<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Herstellen eines Papiermaschinensiebes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Herstellen eines Papiermaschinensiebes aus ei- nem Gewebe, das mindestens in der Kette aus Kunststoffdrähten besteht und bezweckt, die bei solchen Sieben zu beobachtende Er- scheinung zu bekämpfen, dass infolge der langdauernden Einwirkung von Feuchtig- keit und Spannung ein Längen der Siebmitte gegenüber den Siebkanten eintritt und sich deswegen Randeinrisse einstellen oder die
Kanten sich einrollen können.
Infolge bestimmter Eigentümlichkeiten, die jeder Langsiebmaschine anhaften, längen sich die Papiermaschinensiebe während des Ge- brauchs in der Mitte mehr als an den Kanten.
Das verursacht die gefürchteten Randeinrisse, die in vielen Fällen zum vorzeitigen Un- brauchbarwerden des Papiermaschinensiebes führen. Seit langem bekämpft man diese Er- scheinung dadurch, dass man das Papier- maschinensieb durch geeignete Massnahmen am Rand länger als in der Mitte hält, so dass für das Längen der Mitte gewissermassen ein
Spielraum zur Verfügung steht. Solange die
Mitte nicht länger als die Kanten wird, treten
Randeinrisse nicht auf und es wird somit durch das Längerhalten der Kanten das Ein- reissen entweder ganz vermieden oder zu- mindest hinausgeschoben. Bei Papier- maschinensieben aus Metall wird die Kanten- längung z. B. durch Walzen des Siebes mit
Kupferrollen speziell am Rande oder durch einseitiges Spannen auf der Streckmaschine und verwandte Massnahmen erreicht.
Diese Methoden versagen jedoch vollständig bei einem Sieb mit Kunststoffkette oder einem gänzlich aus Kunststoffdrähten hergestellten Sieb, weil es bei kurzzeitiger Spannung zum Zwecke der Kantenlängung nach einem der bisher üblichen Verfahren sofort wieder in seine Ausgangsform zurückfedern würde.
Hier setzt die Erfindung ein, die darin besteht, dass zwischen den Siebkanten und der Siebmitte künstlich ein Längenunterschied herbeigeführt wird, wonach erstere eine grössere
EMI1.1
Die Kantenlängung kann durch Strecken der im Bereich der Siebkanten liegenden Drähte herbeigeführt werden, indem beispielsweise das Sieb auf eine Walze gewickelt wird, die nach der Mitte zu leicht konkav gedreht ist, worauf das Siebgewebe auf der Walze fixiert wird.
Ein ähnliches Profil lässt sich erreichen, wenn das Sieb unter Einlegen von Beilagen auf eine zylindrische Walze gewickelt wird.
Anstatt die Kunststoffdrähte im Bereich der Siebkanten zu längen, kann der angestrebte Längenunterschied zwischen den Siebkanten und der Siebmitte auch dadurch herbeigeführt werden, dass die Kunststoffdrähte im Bereich der Siebmitte zum Schrumpfen in einem vorbestimmten Mass gebracht werden. Hiezu wird das genahtete Sieb wie ein normales Papiermaschinensieb über eine Vorrichtung gespannt, die aus zwei, drei, oder mehr Walzen besteht und bekannt ist, um Papiermas. chinen- siebe in einfacher Weise zu transportieren und auf die Zylinder der Maschine aufzu- spannen. Erfindungsgemäss werden jedoch die Walzen von starren Distanzstücken in vor- bestimmtem Abstand voneinander gehalten und sind unter der Schrumpfspannung durch- biegungsfähig, u. zw. um eine Höhe, die der gewünschten Kantenlängung entspricht.
Das
Sieb wird auf dieser Vorrichtung fixiert und kann hiebei in der Mitte mehr schrumpfen als am Rande, so dass der gleiche Effekt eintritt, wie beim Wickeln auf eine konkav gedrehte Walze. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend an den beigefügten Zeichnungen erläutert.
Es zeigen jeweils in schematischer Darstellung : Fig. 1 einen Abschnitt eines Siebgewebes mit gelängter Siebkante ; Fig. 2 in Ansicht eine konkav gedrehte Walze zum Längen der Siebkanten ; Fig. 3 von der Seite gesehen eine aus drei Walzen bestehende Vorrichtung zum Anbringen einer Kantenlängung an einem endlosen Sieb, u. zw. vor
<Desc/Clms Page number 2>
Beginn des Arbeitsganges ; Fig. 4 die Vorrichtung nach Fig. 3 am Ende des Arbeitsganges bei gespanntem Sieb, fertig zum Fixieren,
Bei der in Fig. 1 dargestellten, als Ganzes mit 50 bezeichneten Siebgewebebahn, ist die Randpartie 50a gegenüber der Siebmitte 50b gelängt, was durch die Schraffur angedeutet werden soll.
Das Längen der Kanten kann mit Hilfe einer in Fig. 2 dargestellten, mit 150 bezeichneten Walze erfolgen. Diese Walze ist bei 150a leicht konkav gedreht.
Die Fig. 3 und 4 zeigen das Längen der Siebkanten an einem endlosen, d. h. genahteten Sieb 200. Das Sieb 200 wird auf zwei Walzen 201 und 202 geschoben und daraufhin wird nach Auflegen einer dritten Walze 203 das Ganze zu einer Art Paket (Fig. 4) unter Spannung aufgewickelt. Am Ende des Wickelvorganges werden die Walzen in vorbestimmtem Abstand voneinander mittels starrer Distanzstücke festgehalten und das Ganze nunmehr einer Dämpf-und'Fixierbe- handlung unterworfen, derart, dass durch die entretende Schrumpfspannung die Walzen sich um eine vorbestimmte Pfeilhöhe durchbiegen, so dass das Sieb am Rande weniger schrumpfen kann als in der Mitte und dadurch der gleiche Effekt eintritt wie beim Wickeln auf eine Walze 150 (Fig. 2).
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Herstellen eines Papiermaschinensiebes aus einem Gewebe, das mindestens in der Kette aus Kunststoffdrähten besteht, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Siebkanten und der Siebmitte künstlich ein Längenunterschied herbeigeführt wird, wonach erstere eine grössere Länge aufweisen und das Siebgewebe sodann in diesem Zustand fixiert wird.