxy-3-alkyl-isochinoline
DE705836C (de) Verfahren zum Fixieren von Gerbstoffen im Leder
AT212975B (de) Verfahren zur Herstellung von durch Gefriertrocknung konservierten Organpräparaten mit erhöhter physiologischer Wirksamkeit
AT126297B (de) Verfahren zur Herstellung von den Tonus der Hautblutgefäße hebenden Präparaten.
May et al. Environmental temperature effec on heart weight of chickens
DE874061C (de) Verfahren zur Herstellung einer blutgerinnungsfoerdernden Substanz aus Lunge
DE956976C (de) Verfahren zum Einbringen von organischen Saeuren in Gewebezellen zu kosmetischen Zwecken und bei Algen
Eddy The action of preparations of the endocrine glands upon the work done by skeletal muscle
DE2328579A1 (de) Varicella-vaccine
DE1929722A1 (de) Moorkompresse,insbesondere fuer Herztherapie
DE536834C (de) Verfahren zur Herstellung von Extrakten aus tierischen Stoffen fuer therapeutische Zwecke
DE735036C (de) Verfahren zum Poekeln von Fleisch
DE691940C (de) Verfahren zur Herstellung eines Krebsserums
CH90689A (de) Verfahren zur Herstellung haltbarer Präparate mit aktiver tierischer Amylase.
DE946102C (de) Motten- und Kaeferschutzmittel
SU132772A1 (ru) Способ изготовлени тканевого биостимул тора
AT138500B (de) Verfahren zur Herstellung eines antithyreoidalen Stoffes aus Blut oder Teilen von Blut oder aus geeigneten Organen.
AT114176B (de) Verfahren zur Gewinnung von Schutz- und Heilmitteln aus drüsigen Organen.
DE739912C (de) Verfahren zur Herstellung konzentrierter Calciumgluconatloesungen
DE723019C (de) Verfahren zur Herstellung einer wundenheilenden Zubereitung aus Embryonalstoffen
Van der Schueren Effect of Walker Rat Sarcoma on Growth of Transplanted Cancer
DE564211C (de) Verfahren zur Darstellung von homologen Jodmethansulfonsaeuren und ihren Salzen
DE871496C (de) Verfahren zur Haltbarmachung konzentrierter Loesungen des p-Aminobenzolsulfonamids bzw. dessen Abkoemmlingen