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Schaltungsanordnung für Fernmeldeanlagen mit Anrufsudher
Die den Teilnehmern zugeordneten Teilnehmerschaltungen arbeiten in vielen Fernmeldeanlagen mit Anrufsuchern zusammen. Bei einem Teil dieser Teilnehmerschaltungen sind aus Ersparnisgründen keine individuellen Relais vorgesehen. Dies sind die sogenannten relaislosen Teilnehmerschaltungen. Es sind bereits verschiedene derartige Teilnehmerschaltungen bekannt geworden, jedoch haften ihnen jeweils charakteristische Nachteile an. Die nachstehend beschriebene Erfindung zeigt nun einen Weg, wie man diese Nachteile vermeiden kann. Um die Tragweite der Erfindung deutlich zu machen, werden zunächst diejenigen bereits bekannten Teilnehmerschaltungen beschrieben, die mit ihr in Vergleich gebracht werden können..
Dazu gehören diejenigen relaislosen Teilnehmerschaltungen (dt. Pat. Anm. A 21421 VIlla, 21a und dt. Pat. Anm. A 21690 VIlla, 21a3), bei denen die Teilnehmerschleife über veränderliche Koppelwiderstände und andere Hilfsmittel auf eine Anlasseinrichtung für die vorgesehenen Anrufsucher arbeiten.
Zur Verwirklichung dieser veränderlichen Koppelwiderstände sind steuerbare Röhren und spannungsrichtungsabhängige Widerstände vorgeschlagen worden. Verwendet man spannungsrichtungsabhängige Widerstände, also z. B, Richtleiter, so ist der technische Aufwand besonders gering, da diese sehr einfach aufgebaute und passive Schaltelemente sind. Die bekannten Schaltungsanordnungen dieser Art sind nun wegen gewisser Vorteile, die sich durch die Verwendung veränderlicher Koppelwiderstände erzielen lassen, vorgeschlagen worden. Die veränderlichen Koppelwiderstände werden. zunächst so beeinflusst, dass sie im Ruhezustand der Teilnehmerschleife, also wenn die Teilnehmerschleife beim Teilnehmer unterbrochen ist, niederohmig sind.
Sie bleiben auch vom Schliessen der Teilnehmerschleife ab, wenn der Teilnehmer abhebt, bis zum Aufprüfen eines Anrufsuchers niederohmig. Nach dem Aufprüfen werden sie hochohmig gemacht.
Da, wenn der Teilnehmer abhebt, die Koppelwiderstände niederohmig sind, kann die Anlasseinrichtung über einen niederohmigen Stromkreis ausgelöst werden. Dies erlaubt einen einfachen Aufbau der Anlasseinrichtung, wenn gewünscht, unter ausschliesslicher Verwendung passiver Schaltelemente. Nach dem Aufprüfen werden die spannungsrichtungsabhängigen Widerstände durch Anlegung geeigneter Potentiale durch den Anrufsucher hochohmig gemacht. Dadurch wird verhindert, dass der Stromkreis, über den vorher die Anlasseinrichtung ausgelöst wurde, einen merklichen Nebenschluss zum Sprechkreis während der Abwicklung des Gesprächs bildet. Hinsichtlich der bisher betrachteten Umstände arbeiten diese relaislosen Teilnehmerschaltungen also sehr günstig.
Nun sind an einer Anlasseinrichtung mehrere Teilnehmerschleifen angeschlossen. Es ist nun jeweils zwischen den beiden Adern einer zu einem Teilnehmer führenden Schleife eine gewisse unvermeidliche Ableitung wegen des nach oben begrenzten Isolationswiderstandes vorhanden, welche wie ein Neben- schlusswiderstand zu dieser Teilnehmerschleife wirkt, durch welchen die Adern dieser Schleife überbrückt werden. Wenn mehrere derartige Teilnehmerschleifen an eine Anlasseinrichtung angeschlossen sind, so liegt eine Parallelschaltung dieser Nebenschlusswiderstände vor.
Sind hinreichend viele Teilnehmer angeschlossen, so tritt durch diese Parallelschaltung dieselbe Wirkung bei den bekannten Teilnehmerschaltungen ein, sofern keine besonderen Massnahmen getroffen werden, als wenn bei einer Teilnehmerschleife beim Teilnehmer durch das Abheben des Handapparates die Schleife geschlossen wird. Un, ein Fehlan-
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sprechen der Anlasseinrichtung zu vermeiden, kann daher ohne besondere Massnahmen nur eine begrenzte Zahl von Teilnehmerschleifen an eine Anlasseinrichtung angeschlossen werden, was ein Nachteil dieser Schaltungsanordnungen ist.
Man hat auch bereits versucht, diesen Nachteil zu beseitigen, indem man parallel zur Anlasseinrichtung einen Ableitwiderstand für die über die Isolationswiderstände der angeschlossenen Teilnehmerschleifen fliessenden Ströme angeordnet hat. Durch diesen Ableitwiderstand wird der Ruhestrom, der durch die Anlasseinrichtung fliesst, soweit verringert, dass er nur als Fehlstrom wirkt. Das Verhältnis zwischen dem Ruhestrom in der Anlasseinrichtung und dem Strom, der auftritt, wenn ein Teilnehmer abhebt, wird bei Anwendung dieser Massnahme jedoch verringert, u. zw. umso mehr, je mehr Teilnehmer angeschlossen sind, was in nachteiliger Weise sehr strenge Toleranzbedingungen für die Arbeitsweise der Anlasseinrichtung zur Folge hat. Ausserdem bedingen Änderungen der Anzahl der angeschlossenen Teilnehmerschaltungen eine Änderung der Grösse des Ableitwiderstandes.
Auch Änderungen des Isolationswiderstandes der Teilnehmerschleife erfordern unter Umständen Änderungen des Ableitwiderstandes. Eine Einstellung des Ableitwiderstandes kann jedoch nur vorgenommen werden, wenn alle Teilnehmerschaltungen im Ruhezustand sind, also kein Teilnehmer abgehoben hat. Ein solcher nachträglicher Abgleich erfordert daher eine Unterbrechung des Vermittlungsbetriebes für alle angeschlossenen Teilnehmer.
Es sind nun bereits auch relaisloe Teilnehmerschaltungen angegeben worden, bei denen die Arbeitsbedingungen für die Anlasseinrichtung unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Teilnehmerschaltungen sind (z. B. deutsche Patentschrift Nr. 893518). Hiebei werden keine veränderlichen Koppelwiderstände verwendet. Der Stromkreis für die Anlasseinrichtung kommt über konstante Widerstände zustande. Diese müssen daher, damit beim Sprechen der miteinander verbundenen Teilnehmer keine unerwünschte Ableitung der Sprechströme stattfindet, verhältnismässig hochohmig sein. Die zentrale Anlasseinrichtung ist über Entkoppelrichtleiter an einen Abgriff, der an einem dieser konstanten Widerstände liegt, angeschlossen.
Die Anzahl der an eine Anlasseinrichtung anschliessbaren Teilnehmerschaltungen ist hiebei nicht dadurch begrenzt, dass die Parallelschaltung der Isolationswiderstände zwischen den Adern der Teilnehmerschleifen wie das Abheben eines Teilnehmers wirkt. Die Spannungsverlagerungen, die an den Abgriffen der konstanten Widerstände der einzelnen Teilnehmerschaltungen infolge der Isolationswiderstän- de auftreten, addieren sich bei einer Verbindung dieser Abgriffe nicht, da Punkte mit gleichem Potential in einer Schaltung verbunden werden können, ohne dass eine Potentialänderung in diesem Punkt auftritt. Sofern die Anlasseinrichtung genügend hochohmig ist, ist daher das auf sie einwirkende Potential unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Teilnehmerschaltungen.
Hinsichtlich dieses Umstandes zeigt diese Teilnehmerschaltung also Vorteile gegenüber den vorher beschriebenen.
