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Verfahren zur Trennung der Lanthaniden voneinander und bzw. oder vom Yttrium
Zur Trennung der seltenen Erden voneinander bediente man sich früher ausschliesslich der frak- tionierten Kristallisation oder Fällung. Diese
Verfahren führen erst nach vielfacher Wieder- holung zu reinen Produkten ; dabei ist besonders nachteilig, dass diese Wiederholung grundsätzlich im unterbrochenen Betrieb durchgeführt werden muss und nicht stetig gestaltet werden kann.
Neuerdings ist die Trennung der genannten
Elemente auch mittels Ionenaustauschern durch- geführt worden. Dieser Weg ist für die technische
Verarbeitung grösserer Mengen nicht geeignet, da sehr grosse Flüssigkeitsmengen mit geringer
Geschwindigkeit durchgesetzt werden und relativ grosse Mengen der Austauscher notwendig sind, wobei die Austauscher-Aggregate nicht beliebig gross gewählt werden können. Besonders nachteilig ist, dass auch bei diesem Prozess das zu trennende Gemisch nicht kontinuierlich zugeführt werden kann.
Während die Mehrzahl der Lanthaniden nur dreiwertig aufzutreten vermag, lassen sich einige von ihnen in die zwei-bzw. vierwertige Stufe überführen und dann von den dreiwertig verbliebenen abtrennen. Diese Möglichkeit erstreckt sich aber nur auf wenige Glieder der Gruppe.
Gegenüber diesen Verfahren bietet die Trennung durch Verteilen (flüssig-flüssige Extraktion) u. a. den Vorteil, dass der Zeitbedarf wesentlich geringer ist. Besonders wichtig ist, dass der Verteilungsprozess bequem multiplikativ wiederholbar ist, sowie dass er im Gegensatz zu den andern Verfahren durch ununterbrochenen Lösungsmitteltransport und laufende Zufuhr des zu trennenden Gemisches kontinuierlich gestaltet und in automatisch arbeitenden Apparaten ausgeführt werden kann.
Es sind bisher nur wenige Trennungen der seltenen Erden voneinander durch Extraktion beschrieben worden, die für eine technische Anwendung geeignet sind. Bei der Verteilung von Salzen dieser Elemente zwischen Wasser und Alkoholen wurden bisher nur geringe, praktisch bedeutungslose Trenneffekte beobachtet. Es ist bekannt, dass Scandiumverbindungen durch Äthyl- äther extrahiert werden können, aber die Salze der andern seltenen Erden sind darin fast unlöslich, so dass eine technische Trennung dieser Elemente voneinander mittels einfacher Äther nicht wirtschaftlich erscheint. Die Extraktion der seltenen Erd-Nitrate mittels Phosphorsäure- estern hat den Nachteil, dass als zweite Phase kon- zentrierte Salpetersäure verwendet werden muss, deren Handhabung in den für die Extraktion erforderlichen Apparaturen Schwierigkeiten be- reitet.
Ausserdem ist festgestellt worden, dass bei diesem Verfahren die Yttererden verhältnismässig schlecht getrennt werden ; z. B. beträgt bei der
Verteilung zwischen wässeriger 13 n-Salpeter- säure und Tri-n-butylphosphat der Trennfaktor zweier benachbarter Erden im Gebiet von Dy bis Lu nur etwa 1, 2, während er im Gebiet der
Ceriterden etwa 1, 7 beträgt.
Ähnliches gilt für die Verteilung der Nitrate der seltenen Erden zwischen einer wässerigen
Phase und Ketonen oder Aldehyden ; dabei sind z. B. die Trenneffekte bei der Aufspaltung von
Mischungen der Elemente Neodym bis Dyspo- sium und Yttrium recht gering.
Es wurde nun gefunden, dass die Verwendung der Rhodanide für die Trennung der Lanthaniden voneinander und vom Yttrium durch Verteilen zwischen einer wässerigen Phase und einem organischen Lösungsmittel eine Reihe von unerwartetten, wesentlichen Vorteilen bietet, u. zw. :
1. Als organische Lösungsmittel zur Extraktion von Erdrhodaniden eignen sich Stoffe der verschiedensten Klassen von Verbindungen, wie z. B.
