AT163602B - Verfahren zur Haftung von Fäden, Geweben usw. aus Zellulose in nativem oder regeneriertem Zustande auf unvulkanisiertem Kautschuk - Google Patents

Verfahren zur Haftung von Fäden, Geweben usw. aus Zellulose in nativem oder regeneriertem Zustande auf unvulkanisiertem Kautschuk

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Haftung von Fäden, Geweben usw. aus Zellulose in nativem oder regeneriertem
Zustande auf unvulkanisiertem Kautschuk 
Ullmann und Brittner haben die Reaktion zwischen substituiertem Phenol und Formaldehyd beschrieben (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1909, Bd. 42, S. 2539). Wenn sie z. B. 1 Mol. Parakresol mit 2 Mol Formaldehyd reagieren liessen, entstand die Verbindung 2,6-Dimethylol-4-methylphenol nach der Gleichung : 
 EMI1.1 
 
 EMI1.2 
 
 EMI1.3 
 
Im obenstehenden wurden nicht die Kohlenstoffatome an der 3. und 5. Stelle (der sogenannten Metastelle) besprochen. In den meisten Fällen befindet sich dort ein Wasserstoffatom, das jedoch ebensogut durch eine neutrale Gruppe substituiert sein könnte. 



   Es ist nun bekannt (Dissertation Dr. Ing.
S. v. d. Meer, Delft, 1943, S. 100), dass die hier besprochenen Mono-und Dimethylol-phenole, gegebenenfalls in der Form eines Phenolates, z. B. des Natriumsalzes, mit Kautschuk in Verbindung treten können, was offenbar den darin vorhandenen doppelten Bindungen zugeschrieben werden muss. Dabei wirken die Dialkylole bedeutend stärker als die Monoalkylole. 



   Es wurde nun gefunden, dass die obenerwähnten Verbindungen auch mit Zellulose, u. zw. mit ungefähr gleicher Intensität reagieren können. 



   Erfindungsgemäss werden nun diese Verbindungen dazu verwendet, eine chemische Verbindung zwischen Zellulose und Kautschuk zustande zu bringen und dadurch die Stoffe zum Aneinanderhaften zu bringen. Das Kennzeichen der Erfindung ist nun, dass die Zellulose während einiger Zeit in die Lösung eines Reaktionsproduktes des Formalins und eines mono-oder di-substituierten Phenols oder Phenolates getaucht wird, worauf nach Entfernung des Flüssigkeitsüberschusses durch Abzentrifugieren, auf das so vorbehandelte Zelluloseprodukt Kautschuk, dem die üblichen Füllstoffe und Vulkanisationsingredienzen zugemischt sind, aufgebracht wird und schliesslich durch Erhitzen, wodurch gleichzeitig die Vulkanisation erfolgt, die Verbindung von Zellulose und Kautschuk durch das Haftmittel hergestellt wird. 



   Auch kann man geeignete Kondensationsprodukte der erwähnten Art in trockenem Zustande mit dem Kautschuk mischen oder gegebenenfalls beide Verfahren kombinieren. 



   Dabei zeigt sich ausserdem, dass die Festigkeit der Kunstseide noch um ungefähr   10%   zunimmt. 



  Besonders die Dialkylole sind hiezu geeignet, weil sie nach einer Seite mit einem Zellulosemolekül und nach der anderen Seite mit einem Kautschukmolekül reagieren können. 



   Für viele Industrien, insbesondere die, welche sich mit der Herstellung von Gummireifen für Fahrzeuge beschäftigen, ist eine gute Haftung des Kautschuks an der Einlage von Textilgewebe, beispielsweise aus Kunstseide, Kunstwolle oder Baumwolle, von grösster Wichtigkeit. 



   Dieses neue Verfahren unterscheidet sich prinzipiell von dem, nach welchem man mit Hilfe von 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Kunstharzen die Eigenschaften von Textilprodukten zu verbessern versucht. Bei der Herstellung von Kunstharzen geht man nämlich von schnell kondensierenden Rohstoffen aus, um möglichst schnell ein hartes Kondensation-   produkt zu erhalten. Man nimmt dafür vornehm-   lich unsubstituiertes Phenol, worin somit alle drei reaktiven Wasserstoffatome noch vorhanden sind. 



