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Verfahren zur Herstellung von Zellstoff
Die Herstellung von Zellstoff durch Druckaufschluss nach dem Gegenstromprinzip ist schon vor Jahrzehnten vorgeschlagen worden, doch haben sich diese Verfahren bisher nicht durchsetzen können. Bei diesen bekannten Verfahren wirkt die Aufschlusslösung zunächst auf bereits weitgehend aufgeschlossenes Material und mit fortschreitender Erschöpfung auf weniger aufgeschlossenes und schliesslich auffrisches Material.
Bei andern bekannten Verfahren wird in Stufen in einzelnen Druckkochungen aufgeschlossen, während nach dem vorliegenden erfindungsgemässen Verfahren der Aufschluss ohne Unterbrechung in einem Arbeitsgang erfolgt.
Die Erfindung betrifft daher eine Weiterentwicklung der erwähnten Arbeitsweise mit Druckaufschluss und Gegenstromprinzip, durch welche es gelingt, gegenüber den bekannten Verfahren Vorteile zu erzielen, insbesondere Zellstoffe von hoher Festigkeit bei geringem Chemikalienverbrauch zu gewinnen und Ablaugen mit hoher Konzentration an organischer Substanz zu erhalten.
Die Erfindung besteht darin, dass der Aufschluss zunächst in einem ersten Abschnitt mit steigender Konzentration der Aufschlusslösungen an wirksamen anorganischen Substanzen durchgeführt und hierauf vor Erreichen des gewünschten Aufschlussgrades mit fortschreitend fallender Konzentration der Aufschlusslösungen an wirksamen anorganischen Substanzen bis zur Erzielung des gewünschten Aufschlussgrades fortgesetzt wird und dass auf je 1000 kg Ausgangsmaterial (als trocken gerechnet) mehr als 12, vorzugsweise 18 - 50 m S Flüssigkeit während des Aufschlusses unter Druck zur Einwirkung gebracht werden.
Nach einer bevorzugten Arbeitsweise des Verfahrens wird die Flüssigkeit in abgeteilten Flüssigkeitsquanten - sogenannten Schüben - durch das Material geschickt. Versuche haben ergeben, dass Zahl und Grösse dieser Schübe für die Ergebnisse von grosser Bedeutung sind.
Bei Aufschluss von Holz soll das Schubvolumen mindestens jeweils das Einfache, vorzugsweise 1, 3-3, 0-fache des Trockengewichtes des Ausgangsmaterials betragen, d. h. auf die Gewichtseinheit (1 kg) des Ausgangsmaterials, gerechnet als Trockensubstanz, soll mindestens eine Volumeneinheit (l Liter), vorzugsweise 1, 3 - 3, 0 Einheiten Schubvolumen angewendet werden.
Bei Verarbeitung von ein- oder zweijährigen Pflanzen wie Stroh, Bagasse, Esparto usw. werden auf die Gewichtseinheit des Ausgangsmaterials mindestens l, 5, vorzugsweise 2-5 Einheiten des Schubvolumens angewendet.
Bei dem bekannten Gegenstromverfahren wird gegen Ende des Aufschlusses frische Lauge zugeführt und dann nach Beendigung des Aufschlusses in Entlaugungsvorrichtungen ausgewaschen, ohne dass dabei noch eine chemische Reaktion vor sich geht. Eine weitere wesentliche Verbesserung gemäss dem vorliegenden Verfahren besteht nun darin, dass man den Druckaufschluss in mindestens zwei Abschnitten vornimmt. Dabei lässt man nur im 1. Abschnitt des Aufschlusses die Konzentration der Aufschlusslösung an wirksamen anorganischen Substanzen mit fortschreitendem Aufschluss steigen, während im 2. Abschnitt des Aufschlusses die Konzentration der Aufschlusschemikalien gesenkt wird. Beim Übergang vom 1. zum 2. Aufschlussabschnitt ist das Material erst unvollständig aufgeschlossen. Der gewünschte Aufschlussgrad wird erst im 2. Abschnitt erreicht. Im 2.
