AT202435B - Verfahren zur Herstellung von Zellstoff - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zellstoff

Info

Publication number
AT202435B
AT202435B AT581753A AT581753A AT202435B AT 202435 B AT202435 B AT 202435B AT 581753 A AT581753 A AT 581753A AT 581753 A AT581753 A AT 581753A AT 202435 B AT202435 B AT 202435B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
digestion
section
thrust
vessels
inorganic substances
Prior art date
Application number
AT581753A
Other languages
English (en)
Inventor
Heinrich Dr Ing Scholler
Original Assignee
Heinrich Dr Ing Scholler
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Heinrich Dr Ing Scholler filed Critical Heinrich Dr Ing Scholler
Application granted granted Critical
Publication of AT202435B publication Critical patent/AT202435B/de

Links

Landscapes

  • Paper (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Zellstoff 
Die   Herstellung   von Zellstoff durch Druckaufschluss nach dem Gegenstromprinzip ist schon vor Jahrzehnten vorgeschlagen worden, doch haben sich diese Verfahren bisher nicht durchsetzen können. Bei diesen bekannten Verfahren wirkt die Aufschlusslösung zunächst auf bereits weitgehend aufgeschlossenes Material und mit fortschreitender Erschöpfung auf weniger aufgeschlossenes und schliesslich auffrisches Material. 



   Bei andern bekannten Verfahren wird in Stufen in einzelnen Druckkochungen aufgeschlossen, während nach dem vorliegenden erfindungsgemässen Verfahren der Aufschluss ohne Unterbrechung in einem Arbeitsgang erfolgt. 



   Die Erfindung betrifft daher eine Weiterentwicklung der erwähnten Arbeitsweise mit Druckaufschluss und Gegenstromprinzip, durch welche es gelingt, gegenüber den bekannten Verfahren Vorteile zu erzielen, insbesondere Zellstoffe von hoher Festigkeit bei geringem Chemikalienverbrauch zu gewinnen und Ablaugen mit hoher Konzentration an organischer Substanz zu erhalten. 



   Die Erfindung besteht darin,   dass   der Aufschluss zunächst in einem ersten Abschnitt mit steigender Konzentration der Aufschlusslösungen an wirksamen anorganischen Substanzen durchgeführt und hierauf vor Erreichen des gewünschten Aufschlussgrades mit fortschreitend fallender Konzentration der Aufschlusslösungen an wirksamen anorganischen Substanzen bis zur Erzielung des gewünschten Aufschlussgrades fortgesetzt wird und dass auf je 1000 kg Ausgangsmaterial (als trocken gerechnet) mehr als 12, vorzugsweise   18 - 50 m S   Flüssigkeit während des Aufschlusses unter Druck zur Einwirkung gebracht werden. 



   Nach einer bevorzugten Arbeitsweise des Verfahrens wird die Flüssigkeit in abgeteilten Flüssigkeitsquanten - sogenannten Schüben - durch das Material geschickt. Versuche haben ergeben, dass Zahl und Grösse dieser Schübe   für die   Ergebnisse von grosser Bedeutung sind. 



   Bei Aufschluss von Holz soll das Schubvolumen mindestens jeweils das Einfache, vorzugsweise 1, 3-3, 0-fache des Trockengewichtes des Ausgangsmaterials betragen,   d. h.   auf die Gewichtseinheit   (1   kg) des Ausgangsmaterials, gerechnet als Trockensubstanz, soll mindestens eine Volumeneinheit   (l Liter),   vorzugsweise 1,   3 - 3,   0 Einheiten Schubvolumen angewendet werden. 



   Bei Verarbeitung von   ein- oder zweijährigen   Pflanzen wie Stroh, Bagasse, Esparto usw. werden auf die Gewichtseinheit des Ausgangsmaterials mindestens   l,   5, vorzugsweise 2-5 Einheiten des Schubvolumens angewendet. 



   Bei dem bekannten   Gegenstromverfahren   wird gegen Ende des Aufschlusses frische Lauge zugeführt und dann nach Beendigung des Aufschlusses in Entlaugungsvorrichtungen ausgewaschen, ohne dass dabei noch eine chemische Reaktion vor sich geht. Eine weitere wesentliche Verbesserung gemäss dem vorliegenden Verfahren besteht nun darin, dass man den Druckaufschluss in mindestens zwei Abschnitten vornimmt. Dabei lässt man nur im 1. Abschnitt des Aufschlusses die Konzentration der Aufschlusslösung an wirksamen anorganischen Substanzen mit fortschreitendem Aufschluss steigen, während im 2. Abschnitt des Aufschlusses die Konzentration der Aufschlusschemikalien gesenkt wird. Beim Übergang vom 1. zum 2. Aufschlussabschnitt ist das Material erst unvollständig aufgeschlossen. Der gewünschte Aufschlussgrad wird erst im 2. Abschnitt erreicht. Im 2.