Ketone, Aldehyde, Ester von organischen und anorganischen Säuren, Nitroverbindungen, Mischungen aus den genannten Lösungsmitteln mit aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Halogenkohlenwasserstoffen. Es wurde ferner gefunden, dass mehrwertige Äther, wie z. B. Butandioldimethyläther und cyclische Äther, wie z. B. Dioxan, im Gegensatz zu den einfachen Äthern grosse Mengen von Rhodaniden der Lanthaniden und des Yttriums zu lösen vermögen und für deren Trennung durch multiplikative Verteilung geeignet sind. Ausserdem wurde gefunden, dass unter den unten beschriebenen Bedingungen auch Alkohole, wie z. B.
Amylalkohol, oc-Äthylhexanol und Benzylalkohol, für die Trennung der Yttererden geeignet sind.
2. Versuche ergaben, dass unter vergleichbaren Bedingungen von allen Salzen der seltenen Erden die Rhodanide in grösstem Ausmass extrahierbar sind. Da die Erdrhodanide auch leicht in Wasser löslich sind, ist bei ihrer Verwendung zur multi-
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plikativen Verteilung der Lösungsbedarf gering und man benötigt nur Apparate von relativ kleinen Volumen.
3. Die unter Verwendung der Rhodanide erzielten Trenneffekte sind unerwartet günstig. Bei den besonders schwierig zu trennenden Yttererden wurden bei der Verteilung der Rhodanide grössere Trennfaktoren erreicht, als sie nach andern Verfahren der Verteilung von Yttererden zwischen zwei flüssigen Phasen bisher beschrieben worden sind ; so wurden z. B. im Gebiet von Dy bis Lu für 2 benachbarte Erdelemente Trennfaktoren von 1, 7 erhalten.
4. Es wurde auch gefunden, dass man die Verteilungstrennung der seltenen Erdrhodanide durch gewisse Zusätze in verschiedener Hinsicht lenken kann. Eine reine wässerige Erdrhodanidlösung (Gehalt entsprechend 40 g Erdoxyd je Liter, pil = 2, 0) gab beim Schütteln mit Hexanon oder Tributylphosphat eine nur geringe Trennung der Elemente Gd bis Lu voneinander. Entsprechende Versuche nach Zugabe von NHSCN oder einem andern leicht löslichen Rhodanid zur wässerigen Phase bis zur Sättigung ergaben eine sehr gute Trennung, insbesondere der Elemente Er bis Lu. Setzt man der wässerigen Lösung ausserdem Nitrationen zu, so sind die Trenneffekte zwischen den Elementen Gd bis Er besonders günstig.
5. Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit, die Abtrennung des Yttriums von den Lanthaniden in verschiedene Richtung lenken zu können. Bei hoher Rhodanidionenkonzentration der wässerigen Phase, wie man sie z. B. durch Sättigen mit NH1SCN erhält, ordnet sich das Yttrium bei der Verteilung etwa beim Erbium in die Reihe der Lanthaniden ein. Bei Anwendung einer wässerigen Phase, in der die Rhodanidionenkonzentration die Äquivalenz der Erdionenkonzentration unter- oder nur wenig überschreitet, begleitet das Yttrium aber etwa das Samarium und alle nachfolgenden Erd-Elemente bis zum Lutetium werden bevorzugt vor dem Yttrium durch das organische Lösungsmittel extrahiert.
Durch Zugabe von fremden Anionen, z. B. von Sulfaten, Halogeniden, vorzugsweise Chloriden, oder von Komplexbildnern, z. B. Tartraten, Citraten, organische Verbindungen, die Metallionen in Form von Komplexen binden, wie das Na-Salz der Äthylendiamintetraessigsäure, Aminen, wie Alkylaminen, Pyridin, Oxychinolin, zur wässerigen Phase wird dieser Effekt noch verstärkt. Die fremden Anionen können als beliebiges wasserlösliches Salz, bevorzugt als Ammoniumsalz zugesetzt und auch dadurch zugeführt werden, dass man die Erden als Salz mit einem fremden Anion, z. B. als Chloride, dem Extraktionsprozess zuführt.
