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Verfahren zur Erzeugung von gebranntem Kalk in Formstücken
Bei dem allgemein üblichen Verfahren zur Erzeugung von gebranntem Kalk können von dem meist durch Sprengen gewonnenen Kalkstein nur die grossen Stücke in den Brennofen eingesetzt werden, die kleineren Stücke hingegen werden als Abfall unverwertet irgendwo abseits in Halden abgelagert. Zum
Brennen des grossstückigen Materials wird sehr viel Brennstoff verbraucht, weil aus den Natursteinen die
Kohlensäure nur schwer auszutreiben ist und der Brennvorgang sich nach den grössten Stücken richten muss. Der auf diese Weise hergestellte gebrannte Kalk ist unhandlich und benötigt zur Lagerung viel
Platz, weil zwischen den unregelmässigen Stücken grosse Zwischenräume gebildet werden.
Ferner ist nachteilig, dass dieser Kalk schon nach einigen Tagen infolge Wasseraufnahme aus der Luft zerfällt und dabei an Wert verliert. Das Ein- und Ausladen kann jedenfalls nur unter Verwendung von Schaufeln erfol- gen, wobei die erhebliche Staubentwicklung gesundheitsschädigend ist und die Arbeit sehr behindert.
Es ist schon vorgeschlagen worden, technisch anfallendes oder in der Natur vorkommendes fein ver- teiltes Kalziumkarbonat, das in dieser Form zum Brennen ungeeignet ist, vor dem Brennen mit gelösch- tem Kalk und Wasser zu binden und zu Formstücken zu pressen. Diese Formstücke verhalten sich infolge ihres im ungebrannten Zustande dichten Gefüges ähnlich nachteilig wie der aus Naturkalkstein gebrannte
Stückkalk, weil hier wie dort beim Brennen zahllose Risse entstehen, welche einerseits die Festigkeit der
Stücke heruntersetzen und anderseits der Aufnahme von Wasser aus der Luft sehr förderlich sind.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, geformten gebrannten Kalk dadurch herzustellen, dass man technisch anfallenden trockenen Kalziumhydroxydstaub presst und die Presslinge nachher brennt. Dieses
Verfahren ist aber wegen des speziellen Ausgangsprodukts nur begrenzt anwendbar.
Die Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, dass das rasche Zerfallen des aus Kalziumkarbonat in irgendeiner Form gebrannten Kalkes an der Luft nur dann wirksam vermieden werden kann, wenn es gelingt, die beim Brennen entstehende Kohlensäure und eventuell den Wasserdampf so ungehindert entweichen zu lassen, dass es zur erwähnten Rissbildung in grösserem Ausmasse überhaupt nicht kommt. Gemäss der Erfindung wird in diesem Sinne stückiger Naturkalkstein als Ausgangsprodukt verwendet, der gemahlen und gerade mit so viel gelöschtem Kalk und Wasser gebunden wird, dass die daraus hergestellten Formstücke porös sind und doch genügend Festigkeit besitzen.
Versuche mit nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Formstücken gebrannten Kalkes haben ergeben, dass diese Formstücke unter gleichen Bedingungen um ein Vielfaches länger ohne zu zerfallen in freier Luft gelagert werden können, als der herkömmliche Stückkalk. Es bildet sich dabei an der glatten Oberfläche eine feine Staubschicht, welche die feinen Poren wirksam verschliesst. Durch die kanti- gen Körner des Mahlproduktes und den verhältnismässig geringen Zusatz von gelöschtem Kalk und Wasser werden hiebei bei guter mechanischer Bindung im ganzen Körper der Presslinge genügend Poren gebildet, um die beim Brennen entstehenden Gase und Dämpfe ohne Schaden entweichen zu lassen.
Neben den Vorteilen guter Lager-, Lade- und Transportfähigkeit des erfindungsgemäss hergestellten Kalks ist nun die Möglichkeit geschaffen, das bei den bestehenden Kalkwerken meist in grossen Halden abgelagerte und bisher nicht verwertete kleinstückige Abfallmaterial nachträglich voll zu akivieren, wobei der Vorteil des Entfallens der Sprengarbeit weit den Aufwand für das Mahlen des Materials überwiegt. Für das Brennen der gleich grossen und porösen Formstücke wird wesentlich weniger Heizmaterial verbraucht, weil die Kohlensäure leicht entweichen und ausserdem mit einem gleichmässigen Feuer gearbeitet werden kann.
Alle Arbeiten, wie das Einsetzen der Formstücke in den Ofen, das Herausbringen aus dem Ofen und das Verladen sind durch die handliche gleichmässige Form wesentlich vereinfacht, wozu noch der
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Vorteil sehr geringer Staubentwicklung kommt.
Wie angegeben, wird dem Mahlprodukt nur so viel von hydraulischem oder gelöschtem Kalk zugesetzt, dass die Formstücke die für das Einsetzen in den Ofen nötige Festigkeit haben. Der Zusatz wird praktisch im Bereich zwischen 5 und 25%, vorzugsweise um 100/0 liegen.
Wenn erforderlich, können die Formstücke vor dem Einsetzen in den Brennofen noch bis zueinem gewissen Grad getrocknet werden, um die nötige Festigkeit zu erreichen. Dieses Trocknen kann etwa in der bei Mauerziegeln üblichen Weise erfolgen.
Vorzugsweise wird die Korngrösse des gemahlenen Kalksteins unterhalb 3 mm gehalten, damit erfahrungsgemäss eine entsprechend intensive Bindung bei ausreichender Porosität und geringem Zusatz ge- währleistet ist. Die Formstücke können von Hand geformt oder aber auch von Hand oder maschinell gepresst werden. Vorteilhaft. vdxd man beim maschinellen Verfahren Revolver- oder Strangpressen verwenden. Aus Gründen der Handlichkeit wird man etwa Ziegelformat oder Doppelziegelformat wählen und die Grösse der Formstücke so bestimmen. dass diese in gebranntem Zustand ein rundes Gewicht von z. B. 2 oder 4 kg aufweisen. Es wird dadurch auch der Handel erleichtert.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung von gebranntem Kalk in Formstücken, wobei fein verteiltes Kalziumkarbonat vor dem Brennen mit gelöschtem Kalk und Wasser gebunden und geformt wird, dadurch gekennzeichnet, dass stückiger Naturkalkstein als Ausgangsprodukt dient und dieser gemahlen und gerade mit so viel gelöschtem Kalk und Wasser gebunden wird, dass die daraus hergestellten Formstücke porös sind und doch genügend Festigkeit besitzen.