   Abschnitt des Druckaufschlusses wird sozusagen die Entlaugung hineinverlegt und die Konzentration an anorganischen Chemikalien mit fortschreitendem Aufschluss all- 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 mählich gesenkt. 



   Zwischen dem Abschnitt mit steigender Konzentration und dem Abschnitt mit   fallende !' Konzen    
 EMI2.1 
 men anorganischen Substanzen auf mehrere Schübe verteilt zugeführt werden. Die Einschaltung eines Zwischenabschnitts ändert jedoch nichts an dem Prinzip zuerst in einem Abschnitt mit steigender   Kon =   zentration und dann in einem Abschnitt mit fallender Konzentration an wirksamen   anorganischen Substan-   zen zu arbeiten. 



   Es hat sich besonders beim alkalischen Aufschluss   ein-und zweijähriger   Pflanzen als vorteilhaft era wiesen, die Alkaliangaben von   S   bis 18 kg so zu bemessen, dass einerseits bei entsprechenden Reaktionstemperaturen und Zeiten noch der gewünschte Aufschlussgrad erreicht wird und anderseits die auszuschei- 
 EMI2.2 
 reicht werden. Bei Sägespänen aus Fichtenholz wurden mit einer Alkalimenge von 14 bis 18 kg auf   100kg   Ausgangsmaterial (gerechnet als Trockensubstanz) gute Ergebnisse erzielt. Gegenüber dem Stande der Technik wird auf diese Weise eine erhebliche Ersparnis an Chemikalien erhalten. 



   Vorteilhafterweise wird derart gearbeitet, dass Wasser oder Waschwässer, z. B. sehr verdünnte wässerige Lösungen, bei dem am stärksten abgebauten Material eintreten, dieses unter Druck   durchfliessen,   dabe'bereits anorganische und organische Substanz aufnehmen und bei ihrem Übertritt in den ersten Aufschlussabschnitt mit wirksamen anorganischen Substanzen versetzt werden. 



   Die Zuführung von Wasser wird vorteilhafterweise so knapp bemessen, dass die Schübe sich stark an organischer Substanz anreichern und schliesslich einen Gehalt von beispielsweise   100-250   g organischer Substanz im Liter erreichen. Unter "Wasser" werden dabei Frischwasser oder Waschwasser oder sehr verdünnte wässerige Lösungen verstanden, die jedoch noch nicht an einem früheren Aufschluss oder einer Entlaugung beteiligt waren und keine oder nur geringe Menge organischer Substanz enthalten. 



   Auf die Gewichtseinheit des als trocken gerechneten Ausgangsmaterials können z. B. je nach dem Feuchtigkeitsgehalt des Rohmaterials und der gewünschten Konzentration der Ablauge   l,   5-6 Volumeneinheiten Waschwasser zugeführt werden, bei konzentrierter Arbeitsweise 1, 5-3, 0 Volumeneinheiten. 



   Die Zuführung der   Aufschlusschemikalien-an Stelle'einer   direkten Zuführung - kann in der Weise erfolgen, dass ein Teil der Flüssigkeit nach vollständigem oder teilweisem Passieren des 2. Aufschlussabschnittes und damit vor Übertritt in den ersten Aufschlussabschnitt aus dem System abgezweigt und dieser Flüssigkeitsteil nach Anreicherung mit wirksamen anorganischen Substanzen beim Übertritt in den eisten   Aufschlussabschnitt - gegebenenfalls   in Portionen - wieder zugeführt wird. 



   Bei   der Durchführung   dieses Verfahrens werden die Aufschlusslösungen durch hintereinandergeschaltete, mit Aufschlussgut beschickte Gefässe geführt. Dabei wechselt die Reihenfolge der Gefässe derart, dass anStelle des jeweils abzuschaltenden, stark abgebautes Material enthaltenden   letzten Gefässes der Reihe-   ein mit frischem   Aufschlu/5gut   beschicktes Gefäss als erstes Gefäss in die Reihe eingesetzt wird. Dabei ist es vorteilhaft, mindestens je 2 Aufschlussgefässe zur Durchführung des ersten Aufschlussabschnittes und zur Durchführung des restlichen Abschnittes zu verwenden. 



