DE84506C - - Google Patents

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DE84506C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B9/00Blowing glass; Production of hollow glass articles
    • C03B9/02Blowing glass; Production of hollow glass articles with the mouth; Auxiliary means therefor

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Surface Treatment Of Glass (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMTS^
PATENTSCHRIFT
KLASSE 32: Glas.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Oktober 1894 ab.
In dem Patent Nr. 67292 ist ein Verfahren zur Herstellung flacher Glasgegenstände beschrieben, welches darin besteht, dafs man eine Glasfläche auswalzt und die herzustellenden Gegenstände ausstanzt, während die Glasfläche sich noch im plastischen Zustande befindet. Es sind aufserdem Versuche gemacht worden, derartige Glasgegenstände, beispielsweise Glasbuchstaben, dadurch herzustellen, dafs man in den Glasblasformen Vertiefungen von der Gestalt der herzustellenden Gegenstände anbrachte, die dann im Relief an der Aufsenfläche der erblasenen Gegenstände erscheinen. Diese Reliefs wurden mit dem Diamanten oder auf andere Weise aus dem erblasenen Körper herausgetrennt.
Bei diesem Verfahren erhalten die gewonnenen Gegenstände eine rauhe Oberfläche, weil sie an der Fläche der Form dicht anliegen. Aufserdem entsteht beim Trennen viel Bruch.
Beim vorliegenden Verfahren werden die Gegenstände zwar auch im Blasverfahren hergestellt und dann zerlegt, aber die Glasmasse liegt an der Form nur da an, wo die Trennungslinien der Einzelgegenstände sich befinden, die man herstellen will. Hierdurch wird der auch bei dem genannten patentirten Verfahren vorhandene Vortheil erzielt, dafs die Oberfläche der hergestellten Gegenstände von Formtheilen vollständig unberührt bleibt und daher Feuerpolitur erhält.
Es geht aus dem Gesagten hervor, dafs für das vorliegende Blasverfahren diejenige Art der Formen zur Anwendung kommen mufs, welche auf ihrer Innenfläche mit Leisten besetzt sind. Es empfiehlt sich ferner, die nachher zu zerlegenden Glashohlkörper aus möglichst grofsen ebenen Flächen zusammenzusetzen und an den Kantenlinien dieser Flächen dünn zu halten, so dafs sie hier durch Absprengen, Abschleifen oder mit Hülfe eines Sandgebläses leicht von einander zu trennen sind. Es eignen sich hierfür beispielsweise Glashohlkörper in Würfelform oder auch in prismatischer Form.
Ausführungsbeispiele des Verfahrens sind im Folgenden beschrieben.
Fig. ι der Zeichnung zeigt einen in Würfelform geblasenen Glashohlkörper; die sechs Flächen der Blasform sind mit Leisten besetzt, welche sich in die Flächen des Glashohlkörpers eindrücken und die der Form der herzustellenden Gegenstände entsprechenden Umrisse einschneiden. Nachdem die Form geöffnet und der Würfel herausgenommen ist, kann man den Glashohlkörper nach seiner Abkühlung an seinen Kantenlinien auftrennen. Auf diese Weise erhält man sechs mit eingedrückten Contouren versehene Tafeln, die in bekannter Weise behandelt werden, um die Einzelgegenstände zu gewinnen. Am einfachsten geschieht dies dadurch, dafs man die Tafel auf ihrer Rückseite bis nahezu oder ganz auf den Contourengrund abschleift, worauf ihre Zerlegung in Einzelgegenstände erfolgt. Da die Glasflächen zwischen den eingeschnittenen Umrifslinien mit den Formwänden nicht in Berührung kommen, so erhält jeder Gegenstand eine gewölbte Oberfläche mit schöner Feuerpolitur.
Man richtet zweckmäfsig die Form so ein, dafs die Kanten des Glaskörpers möglichst dünn ausfallen, um die Trennung der Flächen zu erleichtern.
Fig. 2 und 3 geben eine andere Form des Hohlkörpers an. Derselbe hat zwei grofse Flächen von nur geringem Abstande, um beim Blasen an Kraft zu sparen. Die ringsherum laufenden Kantenlinien können leicht getrennt werden; man erhält zwei zu behandelnde Platten.
Für den Blasvorgang können Formen mit vollen oder durchbrochenen Wandflächen zur Anwendung kommen; diese Blasformen zur Ausführung des Verfahrens werden am geeignetsten auf ihrer Innenfläche mit auswechselbaren Leisten versehen, so dafs eine beschränkte Anzahl von Formen zur Herstellung einer grofsen Anzahl von Glasgegenständen verwendet werden können. Auch die Bearbeitung der Leiste ist leichter, wenn man sie auswechseln kann.
Es kann das beschriebene Verfahren auch so zur Ausführung kommen, dafs der Glashohlkörper zunächst in glatter Form geblasen, dann wieder vorgewärmt und hiernach in der beschriebenen Weise in einer zweiten Form weiterbehandelt wird. Ebenso kann man, wenn man auf die Feuerpolitur der Oberfläche der nach diesem Verfahren hergestellten Glasgegenstände verzichten will, beim Blasen in die mit Leisten oder Vorsprüngen besetzte Form das Blasen so weit treiben, dafs die Glasmasse zwischen den Leisten oder Vorsprüngen an der Formwand anliegt.

Claims (2)

Pa te nt-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Glasgegenständen, dadurch gekennzeichnet, dafs man Glashohlkörper, welche in solchen Formen bekannter Art hergestellt sind, die im Innern Leisten oder Vorsprünge haben, nach den diesen Vorsprüngen entsprechenden vertieften Linien zerlegt.
2. Glasblasformen mit vollen oder durchbrochenen Wänden zur Ausführung des im Anspruch ι angegebenen Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dafs die auf ihrer Innenfläche vorgesehenen, Contouren bildenden Leisten auswechselbar angeordnet sind.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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