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Abschraubvorrichtung für im Bohrloch verbliebenes Tiefbohrgestänge
Bei Tiefbohrungen ergibt sich des öfteren die Aufgabe, im Bohrloch verbliebenes Gestänge wieder zu gewinnen. Dies erfolgt durch aufeinanderfolgendes Abschrauben. Hiezu verwendete man bisher Fangeisen, Muffenfänger,
Spitzdorn oder Fangglocke, die alle nach dem Prinzip des Einschneidens eines Gewindes in das obere Ende des zu fangenden Rohrstranges arbeiten. Auch bei Gestängen, die oben in eine Tooljointmuffe endigen, wurde dieses Fangprinzip angewendet, wobei die Tooljointmuffe durch Aufschneiden eines Linksgewindes zerstört wurde. Die grosse Härte dieser Tooljointmuffen führt in der Praxis überdies zu einem untragbar grossen Verschleiss an Fangwerkzeugen.
Durch die Erfindung wird eine Abschraubvorrichtung geschaffen, welche das Fangen von Gestänge, das oben mit einer Tooljointmuffe endigt, in neuartiger Weise ohne Einschneiden eines Gewindes und damit ohne jede Beschädigung der Muffen in arbeits-und werkstoffsparender Weise ermöglicht. Erfindungsgemäss ist am Fanggestänge ein Rohrstück lösbar befestigt, das linksgängiges flaches Muttergewinde trägt, in das unten ein in ein rechtsgängiges Tooljointzapfengewinde endigendes Verbindungsstück eingeschraubt ist. Wird nun das Fanggestänge nach Auftreffen auf das zu fangende Gestänge nach rechts gedreht, so schraubt sich das Zapfengewinde in die Muffe normal ein.
Beim darauffolgenden Linksdrehen löst sich aber nicht mehr dieser Tooljoint, sondern, infolge des geringeren Reibungswiderstandes am Flachgewinde des Rohrstückes, senkt sich dieses soweit ab, bis es mit seinem unteren Rande an das zu fangende Gestänge anstösst. Bei Weiterdrehen nach links bremsen sich die hier zusammentreffenden Stossränder von Rohrstück und dem zu fangenden Gestänge durch Reibung fest, so dass sich auch jetzt nicht der Tooljoint der Abschraubvorrichtung, sondern vielmehr der nächst darunterliegende Tooljoint des zu fangenden Gestänges löst.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 die Abschraubvorrichtung zusammengebaut, links in Ansicht, rechts im Schnitt samt dem oberen Ende des darunterliegenden, zu fangenden
Gestänges. Die Fig. 2,3, 4 und 5 zeigen die
Einzelteile, aus denen sich die Abschraubvorrichtung zusammensetzt, herausgezeichnet.
Die gezeichnete Abschraubvorrichtung besteht aus vier Teilen 11-14. Das Kopfstück 11 besitzt oben ein Tooljointmuffengewinde und ist auf das Bohr-oder Fanggestänge aufgeschraubt. Unten hat es ein normales Gewinde 15, mit dem es mit dem Teil 12 verbunden ist. Ausserdem dient eine Schraube 16 od. dgl. dazu, diese Verbindung im Betriebe unlösbar zu machen. Der Teil 12 hat die Form eines Rohres, das oben normales Muttergewinde 13'zur Verbindung mit dem Kopfstück 11 und am unteren Teile flaches Muttergewinde 17 und an seinem Ende noch normales Aussengewinde 18 besitzt. In das Muttergewinde ist das Verbindungsstück 13 eingeschraubt, das zu diesem Zweck ein flaches Aussengewinde 17'besitzt. Unten endet dieses Verbindungsstück in ein Tooljointzapfengewinde 19.
Um das richtige Absetzen dieses Zapfens zu erreichen, ist aussen eine Führungshülse 14 aufgeschraubt, die mit einer trichterartigen Ausdrehung 20 versehen ist. Auch die Teile 12 und 14 sind durch eine (nicht gezeichnete) Halteschraube gegen Lösung im Betriebe gesichert.
Die Arbeitsweise ist folgende :
Das Verbindungsstück 13 wird vorerst derart an den Teil 12 angeschraubt, dass zwischen Teil 11 und Teil 13 möglichst viel Zwischenraum bleibt. Dann wird'das Fanggestänge soweit abgesenkt, bis es an das zu fangende Gestänge anstösst, wobei die Führungshülse 14 die Zentrierung besorgt. Nun wird durch Rechtsdrehen der Zapfen 19 in die darunterliegende Tooljointmuffe 21 des zu fangenden Gestänges eingeschraubt. Hierauf wird nach links gedreht, wobei sich der Teil 13 in den Teil 12 einschraubt, da das Flachgewinde dem Ineinanderschrauben naturgemäss weniger Widerstand entgegensetzt als das Tooljointgewinde. Sobald die Unterkante 23 des Teiles 12 die Oberkante 24 des zu fangenden Gestänges erreicht hat, tritt beim weiteren Linksdrehen ein Festbremsen der Ränder 23 und 24 aneinander ein.
Sodann wird
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aber beim weiteren Linksdrehen auf keinen Fall mehr der Tooljoint der Abschraubvorrichtung, sondern vielmehr die nächst darunterliegende Gestängeverbindung gelöst werden, so dass also diese Stange herausgezogen werden kann. Mit der nächsten darunterliegenden Stange wird in gleicher Weise verfahren usw.
Soweit die vorliegende Beschreibung von Links-und Rechtsgewinde spricht, ist es klar, dass die Rolle dieser Gewinde vertauscht werden muss, je nachdem ob normales linksgängiges oder eventuell rechtsgängiges Fanggestänge verwendet wird. Im letzteren Falle müssen eben alle Gewinde in ihrem Windungssinne umgekehrt werden, damit die gleiche Wirkung erreicht wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Abschraubvorrichtung für im Bohrloch verbliebenes Tiefbohrgestänge, das oben mit einer Tooljointmuffe endet, gekennzeichnet durch ein am Fanggestänge lösbar befestigtes Rohr- stück (12) mit linksgängigem flachen Muttergewinde (17), in das ein unten in ein rechts-
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Verbindungsstück (13) eingeschraubt ist, das sich bei Rechtsdrehen in die Tooljointmuffe des zu fangenden Gestänges (21) einschraubt, während bei darauffolgendem Linksdrehen sich das Rohrstück bis zum Anschlag an das zu fangende Gestänge absenkt und sich an dessen oberen Rand festbremst, so dass sich bei weiterem Linksdrehen eine der tiefer liegenden Tooljointverschraubungen lösen muss.