Abschnitt des Druckaufschlusses wird sozusagen die Entlaugung hineinverlegt und die Konzentration an anorganischen Chemikalien mit fortschreitendem Aufschluss all-
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mählich gesenkt.
Zwischen dem Abschnitt mit steigender Konzentration und dem Abschnitt mit fallende !' Konzen
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men anorganischen Substanzen auf mehrere Schübe verteilt zugeführt werden. Die Einschaltung eines Zwischenabschnitts ändert jedoch nichts an dem Prinzip zuerst in einem Abschnitt mit steigender Kon = zentration und dann in einem Abschnitt mit fallender Konzentration an wirksamen anorganischen Substan- zen zu arbeiten.
Es hat sich besonders beim alkalischen Aufschluss ein-und zweijähriger Pflanzen als vorteilhaft era wiesen, die Alkaliangaben von S bis 18 kg so zu bemessen, dass einerseits bei entsprechenden Reaktionstemperaturen und Zeiten noch der gewünschte Aufschlussgrad erreicht wird und anderseits die auszuschei-
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reicht werden. Bei Sägespänen aus Fichtenholz wurden mit einer Alkalimenge von 14 bis 18 kg auf 100kg Ausgangsmaterial (gerechnet als Trockensubstanz) gute Ergebnisse erzielt. Gegenüber dem Stande der Technik wird auf diese Weise eine erhebliche Ersparnis an Chemikalien erhalten.
Vorteilhafterweise wird derart gearbeitet, dass Wasser oder Waschwässer, z. B. sehr verdünnte wässerige Lösungen, bei dem am stärksten abgebauten Material eintreten, dieses unter Druck durchfliessen, dabe'bereits anorganische und organische Substanz aufnehmen und bei ihrem Übertritt in den ersten Aufschlussabschnitt mit wirksamen anorganischen Substanzen versetzt werden.
Die Zuführung von Wasser wird vorteilhafterweise so knapp bemessen, dass die Schübe sich stark an organischer Substanz anreichern und schliesslich einen Gehalt von beispielsweise 100-250 g organischer Substanz im Liter erreichen. Unter "Wasser" werden dabei Frischwasser oder Waschwasser oder sehr verdünnte wässerige Lösungen verstanden, die jedoch noch nicht an einem früheren Aufschluss oder einer Entlaugung beteiligt waren und keine oder nur geringe Menge organischer Substanz enthalten.
Auf die Gewichtseinheit des als trocken gerechneten Ausgangsmaterials können z. B. je nach dem Feuchtigkeitsgehalt des Rohmaterials und der gewünschten Konzentration der Ablauge l, 5-6 Volumeneinheiten Waschwasser zugeführt werden, bei konzentrierter Arbeitsweise 1, 5-3, 0 Volumeneinheiten.
Die Zuführung der Aufschlusschemikalien-an Stelle'einer direkten Zuführung - kann in der Weise erfolgen, dass ein Teil der Flüssigkeit nach vollständigem oder teilweisem Passieren des 2. Aufschlussabschnittes und damit vor Übertritt in den ersten Aufschlussabschnitt aus dem System abgezweigt und dieser Flüssigkeitsteil nach Anreicherung mit wirksamen anorganischen Substanzen beim Übertritt in den eisten Aufschlussabschnitt - gegebenenfalls in Portionen - wieder zugeführt wird.
Bei der Durchführung dieses Verfahrens werden die Aufschlusslösungen durch hintereinandergeschaltete, mit Aufschlussgut beschickte Gefässe geführt. Dabei wechselt die Reihenfolge der Gefässe derart, dass anStelle des jeweils abzuschaltenden, stark abgebautes Material enthaltenden letzten Gefässes der Reihe- ein mit frischem Aufschlu/5gut beschicktes Gefäss als erstes Gefäss in die Reihe eingesetzt wird. Dabei ist es vorteilhaft, mindestens je 2 Aufschlussgefässe zur Durchführung des ersten Aufschlussabschnittes und zur Durchführung des restlichen Abschnittes zu verwenden.