Mit diesen Vorteilen sind nun aber zugleich eine Reihe anderer Nachteile verknüpft. Da im Stromkreis für die Anlasseinrichtung hochohmige Widerstände liegen, muss diese eine sehr grosse elektrische Empfindlichkeit besitzen und daher unter Verwendung aktiver Schaltelemente, wie Röhren u. a., aufgebaut werden, was einen besonderen Aufwand bedeutet. Das Ansprechen der Anlasseinrichtung kommt hiebei letzten Endes dadurch zustande, dass sich durch das Abheben der Gesamtwiderstand in einem hochohmigen Stromkreis ändert. In diesem Stromkreis liegen die bereits genannten konstanten Widerstände, welche auch als Speisewiderstände bezeichnet werden können, und der Widerstand der Teilnehmerschleife in geöffnetem bzw. in geschlossenem Zustand.
Im geöffneten Zustand ist nur der Isolationswiderstand der Schleife wirksam und im geschlossenen Zustand ist ihm zusätzlich der wesentlich niedrigere Lei- tungsdrahtwiderstand der Schleife parallel geschaltet. Nun ist die Änderung des Gesamtwiderstandes im Stromkreis umso kleiner, je grösser der durch die hochohmigen Speisewiderstände gebildete, gleichbleibende Anteil ist. Je kleiner die Änderung des Gesamtwiderstandes ist, auf desto kleinere elektrische Änderungen, z. B. Spannungsänderungen, muss die Anlasseinrichtung ansprechen und desto kleinere Toleranzen müssen für ihre Arbeitsweise vorgeschrieben werden. Bei der hier beschriebenen Teilnehmerschaltung macht sich dieser Umstand sehr nachteilig bemerkbar. Ausserdem kann die Anlasseinrichtung, wenn sie demgemäss z.
B. auf sehr kleine Spannungsänderungen anspricht, leicht durch störende Fremdspannungen zum Fehlansprechen gebracht werden.
In diesem Zusammenhang ist noch ein weiterer Umstand von Bedeutung. Der Unterschied zwischen dem Isolationswiderstand und Leitungsdrahtwiderstand der Teilnehmerleitung ist umso kleiner, je länger diese Leitung ist, denn mit zunehmender Leitungslänge sinkt der Isolationswiderstand zwischen den Adern und steigt der Leitungsdrahtwiderstand. Da aber stets eine gewisse Mindeständerung des Gesamtwiderstandes im Stromkreis beim Abheben nötig ist, ist die Länge der Teilnehmerschleife begrenzt. Diese Grenze liegt unter sonst gleichen Umständen umso niedriger, je hochohmiger die Speisewiderstände in diesem Stromkreis sind. Durch die Anwendung einer Teilnehmerschaltung mit hochohmigen Speisewiderständen wird daher auch die obere Grenze für die Länge der Teilnehmerleitung niedrig gehalten.
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Wie vorstehend gezeigt wurde, haben die erwähnten Teilnehmerschaltungen Nachteile, welche, wie es sich in der Praxis gezeigt hat, ihre Anwendung erheblich hemmen, Es besteht daher das Bedürfnis, eine Teilnehmerschaltung zu schaffen, welche die erwähnten Nachteile vermeidet. Die Erfindung zeigt nun einen Weg dazu, indem sie eine derartige Kombination von geeigneten technischen Massnahmen unter gegenseitige. : Abstimmung dieser Massnahmen aufeinander aufzeigt, dass sich nur die mit diesen Massnahmen verknüpften technischen Vorteile, nicht aber die ihnen anscheinend unlösbar anhaftenden Nachteile in der Gesamtanordnung auswirken. Ausserdem ist die durch die Schaltungsanordnung angegebene
Lösung des vorliegenden Problems auch deshalb besonders vorteilhaft, weil sie nur einen sehr geringen
Aufwand an Schaltmitteln erfordert.
