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Papier- bzw. Zellulose-Maschinenanlage
BeiPapier- bzw. Zellulose-Maschinenanlagen wurde bereits vorgeschlagen, zumindest die Trockenpartie der Maschine in einem gegen das Klima der Arbeitshalle abgeschlossenen Raum unterzubringen, was den Vorteil mit sich bringt, dass die Temperatur in diesem Raum höher gehalten werden kann, dass sich für die Entlüftung dieses Raumes bessere Vorsorge treffen lässt und dass überdies die aus diesem Raum abgesaugte, mit Dampfschwaden angereicherte Luft nutzbringend in einer Wärmeaustauscheinrichtung zur Vorwärmung von Frischluft bzw. zur Vorwärmung der Trockenluft der Maschine ausgenützt werden kann. Dieser abgeschlossene Raum, in welchem die Maschinenanlage untergebracht ist, ist hiebei durch Tore von der Arbeitshalle aus zugänglich.
Insbesondere Papier- bzw. Zellulose-Maschinen müssen nun kontinuierlich'betrieben werden und es ist nicht möglich, bei einem Reissen der Stoffbahn die Maschine abzustellen. Die von einer Papiermaschine pro Minute geförderte Papierbahn weist eine Länge von 300 bis 400 m auf und es tritt daher in der Maschine eine Materialstauung ein, wenn bei einem Reissen der Stoffbahn der Schaden nicht sofort behoben wird. Diese Schwierigkeit kommt insbesondere in der Trockenpartie einer Papiermaschine zur Geltung.
Da nun eine Verzögerung der Behebung der Störung um wenige Sekunden bereits einen beträchtlichen Materialverlust mit sich bringt (in 6 Sekunden werden 30 - 40 m Papierbahn gefördert und zerstört), bestan- den Hemmungen, die an sich wärmetechnisch günstige Anordnung der Anlage in einem gegen das Klima der Arbeitshalle abgeschlossenenRaum zu wählen, da dadurch die Zugänglichkeit der Papiermaschine beeinträchtigt wird.
Es wurde bereits vorgeschlagen, die Zugänglichkeit dieses abgeschlossenen Raumes, in welchem die Maschinenanlage arbeitet, durch grossflächige Ausbildung der Tore und durch Anordnung der Tore entlang der ganzen Stoffbahn unmittelbar hintereinander, zu verbessern und es wurde auch vorgeschlagen, diese Tore als Hubtore auszubilden, welche in angehobenem Zustand nicht störend wirken.
Auch hiedurch konnte aber keine vollständige Abhilfe geschaffen werden, da es sich gezeigt hat, dass durch die Betätigung dieser Tore wertvolle Sekunden verloren gehen, bis die Störungsstelle einer Maschinenanlage zugänglich wird. Jede verlorene Sekunde vergrössert aber die Schwierigkeiten bei der Behebung der Störung, da sich die abgerissene Stoffbahn im Zwischenraum zwischen den Trockenfilzen und den Trockenzylindern staut und die Entfernung dieser angestauten Stoffmassen immer schwieriger wird. Infolge dieser Erschwerung der Behebung der Störung, wirken sich wenige Sekunden Verzögerung in einer Vervielfachung der für die Störungsbehebung erforderlichen Zeit aus.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Papier- bzw. Zellulose-Maschinenanlage, bei welcher zumindest die Trockenpartie der Maschine in einem gegen das Klima der Arbeitshalle abgeschlossenen Raum untergebracht ist, der durch entlang der Stoffbahn angeordnete Tore, insbesondere Hubtore, zugänglich ist, und bei welcher die Stoffbahn kontrollierende, bei einer Unterbrechung derselben ansprechende, insbesondere vonLichtquellen und durch die Stoffbahn von diesen getrennten Photozellen gebildete, Steuer- einrielitungen, vorgesehen sind.
Bei einer derartigen Maschinenanlage zielt die Erfindung darauf ab, die genannten Nachteile zu beseitigen und besteht im wesentlichen darin, dass die Steuereinrichtungen im Bereich der fertigen Stoffbahn angeordnet und unmittelbar mit dem Öffnungsmechanismus der Tore verbunden sind, wobei gegebenenfalls von den Steuereinrichtungen betätigte, das Öffnen der Tore anzeigende, an sich bekannte akustische oder optische Signaleinrichtungen vorgesehen sind. Auf diese Weise
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ist nun die Anordnung einer Papier- bzw.