   Nach Ablauf der Hauptmenge eines einzelnen Schubes, vorzugsweise der Hauptmenge jeden Schubes, durch ein am unteren Ende des Aufschlussgefässes eingebautes Siebfilter, kann entweder jedesmal oder nach Bedarf ein sogenannter Nachlauf vorgenommen werden, bei welchem etwa vorhandenen störenden Gasen, z. B.   CO,   Gelegenheit gegeben wird, zusammen mit Flüssigkeit und Wasserdampf den   Perkola-   tor durch das untere Filter zu verlassen. Diese Massnahme hat besonders beim Aufschluss mit Soda   (NagCC)   Bedeutung.

   Bisher war vorgeschlagen worden, das bei dieser Aufschlussmethode freiwerdende und stören-   deKohlendioxyd in Gegenwart   der Aufschlusslösung nach oben abzulassen, was jedoch mit grossen   Schei6"   rigkeiten verbunden ist,   während.   nach dem vorliegenden Verfahren das Kohlendioxyd mit Vorteil durch das Filter nach unten entfernt wird. Auf diese Weise werden durch Aufschluss mit   NaCC   Zellstoffe von grosser Festigkeit erhaltende unter anderem besonders für Verpackungspapiere geeignet sind. 



   Versuche haben ergeben, dass es vorteilhaft sein kann, die Reaktionstemperatur mit fortschreitendem Aufschluss zu senken. Vorteilhafterweise wird die Temperatur stündlich um   1-100 C, vorzugsweise   um   2 - 50   C gesenkt. Bei schubweisem Arbeiten bezieht sich diese Angabe auf die Temperatur, die das Gut jeweils vor Eintritt des Schubes hat. 



   Zweckmässigerweise wird das Gut vor Eintritt der Aufschlusslösung durch Einleiten von Dampf entlüftet und auf eine Temperatur gebracht, die vorzugsweise 5-15  C über der Temperatur der darnach   zu-   fliessenden Aufschlusslösung liegt. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Eine besonders für kleinere Anlagen bevorzugte Methode arbeitet mit Speicherbottichen (Speichermethode) in der Weise, dass die zur Wiederverwendung bestimmten Fraktionen vorzugsweise bei   90 - 1500   C gespeichert und jeweils bei dem folgenden Aufschluss in abgeteilten   Mengen, geordnet   nach der Reihenfolge des vorangegangenen Austritts, dem Aufschlussgefäss   zugeführt   werden. 



   Jeweils nach Abzug der Lösung und vor erneuter Zufuhr eines Schubes, vorzugsweise jedes einzelnen Schubes, wird in das von Aufschlusslösung durchtränkte und von Dampf umgebene Material Dampf, vorzugsweise von unten durch das Filter eingeleitet und das Zellulosematerial auf die Reaktionstemperatur gebracht, die über der Zuflusstemperatur des nächsten Schubes liegt. 



   Mit Vorteil wird auf diese Weise jeweils nach Ablauf eines oder jedes Schuhes das Gut um   1 - 300   aufgeheizt. Günstige Ergebnisse wurden   z. B.   erzielt, wenn das Gut vor Eintritt der Schübe jeweils um 
 EMI3.1 
 und damit die Erzielung eines gleichmässigen Aufschlusses. 



   Das vorliegende Verfahren eignet sich besonders zur Erzielung hoher Ablaugenkonzentrationen und ermöglicht daher erhebliche Ersparnisse an Eindampfkosten. 



   Zur Bereitung der Aufschlusslösungen werden vorteilhafterweise ligninhaltige Laugen, vorzugsweise mit einem Gehalt von 20 bis 60   g/l   und mehr organischer Substanz verwendet, die, wie bereits   erwhr1,   dem   2. Aufschlussabschnitt   entnommen werden können. Diesen Laugen werden die anorganischen Aufschlusschemikalien in mehr oder weniger hoher Konzentration zugesetzt. Die Chemikalien können in festem, gelöstem oder gasförmigem Zustande in die Laugen eingebracht werden. 



   Für den sauren Aufschluss können den ligninhaltigen Lösungen Kalzium- oder Magnesiumverbindungen und Schwefeldioxydgas zugeset3t werden. 



   Bei dem alkalischen Verfahren werden die Alkalien in konzentrierter, flüssiger oder fester Form vorzugsweise   ligninhaltigen Lösungen   mit einem Gehalt von 20 bis 80,   z. B.   50 g organischer Substanz im Liter zugesetzt. 