Bei dieser Schaltungsanordnung handelt es sich um eine relais lose Teílnehmerscha1tung. bei der die
Teilnehmerschleife über Speisewiderstände an eine Betriebsspannungsquelle angeschlossen ist. Sie ist gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale : a) Zwischen die Teilnehmerschleife und die Speisewiderstände, deren Wert in der Grössenordnung des Widerstandswertes der Schleife im geschlossenen Zustand liegt, sind veränderliche Koppelwiderstände geschaltet, welche unter dem Einfluss der Betriebsspannung niederohmig sind und im Falle der Verbindung der Teilnehmerschleife mit einer Wahleinrichtung wegen Anlegung entsprechender zusätzlich sich durchsetzender Potentiale von der Wahleinrichtung he-hochohmig sind.
'b) An den Abgriff eines der Speisewiderstände ist über ein Entkopplungsschaltmittel ein zentrales Anlassorgan angeschlossen, welches beim Abheben des Teilnehmers auf einen diesem Abgriff entnehmbaren Strom anspricht.
Die beigefügte Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemässe relaislose Teilnehmerschaltung. In dieser Zeichnung sind auch die Teile der mit dieser Teilnehmerschaltung zusammenarbeitenden Wahleinrichtungen aufgenommen, die für das Verständnis der Wirkungsweise und der Zusammenarbeit mit diesen Wahleinrichtungen erforderlich sind. Diese Wahleinrichtungen sind hier der Anrufsucher AS und der Leitungswähler LW.
Die Teilnehmerschaltung enthält die Sprechadern a und b, zwischen denen bei dem Teilnehmer der Hakenumschalter hu liegt. Der Widerstand R1 vertritt den Leitungsdrahtwiderstand der Sprechadern und der Widerstand R2 den Isolationswiderstand zwischen den Adern. Als veränderliche Koppelwiderstände werden'die Richtleiter Gl und G2 verwendet. Auf die Teilnehmerschaltung arbeitet über zwei Speisewiderstände eine Betriebsspannungsquelle, welche an ihren Polen die Potentiale-U3 und-Ul aufweist.
Der erste Speisewiderstand R3 führt zum Richtleiter G1 und der zweite Speisewiderstand, welcher aus den Teilwiderständen R41 und R42 besteht, führt zum Richtleiter G2. Die Teilwiderstände R41 und R42 wird man den Betriebsverhältnissen entsprechend dimensionieren, eventuell kann der Widerstand R42 ganz weggelassen werden. Der Verbindungspunkt zwischen den Widerständen R41 und R42 stellt den Abgriff M des zweiten Speisewiderstandes dar. An ihm ist über den Entkoppelrichtleiter G3 mit einem Anschluss das Anlassorgan für die Anrufsucher angeschlossen, welches hier durch das Relais A dargestellt wird. Das Relais A arbeitet über seinen andern Anschluss gegen das Potential-U2, welches zwischen den Potentialen - U1 und - U3 liegt. An das Relais A sind noch weitere Teilnehmerschaltungen angeschlossen.
Von einer zweiten Teilnehmerschaltung sind in die Zeichnung die Schaltelemente R41', R42'und G3'aufgenom- men.
Vom Anrufsucher AS sind die drei Schaltarme aa, ab und ac gezeigt. Ferner sind die zu der Anrufsuchereinrichtung gehörenden Kontakte pl, p2 und p3 dargestellt, mit deren Hilfe geeignete Potentiale an die Leitungsadern der Teilnehmerschaltung gelegt werden können. Dazu ist für die Prüfader, die Leitungsader c, der Kontakt pl und das Potential UO vorgesehen, welches positiver ist als das Potential-Ul.
Das Potential-Ul seinerseits ist positiver als die Potentiale-U2 und-U3. Bei den Sprechadern, den Leitungsadern a und b, wird die Potentialzuführung mit der beim Sprechen notwendigen Gleichstromspeisung des Mikrophons über die beiden Wicklungen des im zugehörigen Gruppenwähler liegenden Stromstoss- und Speiserelais S verbunden. Dazu werden über die Kontakte p2 und p3 die an den Potentialen - U3 und U0 liegenden Wicklungen I und II des Relais S an die Sprechadern angeschlossen.
Der Leitungswähler hat die Schaltarme la, lb und lc. Er kann in ähnlicher Weise wie der Anrufsucher mit der Teilnehmerschaltung zusammenarbeiten. Mit Hilfe des Kontaktes q der Leitungswählereinrichtung kann das Potential UO an die Prüfader angelegt werden.