Zellulose-Maschine in einem gegen das Klima der Arbeitshalle vollständig abgeschlossenenRaum und die Ausnutzung der Vorteile einer solchen Anlage ermöglicht. ohne dass die Nachteile einer solchenAnordnung in Kauf genommen werden müssen, da in dem Augenblick, in welchem eine Störung auftritt, durch die Automatik der Öffnung der Tore, die geschlossene Bauweise der Anlage sofort in eine offene Bauweise der Anlage verwandelt wird. Es ist nun gleichgültig, wo sich die Arbeiter im Augenblick der auftretenden Störung befinden und die Arbeiter können von allen Seiten zu der Störungsstelle eilen, ohne dass irgendeine Steuereinrichtung für die Öffnung der Tore bedient werden muss.
Gemäss der Erfindung ist jedem Tor eine im Bereich desselben angeordnete Steuereinrichtung zugeordnet, so dass die Erfindung überdies noch den Vorteil aufweist, dass durch das Öffnen des betreffenden Tores sofort die Störungsstelle augenfällig angezeigt wird. Überdies können aber noch gleichzeitig mit dem Öffnungsantrieb der Tore, optische oder akustische Signale von den Steuereinrichtungen betätigt werden. Zweckmässig ist die Anordnung hiebei so getroffen, dass jede Steuereinrichtung auf den Öffnungantrieb des in ihrem Bereich angeordneten Tores einwirkt und dass durch die unterbrochene Stoffbahn in der Folge alle übrigen in der Laufrichtung der nachfolgenden Toröffnungsantriebe betätigt werden.
Es werden auf diese Weise die Störungsstelle und die hinter dieser Störungsstelle gelegenen Teile der Anlage zugänglich gemacht, während der vor der Störungsstelle gelegene Bereich der Maschine, welcher für die Behebung der Störung nicht zugänglich sein muss, abgeschlossen bleibt, so dass sein Klima zumindest teilweise erhalten bleibt. Gegebenenfalls kann aber auch jede Steuereinrichtung zusätzlich auf den Öffnungs antrieb aller in der Laufrichtung der Stoffbahn nachfolgenden Tore einwirken.
In der Zeichnung ist die Erfindung anHand eines Ausführungsbeispieles schematisch veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der verschalten und durch Hubtore zugänglichen Trockenpartie einer Maschinenanlage, wobei der Lauf der Papierbahn strichliert angedeutet ist. Fig. 2 ze, gteinenSchnittnach Linie II - II durch die die Hubtore aufweisende Schalungswand. Fig. 3 zeigt schematisch eine schaubildliche Darstellung der Steuereinrichtung samt Schaltschema.
In einem vom Klima der Arbeitshalle durch eine Verschalung 1 abgetrennten Raum, ist die Trockenpartie einer Papiermachine untergebracht, wobei 2 den Lauf der Papierbahn und 3 und 4 die lrockenzy- linder darstellen. Mit 5 sind die Filztrockenzylinder der oberen Filzbahnen bezeichnet.
In der vorderen Wand der Verschalung 1 sind nun unmittelbar aneinander anschliessende Hubtore 6 vorgesehen, welche lediglich durch schmale Pfeiler 7 in Eisenkonstruktion getrennt sind, so dass beim Öffnen dieser Hubtore 6 die Trockenpartie der Papiermaschine praktisch zur Gänze freigegeben wird. Die Hubmotore der Hubtore 6 sind mit 8 bezeichnet.
Die Papierbahn 2 ist nun durch Steuereinrichtungen kontrolliert, welche von Lichtquellen 9 und lichtempfindlichen Photozellen mit Empfangsgerät 10 gebildet sind. Jedem der Hubtore 6 ist eine solche Steuereinrichtung 9,10 zugeordnet, welche im Bereich dieses Hubtores angeordnet ist und eine im Bereich dieses Hubtores auftretende Störung anzeigt. 11 stellt schematisch die Verbindungsleitung von diesen Steuereinrichtungen zu den zugehörigen Hubmotoren 8 der Hubtore 6 dar. Die Photozellen 10 sind von den Lichtquellen 9 durch die Papierbahn 2 getrennt.
