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Vorrichtung zum Anlegen von schlauchförmigen Verbänden Für das Verbinden von Wunden oder eines in anderer Weise verletzten Körperteiles werden neuerdings an Stelle der üblichen bandförmigen Bandagen gewirkte oder gestrickte schlauchförmige Bandagen benutzt, die infolge ihrer hohen Elastizität für den Patienten im Tragen angenehmer sind. Für das Anlegen von derartigen schlauchförmigen Bandagen sind auch schon Vorrichtungen bekannt geworden. doch haben diese den Nachteil, dass sie jeweils nur für eine einzelne Bandagengrösse benutzt werden können.
Die vorliegende Erfindung bezweckt daher, Vorrichtungen zum Auflegen derartiger schlauchförmiger Bandagen zu schaffen, die jeweils für mehrere Bandagengrössen benutzt werden können, wodurch das Anlegen der Verbände wesentlich vereinfacht wird und auch von Nichtfachleuten schnell und ohne Belästigung des Patienten durchgeführt werden kann. Dieses Ziel wird erfindungsgemäss durch Vorrichtungen erreicht, wie sie nachstehend näher beschrieben werden.
Die neuen Vorrichtungen sind im wesentlichen dadurch gekennzeichnet. dass die tiber den zu bandagierenden Körperteil zu schiebende Auflage der Bandage aus zwei. einen röhrenförmigen Körper bildenden, muldenförmig gebogenen Flächen oder aus mehreren, eine Art Käfig bildenden Drahtbügeln besteht, die zwecks Spreizung der Bandage gegeneinander verschwenkbar gelagert sind und in der gespreizten Stellung gehalten werden können.
Die neuen Vorrichtungen zum Auflegen der schlauchförmigen Bandagen, die je nach der Herstellung der in Frage kommenden Verbände verschiedene Ausführungsformen besitzen können, werden an Hand der Zeichnung näher beschrieben.
In Fig. 1 ist eine Vorrichtung veranschaulicht, die z. B. zum Bandagieren eines Fingers mit einer schlauchförmigen Bandage benutzt werden kann.
Diese Vorrichtung besteht aus den beiden, einen röhrenförmigen Körper bildenden, muldenförmig gebogenen Flächen 18 und 19, die etwa in der Mitte durch einander übergreifende Lappenpaare 20 und 21 bzw. 22 und 23 und Niete 24 verschwenkbar miteinander verbunden sind. Die Niete 24 sollen auf der Innenseite möglichst flach sein, damit der Körperteil, über welchen die Auflegevorrichtung geschoben wird, mit ihnen nicht in Kontakt kommt.
Die beschriebene Vorrichtung bildet somit eine rohrförmige Vorrichtung mit offenen Seiten, die leicht über den Körperteil, der bandagiert werden soll, geschoben werden kann. Vorzugsweise sind die Flächen 18 und 19 am vorderen Ende an den Seiten mit nach einwärts gerichteten Ausweitungen 25 und 26 bzw. 27 und 28 versehen, die sich jedoch nicht wie die Lappen 20 und 21 bzw. 22 und 23 übergreifen, sondern aufeinandertreffen, wenn das vordere Ende der Vorrichtung so weit geschlossen wird.
Die genannten Ausweitungen 25 und 26 bzw. 27 und 28 verhindern somit ein zu weites Schliessen der Vorrichtung, und sie ergeben auch eine grössere Auflagefläche für die aufgeschobene Bandage, so dass beim Spreizen der muldenförmig gebogenen Flächen 18 und 19 die Bandage am vorderen Ende der Vorrichtung nicht übermässig verzerrt wird, sondern im Schnitt ihre etwa kreisförmige Gestalt behält.
Wird auf das hintere Ende der zweckmässig federbelasteten, muldenförmig gebogenen Flächen 18, 19 der Vorrichtung ein Druck ausgeübt, so werden die genannten Flächen am vorderen Ende der Vorrichtung auseinandergespreizt, und diese schliessen sich wieder in dem beschriebenen Ausmass, wenn der genannte Druck aufgehoben wird.