   Vorteilhafterweise wird der alkalikarbonathaltige Rückstand der Laugenverbrennung, die sogenannte Schmelze, in ligninhaltige Lösungen mit einem Gehalt von 20 bis 80,   ú. B.   50 g   organischer   Substanz und mehr im Liter eingetragen.   Diesenatronkarbonathaltige Lösung   kann dann ganz oder teilweise kaustiziert werden, um die Wirkung der Alkalien zu erhöhen. 



   Das vorliegende Verfahren hat sich auch bewährt bei der Herstellung von Edel-Zellulose, wobei vorteilhafterweise von einem Material ausgegangen wird, dessen   Per. tosane   vorher durch Wasser oder schwach saure Hydrolysierlösung - gegebenenfalls im gleichen Perkolator, in dem der Aufschluss erfolgt, - mittels Druckperkolation grossenteils entfernt sind. 



   Die Zeichnungen zeigen schematische Darstellungen für die beispielsweise Durchführung des Verfahrens. 
 EMI3.2 
 und Flüssigkeit wandern einander entgegen durch einen zylindrischen Reaktionsbehälter. An dem einen Ende tritt das Zellulosematerial 1 ein und Ablauge 2 aus. An dem andern Ende tritt Wasser 3 ein und Zellstoff 4 aus. In der Mitte des Reaktionsraumes wird Lauge 5 abgezogen, mit Chemikalien 6 angerei-   chert,   gegebenenfalls 7 kaustiziert und wieder bei 8 zugeführt. Der Reaktionsraum kann auch,   entspre-   chend den   Aufschlussabschnitten,   in zwei Behälter zerlegt werden (Fig. 2). Die Anordnung unterscheidet sich von Fig. 1 nur darin, dass der Reaktionsraum unterbrochen ist und dass bei 9 nach dem 1.   Aufschluss-   abschnitt ein Halbprodukt entnommen und bei 10 in den 2.

   Aufschlussabschnitt wieder zugeführt wird. 



   Bei dieser, dem idealen Gegenstromprinzip entsprechenden Anordnung (Fig. 1 und 2), muss das Zellulosematerial in den Druckraum ein-und der Zellstoff ausgeschleust werden. 



   Diese Notwendigkeit vermeiden die Anordnungen nach Fig. 3 und 4. Fig. 2 zeigt für das vorliegende Verfahren die schematische Anordnung einer Gegenstromaufschlussbatterie. Die Behälter, die sich zur Zeit im Zustand des Entleerens und Füllens befinden, sind nicht gezeichnet. Die Hälfte der dargestellten, in Batterie geschalteten 6   Aufschlussgefässe - in   der Zeichnung die Behälter I, II und III - befinden sich im 1. Abschnitt des Aufschlusses, die andere   Hälfte-in   der Zeichnung die   Behälter IV,   V und   VI-im 2.   Abschnitt des Aufschlusses. Bei 11 tritt Wasser zu, bei 16 die fertigen Ablaugen aus.

   Zwischen den beiden Abschnitten des Aufschlusses, im Stadium der Zeichnung zwischen Behälter II und IV wird die bereits mit organischen und anorganischen Substanzen angereicherte Lauge abgeleitet und über den Zwischenbehälter 12 der Auflösestation für Schmelze 13 und dann der Kaustizierung 14 zugeführt, worauf die an wirksamen anorganischen Stoffen verstärkte Lauge über einen Zwischenbehälter 15 dem   Aufschlussgefäss II   zugeführt wird. Die fertige Lauge, die sogenannte Ausscheidung, verlässt bei 16 die Batterie. 



   Nachdem beispielsweise jeweils zwei Schübe die Batterie passiert haben bzw. den Behälter mit dem 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 am meisten aufgeschlossenen, entlaugten Gut (in der Zeichnung Behälter VI). wird dieser abgeschaltet und entleert und am andern Ende der Batterie. also vor Behälter I. ein anderer frisch gefüllter - nicht gezeichneter - Behälter angeschlossen, So kann beispielsweise jede Füllung zuerst 5-6 Laugenschübe mit zunehmender Konzentration an anorganischen wirksamen Chemikalien erhalten, worauf dann weitere 4 Laugenschübe mit abnehmender Konzentration und   schliesslich   zwei Wasserschübe folgen. 
 EMI4.1 
 Fig. 4. Nach dieser kann mit einem Einzelperkolator 17 oder auch mit mehreren mit beliebigem Zeitversatz geschalteten Perkolatoren gearbeitet werden.

   Diese Arbeitsweise ist besonders   für kleinere An-   
 EMI4.2 
 lauf in den ersten Behälter von links, werden aus dem System ausgeschieden und kommen zur Eindampfung. (Die Speicherbehälter sind fortlaufend mit den Buchstaben der ablaufenden   Schübe - der sogenann-   ten   Abstösse-bezeichnet.)   Darauf folgen weitere acht Laugenschübe, die nach ihrem Ablauf in den entsprechenden Speicherbottionen aufgefangen werden, Die Abstösse c bis m werden bei der nächsten   Perko-   lation als Schübe a' bis k' wieder verwendet, indem sie durch die Leitung   22   einem Druckmittel 24 und von hier durch die Leitung 25 dem Perkolator 17 wieder   zugeführt   werden.

   Abstoss c wird Schub a'; Abstoss d wird Schub b'; Abstoss e wird Schub c'; Abstoss f wird nach Zusatz von Alkali in der Station 21, gegebenenfalls durch Zusatz von Schmelze und eventuell nachfolgender Kaustizierung, Schub d' ; Abstoss g nach der gleichen Behandlung Schub e'; Abstoss h wird ohne Behandlung Schub   f ;   Abstoss i Schub g' usw.; 
 EMI4.3 
 werden bei der nachfolgenden Perkolation in alphabetischer Reihenfolge verwendet. Die nachfolgenden beiden Wasserschübe   können   aus der Wasserleitung 23 entnommen werden. Von dem als Perkolator ausgestatteten Aufschlussgefäss 17 gelangen die ablaufenden Schübe durch ein Filter in ein nachgeschaltetes Entspannungsgefäss 18 und werden dort   durch Entspannung auf die Speichertemperatur abgekühlt.   Der dabei freiwerdende Dampf wird durchLeitung 19 abgeführt.

   Die ablaufenden   Schübe,   jetzt als Abstösse bezeichnet, gelangen durch die Verteilerleitung 20 in   die vorerwähnten Speicherbehälter.   Die zur Wiederver- 
 EMI4.4 
 ab. 



    Ausführung s Beispieles      1)   Verarbeitung   von Stroh,   Anordnung gemäss Figo 30 
 EMI4.5 
 Stroh (gerechnet als trocken) eingefüllt. In den ersten drei Gefässen der Batterie   1.   II und   III   (Fig. 3) fin det zur Zeit der 1. Abschnitt des Aufschlusses statt, in den Gefässen IV, V und VI der 2. Abschnitt. Die aus dem Gefäss IV austretende Lauge wird mit Chemikalien angereichert u. zw. so, dass insgesamt auf die t Stroh Trockensubstanz 110 kg wirksames Alkali zugesetzt werden. Die angereicherte Lauge tritt dann 
 EMI4.6 
 fluss der Lauge erfolgt schubweise. Durch jede Füllung fliessen 10 Laugenschübe und 2 Wasserschübe, jeder Schub mit zirka 2,3 m3. Die Reaktionstemperatnr, d.h. die Temperatur jeweils vor Schubeintritt. beträgt 145 C.

   Bein Eintreten des Schubes, der 10  kälter ist als die Temperatur des Materials, sinkt die Temperatur des Materials um 40. Ungefähr 5 Minuten, nachdem der Schub in den Perkolator eingetreten ist, wird damit begonnen, die   Flüssigkeit - soweit   sie nicht von dem Material festgehalten wird nach unten abzuziehen und in das nächste Gefäss zu pumpen. Das Abziehen und Überpumpen der Flüssig- 
 EMI4.7 
 Schub in der Hauptsache abgelaufen ist, Flüssigkeit, gemischt mit Dampf und eventuell Gas. durch das Filter treten (sogenannter Nachlauf), woraus gegebenenfalls das Gas abgetrennt wird. Nun wird in das von Dampf umgebene Material von unten etwa 5 Minuten lang Dampf durch das Filter eingeleitet und die 
 EMI4.8 
 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 



   Eine derartige Periode dauert 40 Minuten. Jeweils nach zwei Schubperioden, also   uach   80 Minuten, wird das am längsten angeschlossene Gefäss, in dem der Aufschluss beendet ist, abgeschaltet und entleert und ein anderes, frisch gefülltes Gefäss an das andere Ende der Batterie angeschlossen. Die letzten beiden Schübe, die in den am weitesten abgebauten Perkolator VI eintreten, sind Wasserschüte, die sich mit den Chemikalien anreichern und insbesondere in den beiden nächsten Perkolatoren V und IV den 2. Aufschlussabschnitt bewirken. 