Es werden nun zunächst die hier interessierenden Funktionen dieser Teilnehmerschaltung beschrieben, um zu zeigen, dass in der erfindungsgemässen Schaltung diese Funktionen ablaufen können. Danach wird gezeigt, dass diese Teilnehmerschaltung keine der vorher erwähnten Nachteile der andern Schaltungen besitzt, ohne deren Vorteile eingebüsst zu haben.
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Im Ruhezustand der Schaltung, also bevor der Teilnehmer abgehoben hat, fliesst unter dem Einfluss der Betriebsspannungsquelle -Ulj-U3 ein kleiner Strom über die Widerstände R41 und R42, den Richtleiter G2, den Isolationswiderstand R2, den Richtleiter G und den Widerstand R3. Die Richtleiter Gl und G2 sind dabei wegen ihrer passend gewählten Polarität in niederohmigem Zustand. Der Isolationswiderstand R2 ist gross gegen die Widerstände R3, R41 und R42. Daher liegt an der Prüfader c nahezu das Po- tential-U3. Die Aufprüfeinrichtung des Leitungswählers muss daher so eingerichtet sein, dass er auf die Teilnehmerschaltung aufprüfen kann, wenn an der Prüfader dieses Potential liegt. Am Verbindungspunkt M zwischen den Widerständen R41 und R42 liegt nahezu das Potential-Ul.
Es ist, wie vorausgesetzt, positiver als das Potential-U2. Daher wird der zwischen dem Verbindungspunkt M und dem Relais A liegende Richtleiter G3 in Sperrichtung beansprucht. Das Relais A wird nicht erregt. Wegen der Sperrung des Richtleiters G3 wird keine der andern Teilnehmerschaltungen beeinflusst.
Wenn der Teilnehmer seinen Handapparat abhebt, soll das Relais A ansprechen. Beim Abheben wird der Hakenumschalter hu geschlossen. Der Isolationswiderstand R2 wird durch den wesentlich kleineren Leitungsdrahtwiderstand Rl überbrückt. Daher fliesst nun ein wesentlich grösserer Strom über die Teilnehmerschleife. Der Spannungsabfall am Widerstand R41 wird wesentlich grösser und das Potential am Verbindungspunkt M wird daher wesentlich negativer. Bei geeigneter Wahl des Potentials-U2 lässt sich erreichen, dass in diesem Fall das Potential am Verbindungspunkt M nunmehr negativer als das Potential - U2 ist. Der Richtleiter G3 wird daher nun auf Durchlass beansprucht und es fliesst ein Strom durch das Relais A, welcher dessen Ansprechen bewirkt.
Da in diesem Zustand der Teilnehmerschleife sich die Richtleiter Gl und G2 nach wie vor in niederchmigem Zustand befinden und auch die andern Widerstände nicht hochohmig sind, ist der am Abgriff M entnehmbare Strom so gross, dass er, falls gewünscht, ein Relais zum Ansprechen bringen kann. Da das Potential am Verbindungspunkt zwischen dem Richtleiter G3 und dem Relais A negativer als das Potential - U2 wege, l des am Relais A vorhandenen Spannungsabfalls ist, wird der Richtleiter G3'und weitere entsprechende Richtleiter der andern Teilnehmerschaltungen weiterhin in Sperrichtung beansprucht. Die Erregung des Relais A hat also keine Rückwirkung auf die andern Teilnehmerschaltungen zur Folge.
Wenn bei mehreren Teilnehmern zugleich die Handapparate abgehoben werden, so stellt sich am Verbindungspunkt zwischen den Widerständen R41-R42, R41'-R42'usw. dasselbe Potential ein. Unter seinem Einfluss führt das Relais A Ansprechstrom. Der Ansprechstrom verschwindet erst, wenn dieser Zustand bei allen Teilnehmerschaltungen beseitigt ist. Eine Spannungsverlagerung an einem Verbindungspunkt infolge eines besonders niedrigen Isolationswiderstandes der zugehörigen Teilnehmerschleife wirkt auf das Anlassorgan A nicht ein, da der zu diesem Verbindungspunkt gehörende Entkoppelrichtleiter weiterhin in Sperrichtung beansprucht ist.
