<Desc/Clms Page number 1>
Schaltung für Zwei- oder Mehrkanaltonregietische
Um in Studioanlagen zwei oder mehrere Programme gleichzeitig abwickeln zu können, ist es bekannt, Zwei- oder Mehrkanaltonregietische vorzusehen. Diese sind mit Wahlschaltern ausgerüstet, die einerseits mit je einer Tonspannungsquelle (Mikrophone, Magnetophone usw. ) bzw. mit dem der Tonspannungsquelle zugeordneten Regler verbunden sind und an die anderseits die verschiedenen Tonkanäle angeschlossen sind. Die von den Wahlschaltern kommenden Tonkanäle werden durch Vielfachschaltungen zu Mischpunkten geführt, von denen die verschiedenen Programme abgenommen werden können. Mit Hilfe der Wahlschalter ist es also möglich, jede Tonspannungsquelle mit einem beliebigen Tonkanal zu verbinden und dadurch die verschiedenen Tonspannungsquellen nach Wunsch zu einem oder mehreren Programmen zusammenzufassen.
Damit sich bei der Umschaltung einer Tonspannungsquelle mit dem zugehörigen Regler von einem Kanal auf einen andern der Widerstand für die an diese Kanäle jeweils angeschlossenen Tonspannungsregler nicht ändert, wird an Stelle des abgeschalteten Reglers ein Ersatzwiderstand eingeschaltet bzw. der vorhandene Ersatzwiderstand beim Zuschalten des Tonspannungsreglers vom Kanal abgetrennt.
Bei derartigen Schaltungen liegt das Problem vor, das übersprechen von einem Kanal auf den andern zu verhindern, das über die Kapazitäten zwischen den tonspannungsführenden Leitungen und auch zwischen den Kontaktstücken der Kanalwahlschalter selbst vor sich gehen kann. Dazu ist es bekannt, die beiden Leitungskabel je Kanal, von denen im allgemeinen nur eines potentialführend ist, wogegen das andere auf Nullpotential liegt, in geerdeten Abschirmungen zu verlegen und die Kapazitäten an den Kontaktstücken des Wahlschalters durch eine Kunstschaltung, eine sogenannte "verschränkte" Schaltung, zu verkleinern.
Es werden dabei die potentialführenden und für ein Über- sprechen besonders gefährdeten Anschlussleitungen an räumlich möglichst weit auseinanderliegende Kontaktstücke des Wahlschalters angeschlossen und Leitungsstücke innerhalb des Wahlschalters, die bei der gerade gewählten Verbindung zur Leitungsdurchschaltung nicht benötigt werden, durch Anschluss an geerdete Kontaktstücke als Abschirmungen benützt. Der Kanalwahlschalter besitzt dazu neben den Schaltkontakten für die Umschaltung der Leitungen der angeschlossenen Tonkanäle auch noch Umschaltekontakte zur Umschaltung des jeweiligen als Abschirmung dienenden Leitungsstückes. Die Verdrahtung eines derartig geschalteten Wahlschalters ist daher verhältnismässig kompliziert.
Weiters ergibt sich eine Schwierigkeit beim Anschluss der Ersatzwiderstände, weil die Anschlussleitungen hiefür nur schwer in Abschirmungen verlegt werden können. Abgesehen davon, dass der Platzbedarf und der schaltungstechnische Aufwand bei dieser bekannten Einrichtung sehr gross sind und die Durchführung der Verdrahtung viel Zeit in Anspruch nimmt, bringt diese verschränkte Schaltung nur eine Verringerung und keine völlige Beseitigung des übersprechen mit sich, so dass diese Lösung bei extrem hohen Anforderungen nicht gangbar ist.
Gegenstand der Erfindung ist eine Schaltung für Zwei-oder Mehrkanaltonregietische mit wenigstens einem Wahlschalter, der eine über einen Regler angeschlossene Tonspannungsquelle wahlweise mit einem von zwei oder mehreren Tonkanälen verbindet.
Die oben genannten Nachteile lassen sich erfindungsgemäss dadurch vermeiden, dass in
EMI1.1
Wert des Reglerausgangswiderstandes um ein Mehrfaches übersteigenden Widerstandswert fix eingeschaltet ist und dass die an die festen Kontaktstücke des Wahlschalters geführten Enden der Leitungen der Tonkanäle durch die zugeordneten beweglichen Kontakt- stücke des Wahlschalters in ihren vom Regler der Tonspannungsquelle abgetrennten Schalt-
<Desc/Clms Page number 2>
stellungen unmittelbar (d. h. unter Verzicht auf einen Reglerersatzwiderstand) miteinander verbunden sind.
Die Schaltung nach der Erfindung ist so getroffen, dass nur diejenigen Kontaktstücke des Wahlschalters, die an der Durchschaltung der Tonspannungsquelle an einen Tonkanal beteiligt sind, Potential führen, hingegen die andern Kontaktstücke an Nullpotential angeschlossen sind. Es ist damit ein überspre, chen nicht nur vermindert, sondern überhaupt grundsätzlich unmöglich gemacht. Überdies ist eine Vereinfachung des schaltungstechnischen Aufwandes, eine Herabsetzung des Raumbedarfes und eine wesentliche Verringerung der Zahl der Umschaltekontakie des Wahlschalters erreicht.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der'Zeichnung wiedergegeben. Diese zeigt in schematischer Darstellung die Schaltung eines Wahlschalters zum wahlweisen Anschluss eines einer Tonspan ui1gsquelle zugeordneten Reglers 1 an einen der beiden Kanäle I oder 11. a ist die potentialführende Leitung von der Tonspannungsquelle bzw. vom Ausgang des Reglers 1 und b ist die geerdete aus diesem Regler kommende Leitung. Diese Leitungen sind in einer mit 2 angedeuteten Abschirmung verlegt und darin bis dicht an die festen Kontakte des Wahlschalters herangeführt. Der Wahlschalter 3 ist im wesentlichen aus vier Umschaltekontakten aufgebaut, von denen jeder drei feste Kontaktstücke z. B. die Kontaktstücke 4,5 und 6 und ein bewegliches Kontaktstück, z. B. das Kontaktstück 7 aufweist.
Die beweglichen Kontaktstücke sind am Schalterbetätigungsglied 8 befestigt, das in Richtung des Pfeiles 9 verstellbar ist.
Mit aI und aIl sind die potentialführenden und mit b I und b II die an Nullpotential liegenden Leitungskabel der Kanäle I und II bezeichnet. Die Leitungen 10 und 11 deuten die Vielfachschaltungen an, die andere, hier nicht gezeichnete Tonspannungsquellen über Wahlschalter analoger Anordnung an zwei Mischpunkten zusammenführen.
In den Leitungen a I und a Il ist je ein Widerstand RI und RII eingeschaltet, dessen Wert den Wert des Ausgangswiderstandes des Reglers 1 um wenigstens etwa eine Grössenanòrdnung übersteigt, so dass der Reglerausgangswiderstand gegenüber den Widerständen R I bzw. R II praktisch vernachlässigbar ist. Die erforderliche Grösse des Entkoppelwiderstandes RI bzw. RII hängt dabei ausser von der Anzahl der zu mischenden Quellen auch von der bei beliebiger Betätigung des Kanalschalters zugelassenen Pegelschwankung ab. Diese Verhältnisse lassen sich durch eine einfache Formel be- schreiben.
Die genannten Widerstände können an einer beliebigen Stelle des Leitungszuges a I bzw. a 77 sogar innerhalb der geerdeten
Abschirmungen 12 bzw. 13 angeordnet sein, so dass sie sich gegenseitig nicht beeinflussen.
In der gezeichneten Stellung des Wahlschalters ist der Regler 1 mit dem Kanal I verbunden. Die Leitung tlj ist durch das be" wegliche Kontaktstück 7 zur Leitung al durchgeschaltet. Das Kontaktstück 14 be- wirkt dabei die Durchschaltung der Leitung b zur Leitung b 1. Die Leitungen aII und b Il sind miteinander unmittelbar durch das be- wegliche Kontaktstück 15 verbunden.
Auf den
Kontaktstücken des Wahlschalters kommt also nur die Spannung des Kanales I vor und die nicht mit diesem verbundenen Kontaktstücke für die Leitungen des Kanales Il liegen an
Erdpotential. Ein übersprechen vom Kanal I auf den Kanal II, an den die das zweite.
Programm bestreitenden Tonspannungsquellen angeschlossen sind, ist dabei grundsätzlich nicht möglich. Die Erdung erfolgt über die
Leitung bII, die entsprechende Ader der
Leitung 11 und die geerdete Ausgangsleitung des oder der an die Leitung 11 im Falle einer
Sendung über diese Leitung angeschlossenen, hier nicht gezeichneten, weiteren Ton- spannungsquellen mit zugeordnetem Regler.
Wird über die Leitung 11 nicht gesendet, so muss auch keine ihrer Adern geerdet sein.
Die an die Leitung aII und bII angeschlosse- nen Kontaktstücke des Wahlschalters sind durch 15 dann zwar unmittelbar verbunden, jedoch nicht geerdet. Das stört aber nicht, weil auch dann ein übersprechen belanglos ist.
In der unteren Stellung des Betätigungsgliedes 8 des Wahlschalters verbindet das Kontaktstück 7 die Leitung a mit der Leitung a II, das Kontaktstück 14 die Leitung b mit der Leitung b II, so dass der Regler 1 und die zugehörige Tonspanngungsquelle auf den Kanal II umgeschaltet sind, wogegen die Leitungen a I und b I durch das Kontaktstück 16 miteinander satt verbunden sind und an Erdpotential liegen. Auch in diesem Fall ist eine gegenseitige Beeinflussung der Tonspannungen auf den Kanälen I und II sicher ausgeschlossen, so dass sich die von den Vielfachleitungen 10 und 11 abgenommenen beiden Programme gegenseitig nicht stören können.