   Pro t Stroh (gerechnet als trocken) werden etwa 4,5 m3 Frischwasser (als   Wasserschübe)   zugegeben. 



  Die aus dem Perkolator IV austretenden Schübe haben einen Gehalt von ungefähr 50 g organischer Substanz iin Liter und werden, wie nachstehend beschrieben, durch Zugabe von Alkali verstärkt. 



   Zunächst wird   der Verbrennungsrückstand-die   sogenannte Schmelze - in die Lauge eingetragen, wobei das karbonathaltige Alkali in Lösung geht. Hierauf wird die erhaltene Lösung in bekannter Weise mit Ätzkalk   (CaO)   kaustiziert. (Auf diese Kaustizierung kann eventuell ganz oder teilweise verzichtet werden. In diesem Falle bildet sich beim Prozess Kohlendioxyd   (CO, a).   das beim Nachlauf durch das Filter abgezogen wird). Bezogen auf die t Stroh werden so zirka 110 kg wirksames Alkali, gerechnet als NaOH, der Lauge zugesetzt. Die Alkalimenge teilt sich ungefähr wie folgt auf : 77 kg   NaOH,   16 kg Na2S und 22 kg    NaaaCQ.   
 EMI5.1 
   in Abständen   von 40 Minuten zugeführt.

   Bei der Umschaltung nach jeweils   zweischubperioden   verschiebt sich dementsprechend auch die Stelle der Laugenentnahme und   Wiederzuführung.   In der Fig. 3 ist diese Laugenverstärkung zwischen Gefäss IV und III dargestellt. Nach der nächsten Umschaltung kommt sie zwischen Gefäss III und II zu liegen. 



   Die aus dem Perkolator I austretende Lauge besitzt eine Konzentration von 140 g organischer Substanz im Liter ; pro t Stroh werden etwa 3 m3 Lauge ausgeschieden und der Verdampfung und Verbrennung zugeführt. Der erhaltene Zellstoff ist von grosser Festigkeit und lässt sich leicht bleichen. 



   Die Ausscheidung hat einen Abdampfrückstand von 190 g/l und einen Glührückstand von 60 g/l. 



   2) Verarbeitung von Bagasse (Rückstand des Zuckerrohr). 



   An der Luft getrocknete Bagasse mit einem Wassergehalt von 10 bis 20 % wird zerrissen und wie unter Beispiel 1 beschrieben verarbeitet. Die angewandte Menge freies Alkali beträgt pro 1000 kg Bagasse atro 105 kg NaOH. 



   Pro   m 3   nutzbarer Reaktionsraum werden 90 kg Bagasse, gerechnet als Trockensubstanz, eingeführt. 



  Die übrigen Bedingungen, wie das Verhältnis zwischen Zellulosematerial-Trockensubstanz und Schubgrösse, sowie die Schubzahl, Reaktionstemperatur'und Zeit usw. sind wie in Beispiel 1. 



     Der Eindampfrückstand   der Ausscheidung hat 190 g/l, der Glührückstand 50 g/l. 



   Der Zellstoff ist von   grosser Festigkeit   und lässt sich leicht bleichen. Die Verarbeitung frischer Bagasse erfolgt in entsprechender Weise. Die dabei erzielten Ablaugekonzentrationen sind etwas geringer. 



   3) Verarbeitung von Esparto. 



   Lufttrockenes Espartogräs, welches durch Häckseln oder Brechen zerkleinert und entstaubt   is :.   wird wie nach Beispiel 1 verarbeitet. 



   Je m 3 nutzbarer Reaktionsraum   werden 130   kg Esparto, gerechnet als Trockensubstanz, eingefüllt. 



  Die Reaktionstempetatur vor Einleiten der Schübe beträt 125  C. Die zugesetzte Alkalimenge beträgt pro 1000 kg Esparto atro 100 kg NaOH. Die übrigen Bedingungen wie   Schuhgrösse,   Schubzahl und Zeit usw. sind wie in Beispiel 1. 



   Die Menge   der Ablauge beträgt 2, f mS   je 1000 kg verarbeitetes Esparto. Der   Eindampirückstand   der Ausscheidung ist 200 g/l, der Glührückstand 60 g/l. Der erhaltene Zellstoff zeigt grosse Festigkeit und leichte Bleichbarkeit. 



   4) Verarbeitung von Holzspänen. 