Nach Ablauf der Hauptmenge eines einzelnen Schubes, vorzugsweise der Hauptmenge jeden Schubes, durch ein am unteren Ende des Aufschlussgefässes eingebautes Siebfilter, kann entweder jedesmal oder nach Bedarf ein sogenannter Nachlauf vorgenommen werden, bei welchem etwa vorhandenen störenden Gasen, z. B. CO, Gelegenheit gegeben wird, zusammen mit Flüssigkeit und Wasserdampf den Perkola- tor durch das untere Filter zu verlassen. Diese Massnahme hat besonders beim Aufschluss mit Soda (NagCC) Bedeutung.
Bisher war vorgeschlagen worden, das bei dieser Aufschlussmethode freiwerdende und stören- deKohlendioxyd in Gegenwart der Aufschlusslösung nach oben abzulassen, was jedoch mit grossen Schei6" rigkeiten verbunden ist, während. nach dem vorliegenden Verfahren das Kohlendioxyd mit Vorteil durch das Filter nach unten entfernt wird. Auf diese Weise werden durch Aufschluss mit NaCC Zellstoffe von grosser Festigkeit erhaltende unter anderem besonders für Verpackungspapiere geeignet sind.
Versuche haben ergeben, dass es vorteilhaft sein kann, die Reaktionstemperatur mit fortschreitendem Aufschluss zu senken. Vorteilhafterweise wird die Temperatur stündlich um 1-100 C, vorzugsweise um 2 - 50 C gesenkt. Bei schubweisem Arbeiten bezieht sich diese Angabe auf die Temperatur, die das Gut jeweils vor Eintritt des Schubes hat.
Zweckmässigerweise wird das Gut vor Eintritt der Aufschlusslösung durch Einleiten von Dampf entlüftet und auf eine Temperatur gebracht, die vorzugsweise 5-15 C über der Temperatur der darnach zu- fliessenden Aufschlusslösung liegt.
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Eine besonders für kleinere Anlagen bevorzugte Methode arbeitet mit Speicherbottichen (Speichermethode) in der Weise, dass die zur Wiederverwendung bestimmten Fraktionen vorzugsweise bei 90 - 1500 C gespeichert und jeweils bei dem folgenden Aufschluss in abgeteilten Mengen, geordnet nach der Reihenfolge des vorangegangenen Austritts, dem Aufschlussgefäss zugeführt werden.
Jeweils nach Abzug der Lösung und vor erneuter Zufuhr eines Schubes, vorzugsweise jedes einzelnen Schubes, wird in das von Aufschlusslösung durchtränkte und von Dampf umgebene Material Dampf, vorzugsweise von unten durch das Filter eingeleitet und das Zellulosematerial auf die Reaktionstemperatur gebracht, die über der Zuflusstemperatur des nächsten Schubes liegt.
Mit Vorteil wird auf diese Weise jeweils nach Ablauf eines oder jedes Schuhes das Gut um 1 - 300 aufgeheizt. Günstige Ergebnisse wurden z. B. erzielt, wenn das Gut vor Eintritt der Schübe jeweils um
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und damit die Erzielung eines gleichmässigen Aufschlusses.
Das vorliegende Verfahren eignet sich besonders zur Erzielung hoher Ablaugenkonzentrationen und ermöglicht daher erhebliche Ersparnisse an Eindampfkosten.
