AT203716B - Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen - Google Patents

Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen

Info

Publication number
AT203716B
AT203716B AT19858A AT19858A AT203716B AT 203716 B AT203716 B AT 203716B AT 19858 A AT19858 A AT 19858A AT 19858 A AT19858 A AT 19858A AT 203716 B AT203716 B AT 203716B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
polyethylene
polymerization
titanium tetrachloride
catalysts
monochloride
Prior art date
Application number
AT19858A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Ruhrchemie Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ruhrchemie Ag filed Critical Ruhrchemie Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT203716B publication Critical patent/AT203716B/de

Links

Landscapes

  • Transition And Organic Metals Composition Catalysts For Addition Polymerization (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen 
Es ist bekannt, Äthylen bei Drucken unterhalb von etwa 100 atü und bei Temperaturen bis etwa   1000   zu polymerisieren. Bei diesem Verfahren arbeitet man mit Katalysatoren, die aus Gemischen von metall- organischen Verbindungen, insbesondere Aluminiumalkylverbindungen, mit Verbindungen der Metalle der   4. - 6.   Nebengruppe des periodischen Systems, insbesondere mit Titanverbindungen, beispielsweise mit i Titantetrachlorid, bestehen (vgl. Angew. Chem. 67,1955, 541-547). Bei dieser Synthese wird im allge- meinen in Gegenwart einer Hilfsflüssigkeit polymerisiert. Als Hilfsflüssigkeit verwendet man meist Koh- lenwasserstoff-Fraktionen   imBenzin-oderDieselöl-Siedebereich, in   denen das gebildete Polyäthylen auf- geschlämmt ist. 



   Von Bedeutung für die Art des entstehenden Endproduktes bei der Reaktion ist die Höhe des Mole- kulargewichtes. Diese lässt sich dadurch variieren, dass man das Molverhältnis von Aluminiumalkylver- bindung zu Titantetrachlorid verändert. Niedrigmolekulare Polyäthylen entstehen, wenn man das Ver- hältnis der beidenKatalysatorkomponenten zur Seite des   Titantetrachlorids   verschiebt. Derartige Kata- lysatoren, die bei der Polymerisation von Äthylen Polymerisate mit viskosimetrisch bestimmten Mole- kulargewichten von unter etwa 500000 ergeben, enthalten meist bei ihrem Einsatz in denPolymerisations- reaktor noch freies Titantetrachlorid.

   Im Gegensatz zu Katalysatoren, die vor dem Einsatz in dem Poly- merisationsreaktor praktisch titantetrachloridfrei sind, wie sie zur Herstellung höhermolekularer Poly- äthylene angewendet werden, haben sie den Nachteil, dass sie Anlass zur Ausbildung von Folien im Poly- merisationsreaktor geben. 



   Diese Folienbildung an der Wand aes Polymerisationsreaktors kann zu erheblichen technischen Stö- rungen des Polymerisationsverlaufes führen. Die Folien lösen sich zum Teil ab, verstopfen   z. B.   die
Austrittsleitungen oder wickeln sich an dem Rührer des Reaktionsgefässes auf, wobei sie pulverförmiges
Polyäthylen einschliessen und versintern lassen. 



   Man kann niedrigmolekulare Polyäthylene auch ohne Folienbildung herstellen, wenn man Kata- lysatoren verwendet,   die aus Titantrichlorid und kleinen Anteilen Dialkylalum iniummonochlorid bestehen,   vorzugsweise aus 1 Mol Titantrichlorid und weniger als 0, 3 Molen Dialkylaluminiummonochlorid. Das   Titantrichlorid kann durchReduktion   von Titantetrachlorid mit überschüssiger Aluminiumalkylverbindung,
Abtrennen und Auswaschen des dabei entstehenden Niederschlages hergestellt werden. Man erhält mit derartigenKatalysatoren niedrigmolekulare Polyäthylenebis herunter zu Molekulargewichten von etwa
50000 mit guter Ausbeute allerdings nur dann, wenn man zur Polymerisation höchstgereinigte Hilfsflüs- sigkeiten verwendet, die praktisch frei von Feuchtigkeit und andern störenden Bestandteilen sind. 



   Es wurde gefunden, dass man niedrigmolekulare Polyäthylen ohne Folienbildung mit der gleichen
Ausbeute und Qualität auch dann herstellen kann, wenn man Katalysatoren verwendet, die hergestellt wurden aus 1 Mol Titantetrachlorid und mehr als 1, 0 jedoch weniger als 1, 5 Molen Dialkylaluminium- monochlorid, und die vor ihrem Einsatz in das   Polymerisationsgefäss   bei Temperaturen zwischen etwa 20 und   800   solange miteinander durchgemischt wurden, dass sie bei ihrer Verwendung praktisch kein Titan- tetrachlorid mehr enthielten, wobei diese Mischungszeiten mindestens 2 Stunden, vorzugsweise mehr als
24 Stunden betragen. Die Mischungszeiten können dabei umsomehr verkürzt werden, jehöher dieTempera- 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 tur bei der Mischung und je grösser der Anteil an Dialkylaluminiummonochlorid im verwendeten Katalysator ist.