Beim Abheben verändert sich auch das Potential an der Prufader c. Wegen des Spannungsabfalls am Widerstand R3, der mit dem nunmehr fliessenden grösseren Strom verbunden ist, wird es positiver. Dieser Umstand liefert ein Kriterium dafür, dass der Leitungswähler nicht mehr auf die Teilnehmerschaltung aufprüfen aarf. Die hier im einzelnen nicht dargestellte Schaltung der Leitungswählereinrichtung muss daher so aufgebaut sein, dass in diesem Fall der Leitungswähler nicht auf die Teilnehmerschaltung aufprüfen kann. Ein Anrufsucher dagegen kann bei diesem Potential aufprüfen.
Durch das Ansprechen des Relais A werden Anrufsucher in Tätigkeit gesetzt. Wenn der Anrufsucher AS mit seinem Schaltarm ac auf die Prüfader c der betreffenden Teilnehmerschaltung aufläuft, so wird mit Hilfe des an der Prüfader c liegenden Potentials ein dem Anrufsucher AS zugeordnetes, z. B. ein hier nicht gezeichnetes Relais zum Ansprechen gebracht, wodurch der Anrufsucher stillgesetzt wird. Ausserdem wird danach der Kontakt pl betätigt. Dadurch wird das gegen - U1 positive Potential UO an die Prüfader c gelegt, was als Kriterium dafür dient, dass die Teilnehmerschaltung bereits durch einen Anrufsucher belegt ist und verhindert, dass ein weiterer Anrufsucher bei dieser Teilnehmerschaltung stillgesetzt wird.
Im Verlauf der bisher dargestellten Funktionen treten also an der Prüfader drei verschiedene Potentiale auf, welche drei verschiedene Zustände der Teilnehmerschaltung kennzeichnen. Im Ruhezustand der Teilnehmerschaltung liegt dort nahezu das Potential-U3, wobei ein Leitungswähler aufprüfen kann, aber nicht ein Anrufsucher. Nach dem Abheben liegt dort ein positiveres Potential, bei dem ein Leitungswähler nicht aufprüfen kann, wohl aber ein Anrufsucher. Nach dem Aufprüfen durch einen Anrufsucher liegt dort das Potential UO, bei dem weder ein Leitungswähler noch ein Anrufsucher aufprüfen kann.
Ausser dem Kontakt pl werden nach dem Aufprüfen eines Anrufsuchers auch die Kontakte p2 und p3 geschlossen. Dadurch wirken sich auf die Sprechadern a und b über die Wicklungen I und II des Stromstoss-und Speiserelais S, welches sich im Gruppenwähler befindet, die Potentiale - U3 und UO aus. Dies hat zur Folge, dass über die Wicklung I des Relais S, den Kontakt p2, den Schaltarm ab des Anrufsuchers AS, den. Widerstand Rl, den Hakenumschalter hu, den Schaltarm aa des Anrufsuchers AS, den Kontakt p3
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und die Wicklung II des Relais S ein Strom fliesst. Infolgedessen stellen sich an den Sprechadern Potentiale ein, die zwischen den Potentialen U0 und-U3 liegen, und wobei das Potential an der a-Ader negativer als das an der b-Ader ist.
Das Potential an der a-Ader ist negativer als das Potential UO, welches an der Prüfader c liegt. Der Richtleiter Gl zwischen der a-Ader und der Prüfader c wird daher jetzt in Sperrich-
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Daher wird auch der Richtleiter G2 auf Sperrung beansprucht und ist hochohmig. Die Teilnehmerschleife ist damit von der Anlasseinrichtung abgetrennt. Das Potential am Verbindungspunkt M ist nach dem Schliessen der Kontakte p2 und p3 ebenfalls positiver als das Potential-Ul geworden, daher auch positiver als das Potential-U2. Infolgedessen wird der Richtleiter G3 wieder auf Sperrung beansprucht und das Relais A erhält über die Teilnehmerschleife keinen Strom. Sollte diese Teilnehmerschleife die einzige sein, bei der der Teilnehmer abgehoben hat, so wird das Relais A stromlos und der Suchlauf von Anrufsuchern beendet. Sollten mehrere Teilnehmer zugleich abgehoben haben, so wird das Relais A erst dann stromlos, wenn auf alle diese Teilnehmerschaltungen ein Anrufsucher aufgeprüft hat.