Zur Bereitung der Aufschlusslösungen werden vorteilhafterweise ligninhaltige Laugen, vorzugsweise mit einem Gehalt von 20 bis 60 g/l und mehr organischer Substanz verwendet, die, wie bereits erwhr1, dem 2. Aufschlussabschnitt entnommen werden können. Diesen Laugen werden die anorganischen Aufschlusschemikalien in mehr oder weniger hoher Konzentration zugesetzt. Die Chemikalien können in festem, gelöstem oder gasförmigem Zustande in die Laugen eingebracht werden.
Für den sauren Aufschluss können den ligninhaltigen Lösungen Kalzium- oder Magnesiumverbindungen und Schwefeldioxydgas zugeset3t werden.
Bei dem alkalischen Verfahren werden die Alkalien in konzentrierter, flüssiger oder fester Form vorzugsweise ligninhaltigen Lösungen mit einem Gehalt von 20 bis 80, z. B. 50 g organischer Substanz im Liter zugesetzt.
Vorteilhafterweise wird der alkalikarbonathaltige Rückstand der Laugenverbrennung, die sogenannte Schmelze, in ligninhaltige Lösungen mit einem Gehalt von 20 bis 80, ú. B. 50 g organischer Substanz und mehr im Liter eingetragen. Diesenatronkarbonathaltige Lösung kann dann ganz oder teilweise kaustiziert werden, um die Wirkung der Alkalien zu erhöhen.
Das vorliegende Verfahren hat sich auch bewährt bei der Herstellung von Edel-Zellulose, wobei vorteilhafterweise von einem Material ausgegangen wird, dessen Per. tosane vorher durch Wasser oder schwach saure Hydrolysierlösung - gegebenenfalls im gleichen Perkolator, in dem der Aufschluss erfolgt, - mittels Druckperkolation grossenteils entfernt sind.
Die Zeichnungen zeigen schematische Darstellungen für die beispielsweise Durchführung des Verfahrens.
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und Flüssigkeit wandern einander entgegen durch einen zylindrischen Reaktionsbehälter. An dem einen Ende tritt das Zellulosematerial 1 ein und Ablauge 2 aus. An dem andern Ende tritt Wasser 3 ein und Zellstoff 4 aus. In der Mitte des Reaktionsraumes wird Lauge 5 abgezogen, mit Chemikalien 6 angerei- chert, gegebenenfalls 7 kaustiziert und wieder bei 8 zugeführt. Der Reaktionsraum kann auch, entspre- chend den Aufschlussabschnitten, in zwei Behälter zerlegt werden (Fig. 2). Die Anordnung unterscheidet sich von Fig. 1 nur darin, dass der Reaktionsraum unterbrochen ist und dass bei 9 nach dem 1. Aufschluss- abschnitt ein Halbprodukt entnommen und bei 10 in den 2.
Aufschlussabschnitt wieder zugeführt wird.
Bei dieser, dem idealen Gegenstromprinzip entsprechenden Anordnung (Fig. 1 und 2), muss das Zellulosematerial in den Druckraum ein-und der Zellstoff ausgeschleust werden.
Diese Notwendigkeit vermeiden die Anordnungen nach Fig. 3 und 4. Fig. 2 zeigt für das vorliegende Verfahren die schematische Anordnung einer Gegenstromaufschlussbatterie. Die Behälter, die sich zur Zeit im Zustand des Entleerens und Füllens befinden, sind nicht gezeichnet. Die Hälfte der dargestellten, in Batterie geschalteten 6 Aufschlussgefässe - in der Zeichnung die Behälter I, II und III - befinden sich im 1. Abschnitt des Aufschlusses, die andere Hälfte-in der Zeichnung die Behälter IV, V und VI-im 2. Abschnitt des Aufschlusses. Bei 11 tritt Wasser zu, bei 16 die fertigen Ablaugen aus.