Wenn nun die Papierbahn an einer Stelle reisst, so trifft der Lichtstrahl auf die Photozelle und erzeugt im Empfangsgerät 10 einen Dauerstrom, der über einen Verstärker 18 das Schaltstück 19 des Hubmotors 8 betätigt, diesen einschaltet und das Hubtor 6 hebt, wobei parallel dazu Blink- bzw. akustische Signale oder beide betXtijt werden, die so lange in Tätigkeit bleiben, bis sie willkürlich durch manuelle oder Zeitschalter DZW. automatisch durch die Schliessung des Tores abgeschaltet werden, wobei die Unterbrecherkontakte am oder im Tor selbst, beispielsweise in der Torunterkante, eingebaut sind. Sobald das abgerissen Ende der Papierbahn in den Bereich der nächsten Steuereinrichtung gelangt, so wird auch hier die Photozelle im Empfangsgerät 10 von der Lichtquelle 9 angeleuchtet und es öffnet auch das nächstfolgende Hubtor 6 usw.
Es kann nun die Schaltung auch so getroffen sein, dass durch jede Steuereinrichtung 9, 10, das zugehörige Hubtor und alle in Laufrichtung der Papierbahn 2 folgenden Hubtore geöffnet werden.
Um nun bei dieser automatischen Betätigung Unfälle zu vermeiden, ist in an sich bekannter Weise derfreieRaum unter den geöffneten Hubtoren durch Photozellen 13 abgesichert, welche von Lichtstrahlen aus Lichtquellen 14 getroffen werden, die die Räume unter den Hubtoren durchsetzen. Sobald ein Gegenstand oder eine Person in den Raum unter die Hubtore gelangt, so wird der Strahlengang unterbrochen und über schematisch dargestellte Leitungen 15 die Schliessbewegung des Hubmotors 8 abgebremst.
Fig, 3 zeigt nun die Ausbildung derSteuereinrichtung mit zwei Lichtquellen 9, 9' und z)' {ci mit diesen Lichtquellen zusammenwirkende Photozellen mit Empfangsgerät 10, 10'. Die Photozellen der Empfangs geräte 10, 10' sind von den zugehörigen Lichtquellen 9, 9' durch die Papierbahn 2 getrennt. Die Strah.
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lengänge der Lichtquellen 9, 9' verlaufen nun unter derart spitzen : Winkel schräg zur Oberfläche der Papierbahn, dass die von den Lichtquellen ausgeleuchteten Teile der Oberfläche der Stoffbahn, welche von Ellipsen 16 und 17 gebildet sind, in der Querrichtung der Stoffbahn aneinander'anschliessen bzw. sich in spitzem Winkel überschneiden.
Es ist somit der gesamte Querschnitt der Papierbahn 2 ausgeleuchtet und eine Durchbrechung der Papierbahn an einer einzigen Stelle genügt bereits, um die Photozellen im Empfangsgerät 10 oder 10'zum Ansprechen zu bringen. Es wird daher auf diese Weise bereits ein beginnender Einriss angezeigt. Beide Photozellen der Empfangsgeräte 10 und 10'sind gleichsinnig geschaltet und wirken über den Verstärker 18 auf das Schaltschütz 19, welches den Hubii. otor 8 des zugehörigen Hubtores 6 steuert und gleichzeitig Licht-bzw. akustische Signale oder beide betätigt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Papier- bzw. Zellulose-Maschinenanlage, bei welcher zumindest die Trockenpartie der Maschine in einem gegen das Klima der Arbeitshalle abgeschlossenen Raum untergebracht ist, der durch entlang der Stoffbahn angeordnete Tore, insbesondere Hubtore, zugänglich ist, und bei welcher die Stoffbahn kontrollierende, bei einer Unterbrechung derselben ansprechende, insbesondere von Lichtquellen und durch die Stoffbahn von diesen getrennten Photozellen gebildete, Steuereinrichtungen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtungen (9,10, 9'. 10') im.
Bereich der fertigen Stoffbahn (2) angeordnet und unmittelbar mit dem Öffnungsmechanismus (8, J. 9) der Tore (6) verbunden sind, wobei gegebenenfalls von den Steuereinrichtungen (9, 10, 9', 10') betätigte, das Öffnen der Tore (6) anzeigende, an sich bekannte akustische oder optische Signaleinrichtungen vorgesehen sind.