Es wurde z. B. eine wässerige Lösung der Chloride eines Yttererdengemisches (Gehalt entsprechend 120 g Erdoxyd im Liter, PH = 2, 8) mit nur der Hälfte der äquivalenten Menge NH4SCN versetzt und dann mit dem gleichen Volumen Tributylphosphat ins Gleichgewicht gebracht. Dabei wurden die Lanthaniden vom Samarium bis zum Lutetium in der organischen Phase um den Faktor 2 bis 3 gegenüber dem Yttrium angereichert.
Die Möglichkeit, das Yttrium bei der Verteilungstrennung nach Wahl an verschiedener Stelle in die Reihe der Lanthaniden einzuordnen, ist praktisch deshalb wichtig, weil die Menge des Yttriums in den natürlichen Yttererdvorkommen stets überwiegt. Bei der Mehrzahl aller bekannten Trennprozesse begleitet das Yttrium die Lanthaniden Dy, Ho oder Er, so dass diese Elemente besonders schwierig in reiner Form zu gewinnen sind. Durch die unter 5. geschilderten Bedingungen kann man aber die Einordnung des Yttriums so beeinflussen, dass die Lanthaniden etwa von Sm bis Lu bei mehrstufiger Extraktion frei von Yttrium gewonnen werden, während das Yttrium nur von den Lanthaniden von La bis Sm begleitet anfällt.
Anschliessend können einerseits die Lanthaniden von Sm bis Lu relativ leicht voneinander getrennt werden, weil der überwiegende Bestandteil, das Yttrium, schon entfernt worden ist ; dabei kann man mit Vorteil die unter 4. genannten Möglichkeiten ausnutzen. Anderseits kann man das Yttrium mit sehr gutem Trenneffekt von den bei ihm zunächst verbliebenen Lanthaniden befreien, indem man auch diese Mischung der Verteilung bei hoher Rhodanidkonzentration unterwirft ; dabei wird das Yttrium bevorzugt gegenüber allen Ceriterden vom organischen Lösungsmittel extrahiert.
6. Wie gefunden wurde, verschiebt sich die Verteilung der Rhodanide der seltenen Erden mit steigender Säurekonzentration des Systems zugunsten der wässerigen Phase. Das kann man sich zunutze machen, wenn es gilt, die Erdrhodanide, z. B. zum Zwecke ihrer Gewinnung aus ihrer Lösung in einem organischen Lösungsmittel, wieder in wässerige Lösung zu überführen ; es ist dazu nur erforderlich, die organische Phase mit einer wässerigen Säure zu extrahieren. Die Anwendung dieser Arbeitsweise ist von besonderer Bedeutung bei solchen organischen Lösungsmitteln, wie z. B.
Tributylphosphat, bei denen der Verteilungskoeffizient der Erden sehr stark mit ihrer Konzentration in dem Sinne variiert, dass bei kleinen Erdkonzentrationen die Verteilung weitgehend zugunsten der organischen Phase erfolgt. Es ist dann unter Umständen schwierig, mittels neutraler wässeriger Lösungen die Erden ganz oder-wie es bei multiplikativer Verteilung notwendig ist-teilweise aus der organischen Phase zurückzuextrahieren ; dies gelingt aber ohne weiteres unter Verwendung einer sauren wässerigen Lösung, wobei man es durch Dosierung der Säuremenge genau in der Hand hat, die zurückzuextrahierende Erdmenge festzulegen. Es sind für diesen Zweck beliebige Säuren brauchbar ; meist ist es zweckmässig, verdünnte Salz- oder Salpetersäure zu verwenden.
7. Bei der Trennung der schweren Lanthaniden voneinander nach 4. bei hoher Rhodanidkonzentration, z. B. hoher Ammoniumrhodanidkonzen- tration übt die Gegenwart von Chloridionen einen geringen, ungünstigen Einfluss aus. Will man
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diesen möglichst ausschalten, aber doch das Erdgemisch als Chlorid dem Prozess zuführen, so arbeitet man zweckmässig folgendermassen : Man sättigt eine möglichst konzentrierte Lösung der Erdrhodanide mit Ammoniumrhodanid ; dabei fällt, wie gefunden wurde, der grössere Teil der Chloridionenmenge als unter diesen Umständen schwer lösliches Ammoniumchlorid aus, das abgetrennt werden kann.
