DE691617C - Verfahren und Vorrichtung zum Eindampfen von Fluessigkeiten - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Eindampfen von Fluessigkeiten

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DE691617C
DE691617C DE1935D0071009 DED0071009D DE691617C DE 691617 C DE691617 C DE 691617C DE 1935D0071009 DE1935D0071009 DE 1935D0071009 DE D0071009 D DED0071009 D DE D0071009D DE 691617 C DE691617 C DE 691617C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D1/00Evaporating
    • B01D1/06Evaporators with vertical tubes
    • B01D1/12Evaporators with vertical tubes and forced circulation

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Eindampfen von Flüssigkeiten Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Eindicken hitzeempfindlicher Flüssigkeiten durch Verdampfen, bei dem die einzudickende Flüssigkeit als Flüssigkeitsdampfgemisch der Einwirkung des Heizdampfes unterzogen wird.
  • Eine Reihe von Lösungen. die durch Verdampfen, z. z½. ihres Wassergehaltes, eingedickt werden, ist gegen die Verdampfungshitze sehr empfindlich; dies trifft besonders für Flüssigkeiten mit organischen Bestandteilen, wie z. B. Milch. Sahne, Milcherzeugnisse, Fruchtsäfte u. dgl.. zu. Wenn die darin enthaltenen organischen Stoffe einer hohen Erhitzung ausgesetzt werden, damit sie möglichst schnell eingedickt werden, so besteht die Gefahr, daß sich die Verdampfungsrohre innen mit einer Kruste der verbrannten organischen Stoffteilchen überziehen. Abgesehen davon, daß die Verkrustung der Verdampfungsrohre den RVärmedurchgang des Heiæmittels durch die RVandungen der Verdampfungsrohre verschlechtert, beeinträchtigt sie auch den Geschmack der einzudiclienden Flüssigkeit, weil diese unangenehme Geschmackstoffe aus den verbrannten verkrusteten Teilchen herausziehen.
  • Verdampfungsverfahren und-vorrichtungen für hitzecmptindliche Flüssigkeiten, bei denen die einzudickende Flüssigkeit als Flüssigkeitsdampfgemisch der Einwirkung des Heizdampfes ausgesetzt wird, sind an sich bekannt.
  • S@ wird beispielsweise bei einer bekannten, aus mehreren Isammerll mit Verdampfungsrohren mit zwischengeschalteten Mischkammern bestehenden Verdampfungsvorrichtung die einzudampfende Flüssigkeit in die erste Verdampfungskammer eingeleitet und darin wie auch beim Durchgang durch die anderen Verdampfungskammern durch den Heizdampf in ein Flüssigkeitsdampfgemisch umgewandelt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß die einzudampfende Flüssigkeit die hocherhitzten Verdampfungsrohre benetzt und ihre organischen Bestandteile die Rohrwandungen verkrusten.
  • Eine andere bekannte Verdampfungsvorrichtung arbeitet nach dem sog. Umwälzverfahren und sucht durch die Verwendung eines an einen Verdampfer mit senkrechten Verdampfungsrohren angeschlossenen Nebenverdampfers, durch den die einzudampfende Flüssigkeit mittels einer Umwälzpumpe und über ihrer Siedepunkt erhitzt hindurchgeschickt wird, die Strömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit zu erhöhen. Durch die beim Austritt aus dem Nebenverdampfer erfolgende Entspannung soll die einzudickende Flüssigkeit den Heizrohren als Flüssigkeitsdampf gemisch zugeleitet werden. Auch dieses Verfahren leidet unter dem Nachteil, daß die Verdampfungsrohre des Nebenverdampfers innen verkrusten, weil die heißen Itohnvandungen ron der Flüssigkeit bespült werden.
  • Andere bekannte Verdampfungsvorrichtungen arbeiten wiederum nach demiRiesel-oder Filmverfahren, d. h. die einzudickende Flüssigkeit wird in Form eines dünnen Schleiers oder Filmes, die Innenwandungen der Verdampfungsrohre benetzend, durch die Verdampfungsrohre hindurchgeschickt. Auf diesem Wege bildet sich zwar ein Flüssigkeitsdampfgemisch, das mit hoher Geschwindigkeit durch den restlichen Teil der Verdampfungsrohre strömt, aber die Gefahr einer Verkrustung der in Form eines Flüssigkeitsschleiers oder -filmes benetzten Teile der Verdampfungsrohre wird dadurch nicht beseitigt.