Zwischen den beiden Abschnitten des Aufschlusses, im Stadium der Zeichnung zwischen Behälter II und IV wird die bereits mit organischen und anorganischen Substanzen angereicherte Lauge abgeleitet und über den Zwischenbehälter 12 der Auflösestation für Schmelze 13 und dann der Kaustizierung 14 zugeführt, worauf die an wirksamen anorganischen Stoffen verstärkte Lauge über einen Zwischenbehälter 15 dem Aufschlussgefäss II zugeführt wird. Die fertige Lauge, die sogenannte Ausscheidung, verlässt bei 16 die Batterie.
Nachdem beispielsweise jeweils zwei Schübe die Batterie passiert haben bzw. den Behälter mit dem
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am meisten aufgeschlossenen, entlaugten Gut (in der Zeichnung Behälter VI). wird dieser abgeschaltet und entleert und am andern Ende der Batterie. also vor Behälter I. ein anderer frisch gefüllter - nicht gezeichneter - Behälter angeschlossen, So kann beispielsweise jede Füllung zuerst 5-6 Laugenschübe mit zunehmender Konzentration an anorganischen wirksamen Chemikalien erhalten, worauf dann weitere 4 Laugenschübe mit abnehmender Konzentration und schliesslich zwei Wasserschübe folgen.
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Fig. 4. Nach dieser kann mit einem Einzelperkolator 17 oder auch mit mehreren mit beliebigem Zeitversatz geschalteten Perkolatoren gearbeitet werden.
Diese Arbeitsweise ist besonders für kleinere An-
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lauf in den ersten Behälter von links, werden aus dem System ausgeschieden und kommen zur Eindampfung. (Die Speicherbehälter sind fortlaufend mit den Buchstaben der ablaufenden Schübe - der sogenann- ten Abstösse-bezeichnet.) Darauf folgen weitere acht Laugenschübe, die nach ihrem Ablauf in den entsprechenden Speicherbottionen aufgefangen werden, Die Abstösse c bis m werden bei der nächsten Perko- lation als Schübe a' bis k' wieder verwendet, indem sie durch die Leitung 22 einem Druckmittel 24 und von hier durch die Leitung 25 dem Perkolator 17 wieder zugeführt werden.
Abstoss c wird Schub a'; Abstoss d wird Schub b'; Abstoss e wird Schub c'; Abstoss f wird nach Zusatz von Alkali in der Station 21, gegebenenfalls durch Zusatz von Schmelze und eventuell nachfolgender Kaustizierung, Schub d' ; Abstoss g nach der gleichen Behandlung Schub e'; Abstoss h wird ohne Behandlung Schub f ; Abstoss i Schub g' usw.;
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werden bei der nachfolgenden Perkolation in alphabetischer Reihenfolge verwendet. Die nachfolgenden beiden Wasserschübe können aus der Wasserleitung 23 entnommen werden. Von dem als Perkolator ausgestatteten Aufschlussgefäss 17 gelangen die ablaufenden Schübe durch ein Filter in ein nachgeschaltetes Entspannungsgefäss 18 und werden dort durch Entspannung auf die Speichertemperatur abgekühlt. Der dabei freiwerdende Dampf wird durchLeitung 19 abgeführt.
Die ablaufenden Schübe, jetzt als Abstösse bezeichnet, gelangen durch die Verteilerleitung 20 in die vorerwähnten Speicherbehälter. Die zur Wiederver-
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ab.
Ausführung s Beispieles 1) Verarbeitung von Stroh, Anordnung gemäss Figo 30
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Stroh (gerechnet als trocken) eingefüllt. In den ersten drei Gefässen der Batterie 1. II und III (Fig. 3) fin det zur Zeit der 1. Abschnitt des Aufschlusses statt, in den Gefässen IV, V und VI der 2. Abschnitt. Die aus dem Gefäss IV austretende Lauge wird mit Chemikalien angereichert u. zw. so, dass insgesamt auf die t Stroh Trockensubstanz 110 kg wirksames Alkali zugesetzt werden. Die angereicherte Lauge tritt dann
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fluss der Lauge erfolgt schubweise. Durch jede Füllung fliessen 10 Laugenschübe und 2 Wasserschübe, jeder Schub mit zirka 2,3 m3. Die Reaktionstemperatnr, d.h. die Temperatur jeweils vor Schubeintritt. beträgt 145 C.
