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Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus Kunststoff
Bei der Herstellung von Gegenständen aus Kunststoff ist man bestrebt, die Gegenstände aus thermoplastischem Stoff durch Pressen oder Giessen herzustellen, weil dieses Verfahren für die Serienherstellung ökonomisch vorteilhaft ist. Der schmelzheisse Kunststoff wird in eine Form gepresst, die rasch abgekühlt wird, wodurch eine Giessmaschine ein grosses Leistungsvermögen erhalten kann.
Werden die Gegenstände aus härtbarem Kunststoff hergestellt, dann muss man den in die Form eingeführten Stoff verhältnismässig lange härten lassen und die Erhärtungszeit beträgt auch bei Zusatz von Beschleunigungsmitteln mehrere Minuten. Mit Kunststoff werden hier auch solche Naturstoffe gleichgestellt, die entsprechende Eigenschaften aufweisen.
Wenn der Formkörper grosse Wandstärken aufweist oder gar massiv ist, sind die Vorteile beim Pressen von thermoplastischen Stoffen weniger hervorragend und solche Stoffe können in gewissen Fällen sogar unzweckmässig sein. Erstens nimmt nämlich die Abkühlung eine bedeutende Zeit in Anspruch und zweitens können unter gewissen Umständen unerwünschte Formveränderungen während des Abkühlens auftreten.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus Kunststoff, wobei aus einem thermoplastischen Stoff- z.
B. Polystyrol, eine Hülle gepresst oder gegossen wird, die wenigstens dem grössten Teil der Begrenzungsfläche des Formkörpers entspricht, wonach diese Hülle mit einer Füllmasse gefüllt wird, die einen härtbaren Stoff enthält, der in der als Form dienenden Hülle gehärtet wird, und besteht im Wesen darin, dass die Füllmasse aus Polyesterkunststoff oder Karbamidharz hergestellt wird.
Es ist bereits bekannt, Gegenstände aus einer aus Polystyrol ausgeführten Hülle herzustellen, die mit einer Füllmasse gefüllt ist, welche Phenolharz enthält.
Bei der Herstellung eines Formkörpers aus Kunststoff durch Giessen einer Hülle aus thermoplastischem Kunststoff und Füllen die- ser Hülle mit einem härtbaren Kunststoff ist es wichtig, dass man einen härtbaren Kunststoff wählt, der bei Zimmertemperatur oder mässig erhöhter Temperatur gehärtet wird, weil sonst die thermoplastische Hülle weich werden oder sogar schmelzen kann. Phenolharze müssen unter Druck bei hoher Temperatur gehärtet werden, weshalb es nicht zweckmässig ist, Phenolharze als Füllmaterial anzuwenden. Polyesterkunststoff und Karbamidkunststoff können bei niedrigen Temperaturen und ohne Pressen gehärtet werden, weshalb sie einen offenbaren Vorteil gegen- über Phenolharzen bieten.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann vorteilhaft bei der Herstellung z. B. von Absätzen, insbesondere für Damenschuhe, benutzt werden. Bisher sind solche Absätze aus Holz durch umständliche Bearbeitung in verwickelten Maschinen hergestellt worden, wodurch ein der erwünschten Form des Absatzes entsprechendes Holzstück unregelmässiger Form erhalten wurde. Ein solcher Absatz muss so beschaffen sein, dass diesem ein Verschleissfleck aufgenagelt werden kann, und die Verbindung des Absatzes mit dem Schuh wird in der Regel ebenfalls durch Nageln hergestellt. übliche Kunststoffe sind so beschaffen, dass sie beim Einschlagen von Nägeln reissen oder überhaupt keinen festen Sitz für den Nagel bilden. Auch abgesehen davon, enthält ein Absatz eine so grosse Stoffmenge, dass die Abkühlung beim Warmpressen zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde.
Wenn man den Absatz aus härtendem Stoff herstellen wollte, müsste man zur Erzielung des erwünschten Leistungsvermögens über eine so grosse Anzahl Formen verfügen, dass sich das Verfahren als unökonomisch herausstellen würde.