  • Die Erfindung bezweckt, diesen Atangel der bekannten Verfahren zu beseitigen und ein Verfahren zu schaffen, bei dem die organischen Bestandteile der einzudickenden Flüssigkeit trotz hoher Verdampfungshitze keine Beeinträchtigung erleiden, Verkrustungen der Verd'ampfungsrohre daher nicht stattfinden und bei dem der Eindampfungsvorgang nur möglichst kurze Zeit dauert.
  • Die Erfindung sieht deshalb ein Verfahren vor zum Eindicken hitzeempfindlicher Flüssigkeiten durch Verdampfen, bei dem die einzudickende Flüssigkeit als Flüssigkeitsdampfgemisch der Einwirkung - des Heizdampfes unterzogen wird, dessen erfinderische Kennzeichen darin bestehen, daß die erhitzte einzudickende Flüssigkeit, bevor sie in bekannter ÄVeise durch Einführung in Verdampfungsrohre in Einzelströme zerlegt durch die Erhitzungszone geführt wird, fortlaufend in ein Gemisch von Dampf und Flüssigkeit umgewandelt wird, indem sie als vorerhitzte Flüssigkeit in eine den Verdampfungsrohren vorgeschaltete Ausdehnungskammer aus einem engen Rohr entspannt wird, das Flüssigkeitsdampfgemisch sodann in bekannter Weise mit hoher Strömungsgeschwindigkeit durch lange Verdampfungsrohre geleitet in einen Sammler entladen wird, aus dem die eingedampfte Flüssigkeit stetig abgepumpt wird.
  • Die Erfindung kennzeichnet sich weiterhin dadurch, daß die aus dem Sammler aligezogene eingedickte Flüssigkeit in einer zlveiten Stufe einem gleichen Verfahren (gemäß dem Anspruch I) unterzogen wird.
  • Zur Durchführung der vorgeschlagenen Verfahren sieht die Erfindung weiterhin eine Eindampfungsvorrichtung mit mehreren senkrechten langen, in einem Dampfheizraum liegenden Verdampfungsrohren und einer vor diesen Rohren liegenden Ausdehnungskammer und einem hinter ihnen liegenden Sammler für die eingedickte Flüssigkeit vor, deren erfinderische Kennzeichen darin bestehen, daß am Boden des Sammler eine tiefliegende Flüssigkeitspumpe mit ausgesprochen abfallender Leistungskurve unter Schwerkraftzufluß angeschlossen ist.
  • In der Zeichnung ist Fig. I eine Seitenansicht, die eine doppelstufige Verdampfungseinrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung darstellt.
  • Fig. 2 ist ein Kurvenschaubild, das die Charakteristik der für das Abführen der Flüssigkeit aus einem derartigen System verwendeten Pumpengattung zeigt.
  • RVenn zwar in Fig. I eine doppelstufige Eindampfungseinrichtung dargestellt ist, so kann na'türlich auch die Erfindung in bestimmten ihrer Kennzeichen in einer einstufigen oder in einer mehrstufigen Vorrichtung durchgeführt werden, wenn dies erwünscht ist. Die beiden in der Zeichnung dargestellten Stufen sind mit A und B bezeichnet und sind als in gleicher Weise durchgebildet dargestellt. Jede Stufe besteht aus einer Anzahl Verdampfungsrohre I0, die ein Dampfraum 11 umgibt.
  • Dieser ist durch Rohrplatten 12, 13 abgeschlossen. Die Umhüllung des Dampfraumes II besteht aus einem mit Endwandungen i6 und I7 verbundenen Mantel 14. Die Innenränder der Endwandungen 16 und 17 sind ihrerseits mit Verlängerungen 18 und 19, welche die Rohrplatten I2, I3 tragen, verbunden. Innerhalb des Mantels 14 sind die Rohre noch von einem Gehäuse 20 umhüllt, dessen oberes Ende kurz unterhalb der Endwandung I6 liegt und dessen unteres Ende die Verlängerung 19 bildet. Diese Ausführung ist in der Lage, Spannungen auszugleichen.
