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Verfahren zur Herstellung von stückigem Brenngut mittels eines tonigep
Bindemittels. Das Verfahren bezweckt die Herstellung von stückigem Brenngut aus
Brennstoffklein aller Art, insbesondere Klarkohle, Staubkohle, Koksgrus, Sägespäne,
Torfmüll u. dgl. mittels bituminösen Tons: Die bituminösen, d. h. mit Brennstoff
(Kohle) durchsetzten Tone treten in der Natur in Ablagerungen von großer Mächtigkeit
auf. Sie haben die Eigenschaft wie gewöhnliche Tone, im feuchten Zustande geknetet
oder gepreßt einen plastischen Körper zu bilden und beim Austrocknen verhältnismäßig
fest zu erhärten. Diese härtende Eigenschaft wird auf loses Brennstoffklein übertragen,
wenn dieses mit feuchtem, bituminösem Ton vermischt wird, und zwar in um so höherem
Maße, je mehr der betreffende Brennstoff naß angerührt bereits eigene Bindekraft
besitzt, wie z. B. Braunkohlenbrei. Bekanntlich sind Naßpreßsteine aus Braunkohlenbrei
bereits im Gebrauch, aber, da sie wegen ihrer geringen Haltbarkeit den Versand auf
weitere Strecken nicht vertragen, nur für den örtlichen Bedarf geeignet.
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Aus diesem Grunde ist auch das Einbinden von Brennstoffklein mittels
gewöhnlichen Lehms oder Tons versucht worden; weil jedoch durch diesen Zusatz nur
unverbrennliche Teile hinzukommen, wird die Verwendbarkeit als Heizstoff in Frage
gestellt. Es bilden sich auch im Feuer um den mit Lehm oder Ton eingebundenen Brennstoff
undurchlässige Krusten, die eine durchgreifende Veraschung unmöglich machen. Außerdem
ist bekanntlich -gewöhnlicher Lehm und Ton gegen Feuchtigkeit sehr empfindlich,
so daß das Erzeugnis beim Naßwerden zerfällt.
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Diesen Übelständen wird durch den Zusatz von bituminösem Ton zu dem
Bz4nnstofflilein abgeholfen, so daß beim Formen bzw. Pressen ein fester Stein entsteht,
welcher Witterungseinflüssen gut standhält4 da der im bituminösen Ton enthaltene
Brennstoff, einmal ausgetrocknet, Feuchtigkeit sehr schwer annimmt.
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Von ausschlaggebender Bedeutung für die Verwendbarkeit der bituminösen
Tone zur Erzeugung von Brennstoffen ist jedoch der Umstand, daß sie lufttrocken
im Mittel etwa qo bis 5o Prozent verbrennliche Bestandteile enthalten und demgemäß
den eigentlichen Brennstoff bei einem Zusatz von io bis 30 Prozent zu demselben
nur wenig verschlechtern, da dieser im Mittel auch nur 8o Prozent Bitumen enthält.
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Bituminöse Tone sind an sich wegen ihres hohen Aschengehaltes als
Brennstoff wenig geeignet; werden sie aber mit einem Brennstoff in ein entsprechendes
Mischverhältnis gebracht, so verbrennen sie mit diesem unter voller Ausnutzung ihres
Heizwertes. Anderseits ist aber auch Brennstoffklein, namentlich im Hausbrande,
weil es das Feuer wegen seiner ungenügenden Durchlässigkeit für Gase erstickt, kaum
verwendbar; wird es aber durch das Einbinden mit bituminösem Ton stückig gemacht,
so wird dieser Nachteil beseitigt, und es entsteht ein neuer Heizstoff von mittlerem
Heizwert und vorteilhafter, besonders gluthaltender Heizwirkung.
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Hieraus ergeben sich technische und wirtschaftliche Vorteile, die
erstens auf der Möglichkeit der Nutzbarmachung der bituminösen Tone als Heizstoff
und zweitens auf der Herstellung von brikettartigem Brenngut beruhen, ohne daß bei
der Herstellung Brennstoff verloren
geht oder kostspielige künstliche
Bindemittel erforderlich werden und ohne daß diese Brikettierungsart komplizierter
technischer Einrichtungeii bedarf.
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Berückt chtigt man außerdem, daß die bitumingsen one teils- selbständige
bedeutende Lagerstätten bilden, teils als Begleiter der Braunkohlen- und Steinkohlenflöte
im Liegenden und Hangenden derselben auftreten, so daß sie mit diesen gemeinsam
gewonnen werden können, liegt die wirtschaftliche der Erfindung auf der Hand. -
-Der Hergang des Verfahrens im Grundzug ist folgender Der der Lagerstätte am besten
frisch entnommene bituminöse Ton wird; wenn er nicht genügend Feuchtigkeit besitzt,
um eine ausreichende plastische Bindung herbeizuführen, entsprechend mit Wasser
versetzt.` Hierauf oder gleichzeitig wird das Brennstoffklein mit dem bituminösen
Ton in @ einem- durchschnittlichen Verhältnis von 75 bis 8o ProzeiRt Brenngut und
2o bis 25 Prozent bituminösem Ton zusammengebracht und vermischt, was von Hand oder
zweckmäßiger maschinell geschehen kann. Je inniger die Mischung und Verteilung der
Stoffe ist, um so größer wird die Haltbarkeit des tnderzeügnisses. Das Mischgut
wird entweder zwecks Austrocknens in flacher Schicht ausgebreitet oder vorher am
besten maschinell geformtbzw. gepreßt. Die Preßsteine werden wie bei der Ziegelfabrikation
an der Luft oder durch künstliche Wärme ausgetrocknet und "sind dann gebrauchsfertig.
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Der technische und wirtschaftliche Fortschritt der Erfindung.-beruht
kurz zusammengefaßt auf Streckung- der Brennstoffvorräte infolge Verbesserung und
Auswertung an sich nicht .oder schwer verheizbarer Rohstoffe, auf der damit--verbundenen
Erschließung neuer Energiequellen und auf der Schaffung eines feststückigen Heizstoffes
von mittlerem Heizwert und wärmehaltenden Eigenschaften.