   Wie bei den oben erwähnten Katalysatoren aus Titantrichlorid und Dialkylaluminiummonochlorid erhält man auch bei Verwendung der   erfindungsgemäss   hergestellten Katalysatoren nur dann gute Ausbeuten an niedrigmolekularem Polyäthylen, wenn man zur Polymerisation höchstgereinigte Hilfsflüssigkeiten verwendet. Der Vorteil der erfindungsgemäss hergestellten Katalysatoren im Vergleich zu den Katalysatoren aus Titantrichlorid und Dialkylaluminiummonochlorid besteht darin, dass eine Abtrennung der bei der Reaktion von Titantetrachlorid mit Dialkylaluminiummonochlorid entstehenden Aluminiumverbindungen nicht erforderlich ist. Dies bedeutet eine wesentliche Vereinfachung des Verfahrens. 



  Es   genügt,   wenn man das Titantetrachlorid Utd die je nach dem gewünschten Molekulargewicht erforder- 
 EMI2.1 
 Man kann derartig hergestellte Katalysatoren bei genügend gutem Schutz vor Feuchtigkeit und andern störenden Stoffen beliebig lange aufheben und verwenden. Eine Abtrennung oder gar Auswaschung der Aluminiumverbindungen aus dem gebildeten Titantrichloridniederschlag kann auf jeden Fall eingespart werden. 



   Bei Katalysatoren zu deren Herstellung auf 1 Mol Titantetrachlorid 1, 1 oder nur wenig mehr Mole Dialkylaluminiummonochlorid verwendet wurden, kann es gegebenenfalls zweckmässig sein, während der Polymerisation noch zusätzlich kleine Anteile an Dialkylaluminiummonochlorid zuzusetzen. Die Menge an Dialkylaluminiummonochlorid sollte geringer als etwa 0, 2 Mole, bezogen auf das zur Herstellung des Katalysators eingesetzte Titantetrachlorid, sein. Es ist dabei besonders vorteilhaft, das Dialkylaluminiummonochlorid in sehr kleinen Portionen, vorzugsweise kontinuierlich, zuzusetzen, während man den gealterten Katalysator in gewissen   Zeitabständen, beispielsweise   in Abständen von einer Stunde, zugibt.

   Zur exakteren Dosierung wird man das Dialkylaluminiummonochlorid in   verhältnismässig   grosser Verdünnung mit der Hilfsflüssigkeit verwenden. 



   Die Polymerisation des Äthylens mit den erfindungsgemäss hergestellten Katalysatoren kann selbstverständlich in Gegenwart optimaler Mengen Sauerstoff und/oder   optimalel   Mengen Alkohol, wie es in früheren Vorschlägen beschrieben wurde, durchgeführt werden. Mit Hilfe dieser Massnahmen und der Möglichkeit, das Verhältnis von Titantetrachlorid und Dialkylaluminiummonochlorid erfindungsgemäss von   l : l, l   bis 1 : 1, 5 zu variieren, ist es leicht möglich, das viskosimetrisch bestimmte Molekularewicht des Polyäthylens von etwa 750000 bis herunter zu etwa 50000 einzustellen, wobei man dann bei kontinuierlich durchgeführten Polymerisationen das einmal eingestellte Molekulargewicht sehr gut konstant Halten kann.

   Bei Verwendung der erfindungsgemäss hergestellten Katalysatoren treten keinerlei technische Störungen durch Folienbildung im Reaktor und die damit zusammenhängenden Erscheinungen auf. 



  Es ist daher möglich, kontinuierliche Polymerisationen über sehr lange Zeiträume, beispielsweise einige Monate lang, ohne jede Störung durchzuführen. 



   Beispiel : Zur kontinuierlichen Äthylenpolymerisation dient ein emailliertes und durch Wasser-   mant ? !   temperiertes Rührgefäss von etwa 1 m3 Inhalt, das Rührer, Gasen- un Austrittsleitung, Thermometerstutzen, Kontakteinleitungsstutzen und eine Austrittsleitung besitzt, durch die ein Teil der Re- 
 EMI2.2 
   bestehend aus C-C-Fraktion aus der Kohlenoxydhydrierung gefüllt, die durch eine Hydrierung über Nickelkontakt bei 2500, eine anschliessende intensive Trocknung und eine Nachbehandlung mit festem   Titantrichlorid gereinigt worden war. Die Hilfsflüssigkeit hatte einen Wassergehalt von 1 ppm. 



   Das für die Polymerisation verwendete hochgereinigte Gas hatte einen Äthylengehalt von 97 % und Verunreinigungen, wie Acetylen, Kohlenoxyd, Kohlendioxyd, Schwefelverbindungen und Wasser von zusammen   6 - 8   ppm. Durch Zumischung trockener und von andern störenden Bestandteilen freier Luft wur- 
 EMI2.3 
 
1 MolDiäthylalu-miniummonochlorid, wobei diese Komponenten in einem Rührgefäss unter sorgfältigem Ausschluss von Luft und Feuchtigkeit bei   50 - 6 ? 0   2 Tage lang durchgemischt wurden. Die Zugabe des so hergestellten Kata-   lysators in das Polymerisationsgefäss erfolgte in Abständen von 2 Stunden in Portionen von je 50 g. 