Die Herstellung einer wässerigen Rhodanidlösung des zu trennenden Erdgemisches kann in verschiedener Weise erfolgen : Man kann eine wässerige Lösung von Erdsalzen anderer Säuren mittels Ionenaustauschern in eine Lösung der Rhodanide überführen oder eine Erdsulfatlösung mit mindestens der äquivalenten Menge einer Bariumrhodanidlösung umsetzen und vom gebildeten Bariumsulfat abtrennen. Man kann auch die Erdoxyde mit Ammoniumrhodanid schmelzen ; das erhaltene Produkt ist aber meist etwas basisch, so dass es zweckmässig in verdünnter wässeriger Rhodanwasserstoffsäure gelöst wird.
Oft ist es aber nicht erforderlich, die Erdrhodanide oder ihre Lösungen von fremden Anionen frei herzustellen. Da andere Anionen im allgemeinen nur einen geringen oder sogar günstigen Einfluss auf die Trennung der seltenen Erdrhodanide durch Verteilen ausüben, kann man die seltenen Erden als Salze einer beliebigen Säure, in den meisten Fällen zweckmässig als Nitrate oder Chloride, anwenden und die Rhodanidionen in Form von Rhodanwasserstoffsäure oder einem leicht löslichen Rhodanid der wässerigen oder der organischen Phase oder beiden vor Eintritt in den Verteilungsprozess zuführen. Dafür sind z. B.
Alkali- und Erdalkalimetallrhodanide geeignet ; besonders günstig ist das Ammoniumrhodanid, weil es sehr leicht in Wasser löslich ist und ohne Hinterlassung glühbeständiger Produkte leicht von den Erdpräparaten entfernt werden kann.
In allen Fällen sollen die beiden Phasen mindestens schwach sauer sein ; für ein eventuell notwendiges Ansäuern kann man bei Anwesenheit von Rhodaniden, z. B. verdünnte Salz- oder Salpetersäure, benutzen. Die untere Grenze für die Konzentration an freier Säure ist dadurch gegeben, dass eine Hydrolyse der Erdsalze vermieden werden muss ; die obere Grenze ist durch die Zersetzung der freien Rhodanwasserstoffsäure festgelegt, die in wässeriger Lösung oberhalb etwa 1 n, in organischen Lösungsmitteln erst bei 2 bis 3 n beginnt. Im allgemeinen arbeitet man zweckmässig bei einem pH-Wert der wässerigen Phase von etwa l bis 2.
Enthält die zu trennende Erdmischung 4-wertiges Cer, so bilden sich bei der Zugabe von Rhodanidionen schwerlösliche Oxydationsprodukte der letzteren. Das Cer ist deshalb vor dem Zusatz des Rhodanids in bekannter Weise zur 3-wertigen Stufe zu reduzieren.
Während n-Pentanon nur wenig reines Wasser löst, mischen sich bei 200 C gleiche Volumina dieses Lösungsmittels und einer gesättigten, wässerigen NH4SCN-Lösung vollständig ohne Aus- bildung einer zweiten Phase. Eine Phasentrennung kann man durch Temperaturerhöhung auf
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Ersatz des Ammoniumrhodanids durch z. B. Kaliumrhodanid oder durch Zusatz von weiteren organischen Lösungsmitteln, wie z. B. Benzol, erreichen. Im Gegensatz zum Pentanon lösen bei 20 C Ketone mit 6 und mehr Kohlenstoffatomen
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eines weiteren organischen Lösungsmittels in Kombination mit gesättigter, wässeriger Ammoniumrhodanidlösung verwendet werden.
Die multiplikative Verteilung kann auf einem der bekannten Wege ausgeführt werden, z. B. unter Verwendung von Scheidetrichtern oder ähnlichen Geräten, mittels Verteilungsbatterien oder-kolonnen oder andern automatisch arbeitenden Apparaturen.
Beispiel l : Das Nitrat einer Gd-Dy-Mischung, die noch Tb, Ho und andere Erden (jeweils wenige %) enthält, wird unter Sättigung mit Ammoniumrhodanid in Wasser gelöst und in die Stufe 1 einer Verteilungsbatterie gebracht. Die andern 47 Stufen werden mit gesättigter wässeriger Ammoniumrhodanidlösung, die je Liter 30 g Ammoniumnitrat enthält, beschickt. Dann lässt man 0, 05 n-rhodanwasserstoffsaures Methylisobutylketon durch die Stufen 1 bis 48 der Reihe nach stetig durchfliessen. Nachdem die Front der Erden bis zur Stufe 48 gewandert war, erhält man bei der Aufarbeitung der einzelnen Stufen 24% des eingesetzten Dysprosiumoxyds in 96%iger
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kleinen Mengen der Oxyde von Y und Gd bis Ho wird in das Nitrat überführt.