  • Unmittelbar über der Endwandung I7 hat das Gehäuse Offnungen 15 zum Abziehen des Kondensats. Die obere Seite der Rohrplatte 12 ist von einem Kopf 21 umgeben, der als Einlaßkammer 22 ausgebildet ist. Unterhalb der Rohrplatte I3 ist eine Leitung 23 mit Auf laß 2S angeschlossen, die Dampf und Flüssigkeit in den Sammler 24 fördert. Der Sammler ist als Trommel von angemessener Größe ausgebildet und hat eine Dampfabführleitung 26 und unten eine Flüssigkeitsabführleitung 27.
  • Die Auslaßöffnung 28 ist oberhalb einer geneigten Trennrinne oder Abzugsmulde 29 angeordnet. Die Mulde 29 hat mit Abstand nebeneinanderliegende Rippen 30, um eine wirksame Trennung der abgeführten Flüssigkeit vom Dampf zu erzielen. Dic abgetrennte Flüssigkeit wird gezwungen, auf der Mulde 29 abwärts in den unteren Teil des Sammler 24 ZU fließen.
  • In den Dampfraum 1 1 führt eine Dampfleitung 31. Der Kammer 22 wird durch ein Rohr 32 das Eindalnpfgut zugeführt. Infolge der Anordnung des Gehäuses 20 fließt der einströmende Dampf aufwärts zwischen dem Mantel 14 und dem Gehäuse 20 nach innen über das obere Ende dieses Gehäuses und dann nach unten durch die zwischen den Rohren 10 vorhandenen Räume. Auf diese Weise wird der Dampf wirksam in Berührung mit den Rohren gebracht; tote Räume werden dabei vermieden. Das I(ondensat fließt in die untere Verlängerung 19 ab und wird von dort an einer unmittelbar oberhalb der Rohrplatte 13 liegenden Stelle durch ein Rohr 33 abge zogen. Um nicht kondensierbare Bestandteile zu entfernen, ist ein aufwärts stehendes Rohr 34 angeordnet. Dieses Rohr geht im mittleren Teil der Rohrplatte 13 nach oben und steht durch Löcher im Innern mit dem Dampfraum in Verbindung. Außen ist das Rohr 34 an ein Rohr 35 angeschlossen, das zu einer Abfiihrvorrichtung führt. Der Dampfraum hat weiterhin ein Rohr 36, das zur Entlüftung für die Kondensatpumpe dient.
  • Zwecks Verbindung zweier Stufen miteinander ist eine Pumpe 38a vorgesehen, deren Einlaß über eine Leitung 27 mit der ersten Stufe und deren Auslaßleitung 39 mit dem Kopf 21 der zweiten Stufe in Verbindung steht. Eine Pumpe 38b erhält Flüssigkeit aus der zweiten Stufe entweder zur endgültigen Abführung oder zur Führung in eine weitere Stufe. Die Dampfabführleitung 26 aus der ersten Stufe geht in den Dampfraum der Stufe B, und die entsprechende Leitmog 41 der zweiten Stufe führt an Kondensator, beispielsweise einen Einspritzkondensator Die Kondensatorleitungen 33 beider Stufen könnten zu Kondensatpumpen führen, die durch Rohre 36 entlüftet werden, während die Rohre 35 mit dem Strahlkondensator oder mit einer Luftpumpe zum Abziehen der nichts kondensierbaren Bestandteile in Verbindung stehen können.
  • Wird eine Verdampfungsvorrichtung der beschriebenen Gattung mit I'umpen betrieben, die übliche Leistungskurven aufweisen. so hat die selbsttätige Regelung - um ständige und sorgsame Handwartung zu vermeiden -Schwierigkeiten. Handregelung der verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten ist gleichfalls schwierig, da Abweichungen von den Bestbedingungen schwer feststellbar sind und dann Beschädigungen des einzudickenden Stoffes, ungenügender Wirkungsgrad oder Verkrustung der Verdampfungsrohre eintreten. Es hat sich gezeigt, daß bei Betrieb unter Bestbedingungen die Neigung zur Verkrustung der Verdampfungsrohre auf ein Älindestmaß zurückgeführt wird, so daß häufige Stillsetzungen zur Reinigung der Vorrichtung vermieden werden. Die angeführten Mängel treten jedoch um so stärker auf, wenn bis nahe an den Siedepunkt erhitztc Flüssigkeit bei hohem Vakuum behandelt wird.