Die Anwendung dieser Vorrichtung zur'Herstellung eines Verbandes geht aus Fig. 2 hervor, in der
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mit 29 die schlauchförmige Bandage und mit 30 der zu bandagierende Finger bezeichnet sind. Das Herstellen des Verbandes ist an sich bekannt, so dass nähere Ausführungen hiezu nicht erforderlich sind.
In Fig. 3 ist eine etwas andere Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 1 und 2 veranschaulicht, bei der der Abstand zwischen den beiden muldenförmig gebogenen Flächen 18 und 19 in einem gewissen Ausmasse einreguliert und den verschiedenen Grössen des jeweils zu bandagierenden Körperteiles und den verschiedenen Grössen der Schlauchbinden angepasst werden kann.
Zu diesem Zwecke ist die eine Fläche, beispielsweise die Fläche 18. in den Lappen 20 und 21 mit je einer Öffnung 31 etwa in Form der Zahl 8 versehen. durch die der Schaft 32 je eines Nietes 33 hindurchgeht. Der genannte Schaft ist nicht völlig rund, sondern an den gegenüberliegenden Seiten abgeflacht, so dass er in bestimmter Stellung durch die Verengung der 8-förmigen Öffnung 31 hindurchgeht und somit jeder kreisförmige Teil dieser Öffnung auf den Niet aufgesetzt werden kann, wobei dann der eine abgerundete Teil der Öffnung eine grössere Spreizung zwischen den Flächen 18 und 19 bewirkt als der andere.
Die in Fig. 1 - 3 dargestellte Vorrichtung zum Anlegen von Verbänden lässt sich sehr leicht anwenden, da das vordere Ende zunächst für das Aufschieben der Bandage verengt und dann für das Anlegen der aufgeschobenen Bandage auf den Finger od. dgl. gespreizt werden kann.
In den Fig. 4 - 10 sind in Ansicht und Schnitt zwei weitere Ausführungsformen von Vorrichtungen zum Anlegen von schlauchförmigen Bandagen veranschaulicht, die es ebenfalls ermöglichen, dass mit der gleichen Vorrichtung gleichartige Verbände der verschiedensten Grösse hergestellt werden können. Auch bei diesen Vorrichtungen werden die Schenkel der Vorrichtung, durch die die Schlauchbinde auf den zu bandagierenden Körperteil aufgeschoben und von denen die Binde abgezogen wird, gegeneinander verspreizbar angeordnet, derart, dass die Stellung dieser Schenkel und damit einhergehend auch die Dehnung der Schlauchbinde der Grösse des jeweils zu bandagierenden Körperteiles genau angepasst werden kann. Dabei ermöglicht die neue Vorrichtung gemäss Fig. 7 und 8 auch noch ein etwas geändertes Verfahren der Anlegung der Verbände.
Während nämlich bei den zuerst beschriebenen Vorrichtungen die zu verarbeitende Schlauchbinde gewöhnlich in der Länge des jeweils herzustellenden Verbandes auf die Anlegevorrichtung selbst aufgeschoben wird. kann die neue Vorrichtung in Kombination mit einer Hülse, beispielsweise aus Pappe od. dgl., benutzt werden, auf welche die Schlauchbinde in beliebiger Länge aufgeschoben und von der sie dann auf die Anlegevorrichtung aufgezogen wird.
In den Fig. 4 - 6, die im Längsschnitt geschlossen und geöffnet und im Querschnitt nach 111-111 der Fig. 4 die eine Ausführungsform veranschaulichen, ist mit 34 eine einseitig offene und als Handgriff dienende Hülse, beispielsweise aus Metall, bezeichnet, an deren Boden eine Nut 35 vorgesehen ist. In diese Nut greift ein in sich geschlossener, hochelastischer Metalldraht, der hintereinander zu vier haarnadelförmig gestalteten Schlaufen 36 gebogen ist, die an ihren sich in die Hülse 34 erstreckenden Enden nach aussen abgekröpft sind und mit diesen Abkröpfungen 37 in die genannte Nut 3 ; : ; eingreifen.