   In je einen m3 Reaktionsraum werden 200 kg Fichtensiebspäne atro eingeführt. Auf die t Holzspä- 
 EMI5.2 
 
J05Wasserschübe 2. Die Temperatur jeweils vor Schubeinlauf beträgt 1650 C. Die übrigen Bedingungen sind wie in Beispiel 1. Die Ausscheidung hat einen Abdampfrückstand von 305 g/l und einen Ascherückstand von 80 g/l. Der Zellstoff ist von guter Festigkeit und Bleichbarkeit. 



   Die Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens bezüglich Chemikalienbedarf und Ablaugenkonzentration im Vergleich zu dem bekannten sogenannten Drehkocherverfahren sind aus der nachstehenden Ta- 
 EMI5.3 
 

 <Desc/Clms Page number 6> 

 Friedrich Müller "Die Papierfabrikation und ihre Maschinen", Band 1 [1940] und Band 3   [1936] ent-   nommen bzw. errechnet. 



   Vergleichs - Tabelle 
 EMI6.1 
 
<tb> 
<tb> Verbrauch <SEP> an <SEP> kg <SEP> NaOH <SEP> bei <SEP> den <SEP> bekannten <SEP> Verfahren <SEP> bei <SEP> Anwendung <SEP> des <SEP> erfinpro <SEP> 100 <SEP> kg <SEP> Stroh <SEP> (lutro) <SEP> dungsgemässen <SEP> Verfahrens
<tb> 21 <SEP> 12
<tb> Konzentration <SEP> der <SEP> Ablaugen
<tb> g <SEP> Trockensubstanz <SEP> 11, <SEP> 9 <SEP> 17. <SEP> 6
<tb> in <SEP> 100 <SEP> g <SEP> Ablauge <SEP> 
<tb> 
 
PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung von Zellstoff nach dem Gegenstromprinzip in einem oder mehreren Aufschlussgefässen mit Zuführung von Aufschlusslösung und Abzug der Lauge während der Druckerhitzung, da- 
 EMI6.2 
 während des Aufschlusses unter Druck zur Einwirkung gebracht werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufschlussflüssigkeit in mehreren einzelnen Flüssigkeitsquanten (Schüben) die Füllung der Aufschlussgefässe durchfliesst.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufschluss von Holz die abge- EMI6.3
    4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufschluss von ein oder zweijährigen Pflanzen und ähnlichem Material auf die Gewichtseinheit des Ausgangsmaterials (atro) mindestens 1, 5, vorzugsweise 2-5 Einheiten des Schubvolumens treffen (m3/1000 kg).
    5. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Abschnitten ein Abschnitt annähernd gleicher Konzentration an wirksamen anorganischen Substanzen. gegebenenfalls in zwei oder mehreren Teilmengen, eingelegt wird.
    6. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass be ; alkalischem Aufschluss, insbesondere ein-oder zweijähriger Pflanzen, Alkaliengaben von 9 bis 18 kg so bemessen werden, dass bei entsprechender Temperatur und Reaktionszeit ein noch ausreichender Aufschluss erreicht wird und der pH-Wert der austretenden, auszuscheidenden Lauge zwischen 8 und 6, vorzugsweise zwischen 7,8 und 7 liegt.
    7. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser und Waschwässer, z. B. verdünnte wässerige Lösungen, bsi dem am stärksten abgebauten Aufschlussgut eingeführt und diesem nach völligem oder teilweisem Passieren des 2. Aufschlussabschnittes und damit vor ihrem Übergang in den ersten Aufschlussabschnitt wirksame anorganische Substanzen zugesetzt werden.
    8. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Flüssigkeit vor Übertritt in den ersten Aufschlussapschnitt aus dem System abgezweigt und diesem nach Anreicherung mit wirksamen anorganischen Substanzen beim Übergang in den ersten Aufschlussabschnitt wieder zugeführt wird.
    9. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Aufschlusslösungen durch hintereinandergeschaltete, mit dem Aufschlussgut beschickte Gefässe geführt werden, deren Reihenfolge periodisch derart gewechselt wird, dass an Stelle des jeweils abgeschalteten letzten entlaugten Gefässes der Reihe ein frisch mit Aufschlussgut beschicktes Gefäss als erstes Gefäss in der Reihe eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens je zwei Gefässe der Durchführung des ersten Aufsehlussabschnittss und derjenigen des restlichen Aufschlusses dienen.
    10. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach Ablauf der Hauptmenge eines einzelnen Schubes, vorzugsweise der Hauptmenge jeden Schubes, ein Gemisch von Flüssigkeit, Dampf und Gas durch ein am unteren Teil der Aufschlussgefässe angebrachtes Filter abgezogen wird.
    11. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach Abzug eines Schubes, vorzugsweise eines jeden einzelnen Schubes, und vor erneuter Zufuhr eines Schubes, Dampf in das <Desc/Clms Page number 7> von Aufschlusslösung durcht : änkte und von Dampf umgabene Material von unten eingeleitet und hiedurch die Temperatur des Gutes um 1 - 300 vorzugsweise um 5-15 erhöht wird.
    12. Verfahren nach denAnsprücnen 1 und rs dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in der Weise. im Gegenstrom durchgeführt wird, dass die zur Wiederverwendung bestimmten Fraktionen vorzugsweise bei 90 - 1500 gespeichert und jeweils bei dem folgenden Aufschluss in abgeteilten Mengen, geordnet nach der Reihenfolge des vorangegangenen Austrittes, dem Aufschlussgefäss zugeführt werden.
    13. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bereitung der Aufschlusslösung anorganische Stoffe in höherer oder hoher Konzentration - in gelöstem, festem oder gasförmigem Zustand-zu ligninhaltigen Lösungen mit einem Gehalt von 20 g pro Liter oder mehr organischer Substanz, vorzugsweise in Form von Alkali, zugesetzt werden.
    14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass alkalikarbonathaltige Rückstände der Laugenverbrennung, sogenannte Schmelze, in die ligninhaltige Lösung eingetragen und aufgelöst werden, worauf gegebenenfalls das in der Lösung enthaltene Natriumkarbonat ganz oder teilweise kaustiziert wird.
    15. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aufschluss ein Zellstoffmaterial verwendet wird, welches in an sich bekannter Weise durch Vorhydrolyse vondenPentosanen, vorzugsweise durch Perkolation im gleichen Perkolator, grossenteils befreit ist.
AT581753A 1952-10-22 1953-10-20 Verfahren zur Herstellung von Zellstoff AT202435B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE202435T 1952-10-22