  • Bei der neuen Vorrichtung wird durch die Pumpen 38a und 38b, deren Leistungskurve mit der Zunahme der Fördermenge abnimmt, eine zwangsläufige Regelung erzielt. Fig. 2 zeigt die Leistungskurve I einer derartigen Pumpe, im Vergleich hierzu die Leistung kurve 2 einer gewöhnlichen Zcntrifugalpumpe.
  • Die Pumpen 38a und 381, sind unterhalb des zugehörigen Sainmlers 24 angeordnet, so daß ihnen die Flüssigkeit durch die Schwerkraft über das'Rohr 27 zugeführt wird. Angenommen, die Menge der Flüssigkeit im Sammler 24 nimmt ab, so tritt ein entsprechendes Absinken der Höhe der Flüssigkeit in der Leitung 27 mit einer entsprechenden Abnahme der Leistung der Förderpumpe 38a ein. Da diese Pumpe infolge ihrer abfallenden Förderhöhenleistungskurve gegenüber einem Wechsel der Einlaufförderhöhe schwankend ist, so geht die Pumpenleistung sofort zurück und verhindert auf diese Weise einen weiteren Abfall des Flüssigleitsspiegels in der Leitung 27. In entsprechender reise nimmt, wenn die Flüssigkeitshöhe in der Leitung 27 infolge einer Zunahme der vom Sammler 24 aufgenommenen Flüssigkeitsmenge steigt, die Leistung der Pumpe 3Sa zu, so daß zu jeder Zeit der Sammler 24 im wesentlichen gänzlich frei von Flüssigkeit ist. In entsprechender Weise arbeitet die Pumpe 38, wenn die Sammler unter Vakuumverhältnissen gehalten werden, wie dies gewöhnlich der Fall ist.
  • Die Einlaßöffnungen und Durchgangsrobre 27 der Pumpen 3Sa und 38b sollteii verhältnismäßig groß sein, um ein Mindestmaß an Fließwiderstand und niedrigen Fließgeschwindigkeiten zu geben, da die Flüssigkeit sich an ihrem Siedepunkt oder nahe daran befindet.
  • Auch ist es wünschenswert, l-'umpen, die Stoffbuchsen mit Sperrflüssigkeit oder mit Druckpackung besitzen, anzuwenden, um das Einziehen von Luft zu verhindern.
  • Das Verfahren spielt sich in der beschriebenen Vorrichtung folgendermaßen ab.
  • Angenommen, es soll Milch eingedampft werden; diese wird auf einen bestimmten, geregelten Wärmegrad vorerhitzt und bei annähernd gleichbleibendem Druck der ersten Stufe der Anlage durch die Rohre 32 zugeführt. Sie gelangt zunächst in die Ausdehnungskammer 22, in der ein geringerer Druck herrscllt als der Dampfdruck der zugeführten Milch; infolgedessen tritt in der Kammer 22 sofort eine derart starke Ausdehnung der Milch ein, daß sich ein Flüssigkeitsdampfgemisch darin bildet. Dieses Gemisch @ erteilt sich nun auf die einzelnen Verdampfungsrohre I0, fließt durch diese abwärts und nimmt weitere Wärmemengen aus dem in dem Raum 11 eingeführten Heizdampf auf. Bei der dabei stattfindenden stürmischen Verdampfung des Wassers und der außerordentlich hohen Steigerung der Fließgeschwindigkeit wird die Milch in Form feinen Nebels vom Dampf mitgerissen und in den Sammler 24 mitsamt diesem entladen. Im Sammler 24 wird die eingedickte Flüssigkeit von dem Dampf getrennt, wobei der Dampf durch die Leitung 26 der zweiten Stufen und der eingedickte Stoff durch die Leitung 27 der Pumpe 38a zugeführt wird, um in den Kopf 21 der zweiten Stufe gefördert zu werden.