  Die Polymerisation wurde bei einer Temperatur von 70 bis 75 durchgeführt. Die aufgenommene   Äthylenmenge betrug im Mittel über die gesamte Reaktionszeit etwa 10   m3/h.   Laufend wurde aus dem Reaktor Reaktionsprodukt abgezogen und in einer Siebschleuder in Polyäthylen einerseits und Hilfsflüssigkeit anderseits zerlegt. Die Hilfsflüssigkeit wurde in den Polymerisationsreaktor zurückgeführt. Das Poly- äthylen wurde durch Behandlung mit Wasserdampf, verdünnter Natronlauge und anschliessende Neutralwaschung von   Lösungsmittel- und   Katalysatorresten befreit. Nach dem Trocknen erhält man ein weisses 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 Pulver in einer Ausbeute von etwa 450 g/g Katalysator, wenn man über den gesamten Versuchsverlauf mittelt. Das Molekulargewicht des Polyäthylens betrug zirka 80000, der Schmelzpunkt zirka 1300. 



   Der Syntheseversuch konnte einige Monat lang durchgeführt werden, wobei keine Schwierigkeiten durch Folienbildung im Reaktor beobachtet wurden. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen mit viskosimetrisch bestimmten Molekulargewichten zwischen etwa 50000 und 750000 bei Drucken unterhalb 100 atü und Temperaturen bis etwa   1000   mit Katalysatoren, die aus Gemischen von Aluminiumalkylverbindungen und Titanverbindungen bestehen und bei ihrem Einsatz in den Polymerisationsreaktor praktisch frei von Titantetrachlorid sind, dadurch gekennzeichnet, dass Katalysatoren verwendet werden, die aus 1 Mol Titantetrachlorid und mehr als 1, 0, jedoch weniger als 1, 5MolDialkylaluminiummonochlorid hergestellt wurden, indem die beidenKatalysatorkomponenten vor ihrem Einsatz in das   Polymerisationsgefäss   bei Temperaturen zwischen etwa 20 und 800 mindestens 2 Stunden, vorzugsweise länger als 24 Stunden.

   miteinander derart durchgemischt wurden, dass sie bei ihrer Verwendung kein Titantetrachlorid mehr enthalten.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Polymerisation der Mischung weniger als 0, 2 Mole Dialkylaluminiummonochlorid, bezogen auf das zur Katalysatorherstellung verwendete Titantetrachlorid, in kleinen Portionen, vorzugsweise kontinuierlich, zugesetzt wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man der Reaktionsmischung oder dem Katalysator vor seinem Einsatz kleine Mengen sauerstoffhaltiger Gase und/oder kleine Mengen Alkohol zusetzt.
AT19858A 1957-02-15 1958-01-10 Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen AT203716B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE203716X 1957-02-15

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT203716B true AT203716B (de) 1959-06-10

Family

ID=5777998

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT19858A AT203716B (de) 1957-02-15 1958-01-10 Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT203716B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2048861C3 (de)
DE2518530A1 (de) Katalysatorkomponente
DE1793328A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Isobutylen
AT203716B (de) Verfahren zur vorzugsweise kontinuierlichen Herstellung von Polyäthylen
DE1099172B (de) Verfahren zur Herstellung trocknender polymerer Kohlenwasserstoffoele
DE2350795C2 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Polymerisation und Copolymerisation von Äthylen
DE1210987B (de) Verfahren zur Polymerisation von AEthylen
DE2361508B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyäthylen mit einem Molekulargewicht über 500 000
DE3102716A1 (de) Verfahren zum auftrennen von calciumchlorid-alkanol-komplexen sowie verfahren zum herstellen eines ethers
DE1520113B2 (de) Verfahren zur polymerisation von aethylen
DE2909706C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Epoxydharz
DE2142356B2 (de) Verfahren zur Oligomerisation von äthanhaltigem Äthylen
DE1204826B (de) Verfahren zur Herstellung von Polyaethylen oder Polypropylen
EP0140131A2 (de) Verfahren zur Polymerisation und Copolymerisation von Ethylen
AT213391B (de) Verfahren zur Herstellung von Carbonsäuren
AT232722B (de) Verfahren zur Reinigung von Polymeren
AT203708B (de) Verfahren zur Polymerisation von Äthylen
DE1195496B (de) Verfahren zur Polymerisation von AEthylen
AT230086B (de) Verfahren zur Reinigung von Olefin-Polymeren
DE1146255B (de) Verfahren zur Polymerisation von AEthylen
DE2337158C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Alkancarbonsäuren
AT227933B (de) Verfahren zum Reinigen von Polymeren
AT229019B (de) Verfahren zur Polymerisation von Äthylen
DE1170641B (de) Verfahren zur Polymerisation von olefinisch ungesaettigten Verbindungen
DE1520113C (de) Verfahren zur Polymerisation von Athylen