Bein Eintreten des Schubes, der 10 kälter ist als die Temperatur des Materials, sinkt die Temperatur des Materials um 40. Ungefähr 5 Minuten, nachdem der Schub in den Perkolator eingetreten ist, wird damit begonnen, die Flüssigkeit - soweit sie nicht von dem Material festgehalten wird nach unten abzuziehen und in das nächste Gefäss zu pumpen. Das Abziehen und Überpumpen der Flüssig-
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Schub in der Hauptsache abgelaufen ist, Flüssigkeit, gemischt mit Dampf und eventuell Gas. durch das Filter treten (sogenannter Nachlauf), woraus gegebenenfalls das Gas abgetrennt wird. Nun wird in das von Dampf umgebene Material von unten etwa 5 Minuten lang Dampf durch das Filter eingeleitet und die
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Eine derartige Periode dauert 40 Minuten. Jeweils nach zwei Schubperioden, also uach 80 Minuten, wird das am längsten angeschlossene Gefäss, in dem der Aufschluss beendet ist, abgeschaltet und entleert und ein anderes, frisch gefülltes Gefäss an das andere Ende der Batterie angeschlossen. Die letzten beiden Schübe, die in den am weitesten abgebauten Perkolator VI eintreten, sind Wasserschüte, die sich mit den Chemikalien anreichern und insbesondere in den beiden nächsten Perkolatoren V und IV den 2. Aufschlussabschnitt bewirken.
Pro t Stroh (gerechnet als trocken) werden etwa 4,5 m3 Frischwasser (als Wasserschübe) zugegeben.
Die aus dem Perkolator IV austretenden Schübe haben einen Gehalt von ungefähr 50 g organischer Substanz iin Liter und werden, wie nachstehend beschrieben, durch Zugabe von Alkali verstärkt.
Zunächst wird der Verbrennungsrückstand-die sogenannte Schmelze - in die Lauge eingetragen, wobei das karbonathaltige Alkali in Lösung geht. Hierauf wird die erhaltene Lösung in bekannter Weise mit Ätzkalk (CaO) kaustiziert. (Auf diese Kaustizierung kann eventuell ganz oder teilweise verzichtet werden. In diesem Falle bildet sich beim Prozess Kohlendioxyd (CO, a). das beim Nachlauf durch das Filter abgezogen wird). Bezogen auf die t Stroh werden so zirka 110 kg wirksames Alkali, gerechnet als NaOH, der Lauge zugesetzt. Die Alkalimenge teilt sich ungefähr wie folgt auf : 77 kg NaOH, 16 kg Na2S und 22 kg NaaaCQ.
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in Abständen von 40 Minuten zugeführt.
Bei der Umschaltung nach jeweils zweischubperioden verschiebt sich dementsprechend auch die Stelle der Laugenentnahme und Wiederzuführung. In der Fig. 3 ist diese Laugenverstärkung zwischen Gefäss IV und III dargestellt. Nach der nächsten Umschaltung kommt sie zwischen Gefäss III und II zu liegen.
Die aus dem Perkolator I austretende Lauge besitzt eine Konzentration von 140 g organischer Substanz im Liter ; pro t Stroh werden etwa 3 m3 Lauge ausgeschieden und der Verdampfung und Verbrennung zugeführt. Der erhaltene Zellstoff ist von grosser Festigkeit und lässt sich leicht bleichen.
Die Ausscheidung hat einen Abdampfrückstand von 190 g/l und einen Glührückstand von 60 g/l.
2) Verarbeitung von Bagasse (Rückstand des Zuckerrohr).
