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Österreichische PATENTSCHRIFT ? 18792.
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Die Erfindung betrifft eine Ballenpresse für Baumwolle und andere faserige Materialien, bei welcher dieselben in bekannter eisp mitte1st eincr aus mehreren konischen Walzen bestehenden Einstopfvorrichtung in schraubenförmigen aufeinander folgenden Schichten in einem Ballenträger mit unter Druck stehendem Boden eingepresst werden ; sie unterscheidet sich von den bekannten Vorrichtungen dadurch, dass die Walzen nur an ihn'n äusseren Enden in einem rotierenden Laufkörper gelagert sind und je ein Zahnrad tragen, welches sich bei der Drehung des Laufkörpers auf einem stillstehenden Zahnkranze abrollt und so den Walzen eine Drehung erteilt. Die inneren Enden der Walzen sind abgestampft und nicht gelagert, so dass eine Verunreinigung des Pressgutes durch Öl nicht stattfinden kann.
Mit dieser Zuführvorrichtung zusammen wirkt eine Zurückhaltevorrichtung, welche die Hallcnträgor mit der ersteren kuppelt und ein Wiederausdehnen des zusammengepressten Materiales verhindert, bis der fertigt-Ballen verschnürt ist.
In den Zeichnungen ist eine derartige Ballenpresse in Fig. 1 und 2 in Vertikal-
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Laufkörpers D erzielt. in dem die Walzen gelagert sind und welcher an seiner Unterseite mit einem Kegelrade d versehen ist. Ein auf der Antriebswelle e angeordnetes kleineres Kegelrad ist mit d in Eingriff, so dass sich bei Drehung der Welle e auch der Lauf-
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Riemenscheibe e1. Zur Betätigung der pressvorrichtung dient eine von der Riemenscheibe e4 ans angetriebene Pumpe < .
Die Walzen F, mittelst welcher die Baumwolle oder dgl. der Presse von dem
Fülltrichter G aus zugeführt wird. haben kegelförmige Gestalt und sind radial und derart geneigt angeordnet, dass ihre unteren oder Arbeitsfächen eine horizontale Ebene oberhalb des
Ballenträgers bilden. Sie sind ganz innerhalb des I. aufkörpers D angeordnet und in dem- selben gelagert. Sie reichen bis dicht an den gemeinsamen Mittelpunkt-und sind an der
Spitze schwach abgestumpft.
Um ein zuverlässiges Drehen der Zuführungswalzen F während der Bewegung um den gemeinsamen Mittelpunkt zu sichern, trägt jede Walze auf ihrer Welle f ein Zahn-
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Stutzplatte k, die zwischen den Säulen C und dem Ring B angeordnet ist. Da die Walzen bei Drehung des Laufkorpers D mitgenommen werden, so werden sich die Zahnräder f2 auf dem Zahnkranze abrollen und die Walzen achsial drehen. Da die Walzenachsen f der ganzen Länge nach gelagert sind, ist ein nochmaliges Lagern derselben in dem gemeinsamen Mittelpunkte unnötig und ist also an diesem Punkte auch keine Schmierung erforderlich.
Durch diese Bauart wird über den Walzen ein freier und zugänglicher Raum geschaffen ; die Walzen können mit dicht aneinander liegenden Spitzen angeordnet werden, d. h. ohne die achsiale Öffnung, die erforderlich wäre, wenn sie von Achsen getragen würden, die sich durch die Spitzen der Walzen erstrecken, so dass das Öl oder ein anderes an den äusseren Lagern der Presse verwendetes Schmiermittel die Baumwolle niemals erreichen kann.
Auf dem Gestell M sind drei um eine der Säulen l drehbare Ballenträger L so angeordnet, dass immer einer derselben unter die Arbeitsfläche der Zuführungswalzen (darunter werden die Flächen verstanden, die das Pressgut herbeischaffen und pressen) gedreht werden kann.
Der hydraulisch oder auf andere Weise betätigte Ballenboden N besteht aus einem Tauchkolben n und einer Platte tl, welche in das Innere der Presskammer passt. Der Tauchkolben n bewegt sich in einem mit einer Stopfbüchse P ausgestatteten Zylinder 0 derart, dass sich der untere Ring der Presskammer auf die Stopfbüchse legt, wenn diese sich nach aufwärts bewegt. Die Stopfbüchse P reicht in den Zylinder 0 hinein und wird durch den inneren Druck bewegt. Ein unterhalb der Stopfbüchse angeordneter Dichtungsring verhindert ein Austreten des Druckwassers.
Wird der Zylinder 0 unter Druck gesetzt, so werden der Tauchkolben und die Stopfbüchse zusammen solange nach aufwärts bewegt, bis sich die Presskammer L in Arbeitsstellung unmittelbar unter den Walzen, aber nicht in Berührung mit denselben befindet.
In diesem Punkte wird die weitere Bewegung der Presskammer durch AnschlagvolTichtungcn verhindert, die aus Bolzen p bestehen, welche an den Flanschen pI der Stopfbüchse P befestigt sind und durch die Grundplatte A und die Zylindernansche hindurchreichon, derart, dass die Köpfe der Bolzen sich gegen die
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Um ein Wiederausdehnen des gebildeten Ballens in der Längsrichtung zu verhindern und denselben derart in den Ballenträger einzuschliessen, dass er von der Pressvorrichtung entfernt und ohne irgendwelche Verminderung der Dichte gebunden werden kann, ist eine Zurückhaltevorrichtung angeordnet, die während der Bildung des Ballens mit der Pressvorrichtung und nach erfolgter Bildung desselben mit dem Ballenträger verbunden ist.
Der Zurückhalter besteht aus einem Ringe Q, der mit vorspringenden. radial nach der Mitte
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gegen denselben Spiel hat, wobei die Haken R ? um eine Flansche Ql des Ringes Q greifen.
Dia Haken, die mit einem gekrümmten und mit einem Gewicht beschwerten Hebel beweglich verbunden sind, greifen selbsttätig um die Flansche Q1, wenn der Zurückhalten in die Lage oberhalh des Ringes 1 gebracht wird, wobei der Hebel an dem festen Punkte R4 der Seitenschienen l2 des Pressbehälters angeschlossen ist.
Wenn der Zurückhalter in seine Lage gebracht wird, kommt zunächst die Flansche Q1 mit den Haken in Berührung und dreht dieselben nach auswärts, wodurch sich der Zurückhalter solange senken kann, bis er auf den Rollen 18 aufrnht, was dann eintritt, wenn die Flansche bereits tiefer als die Hakenspitze @iegt, so dass die Haken wieder mit der Flansche in Eingriff kommen. Die Haken passen einerseits nicht so vollkommen genau auf die Flansche Ql, um jede Drehung des Zurückhalters gegen den Ballenträger zu verhindern, andererseits halten sie den Zurückbaiter nicht so fest, um eine geringe Aufwärtsbowegung desselben gegen den Ballenträger dann unmöglich zu machen, wenn der erstere von den Rollen 18 abgehoben und mit der Pressvorrichtung verbunden ist.
Die obere Kante des Ringes Q ist mit einer Flansche 28 versehen, die Ausschnitte Q4 besitzt, so dass bei angehobenem Zurlickbalter die dazwischen liegenden Teile der Flansche dicht an das untere Ende der Füllvorrichtung passen, um eine Fortsetzung des Trichters
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Innerhalb des Rades d, gerade unterhalb der Walzen F, ist ein Ring S1 angeordnet, der sich auf Vorsprünge des Rades d stützt. Der Ring 81 besitzt selbst auch Vorsprünge S mit abgeschrägten Endflächen. Diese Ansätze S sind in solchen Abständen angeordnet, dass beim Anheben des Zurückhalters mit dem Ballenträger und bei geringer Drehung des Ringes S1 die Abschrägungen der Ansätze S mit entsprechenden Abschrägungen an Ansätzen Q5 in Berührung kommen, die am Ringe Q befestigt sind.
Der Ring 81 ist mit einem Ansatz 82 versehen, in welchen ein Schlitz S3 eingearbeitet ist (Fig. 3), in dem ein mit einer Kurbel S5 verbundener Zapfen S4 gleitet. Die Kurbel ist mit einer in dem Rade d gelagerten Welle S6 verbunden, an deren unterem Ende ein nur teilweise gezahntes Rad S7 (Fig. 4) befestigt ist, das je nach der Lage des die Zahnsegmente tragenden und in Führungen T3 vertikal verschiebbaren Teiles 7'2 mit dem einen oder dem anderen der in verschiedenen horizontalen Ebenen angeordneten Zahnsegmente T, Tl in Eingriff steht ; die Führungen 1'3 sind an einem Arme 7'4 des Ringes B befestigt.
Ein an dem Arum te bei Vs drehbar gelagerter Hebel ist mit dem einen Ende an den Teil T2, mit dem anderen durch die Stange U2 an den Hebel U5 angeschlossen, wobei zur Vermeidung von Stössen bei der Bewegung zwischen den das untere Ende der Stange U2 bildenden Bügel U3 und das gegabelte Ende des Hebels els Uä eine Feder U4 eingeschaltet ist. Der Hebel U5 ist in der Grundplatte A ge- lenkig gelagert und liegt mit dem nicht gegabelten anderen Ende in der Bahn des Anschlages Pl der Stopfbüchse P.
Wenn diese nach aufwärts bewegt wird, um den Ballenträger zu heben, dann wird hiedurch der Hebel U5, die Stange U2 und der Hebel U bewegt und der Teil T2 so gehoben, dass das Zahnsegment T1 in die Lage gelangt, in welcher der Eingriff mit dem Zahnrade S7 möglich ist, während bei Abwärtsbewegung der Stopfbüchse das Gewicht der einzelnen Teile den Teil T2 nach abwärts bewegen und das Zahnsegment T mit dem Zahnrade in Eingriff bringen wird.
Ein durch eine Feder an- gepresster Stift T5 legt sich bei angehobenem Teil T2 an das untere Ende T7 desselben, während er bei gesenktem Teil T2 in eine Nut T6 eingreift, um ihn in seiner Stellung zu halten, da die Spannung der den Stift betätigenden Feder zu schwach ist, um das
Gewicht der einzelnen Teile zu halten, wenn der Hebel U nicht mehr durch die Stopf- büchsegestütztwird.
Die Ballenpresse wirkt folgendermassen : Nachdem die Presse in Bewegung gesetzt wurde, so dass sich der Laufkörper D dreht, wird einer der Ballenträger mit dem Zurück- halter Q, der auf dem oberen Teile des ersteren ruht, unter die Pressvorrichtung gebracht und der Zylinder 0 unter Druck gesetzt. Der Ballenboden N und die Stopfbüchse P be- wegen sich nach aufwärts, so dass die letztere mit dein Hoden des Baltenträgers L in
Berührung kommt, der sich solange nach aufwärts bewegen wird, als dies die Bolzen) zulassen. Bei dieser Aufwärtsbewegung wird der Anschlag P1 an der stopfbüchse auf den
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in Berührung, so dass der Ring gehoben wird und die oberen Kanten der Flanschen sich an die untere Kante des Fülltrichters G legen.
Die Abschrägungen an den Enden der Arme I legen sich an die entsprechenden Abschrägungen des Läufers D derart, dass hiedurch der Zurückhalter mit der Pressvorrichtung fest verbunden wird, die hierauf durch den herabhängenden Arm D2 des Läufers mitgenommen wird, der sich an den Vorsprung Q2 des Zurückhtlters legt (Fig. 7).
Nachdem dieser so mit der Pressvorrichtung verbunden ist, setzt der Tauchkolben seine Bewegung solange fort, bis die obere Fläche des Ballenträgerbodens mit den Press- walzen in Berührung kommt. Die Baumwolle wird aus dem Fülltrichter vor die Walzen F gebracht und von diesen auf der Obernäche des Ballenträgerhodens in Schraubenlinien in fortlaufenden Schichten niedergelegt. In dem Massb, als das Material eingedrückt wird, sinkt der Ballenträgerboden, bis er schliesslich durch die Flansche der Platte aufge- halten wird.
Ist der Ballen so in stark gepresstem Zustande auf der Bodenplatte fertiggestellt worden, dann wird der Druck im Zylinder vermindert, wodurch ein Herabsinken der Stopf- büchse P ermöglicht wird. Diese gibt bei dieser Bewegung den Hebel U5 frei und das gewicht der mit ihm verbundenen Teile veranlasst eine Abwärtsbewegung des Teiles 1'2
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die Verbindung des Zuruckhalters und der Pressvorrichtung aufgehoben ; ersterer wird an dem Batlentrtiger vermittelst der Haken R gehalten werden, indem das Bestreben der Baumwolle, sich wieder auszudehnen. ein festes Anklammern der Haken R an die Flansche Ql hervorrufen wird.
Der Ballen ist auf diese Weise zwischen der Bodenplatte und dem Zurückhalter eingeklemmt, wobei die Ringe und die Seitenschienen des Ballenträgers dazu dienen, die Bodenplatte n1 mit dem Zurückhalter fest zu verbinden. Hierauf wird der
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dargestellte Lage einnimmt, wo der Tauchkolben n und die Stopfbüchse P sich ausser Berührung mit der Platte n'und der Bodenplatte N befinden. Nun wird der Tritthebel V2 betätigt, um den Stützhebel V freizugeben, worauf das Gestell M so gedreht wird, dass der Ballenträger mit dem darin festgehaltenen Ballen aus dem Bereiche der Pressvorrichtung gelangt, während gleichzeitig durch dieselbe Bewegung ein leerer Ballenträger in diese Lage gebracht wird.
Nun kann der inzwischen gebundene Ballen herausgenommen und der Zurückhalten wieder in seine Lage gebracht werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ballenpresse für Baumwolle und ähnliche Materialien, bei welcher das Pressgut mittelst einer aus mehreren konisch gestalteten Walzen bestehenden Einstopfvorrichtung in schraubenförmigen, aufeinander folgenden Schichten in einen Ballenträger mit unter Druck stehendem Boden eingepresst wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen mit einem Ende in einem rotierenden Laufkörper (D) gelagert sind und mittelst je eines auf ihrem verlängerten Zapfen befestigten und bei der Drohung des Laufkörpers auf einem stillstehenden Zahnkranz abrollenden Zahnrades eine direkte Bewegung erhalten, während die inneren, abgestumpften Enden frei angeordnet sind, um der bei Verwendung eines mittleren Lagers unvermeidlichen Verunreinigung des Pressgutes durch Öl vorzubeugen.