Zur Herstellung eines Absatzes wird z. B. aus thermoplastischem Stoff, beispielsweise Polystyrol, eine verhältnismässig dünnwandige Hülle gegossen oder gepresst, die eine dem erwünschten Absatz entsprechende Gestalt aufweist. Solche Hüllen können rasch und zu geringen Kosten hergestellt werden. Die Hülle
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wird gewöhnlich so ausgeführt, dass sie eine becherähnliche Gestalt mit dem Becherboden beim schmäleren Absatzende erhält. In diese becherähnlichen Hüllen wird danach ein Stoff eingefüllt, der aus Teilchen, Körnern, Spänen od. dgl. aus Holz oder Holzstoff besteht, welcher mit einem härtbaren Kunststoff verrührt ist. Die Becher können danach für die zum Härten des härtbaren Stoffes notwendige Zeitspanne aufgestellt werden. Nach Erhärtung des Stoffgemisches ist der Absatz fertig.
Auf der Zeichnung ist ein Schnitt durch einen erfindungsgemäss hergestellten Absatz dargestellt. Es bezeichnet 1 die dünnwandige Hülle, die aus thermoplastischem Stoff hergestellt sein kann. Wie ersichtlich, bildet die Hülle 1 einen Becher, in den eine Kernmasse 2 eingefüllt ist, die aus Holzspänen oder aus klotz- oder kornförmigen Holzteilchen, mit einem härtbaren Stoff vermischt, besteht. Im Zusammenhang mit dem Einfüllen der Masse in die becherförmige Hülle 1 ist in diese ein als Verstärkung dienender Stab 3, z. B. aus Stahl, eingeführt worden.
Durch zweckmässige Zusammensetzung der Füllmasse können dem Absatz im wesentlichen die gleichen Eigenschaften beigebracht werden wie einem Holzabsatz und die Herstellungskosten können niedriger sein als für einen Holzabsatz. Dazu kommt, dass der Absatz eine sehr glatte Oberfläche erhält und dass die Hülle aus thermoplastischem Stoff gegebenenfalls gefärbt werden kann, weshalb der Absatz in vielen Fällen ohne Lederüberzug verwendet werden kann.
Je nach der Form des Absatzes kann es sich manchmal lohnen, in die becherförmige Hülle ein festes Holzstück einzuführen, dessen Grösse und Gestalt der Gestalt des Absatzes entsprechen. Selbstverständlich kommen in diesem Zusammenhange nur solche Holzstücke in Frage, die von gewöhnlichen standardisierten Stäben, z. B. mit rundem, quadratischem oder rechteckigem Querschnitt, abgeschnitten sind. Die Zwischenräume zwischen diesem Holzstück und der Hülle werden nachträglich mit einem härtbaren Stoff mit geeigneter Füllmasse ausgefüllt.
Als härtbare Kunststoffe werden Polyesterkunststoff oder Karbamidharz verwendet. Beim Einfüllen des die Füllmasse enthaltenden härtbaren Stoffes kann es vorkommen, dass die Innenseite der Hülle etwas aufgelöst wird, wodurch eine wirksame Verbindung erhalten wird. Wenn erwünscht, kann man aber auch auf der Innenseite der Hülle Vorsprünge, Leisten od. dgl. ausbilden, um die Verbindung zwischen den beiden Stoffen zu verstärken. Übrigens braucht die Hülle nicht unbedingt mit einem Boden versehen zu sein und beim beschriebenen Verfahren ist ein solcher Boden streng genommen mit Rücksicht auf das nachfolgende Aufnageln des Flecks nicht einmal erwünscht. Wird jedoch der Boden dünn ausgebildet, so wird er durch die Einwirkung des härtbaren Kunststoffes weich und bildet dann keinen Nachteil.
Das Verfahren gemäss der Erfindung er- öffnet weitgehende Möglichkeiten, zu geringen Kosten unter Ausnutzung des grossen Leistungsvermögens der Warmpressmaschinen irgendwelche beliebige starkwandige oder massive Kunststoffkörper herzustellen, weshalb die Erfindung nicht auf die oben beschriebene Ausführungsform begrenzt ist.