AT16120B - Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Glyzerin aus Destillationsrückständen vergorener Massen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Glyzerin aus Destillationsrückständen vergorener Massen.

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AT16120B
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Charles Sudre
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Charles Sudre
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  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

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  Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Glyzerin aus Destillationsrückständen vergorener Massen. 



   Bis zum heutigen Tage kamen für die Behandlung von Destillationsrückständen ver-   gorener Massen, wie Schlempe etc.   zur Gewinnung des Glyzerins und sonstiger nützlicher Produkte mechanische Apparate zum Abstreichen oder Abtreiben der erschöpften Materie zur Verwendung. 



   Gerade die Bauart dieser   Vorrichtungen veran ! asst   ein häufiges.   Mitreissen   uner-   wiinschter   Stoffe, die dadurch in das Destillat übergehen und dieses stark verunreinigen. 
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   geringem Druck arbeiten.   Aus der unter vermindertem Druck erhitzten Schlempe geht zuerst das Wasser mit etwas Glyzerin tiber und dann ans der wasserfrei gewordenen Masse der Rest des Glyzerins. Während des ersten Teiles des Vorganges wird der Wasserdampf 
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 auf der Klebrigkeit der   Schlempe   beruht. 



   Das vorliegende Verfahren vermeidet diese Übelstände und gründet sich auf folgende Erkenntnisse und Mittel:
Wenn man in einem luftleeren Raum bei einer Temperatur, die 300  nicht über-   steigt, Destitlationsschlempe   (z. B. Melassen-Schlempe) destilliert, so ist der Rückstand 
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 und fliesst von selbst ab. Die   Zeitdauer, die das Glyzerin   und das Wasser   zum   Entweichen brauchen, richtet sich nach der Dicke der Schicht.

   Vorliegendes Verfahren besteht im wesentlichen in einem fortgesetzt regulierten und regelmässigen Herabrieseln der Schlempe über die Wände eines abgeschlossenen, möglichst luftleeren Raumes, der durch eine äussere   Wärmequelle   derart erwärmt wird, dass die Temperatur der Wände   3000 nicht übersteigen     kann   ; unter diesen Verhältnissen tritt die Schlempe in flüssigem Zustand fortgesetzt ohne 
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 ebenso, wobei sie auf ihrem Wege, der eine genügende, der Dicke der flüssigen Schicht auf den Wänden entsprechende Länge haben muss, zuerst ihr Wasser und dann ihr Glyzerin   verliert.

   Es wurde erkannt, dass Stickstoff   nur in unendlich kleiner Menge frei wird und sich in den Rückstand konzentriert, wenn die Schlempe genügend angesäuert wurde ; dadurch, dass die Dämpfe gezwungen werden, in dem Apparat selbst eine rasche spiralförmig kreisende bewegung anzunehmen,   wird erreicht, dass die   durch die Dämpfe   mitgerissenen   Schlempeteilchen infolge der Zentrifugalkraft gegen die erhitzten Teile der Säulenwandung   geschleudert   werden und von neuem destillieren. Es hat sich als nötig erwiesen, strömenden überhitzten Wasserdampf anzuwenden, um die Destillation des Glyzerins zu beschleunigen, sobald die Schlempe wasserfrei geworden ist.

   In zahlreichen Verfahren wird dieser Wasser-   dampf   von   aussoj)   eingeleitet, wodurch das kondensierte, glyzerinhaltige Wasser verdünnt   wird. Im Gegensatz hierzu wird hei vorliegendem Verfahren der aus   der   Schlempe ent-     weichende Wasserdampf   in der Vorrichtung selbst überhitzt, während ihm gleichzeitig eine   drehende Bewegung   erteilt wird. Der überhitzte Wasserdampf durchfeuchtet und umgibt vor seinem Austritt aus der Vorrichtung das von wasserfrei gewordenen Teilen befreite 

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   Unter   Berücksichtigung   dieser   Grundsätze   folgt als Beispiel die Beschreibung einer Ausführungsform der Vorrichtung, wie sie als schematischer Schnitt in der beiliegenden Zeichnung dargestellt ist. Die Heizung   8011   mit Kohle oder Koks erfolgen. 



   Die Vorrichtung besteht aus einer Destillationssäule a, die sich aus gusseisernen Rohren a von 3 bis 6 m Höhe entsprechend der in den aufzubereitonden Schlempen ent-   haltenen   Wassermenge zusammensetzt. An dem Kopf dieser Säule a befindet sich der Schlempenverteiler r, der ein beständiges ringförmiges Berieseln der inneren Wände der Säulen durch die Schlempe verursacht. 



   Am Fusse der Säule a ist ein Rohr s für den Austritt der aus der Schlempe frei werdenden Gase und Dämpfe angeordnet ; weiter unten verengert sich die Säule   a   und wird durch eine Flasche b, die mit Hähnen c und d versehen ist, abgeschlossen. In dieser Flasche b werden die flüssigen Rückstände gesammelt und können auf diese Weise in regelmässigen Zeitabständen abgezogen worden. In dem Innern der Säule a befindet sich aufgehängt oder in anderer Weise befestigt eine Stange f, auf die eine Spirale g derart aufgewunden ist, dass ihre   Ränder ungefähr 1 mm von   der Wandung der Säule a   ab-   stehen. Die Gase und Dämpfe treten in eine daneben befindliche Reinigungssäule h, welche viel kleiner als die Säule a ist und ebenfalls eine innere feste Spirale besitzt. 