An der Luft getrocknete Bagasse mit einem Wassergehalt von 10 bis 20 % wird zerrissen und wie unter Beispiel 1 beschrieben verarbeitet. Die angewandte Menge freies Alkali beträgt pro 1000 kg Bagasse atro 105 kg NaOH.
Pro m 3 nutzbarer Reaktionsraum werden 90 kg Bagasse, gerechnet als Trockensubstanz, eingeführt.
Die übrigen Bedingungen, wie das Verhältnis zwischen Zellulosematerial-Trockensubstanz und Schubgrösse, sowie die Schubzahl, Reaktionstemperatur'und Zeit usw. sind wie in Beispiel 1.
Der Eindampfrückstand der Ausscheidung hat 190 g/l, der Glührückstand 50 g/l.
Der Zellstoff ist von grosser Festigkeit und lässt sich leicht bleichen. Die Verarbeitung frischer Bagasse erfolgt in entsprechender Weise. Die dabei erzielten Ablaugekonzentrationen sind etwas geringer.
3) Verarbeitung von Esparto.
Lufttrockenes Espartogräs, welches durch Häckseln oder Brechen zerkleinert und entstaubt is :. wird wie nach Beispiel 1 verarbeitet.
Je m 3 nutzbarer Reaktionsraum werden 130 kg Esparto, gerechnet als Trockensubstanz, eingefüllt.
Die Reaktionstempetatur vor Einleiten der Schübe beträt 125 C. Die zugesetzte Alkalimenge beträgt pro 1000 kg Esparto atro 100 kg NaOH. Die übrigen Bedingungen wie Schuhgrösse, Schubzahl und Zeit usw. sind wie in Beispiel 1.
Die Menge der Ablauge beträgt 2, f mS je 1000 kg verarbeitetes Esparto. Der Eindampirückstand der Ausscheidung ist 200 g/l, der Glührückstand 60 g/l. Der erhaltene Zellstoff zeigt grosse Festigkeit und leichte Bleichbarkeit.
4) Verarbeitung von Holzspänen.
In je einen m3 Reaktionsraum werden 200 kg Fichtensiebspäne atro eingeführt. Auf die t Holzspä-
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J05Wasserschübe 2. Die Temperatur jeweils vor Schubeinlauf beträgt 1650 C. Die übrigen Bedingungen sind wie in Beispiel 1. Die Ausscheidung hat einen Abdampfrückstand von 305 g/l und einen Ascherückstand von 80 g/l. Der Zellstoff ist von guter Festigkeit und Bleichbarkeit.
Die Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens bezüglich Chemikalienbedarf und Ablaugenkonzentration im Vergleich zu dem bekannten sogenannten Drehkocherverfahren sind aus der nachstehenden Ta-
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Friedrich Müller "Die Papierfabrikation und ihre Maschinen", Band 1 [1940] und Band 3 [1936] ent- nommen bzw. errechnet.
Vergleichs - Tabelle
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<tb>
<tb> Verbrauch <SEP> an <SEP> kg <SEP> NaOH <SEP> bei <SEP> den <SEP> bekannten <SEP> Verfahren <SEP> bei <SEP> Anwendung <SEP> des <SEP> erfinpro <SEP> 100 <SEP> kg <SEP> Stroh <SEP> (lutro) <SEP> dungsgemässen <SEP> Verfahrens
<tb> 21 <SEP> 12
<tb> Konzentration <SEP> der <SEP> Ablaugen
<tb> g <SEP> Trockensubstanz <SEP> 11, <SEP> 9 <SEP> 17. <SEP> 6
<tb> in <SEP> 100 <SEP> g <SEP> Ablauge <SEP>
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Zellstoff nach dem Gegenstromprinzip in einem oder mehreren Aufschlussgefässen mit Zuführung von Aufschlusslösung und Abzug der Lauge während der Druckerhitzung, da-
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während des Aufschlusses unter Druck zur Einwirkung gebracht werden.