Zweckmässig werden die Drahtschlaufen oder Drahtbügel 36 auch bei 38 etwas nach aussen gebogen. derart, dass sie in der geschlossenen Stellung der Vorrichtung (Fig. 4) parallel zueinander verlaufen und ihre hinteren Enden innerhalb der Hülse 34 eine Art sich nach vorn verjüngenden Käfig bilden.
Die genannten Drahtbügel werden ferner von einem Gummiring 39 gehalten, der am vorderen Ende der Hülse 34 angeordnet ist und dessen Durchtrittsöffnung für die Drahtschlaufen 36 so gross bemessen ist, dass letztere normalerweise in der in Fig. 4 veranschaulichten geschlossenen Stellung gehalten werden.
Durch dieBodenfläche der Hülse 34 ist ferner eine mit einem Griff 40 versehene Schraubenspindel 41 geführt, auf deren vorderem Ende auf einem Zapfen 42 drehbar ein Konus 43 befestigt ist.
Wird daher der Konus 43 mittels der Schraubenspindel 40, 41 nach vorn bewegt, so trifft er auf die hinteren Enden der Drahtschlaufen 36 und drückt diese Drahtschlaufen gegen den Druck des Gummiringes 39 auseinander, so dass sie gespreizt werden, wie es in Fig. 5 angegeben ist.
Wird der Konus wieder zurückgeschraubt, so schliessen sich die Drahtbügel 36 wieder unter dem Druck des Gummiringes 39 entsprechend der Stellung des Konus.
Zur Verwendung der beschriebenen Vorrichtung wird die Schlauchbinde auf die Drahtbügel 36 in der gewünschten Länge aufgeschoben, worauf die genannten Drahtbügel entsprechend der Dicke des zu bandagierenden Körperteiles gespreizt werden. Darauf wird die Vorrichtung über den zu bandagierenden Körperteil geschoben und die Bandage in an sich bekannter Weise angelegt.
In den Fig. 7-10. die eine etwas andere Ausführungsform der vorstehend beschriebenen Vorrichtung veranschaulichen, ist mit 44 eine oben offene und als Handgriff dienende Hulse aus Metall oder Kunststoff bezeichnet, deren Innenwandung mit einem Gewinde 45 versehen ist. Auf diesem Gewinde wird eine Platte 46 geführt, deren Mantelfläche zu diesem Zweck mit einem entsprechenden Gewinde versehen ist.
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Die genannte Platte ist an ihrem Umfange mit vier kleinen, kreuzweise zueinander angeordneten Ausschnitten 47 versehen, durch welche die Enden von vier haarnadelförmig gebogenen Drähten 48 hindurchgeführt sind. Die Enden 49 dieser Drahtbügel sind nach der Mitte der Hülse 44 derart abgebogen, dass von den Drahtenden und den Schenkeln der Drahtbügel ein Winkel a eingeschlossen wird (Fig. 7), der mehr als 900 beträgt. An der Unterseite der Platte 46 ist eine Gummiplatte 50 vorgesehen. die durch eine die Gummiplatte unten und seitlich umgreifende Scheibe 51 gehalten wird, die selbst durch die Schrauben 52 an der Unterseite der Platte 46 befestigt ist.
Durch das Anziehen der Schrauben 52 drückt somit die Gummiplatte 50 auf die gegen die Bodenfläche der Platte 46 abgewinkelten Drahtenden 49 mit der Wirkung, dass den aus einem hochelastischen Metall bestehenden Drahtbügeln eine Vorspannung erteilt wird. Wird daher die Hülse 44 bei Festhalten der Drahtbügel 48 in einer Richtung gedreht, in der sich die Platte 46 auf dem Gewinde der Hülse 44 nach auswärts bewegt, so wirkt sich die genannte Vorspannung in der Weise aus, dass sich entsprechend der Vorwärtsbewegung der Platte 46 die Drahtbügel 48 mit ihrem vorderen Ende immer mehr auseinanderspreizen, wie es in Fig. 8 angedeutet ist und wobei die Spreizung fortlaufend durch die Oberkante der Hülse 44 begrenzt wird.
