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Österreichische PATENTSCHRIFT Nix 17536.
FIRMA JOSEPH ECK & SÖHNE IN DÜSSELDORF.
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Seidensamtglanz auf Geweben durch
Pressen.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine weitere Ausbildung der im Patent Nr. 7271 beschriebenen Erfindung, betreffend Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Seidensamtglanz auf Geweben durch Pressen. Die weitere Ausbildung bezweckt die Erzielung eines schöneren Glanzes und die Verbilligung und Vereinfachung des Verfahrens und der zur Durchführung desselben dienenden Vorrichtung.
Durch das noue Verfahren sollen auf dem Gewebe durch Pressen zahlreiche, pyramidenoder kegelförmige oder ähnlich geformte Kleinkörper mit zu den Grundflächen verschieden geneigten Seitenflächen, deren Scheitel mit ihren senkrechten Projektionen innerhalb der Kleinkörpergrundflächen fallen, erzeugt werden.
Hiedurch entstehen auf der Gewebeoberfläche sanft geneigte und verhältnismässig
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abgesetzt sind. Die in das Gewebe eingepressten, sanft geneigten und verhältnismässig grossen breiten Flächen reflektieren eine grosse Anzahl der unter verschiedenen Winkeln einfallenden Lichtstrahlen und verleihen dem Gewebe einen hohen Glanz, welcher durch die steileren, daher schwächer belichteten und verhältnismässig kleinen schmalen Flächen angenehm unter- brochen ist.
Weiter wird dadurch, dass die Flächen der einzelnen Kleinkörper verschiedene
Neigung zur Grundfläche erhalten, die Möglichkeit geschaffen, dass auch die für gewisse
Flächen ungünstig auffallenden Lichtstrahlen reflektiert werden, weil diese dann von den- jenigen Flächen zurückgeworfen werden, welche die für die Reflexion richtige bezw. bessere
Stellung besitzen.
Die zur Durchführung des Verfahrens dienenden Walzen besitzen Gravuren von sich kreuzenden Riffelsystemen, wobei die Riffel mindestens eines Systems oder auch mehrerer oder aller Systeme ungleichmässig gcböschte Seitenflächen besitzen. Zur Erzielung des Effektes genügt die Anwendung einer derartigen Walze, aber es können auch mehrere dieser Walzen nacheinander auf das Gewebe gedrückt werden.
Auf der umstehenden Zeichnung sind die zur Durchführung des Verfahrens dienenden
Presswalzen in beispielsweisen Ausführungsformen dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Längsansicht der Presswalze. Die Oborssäche a dersoiben ist mit feinen sich kreuzenden Riffelgravuren versehen, welche eine beliebige Teilung, Richtung, al) er verschiedene Böschung der Riffelbegrenzungsflächen u. s. w. besitzen können.
In Fig. 2-3 sind Walzenoberflächenteile in stark vergrössertem Massstabe dargestellt.
Die Ausdrücke #diagonale" und #parallele" Riffel bezoichnen die Riffelrichtung in Bezug auf die Achse der Presswalze.
Fig. 2 zeigt die Kreuzung von parallelen Riffeln f f mit diagonalen Riffeln 9 g.
Erstere sind gleichmässig, letztere ungleichmässig goböscht. Es entstehen kleine schräg stehende Pyramiden, deren Form ans dem Schnitte G H zu erkennen ist.
Fig. 3 zeigt die Kreuzung von Diagonalriffeln " 11 mit entgegengesetzt diagonalen
Piffeln i i. Beide Riffel sind ungleichmässig geböscht ; das Ergebnis sind wieder kleine
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lassen sich auf diese Weise die mannigfaltigsten Körperformen auf der Walzenoberfläche hervorbringen, um den versclliedenon 6ewebearten entsprechend angewendet zu werden.
Da die durch die Kreuzung der feinen Riffel entstandenen kleinen Körperchen kaum
Punktgrösse besitzen, kann selbstverständlich von regelmässigen, geometrischen Formen der- selben kaum die Rede sein. Die kleinen Körperclen werden in Wirklichkeit zum Teil von sich schneidenden ebenen und krummen Flächen, zum Teil von ineinanderfliessenden ebenen und krummen bezw. nur krummen Flächen begrenzt sein. Letztere werden besonders dann zahlreich oder auch ausschliesslich auftreten, wenn die feinen, sich kreuzenden Riffel in
Kurven geführt sind.
Es kann aber auch eine Molette mit sich kreuzenden feinen Riffeln nach den bei- spiolsweisen Ausführungsformen in den Fig. 2-3 bedeckt werden, so dass die mit der- selben bearbeitete Walzenoberfläche nicht hervortretende Körperchen, sondern Vertiefungen - die negativen Formen dieser Körperchen-aufweist. Diese negativen Formen können selbstverständlich auch ohne Benützung einer Molette direkt in die Walzenoberfläche ein- gearbeitet werden.
Während also bei den Ausführungsformen nach den Fig. 2-3 sich die
Riffeltäler kreuzen und die Riffelberge in einzelne Körperchen abgeteilt sind, werden bei den nach letzterer Art bearbeiteten Walzen sich die Riffelberge kreuzen und die Riffel-
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(Zusatz zum Patent Nr. 7271), bei welchem auf dem Gewebe durch Pressen zahlreiche pyramiden-oder kegelförmige oder ähnlich geformte Kleinlrörper erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet, dass letztere mit zu den Grundflächen verschieden geneigten Seitenflächen versehen sind, wobei deren Scheitel mit ihren senkrechten Projektionen innerhalb der Kleinkörper-Grundflächen fallen.