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Geschosszünder
Die Erfindung betrifft einen Geschosszünder mit einem die Zündnadel sichernden, in der Zünderspitze versenkt angeordneten und mit seiner Stirnfläche dem Luftstrom ausgesetzten Schmelzkörper.
Es ist bekannt, bei Zündern die verzögerte Entsicherung der Zündnadel und damit die Armierung des Zünders vom Schmelzen eines aus einer bei niedriger Temperatur schmelzenden Legierung bestehenden Körpers abhängig zu machen. Der als plattenfönmge Pille ausgebildete, leicht schmelzbare Körper ist in die Spitze des Zünders eingesetzt, so dass er während des Fluges des Geschosses durch die vor seiner Stirnfläche infolge der Stauung der Luft sich bildende Wärme erhitzt und geschmolzen wird. Bei einer bekannten Anwendungsform dieses Entsicherungsprinzips wird der Schmelzkörper mit Ausnahme der Stirnfläche vollständig vom auf der Aussenfläche glatten Zündergehäuse umschlossen.
Wie Versuche gezeigt haben, sind jedoch bei dieser Fassung der Schmelzpille die Unterschiede in der Verzögerung der Armierung des Zünders und damit der Vorrohrsicherheitsdistanzen bei hohen und tiefen Luft- und Munitionstemperaturen viel zu gross.
Dieser Nachteil wird beim Zünder nach der Erfindung dadurch behoben, dass erfindungsgemäss das Zündergehäuse Luftkanäle zur Ableitung der sich vor dem Schmelzkörper stauenden Luft aufweist.
Durch diese erfindungsgemässe Ausbildung der Zünderspitze wird, wie Versuche gezeigt haben, die Heizwirkung der über die Spitze des Zünders abströmenden Luft gesteigert, so dass eine weitgehende Angleichung der Vorrohrsicherheitsdistanzen bei tiefen Temperaturen an diejenigen bei hohen Temperaturen erreicht wird. Als weitere günstige Auswirkung der erfindungsgemässen Massnahme ergibt sich ferner die Möglichkeit der Verwendung von Schmelzmetall mit höherem Schmelzpunkt, was aus Sicherheitsgründen erwünscht ist, und ferner die Anwendungsmöglichkeit des in Frage stehenden Entsicherungsprinzips mittels Schmelz- metall auch für Geschosse mit kleineren Anfangsgeschwindigkeiten und daher kleineren
Stautemperaturen vor der Zünderspitze.
In den Zeichnungen sind zwei Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 einen Schnitt durch eine erste Ausführung einer Zünderspitze, nach Linie 7-7 in Fig. 2 ; Fig. 2 einen der Ausführung nach Fig. 1 entsprechenden Grundriss ; Fig. 3 einen Schnitt durch eine zweite Ausführung einer Zünderspitze, nach Linie III-III in Fig. 4 ; Fig. 4 den Grundriss zur Ausführung nach Fig. 3.
Nach Fig. 1 besteht beispielsweise die Spitze des Zündergehäuses aus der Haube 1 und dem Zünderkörper 2, die miteinander verschraubt sind. Der als kreisrunde Pille ausgebildete Schmelzkörper 3 wird durch die Fläche 4 der Haube auf die auf dem Zünderkörper 2 abgestützte Unterlage 5 gepresst. Die Haube ist mit einer zentralen und bis zur Schmelzpille durchgehenden Bohrung 9 versehen. Die Dicke der Schmelzpille entspricht dem Entsicherungsweg des Zündstiftes 6, der in der Ruhestellung mit seinem vorderen Ende an der hinteren Endfläche der Unterlage 5 anliegt.
Die vordere, durch die Zünderhaube gebildete Einfassung der Schmelzpille ist vorn und seitlich geschlitzt, so dass die Schmelzpille dort frei liegt. Diese Schlitze 7 bilden mit den nach hinten anschliessenden Nuten 8 Kanäle, durch welche die Luft über die vordere Kante der Schmelzpille nach hinten abfliessen kann. Die Nuten sind so tief, dass ihr Grund, welcher mit der Zünderachse einen Winkel einschliesst, der grösser ist als der halbe Öffnungswinkel der Spitze des Zünders, bis in die unmittelbare Nähe der Kante der hinteren Endfläche der Schmelzpille reicht. Nach Fig. 2 sind die durch die mit ausgezogenen Linien dargestellten Luftkanäle gelegten Symmetrieebenen gleichzeitig auch Symmetrieebenen des Zünders.
Durch die Anordnung von Luftkanälen gemäss Fig. 1 und 1 erhöht sich der auf das Geschoss wirkende Luftwiderstand um einen gewissen Betrag und damit werden auch die Flug-
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zeiten des Geschosses für bestimmte Distanzen etwas grösser. Die Erhöhung der Flugzeiten kann dadurch minimal gehalten werden, dass man die Luftkanäle so anordnet, dass die durch diese gelegten Symmetrieebenen durch die Zünderachse gelegte Ebenen in einer Mantellinie der zentralen Bohrung 9 schneiden. Diese Ebenen sollen einen Winkel et einschliessen, der nicht grösser als der Enddrallwinkel des Waffenrohres ist, aus welchem die mit dem Zünder versehene Munition verschossen wird.
Diese in bezug auf Herstellung etwas ungünstigere Anordnung der Luftkanäle ist in Fig. 2 mit unterbrochenen Linien dargestellt.
Die Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes. Der Schmelzkörper 3 ist tiefer in die Haube 1 versenkt und die zentrale Bohrung 10 länger. Dadurch ist der Schmelzkörper besser als bei der Bauart nach Fig. 1 gegen Beschädigungen geschützt. Die Luftkanäle zur Ableitung der sich in der Bohrung 10 stauenden Luft sind als Bohrungen 11 ausgebildet, deren Achsen die Zünderachse schneiden und mit ihr einen spitzen Winkel bilden. Die Bohrungen 11 sind so geführt, dass der Schmelzkörper 3, wie in Fig. 3 gezeichnet, in ihre lichten Öffnungen hineinragt, und seine obere Kante von der austretenden Luft umströmt wird. Der Schmelzkörper kann zur Verbesserung der Strömungsverhältnisse mit einer stumpfen Kegelspitze versehen werden.
Die Zahl der zweckmässigerweise in gleich- mässigen Abständen voneinander angeordneten Bohrungen 11 richtet sich nach der zulässigen Differenz der Vorrohrsicherheitsdistanzen bei hohen und tiefen Temperaturen. Diese Diffe- renz wird umso kleiner, je grösser die Zahl der Kanäle ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Geschosszünder mit einem die Zündnadel sichernden, in der Zünderspitze versenkt angeordneten und mit seiner Stirnfläche dem Luftstrom ausgesetzten Schmelzkörper, dadurch gekennzeichnet, dass das Zündergehäuse Luftkanäle zur Ableitung der sich vor dem Schmelzkörper stauenden Luft aufweist.