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Fieberthermometer
Die Erfindung bezieht sich auf ein Fieberthermometer, bei dem die Maximaleinrichtung verbessert ist. Bei den bekannten Fieberthermometern ist der Querschnitt der Ansatzkapillare oval ausgebildet, so dass nach dem Einsetzen des runden Maximalstiftes zwei gleichweite Kanäle gebildet werden sollen, die so eng sind, dass ein Durchtritt des Quecksilbers nur mit Druck möglich ist. Dieser Druck wird beim Ansteigen durch die Ausdehnung des Quecksilbers und beim Zurückbringen desselben in das Gefäss durch Schleuderbewegung erzeugt.
Der keilförmig ausgebildete Maximalstift hat in dem Oval eine sehr schlechte Führung und steckt nach dem Einschmelzen in den meisten Fällen schief in der Ansatzkapillare.
Eine ganz leichte Schief- oder Querstellung des Stiftes genügt, um einen Kanal durch die Spitze des Stiftes zu verlegen, während der andere durch mikroskopisch feine Glassplitter, die nach der allgemein üblichen Füllmethode in die Thermometer gelangen, verlegt werden kann. Solche Thermometer sind nur noch sehr schwer schleuderbar und können ausserdem eine Fehlanzeige bis zu drei Zehntel Grad aufweisen.
Der Zweck des neuen erfindungsgemässen Fieberthermometers, das durch die drei-, vieroder mehrkantige Form des Querschnittes der Ansatzkapillare gekennzeichnet ist, besteht darin, dass eine bessere Führung des Maximalstiftes erzielt wird und mehrere Kanäle für den Durchtritt des Quecksilbers frei bleiben.
Der einzelne Kanal wird dadurch wohl etwas enger als bei Ansatzkapillaren mit ovalem Querschnitt, sein Querschnitt hat aber zur Folge, dass ein selbständiges Zurückfliessen des Quecksilbers noch einwandfreier verhindert wird und trotzdem sämtliche Kanäle durch ihr Zusammenwirken ein leichteres Schleudern der Thermometer ermöglichen. Selbstverständlich wird auch ein leichteres Ansteigen des Quecksilbers erreicht, die Elastizität der Wand des Quecksilbergefässes, die an dem ruckweisen Ansteigen des Quecksilbers zu erkennen ist, tritt weit geringer in Erscheinung, und es wird daher eine grössere Genauigkeit erzielt.
In der Zeichnung ist mit Fig. 1. ein-zur Füllung vorbereitetes Fieberthermometer in Ansicht dargestellt. Fig. 2 zeigt stark vergrössert die bekannte Form des Querschnittes der Ansatzkapillare mit Stift im Schnitt und Fig. 3 zeigt dasselbe mit seitlich verschobenem Stift. Die Fig. 4,5 und 6 zeigen verschiedene Möglichkeiten der erfindungsgemässen Ausbildung des Querschnittes von Ansatzkapillaren mit Stift im vergrösserten Schnitt. Die Fig. 7 zeigt noch eine Möglichkeit der Ausbildung, bei der die einzelnen Flächen der mehrkantigen Querschnittsform nach aussen gewölbt sind (Rosettenform).
Im Quecksilbergefäss 1 des Thermometers befindet sich der Maximalstift 2, der zirka 1, 5 nun in die Ansatzkapillare 3 eingesetzt ist, wodurch der Grossteil der lichten Weite durch den Stift 2, der im Querschnitt rund ist, ausgefüllt wird. Es wird also die Ansatzkapillare 3 durch Einsetzen des Stiftes 2 in mikroskopisch feine Kapillare unterteilt, welche die Bezeichnung "Kanäle" 9 erhalten haben. Bei ovaler Querschnittsform der Ansatzkapillare 3 hat der keilförmig ausgebildete Stift 2 eine sehr schlechte Führung, kann dadurch leicht einen schiefen Sitz erhalten, so dass die angeführten Mängel auftreten.
Es ist jedoch möglich, die Thermometer ohne Aufschmelzen eines Reservoirs 7 auf das obere Ende 6 des prismatischen Kapillarrohres 4, wel- ches zirka zwei bis drei Zentimeter aus dem ovalen Zylinder 5 herausragt, zu füllen, wobei eine Splitterbildung verhindert wird. Die Thermometer werden zur Füllung nicht wie bisher auf die scharfkantige Spitze 8 des Reservoirs 7, sondern auf das am oberen Ende 6 ge- öffnete prismatische Kapillarrohr 4 gestellt.
Das Offnen des prismatischen Kapillarrohres 4 am oberen Ende 6 erfolgt durch einen Schmelzvorgang bei gleichzeitiger Erwärmung der Luft im Gefäss 1. In beiden Fällen erfolgt die Füllung in Vakuumanlagen, die Thermometer stehen auf dem Kopf in einer Schale, in die nach dem Evakuieren Quecksilber eingelassen wird. Bei den Thermometern mit Reservoir 7 füllt sich dieses nach der Belüftung des Rezipienten mit Quecksilber, die Thermometer werden auf das Gefäss 1 gestellt, welches lang-
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sam voll tropft. Die Thermometer ohne Reservoir 7 bleiben auf dem Kopf im Quecksilber stehen und dieses wird mit Druck in das Gefäss 1 gebracht.
Wenn nun gemäss der Erfindung der Querschnitt der Ansatzkapillare die Form eines Dreieckes, Quadrates oder eines regelmässigen Vieleckes erhält, kann mit Sicherheit erzielt werden, dass der Maximalstift besser geführt wird, und wenn eine Schiefstellung eintreten sollte, bleiben immer genügend Kanäle frei, um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fieberthermometer mit mehreren durch die Wand der Ansatzkapillare und den Maximalstift gebildeten Kanälen, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Ansatzkapillare die Form eines Dreieckes, Quadrates oder eines regelmässigen Vielecks besitzt, wobei die Ecken bei allen Formen abgerundet sind.