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Verfahren und Vorrichtung zum Ausquetschen von Heizschläuchen für Pneumatikreifen od. dgl.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ausquetschen von Heizschläuchen für Vulkanisierzwecke bei der Herstellung von Pneumatikreifen. Die bisher angewandten Methoden sind umständlich und ergaben unbefriedigende Ergebnisse. Man versuchte, den Heizwasserrest aus dem Schlauch mit Hilfe von Pumpen zu entfernen. Eine vollständige Beseitigung des Heizwassers war jedoch nie möglich. Der im Schlauch zurückbleibende Heizwasserrest war für die Neufüllung mit Dampf bzw. Heizwasser deshalb nachteilig, da die Vulkanisierungstemperatur nicht an allen Stellen genau gleich eingehalten werden konnte. Ganz besonders, wenn sich grössere Mengen abgekühlten Heizwassers im Heizschlauch befand, war die zwangläufigs sich ergebende Mischungstemperatur weitaus tiefer, als sie für den Vulkanisierungsprozess erforderlich ist.
Die Folgen von falscher Temperierung der Heizschläuche sind Vulkanisationsfehler.
Das Problem besteht somit darin, den schädlichen Rest von Heizwasser aus dem Heizschlauch entfernen zu können. Hiezu ist es bekanntgeworden, in den Heizschlauch durch das Heizschlauchventil ein Rohr bis an die tiefste Stelle des in lotrechter Lage befindlichen Schlauches einzuführen. Bei der geringen Lichtweite der üblichen Heizschlauchventile kann dieses Rohr nur von sehr kleinem Durchflussquerschnitt sein.
Dies ist zwar für das Einlassen von Druckluft unerheblich, nicht aber für das nachfolgende Aus- strömen des Heizwassers. Die infolge des geringen Durchflussquerschnittes längere Dauer des Aus- strömen ist ein Nachteil, schwerer jedoch fällt ins Gewicht, dass die im Heizschlauch nach längerer Betriebsdauer stets vorhandenen Kautschukbrösel ungemein leicht ein Verstopfen eines so engen Abflussrohres bewirken und damit die Gefahr von Heizschlauchexplosionen gegeben ist.
Endlich ist die notwendige Anwendung einer Stopfbüchsendichtung von erheblichem Nachteil.
Die Erfindung beseitigt diese Mängel, indem bei lotrechter Stellung des Heizschlauches mit dem Ventil am tiefsten Punkt der Querkrümmung des Schlauches ein Flachdrücken desselben zu beiden Seiten des Ventils erfolgt und der Schlauch in diesem Zustand durch das Ventil mit Druckluft gefüllt wird, worauf nach Abnahme der Druckluftzuleitung der im Heizschlauch befindliche Heizwasserrest von der durch das Ventil ausströmenden Druckluft mitgerissen wird.
Die Erfindung betrifft auch eine besondere Vorrichtung zur vorteilhaften Durchführung des Verfahrens.
Das Entfernen von Heizwasser aus Heizschläuchen findet in dem Entfernen von Luft aus fertiggestellten Luftschläuchen keine Parallele. Weder das Verfahren des Entfernens von Luft aus fertigen Luftschläuchen noch die hiefür entwickelten Vorrichtungen, welche ein Quetschen des Schlauches zwischen Walzen und Aufwickeln desselben bzw. ein Strecken des Schlauches nach aussen vorsehen, sind für Heizschläuche anwendbar, denn Heizschläuche sind im Vergleiche zu Luftschläuchen viel zu dickwandig und steif, um derartigen Verfahren unter Anwendung der vorgeschlagenen Vorrichtungen unterworfen werden zu können.
In der Zeichnung ist das Verfahren insbesondere aus den Fig. 1 und 2 teilweise zu erkennen. In den Fig. 1 und 2 sind überdies auch die Vorrichtungen gemäss Fig. 3 und 4 zu ersehen, jedoch
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bindung, dessen Schlitz 10 einem mit beiden Druckstangen 5 verbundenen Bolzen 11 umgreift. Der Winkel 12 zwischen dem Stellhebel 8 und dem Druckhebel 9 ist also unveränderlich. Bei Bewegung des Stellhebels in der Richtung des Pfeiles 13 wird der Druckhebel 9 zwangsläufig mitgenommen, wobei die Drehbewegung mittels des Schlitzes 10 und des Bolzens 11 in eine Längsbewegung der Druckschuhe 5,6 umgewandelt wird. Es ist zweckmässig, den Stellhebel mit einer Einrichtung zu versehen, welche die jeweils gewählte Stellung gegenüber der Welle 7 blockiert.
Hiezu dient ein an sich bekannter ortsfest angeordneter Zahnbogen 14 und ein in diesen einschnappender Federbolzen 15, dessen Betätigung mittels eines im Bereich der Handhabe 16 angeordneten Hebels 17 erfolgt.
Über die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgendes zu sagen :
Der Heizschlauch 18 wird gemäss der Fig. 1 in die Vorrichtung derart eingebracht, dass das Ventil 19 zwischen die Quetschplatten 6 zu liegen kommt. Nun wird der Stellhebel 8 in Richtung des Pfeiles 13 (Fig. 3) verschwenkt, wobei die Quetschplatten 6 den Heizschlauch 18 etwa in der in Fig. 2 dargestellten Art deformiert. Nun wird in den Schlauch Pressluft einströmen gelassen.
Die Zufuhr der Pressluft erfolgt mittels einer Druckluftzuleitung. Hierauf wird nach Abnahme der Druckluftzuleitung der im Heizschlauch befindliche Heizwasserrest von der durch das Ventil ausströmenden Druckluft mitgerissen. Der Heizwasserrest wird anfangs unter grossem Druck aus dem Ventil entweichen, wobei die auftretende Fontäne gegebenenfalls durch ein Spritzblech unterbunden werden kann. Der Druck wird entsprechend dem Entweichen der Pressluft allmählich nachlassen. Es kann gegebenenfalls zweckmässig sein, den Stellhebel noch weiter in der Richtung des Pfeiles 13 zu verdrehen, um der nachlassenden Wirkung der Pressluft nachzuhelfen und den Querschnitt an der Quetschstelle möglichst zu verkleinern.
Da bekanntermassen der Ventilschaft des Heizschlauches in dessen Hohlraum ragt, ist es auf die beschriebene Weise möglich, das Schaftende bis fast zur Berührung mit der gegen- überliegenden Gummiwand zu drücken. Nach diesem Vorgang wird der Stellhebel 8 in seine Ausgangsstellung zurückgebracht, wobei die Druckorgane ebenfalls in ihre obere Grenzstellung zurückgleiten werden. Die Druckschuhe sind zweckmässig der Form des Heizschlauches nachgebildet und abgerundet, um Beschädigungen, auch bei älteren Schläuchen, sicher hintanzuhalten.
Aus dem gleichen Grunde ist es zweckmässig, an der dem Ventilschaft gegenüberliegenden Seite des Innenraumes ein Verstärkungsplättchen aus Gummi od. dgl. anzubringen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum mittels Pressluft erfolgenden Entfernen des Heizwasserrestes aus einem Heizschlauch in lotrechter Stellung desselben und mit dem Ventil am tiefsten Punkt der Innenkrümmung des Schlauches, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (18) zu beiden Seiten des Ventils (19) flachgedrückt und in diesem Zustand durch das Ventil mit Druckluft gefüllt wird, worauf nach Abnahme der Druckluftzuleitung der im Heizschlauch befindliche Heizwasserrest von der durch das Ventil ausströmenden Druckluft mitgerissen wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens