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Österreichische PATENTSCHRIFT N 16576.
JOSEPH GIRLOT iN JETTE ST. PIERRE (BRABANT, BELGIEN).
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Ketten..
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung, um Kettenringe, die vorher schraubenförmig gewunden sind, auf mechanischem Wege mit einem oder mehreren schon fertigen Ringen zu verketten, zu schweissen und zu schmieden.
Es müssen die zu bearbeitenden Ringe vorher die Form einer Schraube erhalten haben, wobei zwischen den Windungen derselben ein genügender Abstand ist, um den fertigen Ring zwischen denselben hindurchgehen lassen zu können. Derartige schrauben- förmige Ringe erhält man mittels bekannter Vorrichtungen, z. B. indem eine Stange in
Form einer Schraube um einen Zylinder gewunden und dann in Teile von bestimmter Grösse geschnitten wird, so dass mehrere Lagen von der Stärke der Stange zusammen die
Stärke des zu bildenden Kettengliedes ausmachen.
Um einen derartig vorher geformten Ring auf mechanischem Wege zu verketten und zu schweissen, muss er
1. auf Schweisstemperatur gebracht werden,
2. muss er eine Drehbewegung gleichzeitig mit einer Vorwärtsbewegung erhalten, wobei letztere den zu bearbeitenden Ring in die Richtung des bezw. der fertigen Ringe bringen soll, durch welchen oder durch welche er greifen soll, um sich mit denselben zu verketten.
3. Es müssen die verschiedenen Windungen während der Verkettung einander ge- nähert werden.
4. Darauf müssen diese Windungen geschweisst und geschmiedet werden, während der
Ring sich fortwährend dreht. Das Schweissen und Schmieden geschieht mittels beliebiger
Werkzeuge, insbesondere durch Gesenke, die bei ihrer Hin-und Herbewegung auf den
Ring einen Schlag oder Druck ausüben, wodurch im vorliegenden Falle der Vorteil erzielt wird, dass die dem Schweissen schädliche Schlacke entfernt und dem Metall die grösstmögliche
Widerstandsfähigkeit und Streckbarkeit gegeben wird.
Diese Bedingungen werden besonders durch die in Fig. 1-3 dargestellte Vorrichtung erfüllt. Sie besteht im wesentlichen aus zwei Wellen a und b, die mittels beliebiger Mittel, z. B. durch Zahnradgetriebe (in der Zeichnung nicht dargestellt), in Umdrehung versetzt werden. Die Welle a trägt einen festen Flansch oder Ring d und eine Büchse c. Der
Ring d dreht sich mit der Welle a, während sich die Büchse c, infolge des gabelförmigen Hebels./*, der auf der Achse 9 sitzt und durch ein Zahnrad h nach der einen und eine
Gegenfeder s nach der anderen Richtung bewegt wird, in der Längsrichtung der Wellen schnell hin und herbewegt.
Durch Änderung der Abmessung des Zahnrades und der
Spannung der Feder kann man die Schnelligkeit und die Energie der Bewegungen der Büchse c nach Belieben regeln.
Der zu bearbeitende Ring e, der aus einem beliebigen Ofen kommt, wo er auf die Schweisstemperatur erhitzt worden ist, gleitet durch ein passendes Mittel, betrieben auf der
Welle b, bis in die auf der Zeichnung dargestellte Stellung. Sobald die Dicke des schrauben- förmig gewundenen Ringes e zwischen den beiden Wollen a, b sich befindet, so teilen diese ihm eine Umdrehung mit. Wenn nun der Rand des ringförmigen Flansches d sich gegen die hintere, eine schräge Fläche bildende Seite der Spitze der ersten Windung des Ringes e legt, so tritt die Wirkung eines Schraubengetriebes auf, wobei der Flansch d als un- verschiebbare Mutter und der Ring e als Schrauhenspindel zu denken ist.
Der Ring e
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erhält eine Vorwärtsbewegung und greift so in die schon fertigen Kettenringe m und n ein. Während des Vorrücken stösst die vorderste Spitze des Ringes e gegen den Rand der Büchse c, welche durch ihre schnelle hin und hergehende Bewegung den Ring fortwährend zurückdrückt und so verhindert, dass er aus den fertigen Ringen m und n wieder heraustritt. Diese Bewegung drückt nicht nur die Windungen des Ringes zusammen, so dass sie dicht aneinander liegen, sondern erzeugt auch den zum Schweissen erforderlichen Druck. Man könnte natürlich auch die mechanische Verkettung bewirken, ohne den zu bearbeitenden Ring vorher auf die Schweisstemperatur gebracht zu haben, wenn man Vorrichtungen vorsieht, mittels welcher er in dem Augenblick seines Schweissens wieder erhitzt werden kann.
Diese Vorrichtung kann, wie leicht einzusehen ist, über einem elektrolytischen Bad so angeordnet werden, dass der untere Teil des Ringes e in das Bad taucht und sich dort in allen seinen Teilen erhitzt, um das Schweissen zu erleichtern.
Eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung ist in Fig. 4-7 veranschaulicht. In diesem Falle gleitet der zu bildende Ring nicht auf der Welle 6, wie in Fig. 1, sondern er wird zwischen vier Wellen i gehalten, welche ihm die Drehbewegung mitteilen. Die Längsbewegung erhält er durch eine kleine Querwelle r, welche sich in Umdrehung befindet, damit diese Vorbewegung nicht durch die Reibung an den Rändern des fertigen Ringes gehemmt wird. Eine zweite Querwelle, ", welche eine schnelle Hin und Herbewegung parallel zur Achse der Wellen i erhält, soll die erste Windung des Ringes e zurückhalten und verhindern, dass er aus dem fertigen Ring m heraustritt.
Durch diese Welle,., werden also die verschiedenen Windungen des Ringes e zusammengedrückt. Hierauf werden die Teile r und schnell zurückgezogen, die zu diesem Zweck zusammen auf einem Schlitten befestigt sein können und man bewirkt dann die Schweissung mittels Vor- richtungen p, die eine Längsbewegung erhalten" so dass sie auf den Ring einen Druck oder Schlag ausüben. Indem diesen Teilen p die in Fig. 6 und 7 dargestellte Form gegeben wird, erhält der zu bearbeitende Ring direkt einen runden Querschnitt.
Die Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahrens kann natürlich verschiedene Abänderungen erfahren. Wenn man z. B. den Teilen p, wie soeben ausgeführt, die in Fig. 6 und 7 dargestellte Form gibt, so müssen die Wellen i leicht voneinander entfernt werden können, entsprechend der Fertigstellung des Ringes, denn dieser vergrössert sich durch das Schmieden etwas in seinem Durchmesser. Die ringförmige Nut t (Fig. 7) hat die Form, die die Ringe erhalten sollen und die Aussparungen u (Fig. 6) dienen zur Aufnahme rlcr Wellen i.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Ketten, dadurch gekennzeichnet, dass ein schrauben- förmig gewundener, offener Ring unter gleichzeitiger Umdrehung gegen die fertigen Ketten- glieder vorbewegt wird und die Windungen zusammengedrückt werden. so dass der Ring durch ein oder mehrere fertige Glieder greift und mit denselben verkettet ist.