Dieses wird in einer automatisch arbeitenden Apparatur, die aus 25 Stufen mit je einem Misch- und einem Absetzgefäss besteht, der Gegenstromextraktion zwischen gesättigter wässeriger Ammoniumrhodanidlösung, die mit Salpetersäure 0, 01 n sauer gemacht worden war und 0, 02 n-rhodanwasserstoffsaurem Methylisobutylketon unterworfen. Während der ersten Stufe das Keton und der 25. Stufe die Rhodanidlösung zugeführt wird, setzt man der mittleren, (13. ) Stufe laufend das Erdnitrat in fester Form zu. Nachdem sich stationäre Verhältnisse eingestellt hatten, erhält man aus der Ketonphase, die die 25. Stufe verlässt, ein Präparat, das 0, 4% TnijjOg, 88% Yb20g und 12% Lu203, aber keine leichteren Lanthaniden und kein Yttrium enthält, während das Produkt aus der wässerigen Phase der 1.
Stufe noch 8% Yb20g neben 5% Tm20g sowie den gesamten Gehalt des Ausgangsmaterials an leichteren Lanthaniden und Yttrium, aber kein LuOg mehr enthält.
Beispiel 3 : 300 g eines Yttererdoxydgemisches mit einem Gehalt von 75% Y2O3, 10% Dy20g, 8% Er203, und kleineren Mengen der Oxyde der übrigen Lanthaniden von Gd bis Lu werden in das
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Chlorid überführt und in Wasser gelöst. Mit dieser schwach sauren Lösung wird die Stufe l einer Verteilungsbatterie beschickt, deren weitere
47 Stufen je 21 einer 16%igen wässerigen NILCl-
Lösung enthalten. Dann führt man stetig der
1.
Stufe ein Gemisch von Tri-n-butylphosphat und Ligroin im Volumenverhältnis 1 : 2 zu und ausserdem, ebenfalls stetig, eine konzentrierte wässe- rige NILSCN-Lösung in solcher Menge, dass auf 1 l der Tributylphosphat-Ligroin-Mischung
15 g NHSVN zugesetzt werden. Die in Stufe 1 mit der wässerigen Phase ins Gleichgewicht ge- setzte organische Phase wird laufend aus Stufe 1 abgenommen und anschliessend der Reihe nach durch die folgenden Stufen Nr. 2 bis 48 durch- gesetzt. Nachdem die Front der seltenen Erden die Stufe 48 erreicht hat, wird der Inhalt aller
Stufen auf Oxyd verarbeitet.
Man erhält aus den letzten Stufen 92 g (41% Ausbeute) eines YOg-
Präparates von 99, 5% Reinheit, während aus den vordersten Stufen ein praktisch yttriumfreies Ge- misch der Lanthaniden von Gd bis Lu anfällt.
Verfährt man in der vorstehend angegebenen
Weise mit der Abweichung, dass die wässerige
Lösung, mit der die Stufen 2 und folgende be- schickt werden, an Stelle von Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat oder Ammoniumcitrat enthält, so ergibt sich im ersteren Falle eine ähnliche, im letzteren eine deutlich bessere Trennung als gemäss Beispiel 3.
Beispiel 4: 1 kg einer cerfreien seltenen ErdenMischung aus Gadolinit, die 70% Agog, etwa
10% leichte und etwa 20% schwere Lanthaniden enthält, wird in das Chlorid überführt und dem gleichen Prozess, wie er in Beispiel 3 beschrieben ist, unterworfen. Aus den ersten Stufen werden
110 g Oxyde der Lanthaniden etwa von Sm bis Lu gewonnen, die kein Yttrium enthalten. Diese Mischung wird in das Nitrat überführt und in Wasser gelöst. Die schwach saure Lösung wird mit Ammoniumrhodanid gesättigt und in die Stufe 1 einer Verteilungsbatterie eingeführt, deren Stufen 2 bis 48 mit gesättigter wässeriger Lösung vom Ammoniumrhodanid beschickt worden waren. Das organische Lösungsmittel ist eine Mischung von n-Pentanon (2) und Ligroin im Volumenverhältnis 2 : 1, welche in bezug auf Rhodanwasserstoff 0, 02 n ist.