  Die durch die Gase und Dämpfe mitgeführten festen Teile werden gegen die senkrecht' Wand der Säule h geschleudert und treten, indem sie an   der Wand entlang fliessen und   ihr Glyzerin abgeben in eine Flasche, wie bei der Säule a, während die gereinigten Gase und Dämpfe durch eine Luftpumpe k in den Kondensator t gesaugt worden. Das Ganze wird mit feuerfestem Mauerwerk m umhüllt und eingeschlossen, wobei jedoch zwischen diesem und der Säule ein genügend grosser Zwischenraum   für den Durchtritt   der Heizgase gelassen wird. Die Heizgase werden in einer Feuerung n, die   ausserhalb der     Säule   a gelegen ist, erzeugt, wobei das Feuer entweder mit Koks oder Kohle gespeist und 
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 streichen und verdampfen das Wasser, was den grössten Teil der vorhandenen Kalorien verbraucht.

   In der   Mitte der Säule a   ist die Temperatur der Gase   nic1. t mehr   als 3000. Die Höhe der Reinigungssäule h ist derart begrenzt, dass sie bis an diese Stelle reicht. Da andererseits die Destillation der sehr geringen Glyzerinreste nur wenig   Wärme   beansprucht. so bleibt die Temperatur der Gase ziemlich konstant, bis sie durch den unteren Kanal austreten. Da die Schlempe wasserhaltig und im luftleeren Raum verteilt ist, so geht das in der flüssigen Schlempe enthaltene Wasser bei 400   über : die   Temperatur der Schlempe wird also, bis alles Wasser übergegangen ist, nur wenig darüber steigen, trotz der äusseren Temperatur der Gase von 6-700 , da die ganze Wärme zur Destillation des Wassers aufgebraucht wird.

   Ist das Wasser erst verdampft, so wird die Schlempe anfangen, sich nach und nach zu erhitzen ; von diesem Augenblicke an darf die Temperatur der Gase 300  nicht übersteigen, da sich sonst, wie bereits oben erwähnt, der Flüssigkeitsgrad der übrigen Schlempe ändern   würde. Man muss   also die Menge und die Temperatur der heissen Gase derart regeln, dass ihre Temperatur auf 300  gesunken ist, wenn die Schlempe ihr ganzes Wasser verloren hat. Hiezu dienen die zwei Ventilatoren, deren Leistung man in unab-   hängiger   Weise voneinander regeln kann. 



   Das Verfahren wird auf folgende Weise geleitet : Der vorher konzentrierten Schlempe wird irgendeine   Säure   zugesetzt, die einer 4- bis 5 grädigen Schwefelsäure entspricht, dann wird sie oben in die Säule a eingeleitet, die selbstverständlich durch vorheriges Erhitzen auf die erforderliche Temperatur gebracht worden ist. Die in dem luftleeren Raume der Hitze unterworfene und auf eine grosse   Flache ausgebreitete Schlempe siedet kräftig,   indem sie an der Wand   hcrabriese1t.,   wobei sie zuerst, wie bereits erwähnt,   das \. r verliert,   sich alsdann überhitzt und hiebei das   Gtyzcrin abgibt.

   Der   in dem   oberen Teito erzengte   Wasserdampf bewegt sich auch in der Spirale und erhalt dadurch eine gewisse Zentrifugal-   bewpgnng,   so dass die mitgerissenen, festen Teile gegen die Wand des Rohres geschleudert werden und von neuem destillieren. Der Dampf überhitzt sich, umgibt und führt das ausgeschieden Glyzerin in die Nebensäule h. Dort wird es einer neuen Reinigung unterworfen und gelangt dann in den Kondensator   i,   wo es in flüssigem Zustand Übergeführt wird.

   Die dann noch vorhandenen Gase werden, sobald sie die Pumpe durchstrichen haben, erst ge- 

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 wähnt, einer neuen Destillation an den   Wendeln   unterworfen ; das Glyzerin, das sie abgeben, mischt sich mit dem Dampf dos in der Säule a freigewordenen Glyzerins, der die Säule   h   durchstreicht. 



     Die gtyzerinfreio Schtompo Hiesst   in die Flaschen b, aus denen sie   durch   die Hähne t und d abwechselnd in bestimmten   Zcitabatänden   abgezogen wird. Auf diese Weise erhält man also : 1. Sehr reine Glyzerinwässer, die man nur zu konzentrieren braucht, um ein 
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     PATENT-ANSPRÜCHE   : 
1. Verfahren zur Gewinnung von Glyzerin aus Destillationsrückständen vergorener Massen, wie Schlempe u.   dgl.,   dadurch gekennzeichnet, dass man die vorher angesäuerte   Schlempe   an den auf höchstens 300  C erhitzten Wänden eines luftverdünnten Raumes herabrieseln lässt, wobei der sich aus der Schlempe entwickelnde Dampf eine kreisende Bewegung erhält und gleichzeitig überhitzt wird, zum Zwecke, dio mitgerissenen, festen Teile al) zuscheiden und das Entweichen des übrigen Glyzerins aus den wasserfreien Massen zu befördern.

Claims (1)

  1. 2. Kino Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine senkrechte, innen mit einer festen Spirale f versehenen und von aussen durch hinabziehende Feuergase beheizten Destillationssäule, an deren unterem Teil sich vermittels eines Rohres s eine zweite kleinere, ebenfalls mit einer festen Spirale versehene Reinigungs- EMI3.3
AT16120D 1902-12-29 1902-12-29 Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Glyzerin aus Destillationsrückständen vergorener Massen. AT16120B (de)

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