  • In der zweiten Stufe B wiederholt sich das Verfahren. Die Kondensation des Dampfes aus dem Sammler 24 der ersten Stufe in der zweiten Stufe dient dazu, eine geeignete Betriebsluftleere für die erste Stufe aufrechtzuerhalten. während eine niedrige Luftleere in dem Sanunler 24 der zweiten Stufe aufrechterhalten bleibt infolge der I(ondensation des durch die Leitung 41 zum Kondensator abgeführten Dampfes.
  • Bei dem neuen Verfahren hat der Dampf am Einlaßende des Rohres einen beträchtlichen Grad von Überhitzung, die auf die ganze Länge des Rohres aufrechterhalten wird. Ebenso befindet sich die Flüssigkeit auf annähernd der ganzen Länge des Rohres in Nebeltorm. der sich mit hoher Geschwindigkeit dem Auslaß zu durch einen Bereich von ständig abnehmendem statischen Druck bewegt. Auf diese Weise bringt jede Zunahme der fortschreitenden Bewegung eines Flüssigkeitsteilchens dieses in einen Bereich, in welchem der Druck unter einen Druck reduziert ist. der dem'Siedepunkt des Teilchens entspricht, wodurch das Teilchen zu weiterer Dampfentwicklung veranlaßt wird, um ein Sättigungsgleichgewicht hervorzurufen. Auf diese Weise befindet sich der Dampf an jeder beliebigen Stelle des Rohres in einem Zustand der Überhitzung mit einer beständigen Neigung zur Gleichgewichtsherstellung bezüglich der benachbarten Flüssigkeitsnebelteilchen. Mit anderen Worten, es werden infolge der Geschwindigkeit des Nebels und des Dampfes durch das Rohr bei gleichzeitigem fortwährenden Wärmeübergang durch die Rohrwände hindurch und durch den von einem Rohrende zum anderen fortschreitenden Druckabfall labile Gleichgewichtszustände aufrechterhalten, so daß eine gesteigerte Verdampfung bei hoher Geschwindigkeit erzielt wird.
  • In der Praxis erzielt man gute Ergebnisse mit Rohren von einem Innendurchmesser von ungefähr 32 mm bei einer Länge von ungefähr 3½ bis 3 3/4 m. Bei einem Ausführungsbeispiel mit derartigen Rohren betrug die Dampfgeschwindigkeit an dem Auslaßende der Rohre ungefähr 36,5 m je Sekunde in der ersten Stufe. Das Verhältnis von Dampf zu Flüssigkeit (an den Auslaßenden) war derart, daß das Dampfvolumen ungefähr 930mal größer war als das Volumen der Flüssigkeit und die Flüssigkeit, weiche in den Kopf 21 eintrat, hatte eine Wärme, die ungefähr 9° höher war als der Siedepunkt. der dem Druck in der Kammer 22 entsprach. Bei dem gleichen Ausführungsbeispiel und für die erste Stufe betrug der Druck in der Kammer 22 ungefähr 380 mm Quecksilber bei einem Druck von ungefähr 290 mm Quecksilber im Sammler 24. In der ersten Stufe wurden I50 Rohre verwendet; die n den Kopf 21 eingeführte Flüssigkeitsmenge betrug ungefähr 0,005 cbm je Sekunde. Die Rohre stellten einen Gesamtinhalt von rund 0,433 cbm dar oder ungefähr das 86,5fache der vorhandenen Flüssigkeitsmenge: In der zweiten Stufe nahm die Dampfgeschwindigkeit durch die Rohre stark zu. Bei dem erwähnten Ausführungsbeispiel war die Geschwindigkeit des Dampfauslasses aus den Rohrenden mehr als sechsmal so groß als die vergleichbare Geschwindigkeit der ersten Stufe.
  • Die Überhitzung des Dampfes innerhalb der Verdampfungsrohre wird sofort auf gehoben, sobald der Dampf und der mitgerissene Nebel in den Sammler 24 entladen werden. Hierbei tritt eine weitere Flüssigkeitsverdampfung ein.