Dieses Lösungsmittel wird durch alle Stufen der Reihe nach kon- tinuierlich durchgesetzt, mit Stufe Nr. l beginnend.
Die ersten 2 g seltenen Erdoxyde, welche die Stufe 48 mit der organischen Phase verlassen, bestehen aus Lung mit einem Reinheitsgrad von 99%. Dann wird der Erdengehalt der einzelnen Stufen in Oxydüberführt. Einige dieser Fraktionen
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Aus den letzten Stufen des ersten Prozesses werden 305 g eines Yttriumoxyd-Präparates gewonnen, das noch 8% Oxyde der Elemente La bis Gd enthält. Diese Mischung wird in das Nitrat übergeführt und in Wasser gelöst. Die schwach saure Lösung wird mit Ammoniumrhodanid gesättigt und in Stufe 1 einer Vertei- lungsbatterie mit 48 Stufen eingeführt. Die
Stufen 2 bis 48 werden mit gesättigter wässeriger
Ammoniumrhodanidlösung beschickt. Methyl- isobutylketon, das in bezug auf freie Rhodan- wasserstoffsäure 0, 05 n ist, wird kontinuierlich der Stufe 1 zugeführt und von dort ebenfalls kontinuierlich, nacheinander durch die Stufen 2 bis 48 geleitet. Nachdem die Front der seltenen
Erden die Stufe 48 erreicht hat, wird der Erden- gehalt aller Stufen getrennt in Oxyd überführt.
Aus den ersten Stufen erhält man 176 g Y203 in einer Reinheit von 99, 8%.
Beispiel 5 : Ein aus Gadolinit gewonnenes und von Cer befreites Erdengemisch, das etwa
65 Gew.-% Y2Og, 5% leichte und 30% schwere
Lanthaniden enthält, wird in das Chlorid über- führt und in folgender Weise zwischen einer wäs- serigen einer organischen Phase in Gegenwart von
Rhodanid verteilt :
Einer Apparatur von 40 Ein- heiten, die je aus einem Misch- und einem Ab- sitzgefäss bestehen, werden am einen Ende (Stufe 40) laufend eine 1, 8 n-Salzsäure, die in bezug auf NH4Cl ausserdem 2 n ist, am andern
Ende (Stufe l) eine Mischung gleicher Volumina
Tributylphosphat und Testbenzin (Siedepunkt 150-1800 C) zugeführt. Beide Phasen werden in
Gegenstrom zueinander durch die 40 Stufen bewegt in einem Volumenverhältnis von 11 wässe- riger Phase auf 31 organischen Lösungsmittels.
Auf die gleichen Mengen bezogen setzt man ferner kontinuierlich in Form annähernd gesättigter wässeriger Lösungen zu :
Der Stufe 25 in Form von Chlorid 100 g des zu trennenden Erdoxyds und der Stufe 1 eine Menge von 175 g NH4SCN.
Die aus Stufe 40 abfliessende organische Phase wird durch Waschen mit 2 n-Salzsäure von ihrem
Erdengehalt und mit Ammoniaklösung von ihrem
HSCN-Gehalt befreit ; das Lösungsmittelgemisch und das gebildete NH4SCN können dann erneut zur Beschickung von Stufe 1 benutzt werden. Die aus der organischen Phase gewonnenen Fraktionen enthalten die Elemente Nd bis Lu und sind frei von Yttrium. Die aus Stufe 1 abfliessende wässe- rige Lösung liefert ein 95% iges Yttriumoxydprä- parat, das noch Ceriterden enthält, aber frei von den Elementen Gd bis Lu ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Trennung der Lanthaniden voneinander und bzw. oder vom Yttrium durch Verteilen zwischen zwei flüssigen Phasen, dadurch gekennzeichnet, dass man die Rhodanide von Ge- : mischen dreiwertiger Lanthaniden oder eines oder mehrerer dieser Elemente mit Yttrium zwischen Wasser und einem organischen Lösungsmittel verteilt.