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Verfahren zur Herstellung von gläsernen Ziergegenständen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von gläsernen Ziergegenständen und auf nach diesem Verfahren hergestellte Ziergegenstände.
Gläserne Ziergegenstände werden bisher mit verschiedenartiger Technik, meistens durch Blasen in eine Form, hergestellt. Durch dieses bekannte Verfahren können mit mehreren Hohlräumen versehene, aus einem Stück Glas bestehende gläserne Ziergegenstände nicht einwandfrei hergestellt werden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung ermöglicht die Herstellung dieser neuen Art von Erzeugnissen ohne Verwendung einer Form, bei Aufrechterhaltung einer vollkommenen Klarheit der Glasmasse und Erzielung einer vollkommen glatten Hochglanz-Oberfläche ohne jedwelches Polieren mit mechanischen oder chemischen Präparaten.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass in einen glühenden Glaskern Vertiefungen eingedrückt werden und der Glaskern durch Schwingen und Ausziehen in die gewünschte Form gebracht wird, worauf der mit nach aussen offenen länglichen Hohlräumen versehene Glaskern mit einer zweiten Glasmassenschicht überdeckt wird, die Glasmasse an den Stellen, wo die Enden der Hohlräume der Oberfläche am nächsten sind, in eine Spitze ausgezogen und die Spitze derart abgebrochen wird, dass die Hohlräume an der Oberfläche münden, die scharfen Kanten abgerundet werden, dem Glaskörper die endgültige Gestalt erteilt und derselbe von dem Tragkörper abgetrennt wird.
Vorzugsweise werden die derart hergestellten Gegenstände noch in heissem Zustand durch Einbringen eines farbigen Pulvers, gegebenenfalls in verschiedenen Farben, in die einzelnen Hohlräume des Gegenstandes gefärbt.
Das Herstellungsverfahren gemäss der Erfindung ist zum besseren Verständnis an einem Beispiel der Herstellung einer Vase mit zwei Hohlräumen beschrieben und in der beiliegenden Zeichnung schematisch veranschaulicht, wo in der Fig. 1-5 die einzelnen Herstellungsphasen und in Fig. 6 das fertige Erzeugnis dargestellt ist.
Mit einem z. B. eisernen Stab 1 wird eine bestimmte Menge der Glasmasse 2 aufgenommen, wie in Fig. 1 dargestellt, und in die in Fig. 2 veranschaulichte gewünschte Form gebracht. Mit einem Messingstift 4 wird in die plastische Glasmasse eine beliebige Anzahl von Hohlräumen 6 durch Einschiebung des Stiftes in Richtung des Pfeiles 5 eingedrückt.
Der auf diese Weise gewonnene Glaskörper wird mit einer weiteren Glasschicht 7 überdeckt, die gleichmässig entlang der ganzen Oberfläche des Körpers, wie in Fig. 3 dargestellt, ausgebreitet wird, Fig. 4 veranschaulicht eine weitere Phase des erfindungsgemässen Vorganges, bei welchem, noch bevor die Glasmasse auskühlt, mit einer Pinzette 8 die Glasmasse an der Stelle, wo die Hohlräume 6 der Oberfläche am nächsten kommen, in eine Spitze ausgezogen und mittels eines nassen Eisens 9 in an sich bekannter Weise abgebrochen wird, damit die Hohlräume 6 bis zur Oberfläche vordringen. Die durch den Bruch entstandenen scharfen Kanten werden in einem Ofen abgebrannt und durch geeignetes Schwingen wird die Glasmasse in die in Fig. 5 gezeichnete gewünschte Form 10 gebracht.
Mit einer Zange wird die Glasmasse am Ende des Eisenstabes an der Stelle 11 zusammengezogen, im geeigneten Augenblick von dem Stab abgetrennt und in normaler Weise gekühlt. Nach Schleifen des Bodens 12 ist das Erzeugnis fertig und, wie in Fig. 6 dargestellt, erhält man einen Ziergegenstand, der mit Öffnungen A versehen ist, die in die einzelnen Hohlräume B münden.
Es ist selbstverständlich, dass dem Erzeugnis die verschiedensten Formen erteilt werden können, ebene
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so wie eine verschiedene Anzahl von Hohlräumen gewählt werden kann.
Das fertige Erzeugnis zeichnet sich durch absolute Klarheit der Glasmasse, Hochglanz der Oberflä- che, sowie durch Reinheit der Oberflächenlinie aus, die durch die Berührung der noch plastischen Glasmasse mit der Form nicht beeinträchtigt werden.
Ein weiterer ästhetisch höchst wirksamer Effekt wird durch das Einbringen eines farbigen Pulvers in die Hohlräume des in Herstellung betroffenen Gegenstandes erzielt. Dies wird derart durchgeführt, dass fein zerriebenes Glaspulver auf einen in einem Kolben (Ballon) endenden Glasstab genommen und in die Hohlräume des Halberzeugnisses zu einem Zeitpunkt eingebracht wird, solange die Glasmasse im Inneren noch glühend ist und das Pulver ausgeblasen wird. Dadurch wird die Zerstreuung des Pulvers über die ganze Innenfläche der Hohlräume erzielt. wenn für die Hohlräume Pulver von verschiedener Farbe oder Schattierung gewählt werden, so wird die ästhetische Wirkung noch erhöht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von gläsernen Ziergegenständen, dadurch gekennzeichnet, dass in einen glühenden Glaskern Vertiefungen eingedrückt werden und der Glaskern durch Schwingen und Ausziehen in die gewünschte Form gebracht wird, worauf der mit nach aussen offenen, länglichen Hohlräumen versehene Glaskern mit einer zweiten Glasmassenschicht überdeckt wird, die Glasmasse an den Stellen, wo die Enden der Hohlräume der Oberfläche am nächsten sind, in eine Spitze ausgezogen und die Spitze derart abgebrochen wird, dass die Hohlräume an der Oberfläche münden, die scharfen Kanten abgerundet werden, dem Glaskörper die endgültige Gestalt erteilt und derselbe von dem Tragkörper abgetrennt wird.