  • Außer daß die Pumpen 38, und 38b eine zwangsläufige Regelung (wie vorher beschrieben) sichern, machen sie es auch möglich, die Vorrichtung mit einem Mindestmaß von flüssigem Stoff zu betreiben, der in den verschiedenen Stufen behandelt werden soll. Bei der Behandlung organischer flüssiger Stoffe, wie beispielsweise Milch oder Milcherzeugnisse, die durch Wärmebehandlung schädlich beeinflußt werden können, wird es hierdurch möglich, die Zeit, während der der flüssige Stoff der Verdampfung unterworfen wird, abzukürzen.
  • -Mit dem neuen Verfahren und der vorgeschlagenen Vorrichtung erzielt man einen hohen thermodynamischen Wirkungsgrad und äußerste Einfachheit der Eindampfungsvorrichtung. Die Verkrustungen der Innenwan-(lungen sler Verdampfungsrohre sind auf ein Mindestmaß beschränkt. Das Verfahren ermöglicht die Eintlickung bei einem cinzigell Durchgang durch die Anlage, wobei verhältnismäßig kleinc Flüssigkeitsmengen in der Zeiteinheit durch die Verdampfungsrohre gehen. Wichtig ist fernerhin, daß der Sammler der Anlage während des Betriebes praktisch frei von der eingedickten Flüssigkeit ist. so daß Schaumbildung vermieden wird.

Claims (6)

  1. P A T E N T A N S P R Ü C H E : I. Verfahren zum Eindicken hitzeempfindlicher Flüssigkeiten durch Verdampfen, bei dem die einzudickende F Flüssigkeit als Flüssigkeitsdampfgemisch der Einwirkung des Heizdampfes unterzogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die erhitzte einzudickende Flüssigkeit, bevor sie in bekannter Weise durch Einführung in Verdampfungsrohre in Einzelströme zerlegt durch die Erhitzungszone geführt wird, fortlaufend in ein Gemisch von Dampf und Flüssigkeit umgewandelt wird, indem sie als vorerhitzte Flüssigkeit in eine den Verdampfungsrohren vorgeschaltete Ausdehnungskammer aus einem engen Rohr entspannt wird, das Flüssigkeitsdampfgemisch sodann in beliannter Weise mit hoher Strömungsgeschwindigkeit durch lange Verdampfungsrohre geleitet in einen Sammler entladen wird, aus dem die eingedampfte Flüssigkeit stetig abgepumpt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem Sammler abgezogene eingedickte Flüssigkeit in einer zweiten Stufe einem gleichen Verfahren gemäß dem Anspruch I unterzogen wird.
  3. 3. Eindampfungsvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit mehreren senkrechten langen, in einem Dampfheizraum liegenden Verdampfungsrohren und einer vor diesen Rohren liegenden Ausdehnungskammer und einem hinter ihnen liegenden Sall,lllller für die eingedickte Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß am Boden des Sammler (24) eine tiefliegende Flüssigkeitspumpe (3 (38a) mit ausgesprochen abfallender Leistungskurve unter Schwerkraftzufluß angeschlossen ist.
  4. 4. Eindampfungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Dampfheizraum (11) ein bis atif die untere Einwalzplatte (13) der Verdampfungsrohre (I0) reichender, die Rohre (io) umgebender oben offener Mantel (20) vorgesehen ist, und der Heizdampfeintritt unten am Dampfheizraum vorgesehen ist.
  5. ,. Eindampfungsvorrichtung nach Anspruch 3 und 3, gekennzeichnet durch eine unterhalb der in den Sammler (24) führennen Ausströmleitung (23) schräg abwärts gehende Abflußrinne (29) für die eingedickte Flüssigkeit.
  6. 6. Eindainpfungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekanntcr Weise der Brüdendampf der vorhergehenden Stufe (A) als Heizdampf für die nächstc Stufe (B) verwendet wird.
DE1935D0071009 1935-04-02 1935-08-29 Verfahren und Vorrichtung zum Eindampfen von Fluessigkeiten Expired DE691617C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1059850B (de) * 1957-01-18 1959-06-18 Udic Sa Mehrstufiges Verdampfaggregat zum Eindampfen von chlorwasserstoff-haltigen Zuckerloesungen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1059850B (de) * 1957-01-18 1959-06-18 Udic Sa Mehrstufiges Verdampfaggregat zum Eindampfen von chlorwasserstoff-haltigen Zuckerloesungen

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