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT202435B true AT202435B (de) 1959-03-10

Family

ID=29556622

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT581753A AT202435B (de) 1952-10-22 1953-10-20 Verfahren zur Herstellung von Zellstoff

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT202435B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2141757C3 (de) Verfahren zum Bleichen von Zellstoffbrei
EP0035679A1 (de) Verfahren und Anlage zur kontinuierlichen Hydrolyse von cellulosehaltiger, pflanzlicher Biosubstanz zur Gewinnung von Zuckern
DE69430009T2 (de) Verfahren zur herstellung von gebleichtem zellstoff
DE2130164A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Holzpulpe
DE69210692T2 (de) Diskontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Kraft-Zellstoffen
AT202435B (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoff
DE3343403A1 (de) Verfahren zum delignifizierenden bleichen eines wasserhaltigen cellulosehalbstoffes
DE1249666B (de) Verfahren zur gewinnung von zellstoff nach dem magnesiumbisulfitverfahren
DE1037833B (de) Verfahren zur Aufarbeitung von Ammoniumsulfitablauge aus dem Holzaufschluss auf frische Kochlauge
DE2331972A1 (de) Verfahren zum fraktionieren einer sulfitablauge
DE1041787B (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoff
DE730317C (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfitzellstoff
DE3247594C2 (de)
DE152236C (de)
DE1567350A1 (de) Verfahren zur Verzuckerung der Hemizellulose von Holz oder anderen Ausgangsmaterialien durch Druckperkolation mit verduennten Saeuren sowie zur Weiterverarbeitung der gewonnenen Zuckerloesungen und des im wesentlichen aus Zellulose und Lignin bestehenden Rueckstandes
DE1692857C3 (de) Verfahren zum Herstellen eines Cellulosebreis
AT265847B (de) Kreisprozeß zur Herstellung von Zellstoff
DE1302961B (de) Verwendung von Produkten, die durch Umsetzung von Zellstoffkocherablauge mit Ammoniak und Sauerstoff hergestellt worden sind, als Düngemittel
DE272036C (de)
CH687393A5 (de) Kochchemikalienrueckgewinnungsverfahren aus der Schwarzlauge der Zellstoffherstellung.
DE507969C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff
DE69128267T2 (de) Modifizierter und kontinuierlicher Sulfitaufschluss
DE663441C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Holz
DE214000C (de)
DE257993C (de)