   Bei derartigen Kunstharzen herrscht die Neigung zum Kondensieren so sehr vor, dass ihr etwaiges Vermögen mit anderen Stoffen, wie Zellulose oder Kautschuk, zu reagieren, nicht mehr zum Ausdruck kommt. Diese Kunstharze legen sich in die mit ihnen imprägnierten Massen, ohne sich damit chemisch zu verbinden. 



   Die besprochenen Dialkylole oder Monoalkylole haben jedoch viel weniger starke Kondensationseigenschaften, welche dann auch mit der Wahl der Reaktionstemperatur besser geregelt werden können, so dass bei deren Verwendung alle Gelegenheit für Reaktionen mit anderen Stoffen besteht. 



   Beispiel 1 : Man taucht ein Kunstseiden- 
 EMI2.1 
 trocknet. Bänder dieses Gewebes werden auf Plättchen (von   6x2-5 cm)   aus unvulkanisiertem, mit den nötigen Vulkanisationsingredienzen gemischtem Kautschuk gelegt, wonach das Ganze während zehn Minuten bei   150  C   vulkanisiert wird. 



   Die Kraft, welche nötig war, um das Gewebe vom Kautschuk zu trennen, betrug 3-3 kg. Bei nicht vorbehandeltem Gewebe betrug die Zerreisskraft bei denselben Dimensionen nur 2-7 kg. 



   Beispiel 2 : Es ist sogar unnötig, die Kondensationsprodukte zuerst auszuscheiden, bevor sie verwendet werden. Auch die Flüssigkeit, in welcher sie entstanden, ist gleich brauchbar. 



   Man kann z. B. 20 g Parakresol in   45     20% iger   Natronlauge lösen, dieser Lösung 36 cm3 Formalin von 35% zusetzen und dieses Gemisch dann drei Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Danach füllt man mit Wasser bis zu   l J   auf, wobei sich das ausgeschiedene Natriumsalz löst. Man kann diese Lösung gleich gebrauchen oder zuerst mit Hilfe von Säure, z. B. Essigsäure, das
2,6-Di-Methylol-4-Methylphenol daraus frei- machen. Es ist dann jedoch nötig, die Temperatur auf 70 bis 100   C zu bringen, um das Aus- kristallisieren des Alkylols zu verhindern. Die
Ergebnisse mit dem Natriumsalz oder mit dem
Alkylol sind dieselben. Die Weiterbehandlung der Gewebe, das Aufbringen der Kautschuk- schichte und die Vulkanisation sind dieselben wie im Beispiel 1. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Haftung von Fäden, Geweben usw. aus Zellulose in nativem Zustande (wie
Baumwolle) oder in regeneriertem Zustande (wie
Viskosekunstseide) auf unvulkanisiertem Kaut- schuk, dadurch gekennzeichnet, dass das zellulose- haltige Material während einiger Zeit in die
Lösung eines substituierten Mono-oder Di- methylolphenoles bzw. des entsprechenden Pheno- lates, welche durch die an sich bekannte Reaktion von Formaldehyd und einem di-oder mono- substituierten Phenol bzw. Phenolat erhalten werden, getaucht wird, worauf nach Entfernung   des..

   Flüssigkeitsüberschusses   durch Abzentrifugieren auf das so vorbehandelte Zelluloseprodukt Kautschuk, welchem die üblichen Füllstoffe und Vulkanisationsingredienzen zugemischt sind, aufgebracht wird, und schliesslich durch Erhitzen, wodurch gleichzeitig die Vulkanisation erfolgt, die Verbindung von Zellulose und Kautschuk durch das Haftmittel hergestellt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein dreifach substituiertes Phenolderivat benützt wird, bei welchem von den an den beiden Ortho-Stellen sowie an der Para-Stelle ! angreifenden drei Substituenten mindestens einer und höchstens zwei Methylolgruppen sind.
AT163602D 1945-09-15 1946-05-20 Verfahren zur Haftung von Fäden, Geweben usw. aus Zellulose in nativem oder regeneriertem Zustande auf unvulkanisiertem Kautschuk AT163602B (de)

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