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Photometer.
Durch das österr. Patent Nr. 4606 erscheint ein Milchglasphotometer mit zwei gleichen und feststehenden Milchglasplatten unter Schutz gestellt, in welchem Photometer mit diesen Milchglasplatten Reflexionsprismen kombiniert sein können, wobei die Milchglasplatten an den verwendeten Reflexionsprismen knapp anliegen.
Die vorliegende Erfindung bildet eine neue Ausgestaltung solcher Photometer, welche sich durch die Verbindung zweier rechtwinkeliger Glasprismen P (Fig. 1 und 2) oder eines einzigen gleichseitigen Glasprismas P (Fig. 3, 4,5 und 6) mit diaphapen Platten und Spiegeln s kennzeichnet, welche Spiegel mit den Platten in in starrer Verbindung stehen und mit denselben sohin sich parallel zur Achse des Photometerkopfes verschieben lassen, zu welchem Behufe je eine durchscheinende Platte m und ein Spiegel s an einem Schieber befestigt sind.
Bei der praktischen Verwendung des Photometers können infolge der vorerwähnten Einrichtung entweder beide Platten m oder beide Spiegel s den Prismen gegenübergestellt werden ; die Fig. 1 zeigt die ersterwähnte, die Fig. 2 die zweiterwähnte Stellung dieser Teile bei Verwendung zweier rechtwinkeliger Prismen, während die Fig. 3,4 sowie 5 und 6 die resp. gleichen Stellungen hei Verwendung nur eines gleichseitigen Prismas zeigen.
Sind die Platten m vorgeschoben (Fig. 1, 3 und 5), so nimmt das Licht den Weg L, ria, a, b. Sind die Spiegel vorgeschoben (Fig. 2, 4 und G), so beleuchtet das Licht, in der Richtung L, c ankommend, einen Schirm S, geht von dort zum Spiegel s, wird bei d reflektiert, kommt nach e und wird dort total reflektiert. In allen Fällen sieht der Beobachter durch eine Linse o zwei scharf aneinander grenzende Bilder der beiden Platten m oder der beiden Seiten des Schirmes S und kann deren Helligkeit beurteilen.
Bei der Anwendung der rechtwinkeligen Prismen (Fig. 1 und 2) hat der Spiegel eine Neigung gegen die Mittellinie des Photometerkopfes von 221/20, bei Anwendung eines gleichseitigen Prismas eine Neigung von 71/20 (Fig. 3 und 4) oder er steht parallel zur
Achse des Photomoters (Fig. 5 und 6).
Diese Prismenformen in Verbindung mit Spiegeln bedingen die neuen Stellungen der
Spiegel ; ebenso bildet die Anwendung eines einzigen Prismas die grösstmögliche Vereinfachung.
Ein nach vorliegender Erfindung ausgeführtes Photometer bietet mehrfache Vorteile.
Mit einem einzigen Photometerkopfe kann das Photometrieren nach den. drei bisher üblichen Systemen und in einem neuen System ausgeführt werden, in erster Linie das
Photometrieren mit diaphanen Mitteln ohne Spiegel. Wird ein undurchsichtiger Schirm S und die Spiegelstellung verwendet, so hat man ein R. eflexionsphotometer. Wird ein Papier- schirm mit einem Fettfleck verwendet, so hat man ein verbessertes Bunsen-Photometer ; es werden nämlich die Bilder der beiden Seiten des Fettfleckes aneinander grenzend her- gestellt, während sie beim gewöhnlichen Bunsen-Photometer ziemlich weit auseinander liegen.
Hiedurch wird ihre Vergleichung ausserordentlich erleichtert. Dieses Photometer gestattet aber auch die Durchführung'eines ganz neuen, sogenannten Mischungsverfahrens ; wird nämlich ein durchscheinendes Milchglas S oder ein anderes diaphanes Mittel als Schirm verwendet, so wird jedes Gesichtsfeld im Prisma von dem auf der einen Seite des Milchglases reflektierten Lichte der einen Lichtquelle und dann von dem durchscheinenden Lichte der anderen Lichtquelle beleuchtet ; es wird also das Licht der beiden Lichtquellen gemischt,
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wodurch der Kontrast der Farben verschiedenfarbiger Lichtquellen so weit llerabgemindert wird, dass die beiden Lichtfelder ganz gut auf ihre Intensität verglichen werden können, ohne die bisherige Messung mit der roten und grünen Scheibe anwenden zu müssen.
Es kann das Auer-Licht, das elektrische Bogenlicht und selbst das Tageslicht ohne weitere Hilfsmittel mit dem Lichte der Hefner-Lampe oder der Vereinskerze verglichen werden ; man erreicht mit einer Messung dasselbe, wozu bei der Verwendung der Grün-und Rotscheibe zwei Messungen erforderlich sind.
'In den oben angegebenen Prismen legt das Licht nur 20 bis 25 mm lange Wege im Glase zurück, während bei anderen ähnlichen Photometern diese Wege im Glase 60 bis 70 mm lang sind, wodurch das Licht mehr geschwächt wird. Wegen der geringeren Anzahl von Prismen wird das Licht nicht so oft reflektiert und daher weniger geschwächt als in anderen ähnlichen Photomotern. Das hier beschriebene Photometer wird daher bei den Ausführungen 2,3 und 4 lichtstärke sein als alle bisher bekannten Photometer mit anderen Prismen und Spiegeln.
Bei allen Verfahrungsarten kann das Photometer als Reversionsphotometer verwendet werden, wenn der Photometerkopf in horizontaler oder in vertikaler Richtung um 1800 gedreht wird. Bei grösserer Verschiedenheit der hiedurch erhaltenen Resultate wird aus zwei Werten das geometrische Mittel, bei geringerer Verschiedenheit das arithmetische Mittel genommen. Hiedurch werden etwaige Fehler des Photometers unschädlich gemacht, wie bei der Gaussschen Wägung die Gewichtsbestimmung an einer Wage mit ungleich langen Wagearmen.