Wird umgekehrt die Platte 46 durch Drehen der Hülse 44 nach einwärts gezogen, so werden die über den Durchmesser der Hülse 44 hinaus gespreizten Drahtbügel 48 durch das Entlanggleiten an der Oberkante der Hülse 44 gegen den Druck der Gummiplatte 50 wieder gegeneinander geführt.
Wird daher bei geschlossener Vorrichtung die zu verarbeitende Schlauchbinde auf die Drahtbügel 48 aufgeschoben, so können dann durch Drehen der Hülse 44 die Drahtbügel so weit gespreizt und die Schlauchbinde so stark gedehnt werden, wie es für die Grösse des jeweils zu bandagierenden Körperteiles erforderlich ist.
Um bei dem Drehen der Hülse 44 ein etwaiges Verdrehen der Drahtbügel 48 in ihren Ausschnitten 47 der Platte 46 zu verhindern, können auf deren Unterseite auch noch vier radial angeordnete Nuten 53 (Fig. 9) angeordnet werden, in die sich die Enden der Drahtbügel 48 einlegen.
Es ist offensichtlich, dass infolge der weiten Spreizbarkeit der Drahtbügel 36 bzw. 48 mit derselben Vorrichtung alle die Verbände durchgeführt werden können, die für eine bestimmte Grösse der Schlauchbinde möglich sind, und mit der infolge der grossen Spreizbarkeit der Bügel auch verschiedene Bandagengrössen verarbeitet werden können. Diese Tatsache bedeutet für Kliniken u. dgl. eine wesentliche Erleichterung, da nunmehr für die Herstellung der verschiedensten Verbände, wiv Finger-, Zehen-, Handund Kopfverbände, nur noch etwa drei Vorrichtungen verschiedener Grösse erforderlich sind, während bei Verwendung der bisher bekannten Vorrichtungen für den gleichen Zweck praktisch für jede Bandagengrö- sse eine entsprechende Vorrichtung benötigt wurde.
Anstatt wie bei den vorstehend beschriebenen Vorrichtungen die zu verarbeitende Schlauchbinde auf die Drahtbügel 48 aufzuschieben, kann die zuletzt beschriebene Vorrichtung auch mit einer Schlauchbindenhülse 54 benutzt werden, auf der die Schlauchbinde aufgeschoben ist. Eine derartige Hülse (Fig. 11) kann beispielsweise aus Pappe bestehen und am hinteren Ende mit einem Wulst 55 versehen sein, um ein Abrutschen der Binde zu verhindern. Eine derartige, mit Schlauchbinde beliebiger Länge bestückte Heil- se, deren Durchmesser etwas grösser ist als der Durchmesser der Hülse 44, wird mit dem vorderen Ende auf die Hülse 44 aufgeschoben, wie es in Fig. 8 angedeutet ist.
Von der Hülse 44 wird dann von der Schlauchbinde die erforderliche Länge auf die Anlegevorrichtung bis zu den vorderen Enden der Drahtbügel 48 abgezogen, worauf die so bestückte und im erforderlichen Ausmasse gespreizte Vorrichtung über den zu bandagierenden Finger, Zehe, Kopf, Arm- oder Beinstumpf geschoben und der Verband nach bekannten Verfahren hergestellt wird. Die vorstehend beschriebene Arbeitsweise hat den Vorteil. dass nicht erst für jeden herzustellenden Verband die erforderliche Länge der Schlauchbinde von einem Schlauchwickel auf die Anlegevorrichtung aufgeschoben werden muss. sondern diese nach der Verbindung mit der Hülse 44 sofort von dieser abgezogen werden kann.
Auch ermöglicht diese Arbeitsweise nach dem Anlegen des Verbandes ein bequemes Zerschneiden der auf den Drahtbügeln 48 liegenden Lage der Schlauchbinde zwischen diesen Drahtbügeln, falls aus dieser Lage Bänder zum Festbinden und zur Sicherung des Verbandes hergestellt werden sollen.
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