Damit ist gezeigt worden, dass die bei einem Vermittlungsvorgang auftretenden Funktionen mit der erfindungsgemässen Teilnehmerschaltung abgewickelt werden können. Es sei noch darauf hingewiesen, dass, falls ein Leitungswähler auf die Teilnehmerschaltung aufgeprüft hat, dem Teilnehmer auch ein Rufstrom ohne Beeinflussung der Anlasseinrichtung zugeführt werden kann. Es kann auch an der Teilnehmerschaltung ein Gesprächszähler vorgesehen werden, der durch Stromstösse geeigneter Polarität zum Ansprechen gebracht werden kann.
Wie sich aus der Beschreibung der erfindungsgemässen Teilnehmerschaltung ergibt, bleiben die Vorteile erhalten, die damit verknüpft sind, dass im Ruhezustand der Teilnehmerschaltung und vom Abheben des Teilnehmers bis zum Aufprüfen des Anrufsuchers die Koppelwiderstände niederohmig sind. Es wird daher nur ein relativ unempfindliches Anlassorgan, z. B. ein Relais, benötigt. Ferner findet beim Abheben eine verhältnismässig grosse Widerstandsänderung im Anlassstromkreis statt. Daher steht ein ausreichend grosser Potentialsprung zur Steuerung des Anlassorgans zur Verfügung, gegen den auftretende Fremdspannungen vergleichsweise klein sind und sich nicht störend auswirken. Auch ist die Länge der Teilnehmerschleife nicht in hindernder Weise eingeschränkt.
Die bei den bekannten Teilnehmerschaltungen dieser Art vorhandene Begrenzung der Zahl der an das Anlassorgan anschliessbaren Teilnehmerschaltungen wegen der Parallelschaltung der Isolationswiderstände der verschiedenen Teilnehmerschal- tungen und wegen der zumindest teilweisen Summierung der über diese Isolationswiderstände fliessenden Ströme im Anlassorgan ist wegen der hier gewählten Art der Anschaltung des Anlassorgans an die Teilnehmerschaltung nicht vorhanden. Die Nachteile, die sonst mit dieser Art der Anschaltung verbunden sind, nämlich kleiner verfügbarer Potentialsprung zur Steuerung des Anlassorgans mit den damit verbundenen nachteiligen Folgen, wie begrenzte Länge der Teilnehmerleitung, sind hier dagegen vermieden, obwohl das Anlassorgan in entsprechender Weise angeschaltet ist.
PATENTANSPRÜCHE :
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Betriebsspannungsquelle angeschlossen ist, gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale : a) Zwischen die Teilnehmerschleife und die Speisewiderstände (R3 ; R41-R42), deren Wert in der Grössenanordnung des Widerstandswertes der Schleife im geschlossenen Zustand liegt, sind veränderliche Koppelwiderstände (Gl, G2) geschaltet, welche unter dem Einfluss der Betriebsspannung (-U1/-U3) niederohmig sind und im Falle der Verbindung der Teilnehmerschleife (mit einer Wahleinrichtung AS) wegen Anlegung entsprechender, zusätzlich sich durchsetzender Potentiale (U0, - U3) von der Wahleinrichtung (AS) her hochohmig sind.
b) An dem Abgriff (M) eines der Speisewiderstände (R41-R42) ist über einen Entkoppelrichtleiter (G3) ein zentrales Anlassorgan (A) angeschlossen, welches die Eigenschaft hat, beim Abheben des Teilnehmers auf einen diesem Abgriff (M) entnehmbaren Strom anzusprechen.